Mich würde interessieren, wie du meinst, dass man Alleinsein lernen kann.
Was würdest du jemanden raten, wie man das lernt?
Ich spreche hier nur aus meiner persönlichen Erfahrung: Jahrzehntelang fand ich das Alleinesein extrem schwierig. Daraus entstand ein ausgeprägtes Gefühl von Einsamkeit, was mich regelrecht krank hat werden lassen mit starken Essstörungen und Klinikaufenthalt.
Irgendwann im Laufe der Jahrzehnte habe ich für mich eingesehen, dass solche Phasen des Alleineseins immer wieder kommen werden. Und ich habe mir die Frage gestellt, ob ich mich dann wirklich jedes Mal so beschissen fühlen sollte/möchte?
Ich habe mir auch die Frage gestellt, ob dieses regelmäßig starke Leiden DAS ist, was ich mir unter einem erfüllten, zufriedenen Leben FÜR MICH vorstelle?
Dann habe ich bewusst beschlossen, mein phasenweise Alleinesein als Teil meines Lebens zu akzeptieren, mich nicht mehr innerlich dagegen aufzulehnen.
Indem ich meinen Widerstand aufgegeben habe, wurde es langsam erträglicher, gefühlsmäßig aushaltbarer und das Gefühl von Einsamkeit wich langsam.
Parallel beschloss ich, wieder mehr auf Menschen zuzugehen, mehr Gemeinschaft zu suchen, um mein Sozialleben wieder mehr ins Gleichgewicht zu bringen.
Heute finde ich, dass ich erheblich an mir gearbeitet und meinen alten Dämon 'Alleinesein/Einsamkeit' erfolgreich in Ketten gelegt habe. Und ich glaube, dass ich eine wichtige Lektion gelernt habe.