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Warum wird der Mehrheitswille beim Gendern nicht beachtet?

Der Punkt an Gleichberechtigung ist, dass "das Pendel" nicht ausschlagen sollte, sondern in der Mitte zu sein hat.
Es ist keine Gleichberechtigung wenn man sich die Hände reibt und sagt:
Früher wurden Frauen benachteiligt, daher ist es ok wenn jetzt mal Männer benachteiligt werden.

Diskriminierung ist niemals gerechtfertigt, auch nicht als Rache dafür, dass früher mal anders herum diskriminiert wurde.

Das Pendel schlägt in der Realität nicht wirklich aus.

Es gibt immer noch den gender pay gap und vieles mehr.

Wo genau werden Männer benachteiligt?

Weil sie bei "Mitbürgerinnen und Mitbürger" an zweiter Stelle genannt werden?

Dann ist doch die Variante "Liebe Mitbürger:innen" besser? Da werden ja nicht nur Männer und Frauen genannt (gleichzeitig!), sondern alle Geschlechter mit.
 
Durch tägliche Erfahrungen.
Unter dem Plural Mitarbeiter verstehen Menschen immer noch mehrheitlich beide Geschlechter. Dazu gibt es diverse Studien, die auch in diesem Thread erwähnt wurden. Für die Mehrheit ist klar "die Mitarbeiter" meint männlich und weiblich.
Mit den "Studien" meinst du wohl dein eigenes Empfinden? Zumal du und ich das sowieso gar nicht richtig wahrnehmen können, weil wir Männer sind und wir sprachlich in der Regel angesprochen werden.

Dass viele beim Wort „Mitarbeiter“ auch Frauen mitmeinen, heißt nicht, dass sie auch mitgedacht werden. Die Studien zeigen eben, dass Frauen sprachlich oft nur mitlaufen – und genau das will man mit geschlechtsneutralen Begriffen ändern.

„Mitarbeitende“ ist das Partizip I (Partizip Präsens) von „mitarbeiten“.
Es meint Menschen die gerade in dem Moment arbeiten.
Insofern ist die Verwendung der Partizip I Formen falsch, weil man i.d.R. alle Mitarbeiter meint und nicht nur die, die gerade in diesem Moment arbeiten.

Aber ob etwas mit der deutschen Sprache richtig ist, war offenbar beim Gendern noch nie relevant.... 🙄
Stimmt, grammatikalisch korrekt wäre dann wohl „Mitgearbeitethabende“. Aber das klingt leider nicht ganz so flüssig im Alltag.

Nein, "Mitarbeitende" ist schon der korrekte Begriff, wenn man das -innen vermeiden möchte.
Man kann auch auf andere Begriffe ausweichen wie "Belegschaft", "Kollegium", "Personal" oder "Team".

Ja, es hat traditionelle Wurzeln. Aber bei dem maskulinen Plural ist das für dich doch auch kein Argument oder?
Stellen wir uns das doch mal andersrum vor. Stellen wir uns vor seit dem 19ten Jahrhundert würden Frauen immer als zweites genannt werden. Glaubst du, dass würde von der Frauenbewegung akzeptiert? Es gäbe einen riesen Aufschrei, dass Frauen in einer Sprache nicht immer als letztes kommen dürfen.
Klar gäbe es Aufschrei – und genau deshalb gibt’s ihn auch jetzt. Sprache ist nie nur Deko, sie zeigt, wer wo steht.
Fakt ist, dass Gendern aktuell keine Gleichberechtigung ist. Es ist ein Überbetonen von Frauen, ein Voranstellen von Frauen
Gleichberechtigung heißt nicht, dass alle sich gleich fühlen, sondern dass niemand systematisch übersehen oder benachteiligt wird.

Zumal du und ich das nicht wirklich beurteilen können, weil wir Männer sind und wir sprachlich und grammatikalisch in der Regel angesprochen werden. Du weißt doch gar nicht, wie das ist, sprachlich ausgeklammert zu werden oder dass man dich versehentlich "für einen Mann hält"?
und Männer werden belächelt wenn sie etwas diskriminierend empfinden.
Vielleicht liegt das Belächeln gar nicht daran, dass Männer sich diskriminiert fühlen – sondern wann sie damit anfangen.
 
Nur zur Einordnung:
Ich bin für konsequentes Gendern - auch bei negativen Rollenbildern.
Sprache soll nicht nur dann gerecht sein, wenn es gut klingt oder dem Image dient. Sie soll immer gerecht sein, selbst dann, wenn es um Täter*innen geht.
Aber du hattest doch noch nicht mal verstanden, was PC gemeint hatte... dabei ist der Umstand, dass im Zusammenhang mit negativer Wahrnehmung von Personen (Täter, Dieb, Schläger, Mörder etc.) selten gegendert wird, eigentlich recht evident und bekannt. Also wenn du das trotzdem nicht auf dem Schirm hattest, scheint mir der Punkt Gerechtigkeit für Männer nicht besonders hoch auf deiner Agenda zu stehen, ehrlich gesagt.

Und das ist aus meiner Sicht auch ein ganz wichtiger Aspekt (neben den unschönen und unzulänglichen sprachlichen Verrenkungen), warum Gendern so skeptisch gesehen wird und keine breite Anerkennung findet: Angeblich geht es dabei um Gleichheit und Gerechtigkeit und es sollen alle Menschen "mitgedacht" werden. Nur wird dann leider doch immer wieder sehr deutlich, dass diese Einstellung bei etlichen Gender-Befürwortern nicht wirklich vorhanden ist...

Ein weiteres schönes Beispiel dafür:
Nachdem Frauen ewige Zeiten quasi unsichtbar waren, schlägt das Pendel nun halt zur anderen Seite aus. Na und?
Jou. 😀 Da muss man sich dann auch nicht wundern, wenn man auf breite Ablehnung stößt... 😉

Es gibt nur 2 Geschlechter. Keine Ahnung woher du 101 her hast.
Oha, wo warst du in den letzten Jahren? Es gibt heutzutage gar nicht so wenig Menschen, die die Aussage "Es gibt nur zwei Geschlechter" nicht nur für völlig falsch halten, sondern auch ganz klar für transphob, grundgesetzwidrig, menschenrechtsverletzend und ein anzeigefähiges Hatecrime. Hast du das echt nicht mitbekommen? ^^

Ich stehe voll hinter der Gleichberechtigung von Frau und Mann.
Gendern ist aber ein dogmatischer Aktivismus, der über das Ziel hinausschießt.
Ja, so sehe ich das auch. Und ich finde, die Unschuldsvermutung ist eine großartige Erfindung, die sich überall im Leben anwenden lässt und extrem viel Ärger und Aufwand erspart: Man kann auch einfach davon ausgehen, dass man selbst bzw. die Gruppe, der man angehört, mitgemeint ist, solange nicht klar ersichtlich ist, dass dies nicht zutrifft...

Aus meiner Sicht wäre es tausendmal sinnvoller, sich mit seinem Engagement auf Fälle zu konzentrieren, in denen ganz konkret tatsächliche Ungerechtigkeiten vorliegen - als eine Sprache diffus unter den Generalverdacht der Ungerechtigkeit zu stellen und Änderungen daran vornehmen zu wollen, ohne ein vernünftiges Konzept dafür zu haben.

Nachdem man im wesentlich eine Gleichberechtigung geschaffen hat, hat man verzweifelt weiter gesucht wo noch irgendwas übrig ist, was man irgendwie diskriminierend ansehen kann - wenn man nur will 🙄

Und diese Perversion wird weiter gehen. Irgendwann werden Wörter wie "der Mond" diskriminierend sein weil sie männlich dekliniert sind. Irgendwann wird das Ampelmännchen diskriminierend sein, weil es eben männlich ist. Alles was auch nur als männlich empfunden werden kann, wird aus unserer Welt verbannt werden.

Wer in der Schule nicht gendert, wird schlechtere Noten bekommen. Wer im öffentlichen Raum nicht gendert, wird vor Gericht gezerrt werden. Dieser Aktionismus hält nicht inne bevor er das Gendern bis in den letzten Winkel unserer privatesten Welt gepresst hat.
Ich hoffe mal (und bin da auch ganz zuversichtlich!), dass sich unpraktikable Sprachregelungen nicht allgemein durchsetzen, sondern wieder aus der Öffentlichkeit verschwinden und allenfalls ein Nischenphänomen bleiben werden. 🙂
 
Oha, wo warst du in den letzten Jahren? Es gibt heutzutage gar nicht so wenig Menschen, die die Aussage "Es gibt nur zwei Geschlechter" nicht nur für völlig falsch halten, sondern auch ganz klar für transphob, grundgesetzwidrig, menschenrechtsverletzend und ein anzeigefähiges Hatecrime. Hast du das echt nicht mitbekommen? ^^
Man muss nicht auf jeden Scheiß aus dem Internet aufspringen.

Es gibt zwei primäre Geschlechter, zwei Chromosomen. Alles andere sind biologische Phänomene wie Intersexualität (keine eindeutige Zuordnung).

Was viele verwechseln sind biologisches Geschlecht (was habe ich unten rum) mit sozialem Geschlecht (als was empfinde ich mich).
 
Wer in der Schule nicht gendert, wird schlechtere Noten bekommen. Wer im öffentlichen Raum nicht gendert, wird vor Gericht gezerrt werden. Dieser Aktionismus hält nicht inne bevor er das Gendern bis in den letzten Winkel unserer privatesten Welt gepresst hat.

Das ist doch arg übertrieben.
 
Dass viele beim Wort „Mitarbeiter“ auch Frauen mitmeinen, heißt nicht, dass sie auch mitgedacht werden.
Selbst wenn jede Frau einzeln namentlich genannt würde, heißt das nicht, dass jeder sie mitdenkt. "Die Gedanken sind frei" - so ist das eben. Und das finde ich auch gut so.

"Mitarbeitende" ist schon der korrekte Begriff
Nee, das ist nicht korrekt.

grammatikalisch korrekt wäre dann wohl „Mitgearbeitethabende“.
Um Himmels willen, das nun erst recht nicht.

Klar gäbe es Aufschrei – und genau deshalb gibt’s ihn auch jetzt.
Wir haben einen Aufschrei dagegen, dass Frauen bei "Damen und Herren", "Kolleginnen und Kollegen" etc. zuerst genannt werden? Wo? 🤔

Gleichberechtigung heißt nicht, dass alle sich gleich fühlen, sondern dass niemand systematisch übersehen oder benachteiligt wird.
Dass jemand übersehen oder benachteiligt wird, ist aber doch nicht so, wenn alle mitgemeint sind. Und von Letzterem kann man heutzutage ja wohl ausgehen.

Warum immer diese Empfindlichkeiten und dieses Argwöhnen, dass man eventuell vielleicht ja doch nicht mitgemeint sein könnte?

Man muss nicht auf jeden Scheiß aus dem Internet aufspringen.

Es gibt zwei primäre Geschlechter, zwei Chromosomen. Alles andere sind biologische Phänomene wie Intersexualität (keine eindeutige Zuordnung).

Was viele verwechseln sind biologisches Geschlecht (was habe ich unten rum) mit sozialem Geschlecht (als was empfinde ich mich).
Da stimme ich dir weitgehend zu... Letzteres würde ich allerdings überhaupt nicht als "Geschlecht" bezeichnen.

Aber naja, lassen wir das lieber. Bloß nicht schon wieder Diskussionen über dieses Thema... ^^
 
Das ist nur gerecht.
Ich bin anderer Meinung. Es ist nicht gerecht. Warum soll jemand büßen für die Taten derer, die vor einem da waren? Das ist für mich dieselbe Logik, wie wenn man erklärt, dass Rassismus gegen Weiße ok ist, die haben ja schließlich so lange die Sklaven gehalten. Wenn man Gleichberechtigung will, dann sollte man die selbst auch leben. Durch diese Herangehensweise gibt es nur mehr Konflikte als Lösungen.
 
Wo genau werden Männer benachteiligt?
In Deutschland benötigen Männer die Zustimmung der Mutter, um das gemeinsame Sorgerecht zu erhalten. (Heiraten oder Sorgeerklärung, beides geht nur gemeinsam) Die Frau hat das immer, weil sie das Kind geboren hat.

Daraus leiten sich 100 andere Benachteiligungen ab, die alle was mit Kindern und Erziehung zu tun haben. Leider sehen das die Männer selbst mehrheitlich gar nicht als Benachteiligung an, sonst wäre das ja nicht so.

Die meisten Sachen finden praktisch statt. So wie es den gender pay gab gibt, obwohl natürlich die Gesetze für beide Gesyhlechter gelten, so gibt es die Benachteiligung von Männern, obwohl davon nichts im Gesetz steht.
 
Das ist doch arg übertrieben.
Dass man "vor Gericht gezerrt" würde, wenn man im öffentlichen Raum nicht gendert, kann ich persönlich nicht bestätigen. Wobei ich nicht genau weiß, was mit "öffentlicher Raum" gemeint ist. Jedenfalls gendere ich nur unregelmäßig, und zwar meistens als Reaktion auf mein Gegenüber bzw. auf einen Text, der selbst gegendert verfasst wurde.

Bisher ist mir ehrlich gesagt noch nie etwas ernsthaft Negatives passiert, wenn ich nicht gegendert habe.
 

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