Respekt ist in deinem Falle eine respektvolle Trennung, bei der du deiner Frau ihre Würde lässt und alles mit ihr auf Augenhöhe regelst. Die finanzielle Absicherung wird einerseits juristisch geregelt - ihr seid ja verheiratet - andererseits kannst du da ja auch privat noch etwas veranlassen, wenn du das gerne möchtest.
Ich würde allerdings nichts von der Affäre erzählen, das ganze wird schon schwer genug für deine Frau und du würdest damit ohnehin nur dein Gewissen erleichtern. Für sie macht es keinen Unterschied mehr. Natürlich kann es aber auch sein, dass sie längst etwas ahnt.
Was mir etwas aufstößt ist deine Frage, ob du nach 20 Jahren auch mal an dich denken darfst. Heißt das, du warst nie glücklich in deiner Ehe? Wurdest du damals dazu gezwungen?
Wenn es sicher vermeiden lässt - würde ich es auch nicht erzählen - ob sie ahnt - dass etwas nicht stimmt - sicherlich - dass ich eine Affäre hab - ich denke nicht - Treffen fanden während der Arbeitszeit oder auf Dienstreisen statt.
die Frage - was passiert ist - bzw. was falsch gelaufen ist - habe ich mir natürlich auch schon gestellt.
Natürlich wurde ich nicht gezwungen - jetzt - so viele Jahre später - kommt die Frage auf - war es Liebe - oder einfach die pure Angst - niemals jemanden zu bekommen - ich war so einsam damals - und bin sowieso schüchtern und zurückhalten.
Wir haben uns auf ihrer Arbeit ( ich Zivi ) kennengelernt. Sie hatte eine sehr schwere Zeit - ichtig Trouble mit ihrem ersten Mann - der offen fremd ging - und es tobte ein bitterer Krieg ( Kinder als Waffe eingesetzt). Ich war da - hab zugehört - habe sie seelisch unterstützt - ich wurde gebraucht - und bin für Sie da gewesen - daraus wurde mehr - aber ob ich damals als naiver junger Mann wusste - ob es Liebe wahr - oder einfach nur Mitleid - jetzt weiß ich es nicht mehr. Ich hatte mein Leben komplett auf Sie und die Kinder ausgerichtet - mich habe ich hinten angestellt. Das war okay.
Nun über die Jahre - die Kinder sind groß - ein Sohn hat sie vor 4 Jahren durch einen Unfall verloren - haben wir uns beide verändert - ich wahrscheinlich mehr als Sie ( das will ich keinesfalls bestreiten).
Ich fühle mich jedenfalls nicht mehr glücklich - selbstbestimmt. Klar ist Ehe ein Kompromiss - aber ich fühle mich unter totaler Kontrolle - sie ist eher wie eine Mutter geworden - als eine Partnerin. Wenn ich so ( seit Jahren) ältere Ehepaare sehen - wo er so bedröppelt hinter ihr her läuft - beim Einkaufen - oder so - so fühle ich mich jetzt schon - dass WILL ICH NICHT noch 20-30 Jahre.
Wenn du schon körperlich leidest, dann trennt dich. Ziehe nicht sofort mit deiner Affäre zusammen, bleibe erst mal alleine, damit du wieder zu dir findest. Sage deiner Frau nichts von der Affäre. Die Trennung reicht für sie erst mal. Wie kommt deine Frau mit den Ehezustand zurecht?
Ein Zusammenziehen ist auch erstmal nicht angedacht. Erstens sind unsere beruflichen Mittelpunkte zu weit entfernt (150 km) - und weder ich noch Sie möchten diesen Schritt schon gehen, sachlich genug sind wir beide dafür.
Das weiß ich nicht - wir reden kaum miteinander - ich höre natürlich zu - wenn sie von ihrem ob erzählt - aber ich erzähle kaum etwas - so war ich aber schon immer - der Stille - Schweigsame.
Ich kann sicherlich vieles - nur eines kann ich gar nicht - und dazu stehe ich : Sprechen - über mich - über Gefühle - über alles - ich wollte nie jemanden verletzen - nun ist es soweit - dass ich jemand verletze - egal - wie ich mich entscheide.
Wie ist es denn bei deiner Frau - sie wird doch merken, dass da bei dir kein Feuer mehr brennt. Hast du schon mal so etwas wie eine Trennung erwähnt? Oder glaubt sie, dass alles in bester Ordnung ist? Und würde aus allen Wolken fallen? Dann verschließt sie ihre Augen wahrscheinlich vor den Tatsachen.
Vermutlich spürt sie aber schon, dass es nicht mehr so rund läuft.
Ich meine auch, dass eine faire Trennung das Beste wäre. Sie hat jedenfalls ihre Familie (erwachsene eigene Kinder), und hätte dann auch die Möglichkeit, sich partnerschaftlich neu zu orientieren, Mit einem Mann, der sie liebt und schätzt.
Und du kannst ungehindert in dein neues Glück starten, deine Freundin scheint ja darauf zu warten?
(Wobei natürlich nicht gesagt ist, dass dann automatisch alles super wird - ich habe schon erlebt, dass die neue Partnerschaft, die der Trennungsgrund war, nicht gehalten hat - stattdessen aber der/die Verlassene das Glück fand. Aber ich will nicht unken! Du bist unglücklich, das alleine ist ja schon ein Grund, ein neues Kapitel aufzuschlagen ...)
Wenn sie etwas merkt - hat Sie bisher nichts gesagt. Eine Trennung habe ich bisher nie ins Spiel gebracht - der Zahlenkopf spricht klar dagegen - ist ja auch ein Haus mit bei.
Ein Ende wäre sicherlich so oder so gekommen - meine neue Freundin hat den Prozess sicherlich nur beschleunigt.
Und klar - unterm Strich sehe ich das auch so - dass meine Frau dann vielleicht - irgendwann - versteht - dass es so besser gewesen sein könnte - und vielleicht findet Sie tatsächlich jemand - der mehr Empfinden kann als ich ( auch wenn Sie schon 59 ist).
Und ja - mir ist bewusst - was ich auch alles verlieren kann - mit Schlag ist alles weg - Familie - Stiefkinder - Stiefenkel - Haus - das Umfeld - und eine Garantie - dass ich mit einem neuem Glück bis ans Ende aller Tage glücklich werde - habe ich auch nicht - es kann sein - dass ich irgendwann alt und einsam bin - das Risiko muss ich wohl eingehen - ein Schicksal - wo ich dann wohl nicht der Einzige sein werde.