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Arbeitskollegin akzeptiert meine Erkrankung nicht

Ich habe nicht gesagt, dass ich ein Recht auf Homeoffice habe. Bitte richtig lesen. Ich habe ein Recht darauf, dass meine Arbeitsbedingungen angepasst werden. In meinem Fall wäre das Homeoffice, weil ich nur unter großer Gefahr und schwerer Belastung ins Büro kommen kann. Alternativ kann meine Chefin mich gerne morgens abholen und nachmittags wieder nach Hause bringen.
Inwiefern kommst Du denn nur unter großer Gefahr und schwerer Belastung ins Büro?
Den Antrag auf Teilzeit kann ich aktuell noch nicht stellen, weil ich ja das restliche Geld irgendwo herbekommen muss.
Und woher kommt das Geld dann später?
 
Ich hatte das schon mal erklärt.

GdB 50 = schwerbehindert = besonderer Kündigungsschutz.
Kündigung nur mit Zustimmung vom Integrationsamt. Ich darf dann nicht aufgrund meiner Behinderung oder etwas was damit zusammenhängen gekündigt werden.
Diese Zustimmung bekommt aber fast jeder Arbeitgeber.
Außerdem werde ich dann nur noch Teilzeit arbeiten. Das wird mich entlasten. Und somit schaffe ich dann meine Aufgaben angepasst an die Stunden wieder ausreichend.
Der schwerbehinderte bzw. ihm gleichgestellte Arbeitnehmer ist also nach § 207 SGB IX nicht verpflichtet, mehr als die regelmäßige tägliche Arbeitszeit von acht Stunden zu arbeiten. Wichtig: Tarifliche oder arbeitsvertragliche Arbeitszeiten sind nicht maßgebend!
Anders sähe es aus, wenn Du eine teilweise Erwerbsminderungsrente erhältst, wenn die dann besagt weniger als 8 Stunden, dann kannst Du darauf bestehen.
Ich habe dann auch ein Anrecht darauf, dass meine Arbeitsbedingungen angepasst werden. Thema Homeoffice. Es ist für mich aufgrund meiner Einschränkungen nur schwer möglich ins Büro zu kommen. Und gleichzeitig lässt mein Aufgabenbereich 5 Tage Homeoffice zu. Aktuell nur nicht aufgrund persönlicher Präferenzen meiner Chefin. Die zählen dann aber nicht mehr.
Schwerbehinderte Arbeitnehmer haben nach § 164 SGB IX einen Anspruch auf behinderungsgerechte Beschäftigung, was oft auch Homeoffice einschließt, wenn dies die gesundheitliche Situation erfordert und eine zumutbare Alternative zum Büro darstellt, da der Arbeitgeber den Arbeitsplatz anpassen muss, es sei denn, dies wäre unzumutbar oder unverhältnismäßig; oft sind hierbei Zuschüsse durch die Rehabilitationsträger (Rentenversicherung) möglich, und eine schriftliche Vereinbarung ist ratsam.

Was dann natürlich möglich ist, wenn Deine Chefin dem zustimmt.

Das gilt alles ab GdB 50 - solltest Du drunter liegen, dann müsstest Du zuerst die Gleichstellung beantragen. Da würden dann aber ( unter GdB 50) die 5 freien Tage entfallen.

Leider hört sich alles so toll und "integrativ" an mit dem GdB, aber in der Realität ist das alles oft anders.

Es gibt übrigens sehr wohl die Möglichkeit, dass ein Mensch mit Schwerbehinderung an den Arbeitsplatz gefahren wird. Oftmals wird das im Rahmen der EMR finanziert weil es der DRV oftmals sinniger erscheint den Mensch im Arbeitsleben zu behalten als ganz in die EMR zu schicken, speziell dann, wenn der Mensch noch jung ist.

Gruß von Grisu
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn sie es aussitzt ist es doch umso besser. Das ist ja dann nur zu meinem Vorteil. Ich lege ihr dann irgendwann alle Unterlagen wegen GdB usw. vor und dann muss sie damit umgehen können.

Ich weiß eine sehr einfache Lösung. Ich gehe 100% ins Homeoffice. Meine Chefin möchte aber generell, dass jeder mindestens ein Mal pro Woche anwesend ist.

Eine zweite Lösung wäre, dass meine Kollegin und ich nicht an den selben Tagen im Büro sind. Das geht aber nicht, weil die Kollegin nie Homeoffice machen möchte.

Du konntest in den vergangenen Wochen ins Büro, weshalb sollte 100 % Homeoffice nötig sein und genehmigt werden?
Ich sehe den Grund nicht.
Bequemlichkeit ist keiner.

Du musst auch nicht glücklich mit dieser Kollegin sein. Arbeitsplatz, kein Kindergarten, kein Wellnesshotel.
Ihr müsst nur eure Arbeit machen.
Nerven eure Querelen zu sehr, gibt's Ermahnungen für euch beide, wahlweise, wenn haltbar, nur für dich.

...

Es ist nicht so, dass nicht versucht werden könnte, es dir ungemütlich zu machen.
Was nutzt dir da der GdB?
Der macht es dir dann nicht angenehmer.
 
Ich habe nicht gesagt, dass ich ein Recht auf Homeoffice habe. Bitte richtig lesen. Ich habe ein Recht darauf, dass meine Arbeitsbedingungen angepasst werden. In meinem Fall wäre das Homeoffice, weil ich nur unter großer Gefahr und schwerer Belastung ins Büro kommen kann. Alternativ kann meine Chefin mich gerne morgens abholen und nachmittags wieder nach Hause bringen.

Den Antrag auf Teilzeit kann ich aktuell noch nicht stellen, weil ich ja das restliche Geld irgendwo herbekommen muss.
Du hast keinen Anspruch auf Homeoffice. Das muss mit der Arbeit vereinbar sein. Es muss eine Lösung gefunden werden, aber es ist keine Garantie.
 
Träumchen, schau einfach wie es sich entwickelt. Keiner weiß hier was möglich ist und wie es am Ende dann kommt.
Deine Vorstellungen finde ich gut und angebracht. Natürlich kann man überall wenn und abers finden.
Es ist jetzt aber auch nicht so, dass dir Unmögliches vorschwebt.

Würde sich die Kollegin nicht so daneben benehmen, gäbe es das Problem ja gar nicht.

Einem Menschen nach einer schweren Erkrankung Druck zu machen von wegen, er arbeitet zu langsam, ist eine Frechheit.
 
Ich weiß eine sehr einfache Lösung. Ich gehe 100% ins Homeoffice. Meine Chefin möchte aber generell, dass jeder mindestens ein Mal pro Woche anwesend ist.

Eine zweite Lösung wäre, dass meine Kollegin und ich nicht an den selben Tagen im Büro sind. Das geht aber nicht, weil die Kollegin nie Homeoffice machen möchte
Vor allem die zweite Lösung klingt praktikabel.
Gab es Gegenvorschläge seitens Eurer Chefin?
Oder beschränkt sie sich darauf, Deine ohne handfeste Begründung abzulehnen und die Problematik weiter auszusitzen?

Das lässt sie vor Dritten nämlich nicht gerade so aussehen, als nehme sie die Situation ernst.

Kannst du mal schneller machen? Du bist zu langsam. Wieso ist das noch nicht fertig? Kannst du überhaupt noch was? Geh mal ins Archiv und hol die Akten. Ich habe jetzt meine Sachen fertig. Den Rest musst du machen. Dann musst du halt so lange arbeiten bist du fertig bist. Dann musst du halt mal am Wochenende arbeiten. Dann musst du mal bis abends bleiben.
Übergriffig, abwertend - musst Du Dir nicht bieten lassen. Immer schön ins Mobbingtagebuch schreiben - ist Futter für Deinen künftigen Anwalt.

Nimm es mir nicht übel, aber ich finde, dass du dich sehr unflexibel zeigst.
Ich finde das Vorgehen der TE angemessen und ein Stück weit sogar vorbildlich. Vor allem das konsequente Einhalten ihrer Arbeitszeit ist der Traum aller in diesem Kleinbetrieb hier natürlich nicht vorhandenen Betriebsräte und Gewerkschaftler.

Denn der Esel wird stets solange beladen, bis er zusammenbricht - nur um sich dann dem Vorwurf ausgesetzt zu sehen, er hätte halt besser auf seine Grenzen achten und auch "mal" nein sagen sollen.
 

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