Nur zur Einordnung:
Ich bin für konsequentes Gendern - auch bei negativen Rollenbildern.
Sprache soll nicht nur dann gerecht sein, wenn es gut klingt oder dem Image dient. Sie soll immer gerecht sein, selbst dann, wenn es um Täter*innen geht.
Aber du hattest doch noch nicht mal verstanden, was PC gemeint hatte... dabei ist der Umstand, dass im Zusammenhang mit negativer Wahrnehmung von Personen (Täter, Dieb, Schläger, Mörder etc.) selten gegendert wird, eigentlich recht evident und bekannt. Also wenn du das trotzdem nicht auf dem Schirm hattest, scheint mir der Punkt
Gerechtigkeit für Männer nicht besonders hoch auf deiner Agenda zu stehen, ehrlich gesagt.
Und das ist aus meiner Sicht auch ein ganz wichtiger Aspekt (neben den unschönen und unzulänglichen sprachlichen Verrenkungen), warum Gendern so skeptisch gesehen wird und keine breite Anerkennung findet: Angeblich geht es dabei um Gleichheit und Gerechtigkeit und es sollen alle Menschen "mitgedacht" werden. Nur wird dann leider doch immer wieder sehr deutlich, dass diese Einstellung bei etlichen Gender-Befürwortern nicht wirklich vorhanden ist...
Ein weiteres schönes Beispiel dafür:
Nachdem Frauen ewige Zeiten quasi unsichtbar waren, schlägt das Pendel nun halt zur anderen Seite aus. Na und?
Jou.
😀 Da muss man sich dann auch nicht wundern, wenn man auf breite Ablehnung stößt...
😉
Es gibt nur 2 Geschlechter. Keine Ahnung woher du 101 her hast.
Oha, wo warst du in den letzten Jahren? Es gibt heutzutage gar nicht so wenig Menschen, die die Aussage "Es gibt nur zwei Geschlechter" nicht nur für völlig falsch halten, sondern auch ganz klar für transphob, grundgesetzwidrig, menschenrechtsverletzend und ein anzeigefähiges Hatecrime. Hast du das echt nicht mitbekommen? ^^
Ich stehe voll hinter der Gleichberechtigung von Frau und Mann.
Gendern ist aber ein dogmatischer Aktivismus, der über das Ziel hinausschießt.
Ja, so sehe ich das auch. Und ich finde, die Unschuldsvermutung ist eine großartige Erfindung, die sich überall im Leben anwenden lässt und extrem viel Ärger und Aufwand erspart: Man kann auch einfach davon ausgehen, dass man selbst bzw. die Gruppe, der man angehört, mitgemeint ist, solange nicht klar ersichtlich ist, dass dies nicht zutrifft...
Aus meiner Sicht wäre es tausendmal sinnvoller, sich mit seinem Engagement auf Fälle zu konzentrieren, in denen ganz konkret tatsächliche Ungerechtigkeiten vorliegen - als eine Sprache diffus unter den Generalverdacht der Ungerechtigkeit zu stellen und Änderungen daran vornehmen zu wollen, ohne ein vernünftiges Konzept dafür zu haben.
Nachdem man im wesentlich eine Gleichberechtigung geschaffen hat, hat man verzweifelt weiter gesucht wo noch irgendwas übrig ist, was man irgendwie diskriminierend ansehen kann - wenn man nur will 🙄
Und diese Perversion wird weiter gehen. Irgendwann werden Wörter wie "der Mond" diskriminierend sein weil sie männlich dekliniert sind. Irgendwann wird das Ampelmännchen diskriminierend sein, weil es eben männlich ist. Alles was auch nur als männlich empfunden werden kann, wird aus unserer Welt verbannt werden.
Wer in der Schule nicht gendert, wird schlechtere Noten bekommen. Wer im öffentlichen Raum nicht gendert, wird vor Gericht gezerrt werden. Dieser Aktionismus hält nicht inne bevor er das Gendern bis in den letzten Winkel unserer privatesten Welt gepresst hat.
Ich hoffe mal (und bin da auch ganz zuversichtlich!), dass sich unpraktikable Sprachregelungen nicht allgemein durchsetzen, sondern wieder aus der Öffentlichkeit verschwinden und allenfalls ein Nischenphänomen bleiben werden.
🙂