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Alltag, Akzeptanz, Freundschaft, Beziehung, Stigmatisierung mit Handicap: eure Meinung / Erfahrung?

Sprich: Oberflächlichkeit und Ignoranz!

Du kannst doch nicht erwarten, dass man es sich kompliziert macht, wenn es einfacher auch geht. Das ist für manche irrsinnig schwer, schon als "Nicht-Beeinträchtigter" mit jemanden in Kontakt zu treten und in Unterhaltung zu kommen. Da wird dann vermieden, statt sich zu plagen.

Mein Nachbar ist geistig behindert, er ist noch nie in schlechten Händen gewesen, sein Leben lang war wer für ihn da und wird für ihn da sein, dafür ist gesorgt. Ich fühle mich nicht schuldig, weil ich mich nicht um ihn kümmere, mich mit ihm näher befasse. Wäre Bedarf, dann gäbe es die Möglichkeit, mich darum zu bitten, mir Hilfe zu geben, wie ich das meistern könnte. Ich würde diesen liebenswerten Mann natürlich aufnehmen, mich um ihn kümmern, ihm geben, was er braucht, aber das müsste mir seine Familie erst lernen und beibringen. Zb...hast du Zeit, ich kann nicht, würdest du R heute betreuen, er regt sich sonst so auf...wenn niemand da ist. Dann müsste man mir sagen, was ich zu tun habe und was ich berücksichtigen muss, so gehts, meiner Meinung nach- wie machst du?
Was machst du, um Leute dazu zu bringen, dir zu helfen?
Ich lauf doch nicht rum und mische mich ein, wo mich keiner darum bittet, oder wo ich nicht involviert bin weiter.
MIr gefallen Einrichtungen sehr, wo man sich mischt, wo alles vertreten ist und man sich deshalb näher auseinander setzen lernt und wo man sich verstehen und begreifen lernt. Was man kennt, das ist leichter zu integrieren, als wenn man es nicht kennt.
 
Und ich denke inzwischen die meisten Menschen wollen sich damit einfach nicht auseinandersetzen!
Sprich: Oberflächlichkeit und Ignoranz!

Ich denke, dass das ein etwas zu hartes und pauschalisierendes Urteil ist. Viele interessiert es vielleicht nicht, viele sind aber auch etwas hilflos. Sie wissen nicht genau, wie sie Menschen mit Behinderungen begegnen sollen. Sollen sie das Thema ansprechen? Schamhaft weggucken? So tun als sei der Mensch völlig okay körperlich?

Man kann Menschen nicht zwingen, sich mit bestimmten Themen auseinanderzusetzen, nur weil sie einem selbst wichtig sind. Es wäre wünschenswert, das ist klar, aber es ist keine Ignoranz, wenn sie es nicht tun. Jeder kreist erstmal um sich und die Welt ist so komplex, so problembeladen, dass man sich nicht mit allen Themen befassen kann.

Wichtig ist, dass Du mit den menschen sprichst, die direkten Kontakt haben mit Deiner Tochter. Ev. auch mal überlegen, ob eine psychologische Hilfe für Deine Tochter gut wäre. Du bist als Mutter sehr betroffen, manchmal kann man da keine gute Hilfestellung geben, da das Kind Dinge verschweigt, um einen nicht zu belasten. Wenn Leute sie mobben, dann sollte das klar angesprochen werden und mit denjenigen, die dumme Sprüche von sich geben oder sich sonstwie abwertend verhalten, geredet werden. Vielen ist es nicht klar, was sie anrichten, manche folgen nur einem Gruppenzwang.

Ev. auch mit dem Lehrpersonal sprechen, wenn Mobbing erkennbar ist. Und Mobbing fängt klein an, da muss man wirklich nach dem Sprichwort verfahren: Wehret den Anfängen.

Viele junge Menschen - auch ohne Behinderungen - haben Ängste, nicht angenommen zu werden, nicht schlank, toll, begehrenswert genug zu sein. Das wird noch erschwert durch unsägliche, oberflächliche Videos und Fotos auf sozialen Medien, die mit dazu beitragen ein Menschenbild zu propagieren, das nicht real und nicht erstrebenswert ist.

Da kann man versuchen, einzuschreiten und Deiner Tochter ein gesundes Menschenbild und Selbstbewusstsein zu vermitteln. Da gibt es sicherlich auch gute Jugendbücher und Filme zu, wo man Kraft draus schöpfen kann.
 
Ich gehe davon aus, dass die Menschen, die sowas tun hier nicht zu erreichen sind.
Sind es doch oft Kinder.
Dazu passt eine Begebenheit die ich nie vergessen werde:

Marie war noch keine 4 und hat es geliebt in unserer Anlage im Sandkasten zu spielen.
Ich war in der Nähe mit einer Nachbarn zusammen gestanden und ein anderes Mädchen kam auch mit ihrer Mutter zum Sandkasten.
Die Kleine wollte anscheinend mit Marie zusammen spielen und hat sie angeguckt und scheinbar etwas gefragt.
Bevor die beiden Kinder noch miteinander spielen konnten sagte die Mutter zu ihrer Kleinen: „ach lass doch das Mädchen in Ruhe, die ist nicht ganz gesund!“

JA! Sie sah eben etwas „anders“ aus, hatte das Schielpflaster am Auge und trug ihren Orthesenschuh. Sie konnte noch nicht gut laufen aber im Sandkasten spielen konnte sie umso besser und hat sich immer über „Mitspieler“ gefreut!

Ich habe die Frau gleich angesprochen und gesagt dass sie sehr gerne miteinander spielen können und sie sich immer freut wenn andere Kinder dazu kommen!
Das war ihr sichtlich peinlich und sie hat dann Ausreden gesucht wie „ich wusste nicht ob sie das möchte? / wollte nicht dass sie ihr wehtut…“

Das Einzige was ihr weh getan hätte wäre wenn sie nicht mit dem Mädchen hätte spielen dürfen!
Genau so werden schon Kinder dazu erzogen Berührungspunkte zu vermeiden!
 
Nur einige wenige Punkte:
  • sie wird manchmal als Krüppel, Hinkebein etc. beschimpft
  • sie hadert mit ihrem Aussehen (hauptsächlich wegen ihrer Brille) obwohl sie richtig hübsch ist
  • sie wird zwar nicht bewusst gemobbt aber bleibt dennoch oft außen vor
  • sie macht sich Sorgen dass sie niemals einen Freund haben wird
  • sie macht sich ernsthaft schon Gedanken dass sie keinen guten Job bekommen wird
  • sie macht teilweise Schularbeiten für Mitschüler denn sie hat Angst die können ansonsten nichts mit ihr zu tun haben wollen
Das waren nur wenige Punkte!

Ihr Gemüt beeinflussen-......."" solche Kinder gibts, die zb Hinkebein nachrufen, wie gehst du damit um?""" Hinterfrage das mit ihr, wie sie am besten damit umgehen kann, soll.

Es gibt die Möglichkeit sich darüber irrsinnig viele Gedanken zu machen, man könnte aber auch überlegen, wie man sonst noch auf solche Blödheiten reagieren könnte.

Irgendwie scheint das eine Frage der Mentalität zu sein. Mein Kamerad war als Kind fast blind, er musste eine dicke Brille tragen. MIch hat interessiert, wie das war. Sie haben sich lustig gemacht, mir die Brille auch oft versteckt, beim Ausgehen war das oft so peinlich.... das erzählte er und lachte.
Ja hast du nicht geweint darüber? Wieso, war seine Antwort- wir hatten auch viel Spaß und manchmal kams halt so.
Ich vermute, das ist seinem Elternhaus zu verdanken, dass er so stark in sich ist und war. Bestimmt gabs bei seinen Eltern viel von dem, das ablenkte und zuversichtlich stimmte.
Wie man bei dir sehen kann Salma, du hast Kummer über dein Kind, das alleine ist schon ein Fakt, das sie sicher spürt und fühlt. ""Wegen mir hat meine Mama Probleme, bin ICH ein Problem?"

Du machst dir Sorgen und sie wird von dir bemitleidet, du kränkst dich, wie man mit deinem Kind umgeht - besser wäre doch, wenn du dir sagst, zum Kind sagst, wir werden TROTZDEM durchkommen, auch wenns rundherum irrsinnig viele blöde Leute gibt.
 
JA! Sie sah eben etwas „anders“ aus, hatte das Schielpflaster am Auge und trug ihren Orthesenschuh. Sie konnte noch nicht gut laufen aber im Sandkasten spielen konnte sie umso besser und hat sich immer über „Mitspieler“ gefreut!

Ich habe die Frau gleich angesprochen und gesagt dass sie sehr gerne miteinander spielen können und sie sich immer freut wenn andere Kinder dazu kommen!
Das war ihr sichtlich peinlich und sie hat dann Ausreden gesucht wie „ich wusste nicht ob sie das möchte? / wollte nicht dass sie ihr wehtut…“

Das Einzige was ihr weh getan hätte wäre wenn sie nicht mit dem Mädchen hätte spielen dürfen!
Genau so werden schon Kinder dazu erzogen Berührungspunkte zu vermeiden!

Ob das eine Ausrede war, weißt Du ja nicht. Vielleicht hat die Frau gedacht, dass es für Deine Tochter zu anstrengend sei und wollte sie da nicht überfordern. Daher hilft es meistens, die Sachen offen anzusprechen.

Viele Eltern haben nicht den Mut oder sind zu verlegen, um direkt offen zu fragen, ob etwas okay ist für jemanden, der eine Behinderung hat. Da müssen beide Seiten dazulernen: die Leute, die Menschen mit Behinderungen meiden oder nicht wissen, wie sie mit ihnen umgehen sollen und die Menschen, die behindert sind oder deren Angehörige behindert sind.
 
Ich bin Autistin und ADSlerin und wurde schon mein Leben lang ausgegrenzt. Sogar, als noch niemand ahnte, dass ich Autistin und ADSlerin bin. Ich galt immer als seltsam und komisch. Ich war als Kind viel erwachsener als die anderen Kinder und bin als Erwachsene viel kindlicher als andere Erwachsene. Ich war schon immer sehr reizempfindlich, schnell überfordert, sehr langsam und habe viel vor mich hingeträumt. Die Familie väterlicherseits hielt mich deswegen immer für geistig zurückgeblieben. Ich hatte auch nie großes Interesse an anderen Menschen und tiefergehenden Freundschaften, denn "normale" Menschen waren mir schon immer ein Buch mit sieben Siegeln und haben mich früher sehr verunsichert. Mittlerweile verstehe ich sie etwas besser, aber so wirklich gut verstehen werde ich sie nie.

Wenn mich jemand neu kennenlernt und ich dann sage, dass ich Autismus und ADS habe, sind die Reaktionen gemischt. Manche meinen, ich könnte keine Autistin sein, weil ich ja verheiratet bin (ja, aber mit einem Mann, der ebenfalls Autist und ADSler ist), Freunde habe (die ebenfalls Autisten, bzw. AD(H)Sler sind) und ich nicht unbedingt die typischen Autismus-Klischees (Mathegenie, Computernerd usw.) erfülle. Andere reden augenblicklich mit mir, als wäre ich geistig schwerstbehindert und würde nur Kindersprache verstehen. Und dann gibt es noch die, die der Meinung sind, ich hätte mir die Diagnosen erschlichen, weil ich etwas Besonderes sein will.

Die wenigsten Menschen fragen nach, wie sich Autismus und ADS denn bei mir äußern und noch weniger Menschen fragen nach, ob sie irgend etwas im Umgang mit mir beachten sollten. Und wenn ich es den Menschen von mir aus erkläre, reagieren sie zum Großteil genervt und hören sowieso nicht auf das, was ich sage. Die Mehrheit ist einfach nicht bereit, Rücksicht zu nehmen. Entweder man ist "normal" oder man hat Pech gehabt. Es ist an uns Behinderten, sich gefälligst an die "normalen" Menschen anzupassen und so zu sein, wie sie. Wer das nicht kann, hat in der Regel Pech gehabt und bleibt außen vor. Das ist zumindest meine Erfahrung.
 
Die wenigsten Menschen fragen nach, wie sich Autismus und ADS denn bei mir äußern und noch weniger Menschen fragen nach, ob sie irgend etwas im Umgang mit mir beachten sollten.

Wenn ich jemanden kennenlernen würde, der Autist ist und ADS hat, würde ich vermutlich auch nicht solche Fragen stellen. Weil es mir übergriffig vorkommen würde und ich denken würde, dass man die Leute dann vielleicht auf ihre "Krankheit" oder ihre "Andersartigkeit" reduziert. wenn man jemanden länger kennt, kann man das thematisieren.

Warum Leute dann genervt sind bzw. rücksichtslos, wenn Du ihnen Dinge über dich erklärst, wie Du "tickst", verstehe ich nicht. Abgesehen davon, dass viele Menschen allgemein immer rücksichtsloser und egoistischer werden.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass das Thema "Behinderung" im weitesten Sinne viel zu wenig thematisiert wird und auch in den Schulen damit vielleicht nicht genügend offen umgegangen ist.
Nicht jeder Mensch möchte z.B. auf seine Behinderung angesprochen werden. Manche vielleicht ja, manche möchten so behandelt werden, als seien sie "normal".

Das kann man dann auch nicht pauschalisieren. Aber zumindest sollte sehr viel mehr Aufklärung betrieben werden, dass menschen keine dummen Vorurteile mehr haben in Bezug auf bestimmte krankheiten bzw. Behinderungen. Da wäre die schule sicherlich gefragt.
 

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