Wundert es wen? TH erstellen Auflagen o.E., sind aber selbst zu keinem Kompromiss bereit.
Das ist nun das Ergebnis, das bittere für die Tiere.
Nein, an erster Stelle stehen Leute, die sich unbedacht ein Tier anschaffen. Dabei wird nicht drüber nachgedacht, wie es zu regeln ist, wenn man in Urlaub fährt, umzieht oder eben nach Corona nicht mehr 100% Home-Office hat. Genauso stellen viele auf einmal fest, dass ein Hund Arbeit macht. Ein Welpe ist nicht nur süß, sondern nimmt Anfangs die komplette Zeit in Anspruch. Wird das verkackt, kommt ein überzogener oder gar verhaltensauffälliger Junghund dabei raus. Der wächst den Haltern dann über den Kopf und muss weg. Soll sich doch bitte jemand anderes drum kümmern. Ebenso, wenn die Halter feststellen, dass man doch nicht so easy mehr Last-Minute zum Spottpreis in Urlaub fliegen kann. Der Hund kann nicht mit, Hundepensionen sind teuer (falls sie den auffälligen Hund überhaupt nehmen) und Freunde und Familie springen auch nicht ein. Dann muss das störende Tier weg, da die Halter sich nicht im Klaren waren, welche Kompromisse ein Leben mit Hund mit sich bringt.
Hinzu kommt, dass viele sich den Hund nach Optik aussuchen und was richtig "cooles, hübsches oder süßes" wollen. Dann wird ein Husky in einer 2-Zimmer Stadtwohnung eingepfärcht und kommt zweimal am Tag raus, an der Leine, 300m bis zum ersten Baum, dann schnell wieder zurück. Bis er eben die komplette Wohnung zerlegt. Ein Carne Corso, auch super, schließlich hat man ja Garten und der passt dann auf. Tolle Vorstellung, bis er das tatsächlich macht, in Eigenverantwortung, und Tante Liesel und Onkel Manfred verbeißt, weil sie einfach übers Gartentürchen aufs Grundstück kommen. Bestenfalls stammen die Hunde noch von einem Hinterhofzüchter, der null Plan hat was er miteinander verpaart. Da wird's unter Umständen schon von Beginn an schwierig.
Andere möchten gerne die Welt retten, was ein tolles Ziel ist und ich absolut nachvollziehen kann. Also gehen sie zur nächst Besten Auslandsorganisation und verlieben sich via Katalogbild in "ihren Hund". Das ist dann eine Direktvermittlung eines Herdenschutz-/Jagdhundemixes, der noch nie in einer Familie, geschweige denn in einer Wohnung mit Kindern zusammen gelebt hat. Der Hund ist überreizt, unsicher in der neuen Umgebung und fängt an, mangels fehlender Anleitung durch die Halter, selbst zu regeln. Oftmals beginnend mit den Kindern.
Wenn all diese Szenarien nicht gegriffen haben, kommen die Kommunen und erweitern ihre Rasselisten und Vorschriften zur Haltung von Listenhunden. Einige werden unangemeldet gehalten und beschlagnahmt. Andere Halter haben schlicht und ergreifend keine Lust Wesentest und Sachkunde abzulegen. Bleibt die Töle halt im Tierheim. Wiederum andere machen alles Mögliche, schaffen es aber nicht 600 - 1000€ Hundesteuer aufzubringen oder haben Hunde mit Vorgeschichte, die in der Vereinsamung oder Bedrängung während des Wesenstestes nicht cool bleiben. Diese Hunde kommen dann ins TH und sitzen dort ewig. Genialer Schachzug der Kommunen und löst das Thema "Listenhunde" nachhaltig, chapeau!
Vor diesem Hintergrund kann ich voll und ganz verstehen, dass Tierheime die möglichen neuen Halter genau überprüfen und entsprechende Auflagen stellen. Einfach auf dem Sonntagsspaziergang im TH vorbei und sich mal schnell was raussuchen, ist nicht. Viele Hunde brauchen einige Gassigänge oder Besuche, um sich an die neue Person zu gewöhnen. Wenn die Interessenten das schon nicht leisten können oder wollen, dann sollten sie kein Tier bekommen. Ebenso ist es mit der Gebühr, die zu entrichten ist bei Adoption.
Ich könnte hier noch unzählig mehr Fälle aufzählen, von Tiermessies, illegalen Vermehren, Hunde die ihr Leben angekettet verbracht haben etc. aber das spar ich mir und euch am ersten Tag dieses neuen Jahres.