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Alleinesein lernen als Lektion des Lebens

Für mich gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen alleine und einsam sein.
Für mich auch.
Oh mein Gott, ja.
Es gibt auch diesen Spruch: "Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."
Und spätestens im Tod ist man mit sich alleine.
Ich verstehe dies sehr wohl, aber ich verstehe die Logik dahinter nicht.
 
Mich würde interessieren, wie du meinst, dass man Alleinsein lernen kann.
Was würdest du jemanden raten, wie man das lernt?
Ich spreche hier nur aus meiner persönlichen Erfahrung: Jahrzehntelang fand ich das Alleinesein extrem schwierig. Daraus entstand ein ausgeprägtes Gefühl von Einsamkeit, was mich regelrecht krank hat werden lassen mit starken Essstörungen und Klinikaufenthalt.

Irgendwann im Laufe der Jahrzehnte habe ich für mich eingesehen, dass solche Phasen des Alleineseins immer wieder kommen werden. Und ich habe mir die Frage gestellt, ob ich mich dann wirklich jedes Mal so beschissen fühlen sollte/möchte?

Ich habe mir auch die Frage gestellt, ob dieses regelmäßig starke Leiden DAS ist, was ich mir unter einem erfüllten, zufriedenen Leben FÜR MICH vorstelle?

Dann habe ich bewusst beschlossen, mein phasenweise Alleinesein als Teil meines Lebens zu akzeptieren, mich nicht mehr innerlich dagegen aufzulehnen.

Indem ich meinen Widerstand aufgegeben habe, wurde es langsam erträglicher, gefühlsmäßig aushaltbarer und das Gefühl von Einsamkeit wich langsam.

Parallel beschloss ich, wieder mehr auf Menschen zuzugehen, mehr Gemeinschaft zu suchen, um mein Sozialleben wieder mehr ins Gleichgewicht zu bringen.

Heute finde ich, dass ich erheblich an mir gearbeitet und meinen alten Dämon 'Alleinesein/Einsamkeit' erfolgreich in Ketten gelegt habe. Und ich glaube, dass ich eine wichtige Lektion gelernt habe.
 
Interessanter Gedanke, der gerade auch zu meiner aktuellen Lebenssituation passt. Fühle mich in letzter Zeit relativ oft einsam am Wochenende. Das Gefühl ist wie Säure, die einen innerlich zerfrisst. Ich versuche einerseits Möglichkeiten etwas dagegen zu machen, aber andererseits auch damit umzugehen lernen.
 
Oh, oh. Das ist ein heikles Thema. Gerade deswegen, weil viele davor Angst haben und sich dann angep*sst fühlen.
"Ja, M., du hast Recht. Denn es ist mir scheißegal, wie es dir geht - Hauptsache, ich bin nicht so allein."
Das waren die Worte meines Vaters. Worte die ich niemals wieder vergessen werde. Weil er mir mit diesen Worten die ganze Wahrheit auf einmal um die Ohren gehauen hat. Der eigentliche Grund dafür, warum ich bis dahin immer wieder Psychologen und Neurologen aufsuchen musste. Seit meinem 3. Lebensjahr. Zuerst natürlich Kinderärzte.
An diesem Abend war das zuviel Wahrheit für mich, um sie zu ertragen. Den einzigen Weg sah ich damals im Selbstmord. Selbst -Mord!! Was für ein abgrundtief häßliches und verzweifeltes Wort.
Wieviele Kinder werden psychisch krank? Neurologisch? Psychosomatisch? Fühlen sich irgendwie beobachtet. Verfolgt. Bewertet. Nicht geliebt. Nicht gut genug.
Einfach nur deswegen, weil sich manche Eltern wie Stalker verhalten. Alleine sein geht bei denen gar nicht. Unerträglich. Da hängt man sich doch lieber an seinen Nachwuchs. Zur Ablenkung.

Allein sein? Ja. Befürworte ich. Bedingungslos. Um sich selbst kennenzulernen. Etwas in mir zu suchen und zu finden, das mir selbst Halt gibt.
Wenn ich das gemeistert habe, dann darf ich mich auch mit anderen treffen.
Auf einer Ebene.
Aber es ist ein schwerer, fataler Fehler, wenn ich mich nur ablenken möchte. Unterhalten werden möchte. Vielleicht nicht für mich. Aber dann auf jeden Fall für die Person, die mir gegenüber ist.
 
Viele, mit denen ich spreche, haben riesige Angst vor dem alleinesein. Wenn sie alleine sind, geht es ihnen schlecht, sie wissen nichts mit sich, mit ihrer Zeit anzufangen. Sie leiden dann regelrecht.
Ob man hier jetzt unbedingt "einsam und alleine" trennen muß, weis ich nicht.
Es liegt doch eher daran, daß der Mensch ein soziales wesen ist, bis zu einem gewissen Zeitpunkt, wo es in der Gesellschaft zu viel wird.
Ich denke hier ist die Aufgabe ein gesundes Maß zu finden.
In Gesellschaft zu sein und die Zeit mit sich selbst alleine "gesund füllen" zu können.
Ich bin jedoch der Ansicht, dass wahrscheinlich jeder von uns irgendwann in seinem Leben alleine sein wird, möglicherweise auch nur als zeitbegrenzte Lebensphase.
Wie meinst du das ?
Wenn alle dir nahestehenden um dich rum "weggestorben" sind
oder...
Und spätestens im Tod ist man mit sich alleine.
Hm...
da könntest du Hoffnung haben, mit den Aussagen, daß es evtl. nach dem Tod ein Leben gibt,
in Form einer Wiedergeburt 👍
Ich finde dies eine wichtige Lektion, die bestenfalls jeder von uns irgenwann lernen sollte.
Lektion finde ich hier schon rel. hart.
Evtl. geht es darum, sich selbst kennen zu lernen und mit sich selbst gut umzugehen.
Bei manchen klappt das gut, für andere ist das eine Lebensaufgabe...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich muss mir öfters selber die Vorteile des Alleinseins in Erinnerung rufen.
Man kann alleine die Entscheidung treffen, was man machen möchte , was man essen möchte, wann man essen möchte...
Indem ich meinen Widerstand aufgegeben habe, wurde es langsam erträglicher, gefühlsmäßig aushaltbarer und das Gefühl von Einsamkeit wich langsam.

Parallel beschloss ich, wieder mehr auf Menschen zuzugehen, mehr Gemeinschaft zu suchen, um mein Sozialleben wieder mehr ins Gleichgewicht zu bringen.
Das hört sich gut an.
Du hast eine Tatsache akzeptiert und durch diese Akzeptanz Wege aus der Einsamkeit gefunden 😊
 

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