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Ängste vor der Zukunft

Ich habe mal am Empfang eines sehr gediegenen Seniorenheimes gearbeitet. Ich kann nur bestätigen was @Marisol schreibt. Ausnahmslos alle Patienten wurden u.a. mit Antidepressiva in hohen Dosen "behandelt". Der Heimarzt kam 1 x die Woche und brachte einen Packen Rezepte mit, ohne die Patienten jemals aufgesucht zu haben. Selbst die Pflegerinnen meinten, dass sie niemals ihre Eltern in dieses/ein Heim bringen würden.
Man kann auch ein sog. psychiatrisches Testament machen, das den Umgang mit Psychopharmaka regelt. Unterlagen dazu gibts im Netz. Ich werde das meiner Patientenverfügung zufügen. Bei meinem Vater konnte ich Neuroleptika verhindern, als überaus harmlos nach Beruhigungsmitteln gefragt wurde.

Ansonsten ist es leider Unsitte, dass Patienten gar nicht erfahren, welche Medis in ihrem Tablettennäpfchen sind. Und wer sich weigert bekommt sie ins Essen gemischt....😈
 
Das freut mich, dann ist er noch recht fit. Das ist nicht jeder Bewohner. Privat Versicherte haben wahrscheinlich auch einige Vorteile.

Ich will auch gar nicht Seniorenheime allgemein verunglimpfen (und habe Hochachtung für die Pflegekräfte), ich kann nur für mich sprechen, dass ich in keines möchte.

Ich weiß keine Alternative.

Bei meinem Vater haben wir es mit Pflegedienst, Menüservice, Putzhilfe etc. so lange versucht, wie es halt ging.

Aber wenn das nicht mehr reicht - was dann?
 
Ich bin Einzelgänger seit ich denken kann. Einsamkeit ist mir völlig fremd und ich habe beschlossen aus gegebenem Anlass in keinem Heim zu landen oder dort zu sterben. Wenn es soweit ist ziehe ich die Reißleine, lieber tot als Alten oder Pflegeheim.
 
Aber wenn das nicht mehr reicht - was dann?
Das war meine Frage.
aber ich frage mich, wenn man so krank/gehbehindert etc. pp ist, wie man seine Pflege organisieren kann, vor allem im Hinblick darauf, dass nicht jeder die finanziellen Mittel zur Verfügung hat, sich entsprechende adäquate private Hilfe zu leisten. Ja, es gibt Pflegedienste, aber leider sehe ich da auch nur Pflege im Minutentakt. Was macht ein hilfsbedürftiger Mensch die restlichen 11 1/2 Stunden am Tag (und in der Nacht)?
 
Wenn ich mir über alles Sorgen machen müsste, was auf mich zukommen könnte, dann wäre ich nur noch schlecht drauf.
Ich hatte einen Freund, der hat sich auch um alles Sorgen gemacht. Aus ihm kam kein Wort der Freude mehr. Inzwischen ist er nicht mehr mein Freund, weil mich solche Leute total runterziehen. Er war kein Lebenspartner, sonder nur ein Freund.

Es gibt ein Buch, das heißt 'Sorge dich nicht, lebe!'. Ich habe es nicht gelesen, aber vielleicht solltest du es mal lesen. Der Titel klingt zumindest vielversprechend. Vielleicht kennt es ja jemand und kann kurz zusammenfassen.

Ich bin ja bekennend kinderlos. Ich wollte nie Kinder haben und habe das in jungen Jahren immer offen gesagt. Natürlich wurde ich alleine für meine Entscheidung immer angefeindet, weil Kinder die Eltern im Alter pflegen. Mein Gott, was ich mir alles anhören durfte. Tja, ich kenne ehrlich gesagt aktuell keine älteren Menschen, die von ihren Kindern gepflegt werden. Alle sind im Heim oder werden zu Hause mit 'Fachkräften' aus Polen gepflegt, von den Kindern leider nicht.

Noch ein Tipp: Den Nachrichtenkonsum etwas einschränken, denn das kann einen auch sehr runterziehen. Einmal pro Tag oder jeden zweiten Tag die Tagesschau reicht vollkommen aus für schlechte Laune.

In diesem Sinne: Genieße das Leben, denn wenn du dich sorgst wird es auch nicht länger und schöner.
 
Ich habe mal am Empfang eines sehr gediegenen Seniorenheimes gearbeitet. Ich kann nur bestätigen was @Marisol schreibt. Ausnahmslos alle Patienten wurden u.a. mit Antidepressiva in hohen Dosen "behandelt". Der Heimarzt kam 1 x die Woche und brachte einen Packen Rezepte mit, ohne die Patienten jemals aufgesucht zu haben. Selbst die Pflegerinnen meinten, dass sie niemals ihre Eltern in dieses/ein Heim bringen würden.
Das mag Standard sein, doch es gibt schon Unterschiede, denke ich mal.
Ich habe mal in einem Altenheim ein Praktikum gemacht, da habe ich auch mal wegen den Medikamenten bei der Heimleitung nachgefragt.

Die meinte dann, für die Medikamente bzw. für den Medikamentenplan wäre der jeweilige Hausarzt, evtl. auch Facharzt der Patienten jeweils zuständig.

So gesehen wären die Heime dafür nicht verantwortlich.

Anderseits habe ich von jemand aus der Verwandtschaft erfahren, dass der in 2 Altenheimen war.
Im 2. hat es ihm gefallen im 1. nicht so aber im 2. hat er nicht lange gelebt sondern ist an Aspiration gestorben.
Ich frage mich, trägt dazu nicht auch ggf. die starke Sedierung bei?
Der Hausarzt war wohl der selbe aber die Medikamentengabe doch ggf. anders?

Vielleicht können hier Pflegepersonen mehr zu sagen.

Ich könnte mir auch den Lebensabend nicht im Altenheim vorstellen.

Ich halte es auch für wahrscheinlicher, dass eher der Krieg hier Einzug hält.
 
Ich bin ja bekennend kinderlos. Ich wollte nie Kinder haben und habe das in jungen Jahren immer offen gesagt. Natürlich wurde ich alleine für meine Entscheidung immer angefeindet, weil Kinder die Eltern im Alter pflegen. Mein Gott, was ich mir alles anhören durfte. Tja, ich kenne ehrlich gesagt aktuell keine älteren Menschen, die von ihren Kindern gepflegt werden. Alle sind im Heim oder werden zu Hause mit 'Fachkräften' aus Polen gepflegt, von den Kindern leider nicht.

Natürlich bekommt man nicht deswegen Kinder, weil sie einen im Alter pflegen.

Mir ist es ganz wichtig, dass meine Kinder wissen, dass sie mich in ein Heim geben können, wenn es keinen anderen Weg gibt.

Meine Eltern haben das Heim auch immer für sich ausgeschlossen und mir damit die Entscheidung aufgebürdet. Das ist sehr schwer. Ich konnte und wollte meine Arbeit nicht aufgeben und meine Eltern daheim pflegen. Das erwarte ich auch von meinen Kindern nicht.

Wenn man es schafft, sich rechtzeitig zu suizidieren - Respekt.
 
Sicher wird es die geben. Eine Nachbarin von mir arbeitet hier auch in einer Seniorenresidenz, mit gutem Ruf und sehr teuer versteht sich, sie erzählt auch so einiges.
Das glaube ich sofort, in dem Altenheim wo ich gearbeitet habe,, hatten die meisten Bewohner vorher auch eine gute Position.
Anwaltsgehilfin beim Gericht, Friseurmeisterin, Finanzbeamter, etc. ein Professor war auch dabei.

Beim Professor hatte ich auch den Eindruck, der hatte etwas mehr Narrenfreiheit obschon der Dement war. Der war wohl nicht so sehr sediert und sorgte auch immer wieder für Unruhe.
Der holte z. B. schon mal beim Mittagstisch die Tabletts aus dem Sammelwagen, wenn keiner aufpasste bzw. das schnell genug im Blick hatte.
Die anderen stark dementen Bewohner waren dazu wohl zu schläfrig, so meine Einschätzung.

Aber auch die dementen Senioren, die noch bei Angehörigen wohnen, werden wohl oft mehr oder weniger sediert.

Nach meiner Meinung hat Demenz auch viel mit dem Lebensstil und der Ernährung zu tun, ob es jemand bekommt oder nicht. Auch psychischer Stress kann das fördern.
Sowie geistig nicht mehr gefordert sein, kein soziales Netz haben, bzw. Vereinsamung etc.

In Ländern wo die älteren Menschen in Großfamilien leben, ist Demenz wohl nicht so das Thema.
 

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