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Alltag, Akzeptanz, Freundschaft, Beziehung, Stigmatisierung mit Handicap: eure Meinung / Erfahrung?

SalmaPlus

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Liebe Community!

Ein Thema über das man nicht gerne spricht, das aber Viele betrifft!
Es geht um Menschen die mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen leben müssen-

Wir (die Gesellschaft) bringen ihnen oft wenig Aufmerksamkeit und Interesse entgegen und möchten scheinbar damit lieber nicht konfrontiert werden!

Sie (die Betroffenen) bemerken das und ziehen sich oft aus Scham zurück und möchten uns lieber nicht damit belasten!

Ich möchte hier einen Erfahrungsaustausch, eine Diskussion anstoßen! (zum besseren gegenseitigen Verständnis)

Die Idee zu diesem Thema hatte ich nach einem Gespräch mit meiner Tochter!
Ein tolles Mädchen, mein ganzer Stolz, 13,5 Jahre alt und Schülerin, jedoch hat sie einige Einschränkungen (Behinderungen) mitbekommen.

Den Menschen wird zwar medizinisch aber kaum zwischenmenschlich geholfen!
Statt auf sie zuzugehen machen wir einen Bogen um sie!

Wie denkt ihr darüber oder welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
Eventuell selbst als Betroffene, als Eltern, oder auch mit Menschen aus dem Umfeld?

Warum ist es in unserer Gesellschaft so dass sich Menschen für ihre Handicaps schämen müssen anstatt unterstützt zu werden?
Und wie empfindet man das wenn man selbst betroffen ist?
Wie können wir Menschen mit Handicap wie zB meiner Tochter oder all die Anderen Anderen aus dieser Ecke holen?
 
Ich denke, dass es auch sehr auf das Handicap ankommt.
Und natürlich ist es so, dass Menschen mit Handycap sich Unterstützung wünschen, aber es kann halt auch nicht jeder leisten.
Danke!
Ist schon klar, spezielle Hilfe kann nicht jeder leisten. Das ist aber oft gar nicht das Problem, die Leute können sich meist besser helfen als man denkt!

Es geht mir den offenen zwischenmenschlichen Umgang!
Um diese unsichtbare Barriere oder auch Hemmschwelle!
 
Ich war ein halbes Jahr im Cappeira. Bei dieser Sportart werden auch Leute mit geistigen und körperlichen Handicaps miteinbezogen. Einer hat ein geistiges Handicap und der Trainer weiß es und zeigt die Übungen manchmal nochmal langsamer für ihn. Wenn der Trainer merkt, dass er es nicht versteht, lässt er ihn das ausprobieren wie er denkt, dass es geht und korriegiert es dann wie bei den Anderen auch. Einmal haben wir bei einer Straßenroda eine körperlich beeinträchtigte Person dabeigehabt. Diese Person hat dann mitgeklatscht und später kam die Person sogar in die Mitte und eine nicht eingeschränkte Person hat den Fuß der eingeschränkten Person leicht angehoben, wie wenn er ihn über sich schwingt und sich normal gebückt. Dann hat er nicht eingeschränkte der Person im Rollstuhl die Armhaltung gezeigt und die Grundschritte vom Capoeira mit der gleichen Armhaltung gemacht. Später haben alle geklatscht und auch die Person im Rollstuhl war sehr stolz.
 
Ich beschreibe vielleicht mal unsere Situation:
Ich bin (alleinerziehende) Mutter einer bezaubernden 13-Jährigen. Soweit alles ganz normal, aber sie war ein Frühchen (31. Woche) und hätte aufgrund Komplikationen das 1. Monat fast nicht überlebt!
Aber wir hatten großes Glück, sie hat es geschafft und ist ein aufgewecktes und bildhübsches Mädel geworden, jedoch hat sie einige Einschränkungen (Behinderungen) mitbekommen.
Sie sieht sehr schlecht, ist schwerhörig, und wurde mit linksseitiger Hüftdysplasie und einem Klumpfuß geboren.
Wir haben alles gemacht was möglich ist um ihr ein weitgehend „normales“‚Leben zu ermöglichen. Sie hatte über die Jahre verschiedenste Operationen (Fuß, Hüfte, Auge), sie trägt eine spezielle Brille und Hörgeräte, für den Fuß hat sie eine Orthese und da sie relativ stark hinkt benutzt sie jetzt eine Krücke zum laufen. (mein 1. Beitrag)

Seit 3 Jahren ist sie am Gymnasium (7. Klasse) und ich würde sagen wir haben bis jetzt Alles gut hinbekommen!

Sie lebt ihr Leben wie andere Teenager auch ABER in unseren Gesprächen habe ich erschrocken festgestellt dass sogar ich als Mama eigentlich sehr wenig darüber weiß wie es ihr damit geht!
(Und ihr könnt euch denken dass unser Mama-Tochter Verhältnis schon wegen unserer medizinischen Geschichte sehr intensiv ist!)

Sie spricht nicht gerne darüber weil sie sich für manches schämt und niemanden belasten möchte!
Zum Glück hat sie gute Freundinnen aber auch mit ihnen spricht sie wenig darüber!

O-Ton: Mama ich komme schon klar, du hattest ja schon genügend Probleme mit mir!
Ich war entsetzt!
Nach langem Gespräch kamen Dinge an die Oberfläche mit denen selbst ich nicht gerechnet hatte!

Nur einige wenige Punkte:
  • sie wird manchmal als Krüppel, Hinkebein etc. beschimpft
  • sie hadert mit ihrem Aussehen (hauptsächlich wegen ihrer Brille) obwohl sie richtig hübsch ist
  • sie wird zwar nicht bewusst gemobbt aber bleibt dennoch oft außen vor
  • sie macht sich Sorgen dass sie niemals einen Freund haben wird
  • sie macht sich ernsthaft schon Gedanken dass sie keinen guten Job bekommen wird
  • sie macht teilweise Schularbeiten für Mitschüler denn sie hat Angst die können ansonsten nichts mit ihr zu tun haben wollen
Das waren nur wenige Punkte!

Ich würde gerne erfahren wie ihr darüber denkt oder ob ihr in eurem Umfeld ähnliche Erfahrungen gemacht habt?

Vielleicht möchte sich ja auch jemand zu Wort melden der selbst betroffen ist oder jemanden kennt?
 
Hallo liebe Salma, das ist, glaube ich auch Verlegenheit, ein Unvermögen, mit jenem einen Austausch anzustreben, weil man keine Ahnung hat, wie man das richtig macht.
Das ist sicher auch ein Grund, genau darum (Aufklärung!) möchte ich hier für einen Austausch sorgen!
Und ich denke inzwischen die meisten Menschen wollen sich damit einfach nicht auseinandersetzen!
Sprich: Oberflächlichkeit und Ignoranz!
 
Ein Weg wäre, sich zu erklären, die anderen informieren, aufklären, wie man am besten umgeht damit.
Meine Enkelin hat Autismus, man weicht ihr aus, weil sie befremdlich dreinschaut bei Anspannung. Das wird sicher schwer machen, auf sie zuzugehen.
Mein Beitrag an sie ist, dass ich wiederholt drauf hinweise, jeder kann nicht verstehen, was Autismus ist, die gehen halt so um damit, nimms nicht übel.

Es wird Ecken, Plätze, Orte geben, wo man gut kann miteinander und solche muss man sich schaffen, oder suchen, es wird IMMER Menschen geben, die gut umgehen können mit Handicaps, also wäre wohl die praktischste Lösung, zu akzeptieren, dass das nicht überall so ist.
 

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