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Warum wird der Mehrheitswille beim Gendern nicht beachtet?

Die Welt ist viel komplizierter. Es gibt Versuche die zeigen, daß sich Mädchen in der KITA auch dann nicht für Legozeug und Autos interessieren, wenn man das Zeug rosa anmalt oder es ihnen auffordernd vor die Nase setzt. Sie wählen lieber eine blaue Puppe statt eines rosa Autos und spielen selbst dann nicht mit der Texhnik, wenn es gar keine Puppen und Mädchenspielzeug mehr gibt.

Das kann ich mir wirklich nicht vorstellen.

Ich konnte mit Puppen nichts anfangen, aber Lego hab ich geliebt. Damit haben wir immer gebaut.
Damals waren das allerdings einfache Bausteine, mit denen man alles machen konnte und nicht irgendwelche vorgefertigten Themen.

Und auch damals gab es schon Mädchen, die gern Automechanikerinnen werden wollten. Die kriegten aber keine Lehrstelle. Das scheiterte schon daran, dass es als unzumutbar galt, getrennte Umkleiden und Toiletten bereitzustellen. Und der raue Ton in der Werkstatt wäre ja auch nichts für Mädchen. Und überhaupt können Frauen das ja nicht.

Schade, dass viele anscheinend immer noch so denken.

Mich macht der Thread müde.

Mich auch.
 
Doch, ich würde das gerne ändern, weil ich es auch falsch und tatsächlich auch herabwürdigend finde, so im Sinne von "ihr armen Frauen habt mehr Schutz verdient", das ist mir schon als Kind aufgestoßen, dass da unterschieden wird zwischen Männern und Frauen. Und ich finde es auch Männern gegenüber sehr, sehr falsch, wenn immer suggeriert wird, sie könnten und müssten mehr aushalten.
Das nehme ich dir auch ab. Eigentlich hätte ich da besser "die Mehrzahl der Frauen" o.Ä. schreiben sollen... natürlich meinte ich nicht alle Frauen ohne jede Ausnahme.

Aber ich würde mal behaupten, dass die meisten, die sehr engagiert GEGEN das Gendern sind, meist auch in anderen Bereichen, in denen es um Gleichstellungsthemen geht, nicht sehr engagiert sind und das alles für Murks halten, denn SIE sehen ja kein Problem und dann gibt's auch keins.
Ach, das befürchte ich gar nicht so. Hier schrieben jedenfalls schon mehrere Diskussionsteilnehmer Kommentare dazu, die ich ganz genauso sehe: Bei der Beseitigung geschlechtsbezogener Unausgewogenheiten in der Gesellschaft kommt es letztendlich viel weniger auf sprachliche Veränderungen an als vielmehr auf das, was die Menschen in ihrem eigenen Leben tatsächlich ganz konkret in Angriff nehmen und umsetzen. Die Möglichkeiten dazu bestehen schließlich bereits. Wenn alle sie unbeirrt nutzen würden, die sie nutzen möchten, käme die Gleichberechtigung gut voran, glaube ich.
 
Das habe ich eigentlich dich gefragt.
Ach, du fragst mich? Ausgerechnet jemanden, der fürs Gendern ist?
Na ja, ich kann’s ja trotzdem versuchen: Vielleicht liegt die inkonsequente Anwendung einfach daran, dass gendergerechte Sprache bei vielen sofort zu nervösen Zuckungen führt - Stichwort: ideologischer Kurzschluss.
Man kann schwer etwas konsequent umsetzen, wenn schon beim ersten Genderstern ein halber Kulturkampf ausbricht. Also: Frag lieber nicht mich, warum nicht durchgängig gegendert wird - frag lieber diejenigen (dich eingeschlossen), die es bei jeder Gelegenheit torpedieren.

"Täter" ist nicht geschlechtsneutral, von daher kann es auch nicht so gemeint worden sein.
Deshalb ja mein Beispiel mit dem Begriff "Verursacher", welcher ebenfalls nicht geschlechtsneutral ist.
Es geht ja hierbei nicht um Meinungen, sondern um Richtig oder Falsch.
Wenn du sagst, „Täter“ sei nicht geschlechtsneutral, dann gilt das konsequenterweise auch für Begriffe wie „Arzt“, „Lehrer“ oder „Wähler“, oder? Denn auch die sind grammatikalisch maskulin und stehen im generischen Maskulinum. Deine Argumentation bringt also gerade sehr gut auf den Punkt, warum viele Menschen genau deswegen gendern - weil diese angeblich „neutralen“ Begriffe nicht wirklich neutral wahrgenommen werden.

Ich kann deine Ausreden jetzt nicht nachvollziehen. In meinem, und in einer Vielzahl anderer Beispiele, wurde ja nicht gegendert.
Das nennt man rhetorisches Ausweichen: Ich erkläre dir den Grund, warum Menschen gendern - du sagst: „Aber da wurde doch gar nicht gegendert.“ Ja. Und das ist exakt Teil des Problems. Danke fürs Beispiel.

Und wenn nicht, ist es ja nicht so schlimm. Bei Ärztin oder Beamtin wäre es ja ein nennenswertes Problem, würde man dies nicht in dieser Form gendern.
Bei Mörder oder Dieb ist es kein Problem wenn sich dies nicht auf Frauen bezieht.
Also wenn ich dich richtig verstehe:
Gendern ist schlimm - es sei denn, es geht um Straftaten.
Dann ist es plötzlich ein empörender Beweis für ein gesellschaftliches Ungleichgewicht.
Ganz schön flexibel, deine Ablehnung.

Nur zur Einordnung:
Ich bin für konsequentes Gendern - auch bei negativen Rollenbildern.
Sprache soll nicht nur dann gerecht sein, wenn es gut klingt oder dem Image dient. Sie soll immer gerecht sein, selbst dann, wenn es um Täter*innen geht.
 
Und der raue Ton in der Werkstatt wäre ja auch nichts für Mädchen. Und überhaupt können Frauen das ja nicht.

Schade, dass viele anscheinend immer noch so denken.
Ich denke das nicht, ich weiss es. Natürlich gibt es KfZ-Mechatronikerinnen, aber in einer Klasse sitzen dann vielleicht 2 junge Frauen. Und 25 Jungen. Und das nach fünfhundert Kampagnen zur Gleichstellung von Frau und Mann.

Ich habe bis Mitte der 2010er in der beruflichen Reha gearbeitet. Insbesondere ohnehin schon benachteiligte Jugendliche eifern stringent jedem Rollenklischee mach. Die Jungs wollen in die Autowerkstatt oder meinetwegen zu einem Tisxhler. Und die Mädchen in den Blumenladen oder einen fashionstore. An diesen geschlechtsspezifischen Interessen geht die ganze Gleichberechtigung zu Schanden.

Und der Gesetzgeber kuckt sich das an, statt wenigstens diese getrennten Toiletten vorzuschreiben. Die müssen da sein, bevor der erste Azubi kommt.
 
Ach, du fragst mich? Ausgerechnet jemanden, der fürs Gendern ist?
Na ja, ich kann’s ja trotzdem versuchen: Vielleicht liegt die inkonsequente Anwendung einfach daran, dass gendergerechte Sprache bei vielen sofort zu nervösen Zuckungen führt - Stichwort: ideologischer Kurzschluss.
Man kann schwer etwas konsequent umsetzen, wenn schon beim ersten Genderstern ein halber Kulturkampf ausbricht. Also: Frag lieber nicht mich, warum nicht durchgängig gegendert wird - frag lieber diejenigen (dich eingeschlossen), die es bei jeder Gelegenheit torpedieren.


Wenn du sagst, „Täter“ sei nicht geschlechtsneutral, dann gilt das konsequenterweise auch für Begriffe wie „Arzt“, „Lehrer“ oder „Wähler“, oder? Denn auch die sind grammatikalisch maskulin und stehen im generischen Maskulinum. Deine Argumentation bringt also gerade sehr gut auf den Punkt, warum viele Menschen genau deswegen gendern - weil diese angeblich „neutralen“ Begriffe nicht wirklich neutral wahrgenommen werden.


Das nennt man rhetorisches Ausweichen: Ich erkläre dir den Grund, warum Menschen gendern - du sagst: „Aber da wurde doch gar nicht gegendert.“ Ja. Und das ist exakt Teil des Problems. Danke fürs Beispiel.


Also wenn ich dich richtig verstehe:
Gendern ist schlimm - es sei denn, es geht um Straftaten.
Dann ist es plötzlich ein empörender Beweis für ein gesellschaftliches Ungleichgewicht.
Ganz schön flexibel, deine Ablehnung.

Nur zur Einordnung:
Ich bin für konsequentes Gendern - auch bei negativen Rollenbildern.
Sprache soll nicht nur dann gerecht sein, wenn es gut klingt oder dem Image dient. Sie soll immer gerecht sein, selbst dann, wenn es um Täter*innen geht.
Aktives Gendern ist in meiner Wahrnehmung immer übergriffig, egal ob bei positiven oder negativen Zuschreibungen, weil es immer ein implizites Vorschreiben ist: So sollst Du reden!
 
Mich würde interessieren, ob es denn schon wissenschaftliche Erkenntnisse darüber gibt, ob sich das Gendern jetzt irgendwie auf die gesellschaftliche Wahrnehmung ausgewirkt hat. Fühlen sich Frauen sprachlich nun integrierter als vorher oder hat das Gendern letztendlich nichts bewirkt?
Sonst können wir uns das ja sparen.

Im Türkischen funktioniert die Sprache ja im Prinzip so, wie man das hier gerne hätte: keine Geschlechter, keine Adjektivanpassungen, keine Artikel etc. Es gibt kein "Lehrer, Lehrerin". Es gibt nur "Lehr-Person".
Ich würde deswegen aber nicht behaupten, dass die Gesellschaft deswegen anders oder besser ist. Die Sprache wirkt sich also nicht so sehr auf das Patriarchat aus.
 
Noch mehr Vorschriften?
Wie genau sollten aus deiner Sicht die Vorschriften für getrennte WC sein?
Vorschriften gibt es genug, und je weniger man von einer Idee umsetzen will, um so komplexer werden die Regelungen. Ausnahmen, Ausnahmen von der Ausnahme, komplexe Zuständigkeiten, Durchführungsregularien. Das gibt es nicht weil die Idee es erfordert, sondern weil sich hundert Gruppen Sonderbedingungen sichern wollen.

Berüchtigt für sowas ist die Ausgleichssabgabe. Die muss jede Firma und auch jede staatliche Stelle zahlen, wenn sie nicht eine bestimmte Zahl behinderter Mensxhen beschäftigt.

Also erst eine Regel die sagt, jeder Firma ab etwa 20 Leute (genaue Zahl hab ich nicht im Kopf) muss Behinderte beschäftigen. Behindert ist man GbB 50. Dann kann man sich aber von dieser Pflicht freikaufen. Und dann kann man sich diese Behindertenarbeitsplätze auch anrechnen lassen, auch wenn es sie gar nicht gibt. Und zwar, wenn man was anderes für Behinderte tut,;und dann entspricht das 2 oder 3 Arbeitsplätzen.

Das eingenomme Geld geht dann an das Intergrationsamt. Und die beraten dann von diesem Geld behinderte Menschen, wie sie in Arbeit kommen können. Oder fördern irgendwelche Maßnahmen.

Tja, und wenn man derart komplexe und nutzlose Kreisläufe erfindet, braucht es einen Wust an Regelungen.
 
Weshalb schreibst du so etwas wenn es nicht stimmt? Schau einfach mal in den Duden.
Aber wenn es danach geht, brauchen wir auch nicht die Bezeichnung "Ärztin".
Ja, danke. Hab ich getan 🙂
Hast du das zufällig auch im Duden gelesen?

Singular oder Plural?

Darüber hinaus spielt für die Akzeptanz einer geschlechtsübergreifenden Verwendung maskuliner Formen eine Rolle, ob sich die maskuline Form auf eine Einzelperson (Singular) oder auf eine Personengruppe (Plural) bezieht. Maskuline Formen werden häufiger im Plural geschlechtsübergreifend verwendet als im Singular, da man Einzelpersonen eher gedanklich mit einem Geschlecht verbindet als ganze Personengruppen.

Plural:​

  • unsere neuen Nachbarn
  • die Mieter des Hauses
  • nach Einschätzung von Experten

Singular​

  • der neue Nachbar
  • der Täter ist unbekannt
  • ein Pfleger soll kommen
Unter anderem aufgrund der beschriebenen Doppeldeutigkeit der maskulinen Form wird seit einiger Zeit über sprachliche Alternativen diskutiert, mit denen eindeutig alle Menschen angesprochen werden können.
 

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