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Alltag, Akzeptanz, Freundschaft, Beziehung, Stigmatisierung mit Handicap: eure Meinung / Erfahrung?

Aber nicht jeder geistig behinderte Mensch ist gut in einer Regelschule aufgehoben.
Da stimme ich in der Grundaussage schon zu! Sicher ist, man kann nichts verallgemeinern und nicht Alle über einen Kamm scheren!

Was ich aber sage, Viele in der Gesellschaft machen es sich leicht zu machen und sagen „dafür haben wir doch diese Einrichtungen, also geht mich das nichts mehr an!“
Man müsste sich eben in jedem Fall individuell überlegen was das Beste für die jeweilige Person ist..!
(Ja, Wunschdenken, ich weiß..)
Und nicht jeder mit Handicap kann eben jeden Beruf ausführen oder am ersten Arbeitsmarkt teilhaben.
Wobei die Chancen am Arbeitsmarkt wiederum sehr von der Ausbildung abhängen, die jemand abgeschlossen hat!

Ich sehe hier als Fallbeispiel natürlich zuerst meine Tochter, es wird aber genügend vergleichbare Persönliche Geschichten geben:
Sicherlich wird sie für Berufe nicht infrage kommen die man hauptsächlich im Stehen / Gehen ausübt oder man perfektes Sehen / Hören voraussetzt!

Aber von der Zahntechnikerin bis zur Atomphysikerin werden ihr jede Menge Möglichkeiten offen stehen, solange die Ausbildung entsprechend ist.
In dem Punkt sollte Jeder/Jedem die beste machbare Möglichkeit offen stehen!
 
WfbM sind im Grunde nur eine Form der Beschäftigungstherapie und Treffpunkt für Menschen mit Behinderungen. Statt Verdienst gibt es nur ein kleines Taschengeld, eine spätere Rente ist in etwa so hoch wie Grundsicherung und wer einmal in einer WfbM landet, kommt da so schnell auch nicht wieder raus. Manchen Behinderten mag es helfen, sich gebraucht zu fühlen,was zu tun zu haben und dort Kontakte zu finden, aber das ist ja das genaue Gegenteil von Inklusion.

Und nicht für jeden kommt eine WfbM überhaupt infrage. Viele Autisten sind z.B. in WfbM völlig überfordert, weil es dort meistens laut, hektisch und chaotisch zugeht, die behinderten Menschen dort für sie noch komplizierter als "normale" Menschen sind und manche einem dort auch gern sehr nah auf die Pelle rücken. Andererseits unterfordert die z.T. extrem stupide Arbeit dort sie dann auch wieder. Ich habe mir gleich zwei WfbM angesehen, aber beide wären für mich die reinsten Folterlager gewesen, weswegen ich mich ganz klar gegen die Arbeit in einer WfbM entschieden habe. Da war ich wirklich froh, dass das Arbeiten in einer WfbM freiwillig ist und mich niemand dazu zwingen konnte, dort zu arbeiten. Da wäre ich nämlich in kürzester Zeit völlig durchgedreht.
 
WfbM sind im Grunde nur eine Form der Beschäftigungstherapie und Treffpunkt für Menschen mit Behinderungen. Statt Verdienst gibt es nur ein kleines Taschengeld, eine spätere Rente ist in etwa so hoch wie Grundsicherung und wer einmal in einer WfbM landet, kommt da so schnell auch nicht wieder raus. Manchen Behinderten mag es helfen, sich gebraucht zu fühlen,was zu tun zu haben und dort Kontakte zu finden, aber das ist ja das genaue Gegenteil von Inklusion.
Wie sähe dann die passende Inklusion für Dich aus?
Und nicht für jeden kommt eine WfbM überhaupt infrage. Viele Autisten sind z.B. in WfbM völlig überfordert, weil es dort meistens laut, hektisch und chaotisch zugeht, die behinderten Menschen dort für sie noch komplizierter als "normale" Menschen sind und manche einem dort auch gern sehr nah auf die Pelle rücken.
Aber das ist doch in einem Großraumbüro im ersten Arbeitsmarkt noch viel schlimmer, beispielsweise.

Andererseits unterfordert die z.T. extrem stupide Arbeit dort sie dann auch wieder. Ich habe mir gleich zwei WfbM angesehen, aber beide wären für mich die reinsten Folterlager gewesen, weswegen ich mich ganz klar gegen die Arbeit in einer WfbM entschieden habe. Da war ich wirklich froh, dass das Arbeiten in einer WfbM freiwillig ist und mich niemand dazu zwingen konnte, dort zu arbeiten. Da wäre ich nämlich in kürzester Zeit völlig durchgedreht.
Das ist ja, zum Glück auch kein Muss.
 
Mein Kind hat auch so ein Rad mit Stützrädern. Ich würde da ausflippen wenn mir einer in der Art kommt. Die verstehen doch gar nicht was es bedeutet so ein Kind zu haben und erst recht verstehen sie nicht die Bedeutung von dem Rad.

Das ist ja übel wie man mit euren Kindern umgeht. 🙁

Wenn ich so ein Fahrrad sehen würde, dann würde ich denken: Oh das gehört bestimmt jemandem der behindert ist oder warum auch immer so ein Fahrrad braucht. Dann nehme ich halt mein Fahrrad und stelle es ein paar Meter weiter ab, kann ja wohl nicht so schlimm sein, denn ich kann ja laufen und die paar Meter bringen mich nicht um! Niemals würde ich jemanden deswegen anmaulen!

Ich habe übrigens auch ein sichtbares Handicap (ein Auge abgedeckt wegen Schielen und Sehstörungen, als behindert würde ich mich jetzt aber nicht bezeichnen), ist halt eine kleinere Einschränkung, und alles das was ihr hier schreibt kenne ich sooooo gut! Und ja es geht mir so richtig auf den Keks, dass andere immer besser als ich wissen, wie es mir damit geht und was ich damit kann oder nicht! Und dann fühlen sich alle immer soooo super verständnisvoll weil sie mir die Tür aufhalten oder extra deutlich sprechen. Das habe ich nie verstanden. Ich bin weder hörgeschädigt noch brauche ich Hilfe beim Türen öffnen...😖🙄
Wenn mir jemand die Tür aufhält, weil er nett sein will: Danke!
Wenn mir jemand die Tür aufhält, weil er mich wegen meinen Augen bemitleidet: Nein danke!
 
Hab das Gefühl dass hier niemand in einer Werkstatt für behinderte Arbeitet, nicht weis was da wirklich passiert.
So wie auch in anderen Einrichtungen der Inklusion, Förderung und Hilfe für Menschen mit Beeinträchtigungen
Andre abwerten ohne bessere, sinnvolle Alternativen bieten zu können ist der falsche Weg.
Geht mal an Tagen der offenen Tür in solche Einrichtungen, oder einfach mal so, um zu schauen was da geleistet wird von den Menschen.
Entschuldige, vielleicht habe ich mich nicht gut ausgedrückt, ich will WfbMs und die Arbeit dort auf keinen Fall abwerten. Trotzdem gibt es viele Menschen mit Behinderungen, die die Strukturen dort stark kritisieren, unter anderem gerade weil dort wichtige Arbeit geleistet wird, aber man eben dadurch zB keine Rente, von der man später leben kann erarbeitet und Menschen trotz Arbeit arm bleiben. Diese Kritik teile ich. Ich verstehe zwar auch den Gedanken hinter den Werkstätten und weiß natürlich, dass dort beschäftigte Menschen zusätzlich Grundsicherung/ sonstige Sozialleistungen erhalten und es vielen/ einigen auch sehr gut tut, dort zu sein, trotzdem fände ich eine inklusive Arbeitswelt ohne zwei unterschiedliche Arbeitsmärkte viel besser.
Es gibt ja auch viele Menschen auf dem "1. Arbeitsmarkt", die unter den Strukturen der Arbeitswelt sehr leiden, als zu "fit" für den "2. Arbeitsmarkt" gelten aber starke psychische Probleme entwickeln durch den vielen Stress, schlechte Arbeitsbedingungen etc. (Ich zB).

Wie es auch @Dalmatiner in Bezug auf Schule schrieb, würden auch sehr viele Menschen generell davon profitieren, wenn sich Arbeitgeber mehr Gedanken zu Barrieren, Belastungen und Co. machen würden und sich eben sowohl strukturell als auch individuell weiterentwickeln würden.
Viele Menschen "funktionieren" unter den für sie richtigen Bedingungen total gut und können tolle Leistungen erbringen.
Ich zB kann super effektiv arbeiten, kreativ und sehr schnell sein, wenn ich mich wohl fühle und mich selbst strukturieren kann, das mache, was mir liegt.
Unter anderen Umständen kriege ich gar nichts auf die Reihe, mache einen Fehler nach dem anderen, meine Kolleg*innen sind genervt, ich fühle mich schrecklich und unnütz, etc.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie sähe dann die passende Inklusion für Dich aus?
Indem es zum Beispiel mehr Möglichkeiten gibt, in den 1. Arbeitsmarkt zu wechseln. Das könnte z.B. über sogenannte "Außenarbeitsplätze" geschehen. Das Problem ist nur, dass die WfbM das gar nicht wollen. Die wollen nämlich viel lieber ihre billigen Arbeitskräfte behalten.

Aber das ist doch in einem Großraumbüro im ersten Arbeitsmarkt noch viel schlimmer, beispielsweise.
Nicht unbedingt. Nur mal als Beispiel die WfbM, die ich mir damals angesehen habe:
Ich wollte dort gern in der Keramikwerkstatt anfangen. Schon auf dem Weg zum Keramik-Arbeitsraum war es furchtbar laut und hektisch. Die Flure waren voller Leute und es war furchtbar laut. Im Keramik-Arbeitsraum war es nicht besser, ständig kamen Behinderte und Betreuer aus den anderen Arbeitsräumen reingelaufen, man wurde ungefragt von irgendwelchen Leute angefasst und umarmt, es lief laute Musik, auf dem Hof fuhr jemand mit einem Gabelstapler Holz hin und her und hupte ständig, nebenan in der Metallwerkstatt wurden Metallstücke gebohrt und gesägt und von der anderen Seite wehte starker Geruch von Reinigungs- und Waschmitteln in den Keramik-Arbeitsraum. Die Türen zwischen den einzelnen Arbeitsräumen standen ständig offen, weil eh dauernd Leute hin- und herliefen.

Als ich fragte, ob es denn eine Möglichkeit gäbe, sich auch mal zurückzuziehen, wenn einem das zuviel wird, wies man allen Ernstes auf einen kleinen Paravent in der Ecke, hinter dem ein Stuhl stand.

Essen musste man mit allen anderen in einem großen Speisesaal, wo es nur lange Tischreihen gab und wo es extrem laut und chaotisch war.

In der anderen WfbM, die ich mir angesehen habe, war es zwar etwas ruhiger, aber dafür herrschte dort seitens der Betreuer ein Umgangston, der schlimmer als in einer Kaserne war. Es wurde mit den Leuten rumgebrüllt und z.T. grenzte es auch schon an Beleidigung und Diskriminierung. Unerträglich sowas.
 
Finde ich toll dass sixh hier jemand äußert, der diese WfbMs als möglicher Nutzer besichtigt hat! Kann mich dieser Kritik nur anschließen. Es ist dort oft laut und unruhig, das kann definitiv nicht jeder ab. Es ist nicht für jeden etwas, und es ist typisch, daß es eben nur dieses Angebot oder gar keines gibt.

Die Aussenarbeitsplätze der WfbMs gibt es ja schon seit Jahrzehnten. Man könnte genau diese Stellen in reguläre Beschäftigungserhältnisse umwandeln. Theoretisch soll das ja auch das Ziel sein, aber natürlich klappt das selten oder nie. Das Unternehmen will sich keinem Risiko aussetzen und bekommt ja trotzdem seine Gegenleistung.

Man muss Unternehmen verpflichten, solche Sonderarbeitsplätze einzurichten. Natürlich bekommen sie dafür Geld, um die Minderleistung auszugleichen. Aber sie müssen das selbst organisieren, und das geht nur bezogen auf den Einzelfall. Und die Ironie ist ja, das dieses Geld dafür jetzt auch ausgegeben wird. Ein Platz in der WfbM kostet vielleicht 50€ am Tag. Plus die Fördergelder für die Firmen.
 

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