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Baujahr 1968 - Energetische Sanierung

Das Haus wurde von meinen Großeltern erbaut und die einzige Sorge ist eben das Alter.
In wie weit kennst du die "Sanierungshistorie" ?
Gut...
In Fachforen lese ich
Vorsicht, das kann auch gefährlich sein 😉🙂
Immer etwas Verstand und Weitsicht bereit halten 🙂
z.B. Bitumenabdichtungen am Keller halten im Durchschnitt etwa 30 bis 40 Jahre
Bei uns haben wir die offene "Erdseite" nach 20 Jahren neu abgedichtet
den zubetonierten Hof und die Terrassenseite nach 33 Jahren.
Hier wurde auch das Haus und die Betondachziegel neu gestrichen.
Beide Bäder komplett saniert.
Frischwasser und abwasser
wobei fachgerechte Ausführungen bis zu 50 Jahre dicht bleiben können.
"Fachgerecht" heisst hier das Zauberwort.
Bein uns und evtl. auch auf anderen Baustellen wurde die Kelleraußenwand 1x mit Bitumenfarbe gestrichen, danach wurde alles einfach "reingeworfen".
Bauschutt, Metallbänder, sonstiges Metall, Nägel, etc.
Dementsprechend wurde der Anstrich verletzt.

Wir haben dann die Wand neu abgedichtet, Spezialfolie drübergespannt, danach die Wand mit dieser braunen Noppenfolie geschützt.
Das Haus ist von 1965 und damit 60 Jahre alt.
Was wurde denn mit den Wasserleitungen gemacht ?
Wie hart ist euer Wasser ?
Wir haben hier 18° dH ?
Damals hatten wir noch diese Druckspüler.
Bei der Sanierung Unterputzspülkästen, das Zuwasser Rohr in Rohr.
Dinge wie Kellerabdichtung und Elektrik, um die ich mich sorge und bei denen ich auch nicht unbedingt warten will, bis ein Schaden eintritt - der dann u.U. auch noch extrem teuer werden kann.
Geh doch mal in den Keller und schaue dir die Außenwände an ?
Sind die verputzt ?
Hält der Putz noch überall ?
Falls Ausblühungen zu sehen sind, sind diese soweit trocken ?
Du kannst auch so ein kleines Feuchtemessgerät in den Keller stellen.
Zudem bin ich aktuell körperlich auch fitt und kann mich gut um alles kümmern.
Mit Mitte 40 geht das locker.
Du meinst eher geistlich oder packst du selber mit an ?
Ich möchte im Alter von 70+ nicht in die Situation kommen, groß sanieren zu müssen.
ja, da wird es schwierig sofern wir nicht die Konstitution meines Schwiegervaters haben 😉
(also ich nicht)
Dann lieber jetzt.
bist ja gut dabei 👍
Die Arbeiten die mir vorschweben sind typische, die man auch als Käufer eine Immobilie tätigt.
Jepp
Freunde von mir sind in eine Haus aus den 50er eingezogen und haben auch Elektrik erneuert, gedämmt, neue Heizung etc.
Je nach Ausführung muß man ab und an etwas machen.
 
Ich habe jetzt parallel auch in einem Bau-Forum gefragt und meine Gedanken vorgestellt.

Das Feedback bislang ist: Energetische Sanierung (von Solaranlage, Dämmung bis Wärmepumpe) lohnt sich auf jeden Fall. Bei Angst vor Schimmel, einfach Kalziumsilikatplatten auf die Laibungen der Fenster und gut ist.

Ist vielleicht bekloppt aber Schimmel ist tatsächlich meine größte Angst. Egal ob ich Freunde oder Kollegen frage, jeder sagt mir "Bloß keine Altimmobilie dämmen oder willst du Schimmel?"

Auf der anderen Seite höre ich, dass Schimmel immer nur durch falsches Dämmen oder falsches Lüften entstünde.
Z.b frühere Cellulose Einblasdämmungen wären schimmelanfällig. Ok, aber das hat man früher scheinbar nicht gewusst. Was ist wenn heutige Dämmstandards sich in 20 Jahren als schimmelanfällig erweisen?
Und 5 mal am Tag Lüften? Laufe ich 10 mal jeden Tag (auch mit 70+) durchs Haus um 5 mal alle Fenster auf und 5 mal alle wieder zu schließen? Im Leben nicht! Wer macht das bitte?
 
Solaranlage, da musst du dich wenn dann beeilen, ab 2027 vermutlich keine staatl. garantierte Einspeisevergütung mehr. Eine Wärmepumpe macht überhaupt erst mit einer Solaranlage richtig Sinn, sonst ist der Strom in D einfach viel zu teuer.
 
Auf der anderen Seite höre ich, dass Schimmel immer nur durch falsches Dämmen oder falsches Lüften entstünde.
"Immer"😉

aber wie denn sonst ?

Wenn. der Taupunkt an die falsche Stelle rückt...
Eine Zeitlang hat man sogar innen gedämmt. Z.B. mit Styroportapete.

Du musst dir überlegen, mit Dämmung und neuen Fenstern, machst du dein Haus "maximal" dicht.

Spazier doch mal durch Neubaugebiete, da haben rel. viele Häuser Lüftungssysteme (Gitter an den Außenwänden) verbaut.

5x am Tag lüften ist übertrieben.
Maximal 1x am Tag reicht.

In meinem Schlafzimmer habe ich - unter der Decke im Winkel zur Außenwand - auch seit den neuen Fenstern eine schwache Schimmelstelle ca. 20*20 cm.
Da war ich schon mit Schimmelentferner dran, kommt aber wieder. Mal sehen, evtl. lasse ich dich mal einen Zimmerer draufschauen (ist unterm Dach).

Doch mehr lüften ?
Bis vor ca. 10 Jahren hatte ich im Schlafzimmer das Fenster ganzjährig "auf Kipp".
 
Zuletzt bearbeitet:
"Immer"😉

aber wie denn sonst ?

Wenn. der Taupunkt an die falsche Stelle rückt...
Eine Zeitlang hat man sogar innen gedämmt. Z.B. mit Styroportapete.

Du musst dir überlegen, mit Dämmung und neuen Fenstern, machst du dein Haus "maximal" dicht.

Spazier doch mal durch Neubaugebiete, da haben rel. viele Häuser Lüftungssysteme (Gitter an den Außenwänden) verbaut.

5x am Tag lüften ist übertrieben.
Maximal 1x am Tag reicht.

In meinem Schlafzimmer habe ich - unter der Decke im Winkel zur Außenwand - auch seit den neuen Fenstern eine schwache Schimmelstelle ca. 20*20 cm.
war ich schon mit Schimmelentfer dran, kommt aber wieder. Mal sehen, evtl. lasse ich dich mal einen Zimmerer draufschauen (ist unterm Dach).

Doch mehr lüften.
Bis vor ca. 10 Jahren hatte ich im Schlafzimmer das Fenster ganzjährig "auf Kipp".
Ein Möglichkeit wären vielleicht auch dezentrale Lüftungsanlagen, die halt von alleine Lüften und man selber dann garnicht mehr Lüften muss. Ok, vielleicht mal nach dem Duschen oder Kochen oder anderen Feuchtigkeitsspitzen.
 
Ja, klar, macht es komfortabler. Ist halt immer eine Frage des Budgets.
In der Küche sollte eine Dunstabzugshaube laufen, nach dem Duschen sollte man auch dann noch das Fenster öffnen. Diese Anlagen führen eben immer etwas Frischluft zu.
 
Wenn der Schimmel in den Wänden sitzt, kriegst du den fast nicht mehr los.
Javelwasser sprayen hilft sofort, aber halt auch nicht unbedingt nachhaltig.
 
Ich hatte gestern meinen ersten Termin mit der Verbraucherzentrale, sehr informativ und freundlich.

Neu für mich war, dass die Fördersumme auf 60.000 € pro Jahr beschränkt ist. Es macht also je nach Summe Sinn, die Sanierung auf 2-3 Jahre zu strecken. Z.B. im Jahr 1: Alles rund ums Dämmen und neue Fenster, Jahr 2: Alle Folgemaßnahmen

Wenn ich in diesem Jahr dämme, kann ich im Winter 2026 ja auch mal testen mit welchen Vorlauftemperaturen meine Gasheizung auskommt, also wie eine Wärmepumpe geeignet und dimensioniert sein müsste. Mit dem Schwerpunkt "Heizung" habe ich nächste Woche einen Vor-Ort-Termin mit der Verbraucherzentrale.

Meine Schimmelsorge hat sich weitestgehend gelegt, weil mir eine dezentrale Lüftungsanlage das Lüften abnimmt und das konsequente Dämmen von Wärmebrücken wie der Fensterlaibung Schimmel auch verhindern sollte.

Nächster Schritt ist dann einen Energieeffizienzexperten zu finden und einen Sanierungsplan zu erstellen. Also all mein Halbwissen in professionelle Form zu gießen ^^
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hatte nun jemanden von der Verbraucherzentrale und eine erste PV Firma vor Ort.

Die PV Firma hat natürlich aggressiv versucht mir alles schönzurechnen. Aussagen aller:
- 95% Autarkie (stimmt natürlich im Winter niemals!)
- KI Steuerung für günstigeren dynamischen Strompreis (Verkaufsargument für großen 12 kWh Speicher)
- Teure Module, die angeblich 30% mehr Ertrag bei Beschattung bringen (diesen Mechanismus haben nach meiner Recherche aber fast alle neueren Modul)
- lange Garantien (immerhin das klang gut)
- Noch dazu wollte man mir direkt eine 169€ Versicherung andrehen (Ich wette das kann meine Gebäudeversicherung günstiger)
Ergebnis 19.000 € für 13 Module mit insgesamt 6,3kWp und 11,26kWh Speicher
Meiner Meinung nach viel zu teuer.


Ich habe mal alles durchgerechnet mit realistischeren preisen. Nehmen wir folgende größere Maßnahmen an:
- PV Anlage mit 13 Modulen auf meinem Süddach und 7kWh Speicher für 15.000€ abzüglich Förderung/Steuererstattung
- Neue Fenster mit Dreifachverglasung im gesamten Haus für 30.000 € abzüglich Förderung/Steuererstattung
- Wärmepumpe 25.000 € abzüglich Förderung/Steuererstattung
(Fassadendämmung hier nicht mit reingerechnet, da ich diese nur machen werde, falls eine günstige Einblasdämmung möglich ist)

Das ganze habe ich mal 30 Jahre hochgerechnet unter gewissen Annahmen:
  • Gaspreissteigerung von 4,25% im Jahr
  • Strompreissteigerung von 3% im Jahr
  • Einspeisevergütung von 200 € im Jahr
  • Gesteigerter Strombedarf für Wärmepumpe von 4.300 kWh
  • Lebensdauer der PV Anlage 30 Jahre, Lebensdauer Speicher 15 Jahre
  • Jährliche Wartungskosten der PV Anlage 150€
  • 4 dezentrale Lüftungsanlagen mit Anschaffungskosten von 6.000 €
  • Versicherung von 50 € im Jahr (kläre ich noch mit meiner Gebäudeversicherung)
  • Falls ich beim Status Quo bleibe und später nur eine neue Gasheizung einbaue, lege ich das Geld alternativ für 3% am Kapitalmarkt an
  • usw.
Das Ergebnis nach 30 Jahren:
Fossil Status Quo: 224.00 €
Bei Sanierung: 231.00 €


Mich bestätigt das in meiner Annahme, dass all solche Sanierungsmaßnahmen für Altimmobilien rein wirtschaftlich betrachtet eine schwierige Betrachtung sind und den Versprechungen der Unternehmen nicht stand halten.

Insgesamt würde ich es aber dennoch machen, weil ich Komfort und Unabhängigkeit steigere.
Ich kann mir dann auch bedenkenlos noch eine Split Klimaanlage einbauen oder irgendwann ein E-Auto kaufen. Im Winter zieht es nicht mehr durch die Jalosienkästen und die neuen Fenster sind auch Einbruchssicherer. Also ja, macht für mich Sinn.
 

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