Meine direkte Kollegin gibt mir indirekt die Schuld dafür, dass ich krank bin. Sie ist zum einen der Meinung, dass ich jetzt „nacharbeiten“ oder mehr arbeiten muss, weil ich lange weg war und sie alles machen musste. Außerdem lässt sie mich oft hängen, meldet sich zu wichtigen Terminen krank und gibt mir am Ende die Schuld, dass irgendetwas nicht so gut lief. Ich habe ihr gesagt, dass ich nicht mehr so viel und schnell arbeiten kann wie vorher, aber das ist ihr egal.
Das Thema habe ich bei meiner Chefin auch schon angesprochen, aber sie weiß auch keine Lösung.
Diese Art Gesprächsführung ist nicht zielführend. Ihr als Mitarbeiter werdet die Kindergartenkinder, der Chef zum Kindergärtner, der Streit schlichten soll.
Hätte der Vorgesetzte viel früher, nach deiner Rückkehr, ein Gespräch angesetzt oder wärst du bereits direkt aktiv geworden, sobald klar war, du bist wenig belastbar ab jetzt, könnte der Verlauf anders aussehen.
So aber wurde diese ungesunde Situation erschaffen.
Es ist Fakt, dass sie mehr arbeitet als ich. Das kann man auch nachvollziehen anhand unserer Auszeichnungen. Ich habe ihr auch gesagt, dass ich es bei unserer Chefin angesprochen habe und sie keine Lösung finden will oder kann.
Was war denn die Aussage der Vorgesetzten?
Wie wurden die Aufgaben verteilt?
Blieb einfach alles wie vorher und ihr sollt das untereinander regeln?
Dann wird vermutlich darauf gesetzt, dass man dich loswerden wird, wenn du dich nur unwohl genug fühlst.
Es wird wahrscheinlich auch ein Gespräch zwischen Vorgesetzter und Kollegin gegeben haben.
Was genau soll der Chef jetzt tun?
Jemanden neuen einstellen?
Bis da ein Bewerbungsprozess durch ist und jemand Passendes gefunden ist, vergehen Monate, bis der überhaupt den Job antritt und dann stellt er Wochen oder gar Monate erstmal ne Doppelbelastung dar, weil dann derjenige der nicht krank ist auch noch zum eigentlichen Job einen neuen einarbeiten soll...
Dafür gibt's Zeitarbeit.
Es wird kaum nur derart anspruchsvolle Tätigkeiten auf diesen beiden Arbeitsplätzen geben, dass sich nicht eine Entlastung ergeben könnte. Ohne vorherige monatelange Einarbeitung; die so oftmals gar nicht mehr stattfindet. Vielfach werden neue Mitarbeiter ins kalte Wasser geworfen, das ist ein alter Hut. Weil es gut genug funktioniert. In Einarbeitung wird nur das Nötigste investiert.
Übrigens hat sich hier der Chef ja was einfallen lassen. Er hat halt auf die Leute, die da sind, umverteilt.
Das sehe ich nicht.
Es wird ausgesessen statt zu handeln.
Es gibt mehrere Teams, es hätten sich bessere Ansätze finden lassen können, als während des Ausfalls einer Mitarbeiterin die eine verbliebene Kollegin einfach mit allem zu überlasten. Zeitarbeit hätte ein alternativer (Vollzeit) oder zusätzlicher (dann reduzierte Stunden) Weg sein können.
Unzufrieden wie sie sich zeigt fühlte sie sich offensichtlich im Regen stehengelassen, zu Recht.
Als gute Führung kann ich das nicht sehen.
Meine Rechnungen, meine Miete usw. bezahlen sich nicht einfach so. Ich brauche das Geld.
Schön, aber ein Unternehmen ist keine Sozialstation, das muss man auch ganz klar sehen.
Wenn du keine ausreichende Leistung erbringen kannst, muss das früher oder später Folgen haben.
Wieso gab/gibt es keine betriebliche Wiedereingliederung?
Wenn du nicht arbeiten kannst, musst du krankgeschrieben werden.
Wenn du nicht krankgeschrieben wirst, musst du liefern. In Deutschland gibt es nur diese Alles-oder-Nichts-Mentalität, wir haben keine Teilzeit-Krankschreibung.
Alternativ wäre noch eine Möglichkeit, in Teilzeit zu gehen und der Betrieb stellt eine weitere Teilzeitkraft ein. Über Zeitarbeit oder direkt. Das wird weder vom Unternehmen (Kostengründe) oder dir (du willst ja trotz Minderleistung Vollzeit bezahlt werden) gewünscht.
Ich finde das Verhalten aller drei Beteiligten nicht angemessen und am bezeichnendsten das der Vorgesetzten, da hier die Verantwortung läge.