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Familie kommt mit Freund nicht klar.

Janoschka

Mitglied
- Und ich momentan auch nicht.
Er wurde auf Arbeit gekündigt. Weil er in der ersten Woche direkt krank war. Er sagt er schafft es psychisch nicht zu arbeiten. Er hat ADHS, ich auch. Und ihm wird schnell alles zuviel. Er sagt ihm geht es nicht gut und Therapie würde nicht helfen. Also gammelt er den lieben langen Tag zu Hause oder chillt mit Freunden.

Will ihm helfen, aber er sagt kann keiner. Ich würde mir wünschen dass er wieder arbeiten geht. Oder mal überlegt ob er vlt nicht den richtigen Job hatte. Aber da passiert nix.

Ich kann meinen Eltern nicht sagen dass er ohne Arbeit ist & auch scheinbar nix dafür tut dass es vorran geht. Okay er nimmt jetzt wiedet AD. Aber das wars. Er hätte keine Chance mehr bei denen... Weil er gerade auch so Perspektivlos ist. Habe ihm auch gesagt dass ich meine Eltern anlügen muss weil es mir unangenehm ist & er sonst unten durch wäre.

Ich selber finde es auch nervig.
 
Will ihm helfen, aber er sagt kann keiner. Ich würde mir wünschen dass er wieder arbeiten geht. Oder mal überlegt ob er vlt nicht den richtigen Job hatte. Aber da passiert nix.
Hallo Janoschka,
es ist verständlich, dass du deinem Freund helfen möchtest. Da du ihn vermutlich schon länger kennst, wollte ich nachfragen, ob du vielleicht schon etwas herausgefunden hast über ihn, dass hier weiterhelfen könnte – also dahingehend, was passieren muss, damit er sich bewegt?

Braucht er vielleicht ein attraktives Ziel oder einen richtig guten Grund, um aktiv zu werden? Womöglich wäre er gerne mental-psychisch wieder fit, sieht aber keine Chance mehr dafür? Und so lange das nicht besser ist, scheint Arbeiten für ihn auch keinen Sinn zu machen.

Generell scheinen Menschen nur dann Hilfe anzunehmen, wenn sie selbst einen Bedarf dafür sehen. Und selbst dann ist der Mensch, der uns am nächsten steht, oft nicht der erste, den man als Helfer auswählt. Ich kann dir daher nur den Tipp geben, ihn zwar ernst zu nehmen, aber eher in einer passiv-zurückhaltenden Art – z. B. einmal die Woche fragen, ob du ihn irgendwie unterstützen kannst und auf die Antwort hin für dich entscheiden, ob du das auch willst.

Wegen deiner Eltern: Stell' dir mal vor, dein Freund hätte eine mittelschwere körperliche Krankheit, vielleicht was mit den Augen, so dass er kaum noch was sehen könnte. Dann könnte er auch nicht arbeiten und es wäre akzeptiert. Leider ist das bei psychisch-mentalen Beschwerden oft nicht so (weil nicht sichtbar, weil es manchmal vorgetäuscht wird, weil man selbst das noch nie hatte und deshalb die Empathie fehlt usw.). Um gesund oder gesünder zu werden, braucht man manchmal halt (professionelle) Hilfe – und wenn er sie nicht annehmen möchte derzeit, kannst du nur für dich schauen, dass es dir trotzdem einigermaßen gut geht. Dass du hier geschrieben hast, zielt ja in diese Richtung, insofern schon ein kleiner Schritt, der auf Umwegen womöglich auch deinem Freund weiterhilft!

Alles Gute!
Werner
 
Er wurde auf Arbeit gekündigt. Weil er in der ersten Woche direkt krank war. Er sagt er schafft es psychisch nicht zu arbeiten.
Ein klassischer fauler Sack.
Wer will so einen schon für seine Tochter?
Will ihm helfen, aber er sagt kann keiner.
Klar. Weil er lieber gammelt und zockt und chillt.
Da stört jeder, der helfen will.
Habe ihm auch gesagt dass ich meine Eltern anlügen muss weil es mir unangenehm ist & er sonst unten durch wäre.
Du kannst die Wahrheit nicht weglügen. Sie ist da, egal, ob deine Eltern es wissen oder nicht.
Wenn du ein Leben auf Sozialhilfeniveau willst, einen faulen, nöhligen Partner, keinen unbeschwerten Kontakt mehr zur Herkunftsfamilie und später Kinder im Ghetto - nur zu!
Dann bleib unbedingt bei ihm.
Meiner Beobachtung nach wird bei solchen Konstellationen der Fleißige mit der zeit auch faul und "gammelig", umgekehrt geht das leider nie.
Mit dem jetztigen Freund gibt es keine Aussicht auf Verbesserung, weil er diese nicht will.
Trenn dich.
Also gammelt er den lieben langen Tag zu Hause oder chillt mit Freunden.
Wenn er fragt, weshalb - deshalb.
 
Ist von mir jetzt auch nicht so ehrenvoll meine Eltern anzulügen. Aber habe momentan definitiv kein bock drüber zu reden ! Und das müsste ich wenn sie es wüssten. Brauche gerade den Raum für mich. Wenn dann andere mitmischen kriege ich schnell die Krise. Habe wie gesagt auch ADHS. Irgendwann erfahren sie es. Aber nicht jetzt. Bin ke schreckliche Tochter oder ?

Tja.. Das Ding ist halt man fragt sich wie es weitergeht. Ohne Therapie etc. Wie soll sich da was zum Besseren entwickeln.
 
Guten Morgen Janoschka,

Ist von mir jetzt auch nicht so ehrenvoll meine Eltern anzulügen. Aber habe momentan definitiv kein bock drüber zu reden ! Und das müsste ich wenn sie es wüssten.

Ihr seid erwachsen, richtig? Dann ist Eure Lebensführung und sind Eure Befindlichkeiten Eure Lebensführung und Eure Befindlichkeiten. Es steht Deinen Eltern nicht zu, mitreden zu wollen. Zudem bist Du nicht verpflichtet über ein Thema zu reden, über das Du nicht sprechen möchtest.

Bin ke schreckliche Tochter oder ?

In dem Fall würde ich von einer Notlüge sprechen. Du weißt Dich, gegen ein selbst erteiltes Mitspracherecht das Deinen Eltern eigentlich nicht zusteht, momentan nicht anders zu helfen.


Tja.. Das Ding ist halt man fragt sich wie es weitergeht. Ohne Therapie etc. Wie soll sich da was zum Besseren entwickeln.

Diese Frage halte ich für die entscheidende.

Hierbei geht es mir nicht allein um die gesellschaftlich hoch bewertete Frage, ob Dein Freund einer Erwerbsarbeit oder nicht. Auch möchte ich nicht darüber urteilen, dass er keinen Handlungsbedarf sieht. Wir Menschen neigen zu diesem Verhalten und vielleicht ist es bei ihm Teil einer Erkrankung.

Ich frage mich vielmehr, ob sich diese Antriebslosigkeit auch auf andere Bereiche Eures Lebens erstreckt oder erstrecken wird, wie lang sie andauern wird und auf welche Art und Weise Dich das in Deiner seelischen Verfassung, wie praktischen Lebensführung, beeinflussen wird.


Folgend ein Bericht aus meinem Leben:

Meine Mutter ist Jahrgang 1934, mein Vater war 1939 geboren. (Er ist 2010 gestorben.) Ich habe noch einen Bruder, der dreieinhalb Jahre jünger ist als ich.Wir haben in einem Einfamilienhaus mit 600 qm Garten gelebt.

Mein Vater war, so lange ich ihn kannte, sehr in sich gekehrt. Er hat, seiner Frau und uns Kindern gegenüber, wenig Empathie gezeigt. Bedingt durch diese mangelnde Fähigkeit hat er meiner Mutter, und ab Pubertät auch mir, immer wieder verbale Schläge verpasst, die lange nachgewirkt haben.

Er ist arbeiten gegangen. Jedoch lag er in seiner arbeitsfreien Zeit oft stundenlang auf dem Sofa, hat an die Decke gestarrt und gegrübelt, wie er es selber nannte. In Haus und Garten hat er kaum mit angefasst.

Überdies hat er meine Mutter finanziell kurz gehalten. (Die Oberhand der Männer über das Geld war in ihrer Generation noch weit verbreitet.)

Meine Mutter und wir Kinder haben unter der schlechten Stimmung in meinen Elternhaus sehr gelitten. Zudem blieben alle Arbeiten in Haus und Garten an meiner Mutter hängen.

Aus heutiger Sicht vermute ich, er hatte Depressionen. Leider gehören/gehörten meine Eltern einer Generation an, in der über psychische Erkrankung kaum gesprochen und Hilfsangebote wahrgenommen wurden.

Ich wüsste auch nicht, dass meine Eltern sich über dieses Thema mal unterhalten hätten. Soweit ich es mitbekommen habe, wurde meist nur über organisatorische Dinge gesprochen. Emotional schienen die beiden weit voneinander entfernt zu sein.


Um auf Dich zurück zu kommen: An Deiner Stelle würde ich Deine Verfassung gut im Auge behalten. Tut Dir das Beisammensein mit Deinem Freund weiterhin gut?

Und dann würde ich beobachten, ob sich sein Verhalten mit der Zeit verändert. Vielleicht würde ich mir sogar eine Deadline für die Beobachtungszeit setzen aus Selbstschutz, um eine Entscheidung nicht immer weiter hinaus zu schieben.

Und dann wird der Tag kommen an dem Du, aus meiner Sicht, über ein weiteres Zusammenleben entscheiden musst.
 
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