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Warum wird der Mehrheitswille beim Gendern nicht beachtet?

das Tolle einer inklusiven Sprache ist, dass eben möglichst alle angesprochen und mitgenommen werden
Irgendwie erinnert mich diese tolle neue Sprache an die ewig langen Titel der Funktionäre in den DDR-Nachrichten.
Ich fühle mich bei der inklusiven Sprache nicht mehr mitgenommen. Die neuenTexte sind oft sehr viel länger als die alten Pendants, ohne dass der Text dadurch verständlicher wird.
 
Psycholinguistische Studien haben bereits in der Vergangenheit gezeigt: Das generische Maskulinum (z.B. Ärzte) wird nicht als neutral verstanden, sondern meist mit Männern assoziiert. Menschen denken bei Begriffen wie „Arzt“ tatsächlich vorrangig an Männer, selbst wenn Frauen mitgemeint sein sollen.
Ähnliche Experimente hat man mit Kindern durchgeführt: Wenn Kinder das generische Maskulinum verwenden, führt das dazu, dass sie sich weniger Frauen in bestimmten Berufen vorstellen. Kinder gaben z.B. nach dem Hören von „Ingenieure”, „Piloten” etc. deutlich seltener weibliche Figuren an obwohl die Aufgabenstellung völlig geschlechtsneutral war.

Um es kurz zu fassen: Wir alle denken in erster Linie an Männer, wenn von Piloten, Ärzten, Lehrern, Künstlern usw. die Rede ist. Auch wenn wir wissen, dass nicht nur Männer gemeint sind, denken wir doch vorrangig an sie. Das sind Prozesse in unserem Gehirn, die völlig unbewusst ablaufen.


Die Studien weisen Mängel auf und sind durchaus unter Wissenschaftlern umstritten und methodisch zweifelhaft, gut zusammengefasst z.B. hier: https://www.berliner-zeitung.de/open-source/streit-ums-gendern-nein-die-deutsche-sprache-diskriminiert-frauen-nicht-li.246245 . Man macht es sich viel zu einfach, wenn man

Davon abgesehen hat das generische Maskulinum noch keine Frau davon abgehalten, einen Beruf zu ergreifen. Was man sich vorstellt, ist zudem individuell. Man macht es sich sehr leicht, wenn man hier pauschalisieren möchte.
 
Die Sprache ist nicht inklusive, die ist verkorkst und eine Minderheit kann nicht der Mehrheit diktieren wie die Sprache genutzt werden soll.
Aber ich höre und sehe mit Vergnügen, dass der Unsinn in den öffentlich - rechtlichen ja ein Ende hat.
Hat es das? Das wäre toll. Ich sehe schon lange keine ÖRR mehr, weil ich diesen gleichgeschalteten einseitigen Nachrichten nicht mehr ertrage. Das Gendern war nur die Kirsche auf der Torte.
 
Danke für den Link @kasiopaja. Ich bin Linguistin und kann daher die Namen ein bisschen einordnen von denen, die da unterschrieben haben - da sind schon sehr viele Renommierte dabei. Aber überraschenderweise werden die Leute, die sich wissenschaftlich mit Sprache auseinandersetzen, ja nicht einbezogen - schon komisch. Es geht hier nämlich nicht um Sprachwandel, der natürlich geschieht, sondern um Sprachplanung - das sind völlig verschiedene Dinge.
 
Du empfindest sie als verkorkst. Ich persönlich rein gar nicht, mir kommen gegenderte Begriffe total easy und smooth über die Lippen und die Tastatur und ich bin nichtmal Muttersprachlerin. 😅 Ich denke, das sind tatsächlich Fragen der individuellen Wahrnehmung, der persönlichen Haltung und des eigenen Geschmacks.

Inklusive ist Gendern aber tatsächlich, ob du es willst oder nicht. Aber keine Sorge, niemand diktiert dir oder irgendjemandem, diese Sprache zu nutzen. Wenn du Gendern S**** findest, gendere nicht. Easy as that.
Aber warum dürfen es andere, die es gut und sinnvoll finden, nicht einfach tun?

Na und genauso wenig tut es jemandem weh, wenn gegendert wird. Für mich (!) ist der Unterschied aber, dass beim Gendern ein Bewusstsein für die Vielfalt der Gesellschaft transportiert wird, niemanden aus-, aber möglichst alle einschließt. So sehe ich das. Es anders zu sehen, ist aber natürlich genauso okay.

Den Ampel-Vergleich finde ich selbst absurd, aber eben genauso absurd wie von Freiheitseinschränkung zu sprechen, wenn z.B. eine Schule oder Universtität Vorgaben und Kriterien für wissenschaftliche Arbeiten angibt.

Dir ist aber klar, dass es nicht weniger politisch ist, nicht zu gendern?


Wieso dann nicht eine Sprache für alle? Mir fehlt auch der wissenschaftliche Beweis, dass unsere Sprache irgendwelche Leute ausgegrenzt haben. Menschen die Schwierigkeiten haben haben auch auch dass Recht eine Förderung zu bekommen. Dass es unzureichend geschieht ist eher ein Problem unserer Bildungspolitik. Inwiefern ist unsere Sprache ausgrenzend?
 

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