kleinerpingu3
Neues Mitglied
Hey. Kurz zu mir: Ich bin 22 Jahre alt (in ein paar Monaten 23)
Ich habe mein Abi 2022 abgeschlossen mit durchschnittlicher Note (2,3) und mich dann dazu entschieden aus interessehalber mich für ein Mono-Biologie, Lehramtsstudium Bio/Chemie zu bewerben und auch BWL (wollte seit der 10. Klasse auch eigentlich eine kaufmännische Ausbildung im Büro machen). Da der Schnitt für Mono-Biologie relativ hoch war, habe ich mich für Lehramt Bio/Chemie entschieden, hatte aber für Chemie wenig bis keine Vorkenntnisse.
Ich habe mich also für das Lehramt entschieden und hatte von Anfang an große Probleme mit der Stoffmenge, dem Abstrakten und dem Mathematischen. Ich habe mich trotzdem ran gesetzt und für die ersten drei Semester lief auch alles in Ordnung. Mit der Zeit habe ich aber realisiert dass die abstrakten Denkweisen, die viele Theorie und das auf sich alleine gestellt sein mich massiv überrollt haben. Ich hatte das Ziel gehabt in Regelstudienzeit fertig zu werden, aber ich habe mich nicht für Klausuren bereit gefühlt und bereits im ersten Semester 1-2 Klausuren geschoben. Dazu musste ich immer zwischen Campi wechseln. Meine Motivation ging steil runter und ich hatte seit der Schule schon (vor allem in der Abi-Zeit) starke Probleme mich für Hausaufgaben ran zu setzen. Meine mentale Gesundheit hat sich auch nicht gut entwickelt. Ich habe nur bed-rotting gemacht, geschlafen, Serien geschaut, Videospiele gespielt, bin aber vor allem im bed-rotting hängen geblieben. Außerdem habe ich mich dann zu stark auf Freunde und Kontakte auf der Uni verlassen, bin nur noch zu Vorlesungen gegangen, weil meine Freunde dort waren und aufgepasst haben wir nicht. Diese haben dann gewechselt bzw. abgebrochen und dann hatte ich für mich keinen Grund mehr die Vorlesungen zu besuchen. Gepaart mit der mentalen Gesundheit und der fehlenden Motivation habe ich keine Vorlesungen mehr besucht, geschaut, nachgearbeitet oder jegliche Veranstaltungen besucht. Ich hatte auch ein Portfolio, was ich im Rahmen eines Praktikums abgeben musste. Ich wusste aber nicht wie dieses zu schreiben war, hatte kein gutes Gefühl und dass ständig vor mich hergeschoben. Klausuren habe ich nur kurz vor knapp gelernt (1 Woche bis wenige Tage davor). Weil mein Bafög-Anspruch endete und ich gezwungener Maßen eine eigene Wohnung suchen musste, habe ich angefangen nebenbei Teilzeit zu arbeiten (zunächst 10h, dann 20h). Ich hatte versucht mich dann für das nächste Semester wieder aufzuraffen, habe es aber nicht geschafft und meine Mutter ist dann Verstorben. Des weiteren wollte ich dann doch nicht in das Lehramt, da auch die fehlende Selbstorganisation ein Punkt war, der mir zeigte, dass der Lehrberuf mich nicht glücklich machen würde. Ich möchte nach der Arbeit nichts mehr mit dieser zu tun haben. Das war dann der Todesstoß für das Studium.
Zusammenfassend: Ich hatte keine Motivation, die fehlende Struktur bzw. die Eigenorganisation, sich selber mathematisch-lastige, abstrakte Themen beizubringen lag mir nicht. Ich brauche Struktur, einen vorgegeben Plan und ggf. jemanden, der mir in den A**** tritt.
Seit fast 2 Jahren sitze ich nur noch in meinem Studentenwohnheim, bin am bed-rotten und am arbeiten (Vollzeit in den Semesterferien). Dies hat mich aber zutiefst unglücklich gemacht. Ich habe regelmäßig geweint, Zukunftsängste gehabt und Versagensängste. Nun will ich aber raus aus dem Loch und habe mich jetzt (sehr spät, die Bewerbungszeiträume sind bald vorbei) dazu entschieden, wieder etwas neues anzufangen.
Mir schwebt dabei die ganze Zeit ein Duales Studium in Richtung BWL vor, weil ich mir vorstelle, alles was mir in dem Studium gefehlt hatte, dadurch zu erhalten. Arbeiten wollte ich aber auch. Ich mochte die reine Theorie einfach nicht. Ich habe aber wegen dem vorherigem Studium große Versagensängste entwickelt. Ich sei zu dumm dafür, nicht eigenständig genug, ich werde es nicht hinkriegen, es ist zu viel. Ich sehe den Stundenplan und was man alles machen muss (Klausuren bestenfalls im ersten Versuch bestehen, regelmäßig 10-20 seitige Projektarbeiten abgeben nach der Praxisphase, in Regelstudienzeit bestehen) und traue mir dies einfach nicht zu. Ich lese online Horrorgeschichten, dass man im Dauerstress sei, keine Freizeit hat, ständig was tun muss und es echt anstrengend ist. Gleichzeitig lese ich aber, dass es inhaltlich definitiv weniger ist als an einer normalen Uni ist und entspannt.
Ich bin jetzt echt unenschlossen und traue mir nichts mehr zu. Ich bin enttäuscht von mir selber und möchte einfach nur auf eigenen zwei Beinen stehen, genug Geld verdienen um komfortabel zu Leben und arbeiten, danach meinem Alltag nachgehen. Weil ich mir denke, dass das Duale Studium zu schwer für mich sei, habe ich gleichzeitig in Erwägung gezogen, eine Ausbildung anzufangen. Das Theorethische wird ja im Vergleich viel einfacher sein, ich werde easy durchkommen, habe dann endlich einen Abschluss vorzuweisen und bin kein "Versager" mehr. Ich möchte einfach nicht wieder den Fehler machen, etwas anzufangen, was mich überfordert und dann mit Mitte 20 abbrechen, nur um wieder mit keinem Abschluss dazustehen. Ich rede mir selber ein, dass ich dann ja einfach die Ausbildung machen kann und dann nach der Ausbildung eine Weiterbildung machen kann, dies dann aber redundant sei, wenn ich den Step mit dem Dualen Studium überspringen könnte.
Mein Umfeld rät mir, dass ich es einfach nochmal probieren soll, mit einem dualen Studium, aber ich habe höllische Angst nochmal zu versagen, hinzufliegen, dass das duale Studium mich überfordern wird. Ich wollte eigentlich immer studieren, aber ich glaube, dass das klassische Studium nichts für mich ist. Ich weiß von mir selber, dass ich eigentlich kein Dummkopf bin, aber es nagt ständig an mir.
Ich weiß echt nicht mehr weiter und wäre gern über Ratschläge dankbar. Soll ich einfach die Zähne zusammenbeißen, hoffen, dass ich mich diesmal am Riemen reißen kann und es mit dem Dualen Studium wagen, oder doch eher den sicheren Weg über eine Ausbildung gehen? Ich möchte eigentlich auch nicht den Weg des geringsten Widerstandes gehen, aber so fühle ich mich im Moment gerade verleitet.
Danke für das Lesen und ich hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt.
Ich habe mein Abi 2022 abgeschlossen mit durchschnittlicher Note (2,3) und mich dann dazu entschieden aus interessehalber mich für ein Mono-Biologie, Lehramtsstudium Bio/Chemie zu bewerben und auch BWL (wollte seit der 10. Klasse auch eigentlich eine kaufmännische Ausbildung im Büro machen). Da der Schnitt für Mono-Biologie relativ hoch war, habe ich mich für Lehramt Bio/Chemie entschieden, hatte aber für Chemie wenig bis keine Vorkenntnisse.
Ich habe mich also für das Lehramt entschieden und hatte von Anfang an große Probleme mit der Stoffmenge, dem Abstrakten und dem Mathematischen. Ich habe mich trotzdem ran gesetzt und für die ersten drei Semester lief auch alles in Ordnung. Mit der Zeit habe ich aber realisiert dass die abstrakten Denkweisen, die viele Theorie und das auf sich alleine gestellt sein mich massiv überrollt haben. Ich hatte das Ziel gehabt in Regelstudienzeit fertig zu werden, aber ich habe mich nicht für Klausuren bereit gefühlt und bereits im ersten Semester 1-2 Klausuren geschoben. Dazu musste ich immer zwischen Campi wechseln. Meine Motivation ging steil runter und ich hatte seit der Schule schon (vor allem in der Abi-Zeit) starke Probleme mich für Hausaufgaben ran zu setzen. Meine mentale Gesundheit hat sich auch nicht gut entwickelt. Ich habe nur bed-rotting gemacht, geschlafen, Serien geschaut, Videospiele gespielt, bin aber vor allem im bed-rotting hängen geblieben. Außerdem habe ich mich dann zu stark auf Freunde und Kontakte auf der Uni verlassen, bin nur noch zu Vorlesungen gegangen, weil meine Freunde dort waren und aufgepasst haben wir nicht. Diese haben dann gewechselt bzw. abgebrochen und dann hatte ich für mich keinen Grund mehr die Vorlesungen zu besuchen. Gepaart mit der mentalen Gesundheit und der fehlenden Motivation habe ich keine Vorlesungen mehr besucht, geschaut, nachgearbeitet oder jegliche Veranstaltungen besucht. Ich hatte auch ein Portfolio, was ich im Rahmen eines Praktikums abgeben musste. Ich wusste aber nicht wie dieses zu schreiben war, hatte kein gutes Gefühl und dass ständig vor mich hergeschoben. Klausuren habe ich nur kurz vor knapp gelernt (1 Woche bis wenige Tage davor). Weil mein Bafög-Anspruch endete und ich gezwungener Maßen eine eigene Wohnung suchen musste, habe ich angefangen nebenbei Teilzeit zu arbeiten (zunächst 10h, dann 20h). Ich hatte versucht mich dann für das nächste Semester wieder aufzuraffen, habe es aber nicht geschafft und meine Mutter ist dann Verstorben. Des weiteren wollte ich dann doch nicht in das Lehramt, da auch die fehlende Selbstorganisation ein Punkt war, der mir zeigte, dass der Lehrberuf mich nicht glücklich machen würde. Ich möchte nach der Arbeit nichts mehr mit dieser zu tun haben. Das war dann der Todesstoß für das Studium.
Zusammenfassend: Ich hatte keine Motivation, die fehlende Struktur bzw. die Eigenorganisation, sich selber mathematisch-lastige, abstrakte Themen beizubringen lag mir nicht. Ich brauche Struktur, einen vorgegeben Plan und ggf. jemanden, der mir in den A**** tritt.
Seit fast 2 Jahren sitze ich nur noch in meinem Studentenwohnheim, bin am bed-rotten und am arbeiten (Vollzeit in den Semesterferien). Dies hat mich aber zutiefst unglücklich gemacht. Ich habe regelmäßig geweint, Zukunftsängste gehabt und Versagensängste. Nun will ich aber raus aus dem Loch und habe mich jetzt (sehr spät, die Bewerbungszeiträume sind bald vorbei) dazu entschieden, wieder etwas neues anzufangen.
Mir schwebt dabei die ganze Zeit ein Duales Studium in Richtung BWL vor, weil ich mir vorstelle, alles was mir in dem Studium gefehlt hatte, dadurch zu erhalten. Arbeiten wollte ich aber auch. Ich mochte die reine Theorie einfach nicht. Ich habe aber wegen dem vorherigem Studium große Versagensängste entwickelt. Ich sei zu dumm dafür, nicht eigenständig genug, ich werde es nicht hinkriegen, es ist zu viel. Ich sehe den Stundenplan und was man alles machen muss (Klausuren bestenfalls im ersten Versuch bestehen, regelmäßig 10-20 seitige Projektarbeiten abgeben nach der Praxisphase, in Regelstudienzeit bestehen) und traue mir dies einfach nicht zu. Ich lese online Horrorgeschichten, dass man im Dauerstress sei, keine Freizeit hat, ständig was tun muss und es echt anstrengend ist. Gleichzeitig lese ich aber, dass es inhaltlich definitiv weniger ist als an einer normalen Uni ist und entspannt.
Ich bin jetzt echt unenschlossen und traue mir nichts mehr zu. Ich bin enttäuscht von mir selber und möchte einfach nur auf eigenen zwei Beinen stehen, genug Geld verdienen um komfortabel zu Leben und arbeiten, danach meinem Alltag nachgehen. Weil ich mir denke, dass das Duale Studium zu schwer für mich sei, habe ich gleichzeitig in Erwägung gezogen, eine Ausbildung anzufangen. Das Theorethische wird ja im Vergleich viel einfacher sein, ich werde easy durchkommen, habe dann endlich einen Abschluss vorzuweisen und bin kein "Versager" mehr. Ich möchte einfach nicht wieder den Fehler machen, etwas anzufangen, was mich überfordert und dann mit Mitte 20 abbrechen, nur um wieder mit keinem Abschluss dazustehen. Ich rede mir selber ein, dass ich dann ja einfach die Ausbildung machen kann und dann nach der Ausbildung eine Weiterbildung machen kann, dies dann aber redundant sei, wenn ich den Step mit dem Dualen Studium überspringen könnte.
Mein Umfeld rät mir, dass ich es einfach nochmal probieren soll, mit einem dualen Studium, aber ich habe höllische Angst nochmal zu versagen, hinzufliegen, dass das duale Studium mich überfordern wird. Ich wollte eigentlich immer studieren, aber ich glaube, dass das klassische Studium nichts für mich ist. Ich weiß von mir selber, dass ich eigentlich kein Dummkopf bin, aber es nagt ständig an mir.
Ich weiß echt nicht mehr weiter und wäre gern über Ratschläge dankbar. Soll ich einfach die Zähne zusammenbeißen, hoffen, dass ich mich diesmal am Riemen reißen kann und es mit dem Dualen Studium wagen, oder doch eher den sicheren Weg über eine Ausbildung gehen? Ich möchte eigentlich auch nicht den Weg des geringsten Widerstandes gehen, aber so fühle ich mich im Moment gerade verleitet.
Danke für das Lesen und ich hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt.