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Warum wird der Mehrheitswille beim Gendern nicht beachtet?

Um es kurz zu fassen: Wir alle denken in erster Linie an Männer, wenn von Piloten, Ärzten, Lehrern, Künstlern usw. die Rede ist.
Ich finde es unpassend, wenn du von "wir alle" - und somit auch für mich - sprechen zu können meinst. Was du hier unterstellst trifft auf mich z. B. nämlich nicht zu. Und wie ja allein dieser Thread hier zeigt, bin ich damit auch nicht allein. Und natürlich ist auch in der von dir zitierten Quelle in dieser Absolutheit nichts zu finden.
Ich empfinde das als sehr unangenehm, wenn mir eine Meinung übergestülpt wird, die ich so einfach nicht vertrete.
 
Um es kurz zu fassen: Wir alle denken in erster Linie an Männer, wenn von Piloten, Ärzten, Lehrern, Künstlern usw. die Rede ist. Auch wenn wir wissen, dass nicht nur Männer gemeint sind, denken wir doch vorrangig an sie. Das sind Prozesse in unserem Gehirn, die völlig unbewusst ablaufen.
Also sollen wir uns darüber Gedanken machen, was andere so alles denken. Das geht auch wirklich genau in diese Richtung, wir sollen daran denken wodurch "andere" sich beleidigt, nicht genug wertgeschätzt oder ausgegrenzt fühlen "könnten"!

Man lernt aber zur Überwindung schädlichen Verhaltens durch eine Co-Abhängigkeit, genau dies nicht zu tun.
Es liegt nicht in meiner alleinigen Verantwortung was andere denken und fühlen, noch soll ich mir einen Kopf darüber machen, was andere denken und fühlen "könnten".

Soll ich jemandem dann auch vermitteln, das ein Arzt, Lehrer, Schüler usw auch eine andere Hautfarbe haben können? Weil er "könnte" ja denken es gibt nur weiße Ärzte und Lehrer.
Da bin ich mal gespannt ob das auch noch kommt.
Ich glaube über Quoten wird ja schon geredet. Also ein künstliches Eingreifen.


Dann ist das ganze auch nur reine Theorie, nur etwas was in unseren Köpfen passiert wenn wir an Ärzte, Piloten, Soldaten usw denken. Die Praxis, auf die wirkliche Begegnung kommt es doch an. Wenn jemand ausschließlich zu weiblichen Ärzten geht, kommt ihm recht schnell ein anderes Bild bei Ärzte in den Sinn, ein praxiserfahrenes.

Bei Schulkindern ist es auch vollkommen klar, natürlich gibt es weibliche und männliche Schüler. Jeder hat sie gesehen, keiner wird nur an Jungs denken.
Und wenn doch dann liegt das an einer für den Großteil eher unüblichen Erfahrung.

Nunja das der ÖRR meint so mit uns Zuschauern reden zu müssen, könnte dann auch daran liegen, das man die Leute für dumm hält, bzw ohne praktische Lebenserfahrung. 🤔 Aber vielleicht schließen sie nur von sich auf andere.

Andererseits denke ich mir, dass man damit evtl den Zugang zu zb von Männern dominierten Bereichen erleichtern will. Aber dadurch werden Männer ja nur beiseite geschoben, es waren dann nicht die Frauen u.a. welche sich diesen Platz durch Leistung und Willen usw erobert haben.

Als Kind und Heranwachsende waren meine Traumberufe erst Polizist dann Gärtner. Ein Praktikum als Kfz Mechaniker hatte ich auch gemacht.
Ich hatte dann mal einen Nebenjob als Pizzafahrer und auch Taxifahrer. Alles mit über 80% Männern als Kollegen.
Ich hatte mir nur wenige Gedanken über das vorherrschende Geschlecht bei einem Beruf gemacht. Und meine Chefs ebenso nicht.
Und das ist jetzt schon teilweiße 20 Jahre her.
Eine Freundin ging als eine der ersten Frauen zur Bundeswehr.
Wir haben dieses Thema also schon lange durch.

Wenn wir etwas verändern wollen, dann immer nur in der Praxis, in der Wirklichkeit. Schön daher reden, ist halt einfach nur Gerede meistens ohne Substanz.
 
Mit deiner Argumentation könnte genauso gut jemand kommen, der sagt: "An roten Ampeln halten zu müssen schränkt meine ganzheitliche Freiheit ein, ich finde viel lustiger bei Rot zu fahren und bei Grün zu halten, also mache ich mal so."
Finde sowas in der Art sind schlechte Vergleiche, weil ihnen jegliches vernünftige Denken fehlt.
Warum sollte man bei Rot über die Ampel fahren wenn man damit sein Leben aufs Spiel setzt?

Aber warum sollte ich Bürger*innen schreiben, wenn der Begriff Bürger beide Geschlechter beinhaltet?
Nur weil manche nicht tiefgreifend denken können?
Alle sollen sich jetzt auf dieses Niveau (herab) begeben?

Ich werde das nie verstehen.
Und wohl auch nie einfach hinnehmen können.
Aber macht nix, sollen diejenigen gendern denen es Spaß macht. Dann weiß ich schnell mit wem ich es zu tun habe und mit wie vielen. 😄
Der ÖRR stempelt sich damit auch selbst ab.
 
Dann bist du - mit Verlaub - sehr schlecht informiert. Das Fundament einer Demokratie ist die Gleichheit aller Menschen und besonders der Schutz von Minderheiten.
Kein Mensch zählt weniger, weil er auf Grund bestimmter Eigenschaften oder Merkmale Teil einer Minderheit ist und das Tolle einer inklusiven Sprache ist, dass eben möglichst alle angesprochen und mitgenommen werden.
Die Sprache ist nicht inklusive, die ist verkorkst und eine Minderheit kann nicht der Mehrheit diktieren wie die Sprache genutzt werden soll.
Aber ich höre und sehe mit Vergnügen, dass der Unsinn in den öffentlich - rechtlichen ja ein Ende hat.
 
Finde sowas in der Art sind schlechte Vergleiche, weil ihnen jegliches vernünftige Denken fehlt.
Warum sollte man bei Rot über die Ampel fahren wenn man damit sein Leben aufs Spiel setzt?

Aber warum sollte ich Bürger*innen schreiben, wenn der Begriff Bürger beide Geschlechter beinhaltet?
Nur weil manche nicht tiefgreifend denken können?
Alle sollen sich jetzt auf dieses Niveau (herab) begeben?

Ich werde das nie verstehen.
Und wohl auch nie einfach hinnehmen können.
Aber macht nix, sollen diejenigen gendern denen es Spaß macht. Dann weiß ich schnell mit wem ich es zu tun habe und mit wie vielen. 😄
Der ÖRR stempelt sich damit auch selbst ab.
Ja, ist doch okay. Dann reg du dich weiter übers gendern auf, ich tus einfach, weil ichs sinnvoll finde, so sind wir alle glücklich. Nennt sich Freiheit, in der du weniger beschnitten wirst, als du dir vielleicht selbst einredest.
 
Dann bist du - mit Verlaub - sehr schlecht informiert. Das Fundament einer Demokratie ist die Gleichheit aller Menschen und besonders der Schutz von Minderheiten.
Kein Mensch zählt weniger, weil er auf Grund bestimmter Eigenschaften oder Merkmale Teil einer Minderheit ist und das Tolle einer inklusiven Sprache ist, dass eben möglichst alle angesprochen und mitgenommen werden.

Nö, ich widerspreche mir nicht.

Sorry, aber formale Vorgaben für Texte als Einschränkung der ganzheitlichen Freiheit zu sehen, ist absurd. Klar kann man schreiben wie man will und etwa auch keine Grammatik-, Rechtschreib- und Zitierregeln beachten, keine Quellen angeben, kein übliches Gedöns wie Schriftgröße und Zeilenabstand beachten, aber dann hat das eben Einfluss auf die Beurteilung. Und zwar egal, ob jemand, der Gendern gut findet, die Vorgabe des generischen Maskulinums missachtet oder jemand, der Gendern blöd findet, die Vorgabe zu Gendern nicht erfüllt. 🤷‍♀️ Oder anders gesagt: wenn ich die Großschreibung der deutschen Sprache aus Prinzip ignoriere und alles klein schreibe, bin ich zwar "ganzheitlich frei", aber muss halt in Kauf nehmen, dass es entsprechend bewertet wird.

Mit deiner Argumentation könnte genauso gut jemand kommen, der sagt: "An roten Ampeln halten zu müssen schränkt meine ganzheitliche Freiheit ein, ich finde viel lustiger bei Rot zu fahren und bei Grün zu halten, also mache ich mal so."
Der Unterschied wäre: Ich würde bei deinem Beispiel 2 Menschen gefährden. Bei dem Beispiel Nr. 1 würde so etwas nicht passen. Es würde keinem persönlich weh tun, wenn man nicht gendern würde.

Nein es gibt ja grammatikalische Vorgaben, aber gendern ist schon etwas politisches. Es gibt überhaupt keinen sprachlichen Grund die Grammatik an "gendern" anzupassen.
 
Tiere werden auch diskrimiert, allerdings gleicht es sich da aus. "Der Hund" bezeichnet grammatikalisch und inhaltlich ein männliches Tier. "Die Katze" hingegen ist sprachlich und inhaltlich weiblich.

Muss ich nun wirklich Hunde- und Hündinnenbesitzer sagen oder Katzen- und Katerfutter einkaufen?🙈
 
Ich finde den Artikel zum Thema ganz interessant:

Jetzt hat sich das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim in die Diskussion eingeschaltet, mit einem Aufruf zu Kreativität und Toleranz, Toleranz im gegenseitigen Umgang und Kreativität im Sprachgebrauch. Denn Sprache, so das Institut, sei kein statisches Gebilde und entwickle sich auch nicht in einem sozial unabhängigen oder ideologiefreien Raum.
Müller-Spitzer fordert daher mehr Toleranz. "Dabei sollten wir akzeptieren, mit Sprachformen konfrontiert zu werden, die nicht die sind, die wir selber präferieren. Dies ist eine Form von Toleranz, die man in einer pluralistischen Gesellschaft erwarten können sollte."


@kasiopaja
Die Sprache ist nicht inklusive, die ist verkorkst und eine Minderheit kann nicht der Mehrheit diktieren wie die Sprache genutzt werden soll.
Von einem Sprachdiktat zu sprechen, ist übertrieben. Niemand wird gezwungen zu gendern. Aber eines fällt auf: Die vermeintlich Gegängelten sind oft sehr eifrig darin, anderen vorzuschreiben, wie sie bitte nicht sprechen sollen.


Im Übrigen gendern wir doch alle schon längst - niemand sagt doch: „Der Bürger Frau Mustermann.“ oder „Der Richter Frau Mustermann.“ oder „Der Schauspieler Meryl Streep.“
Sprache unterscheidet ganz selbstverständlich zwischen männlich und weiblich. Inklusives Gendern geht nur einen Schritt weiter.
 
Die Sprache ist nicht inklusive, die ist verkorkst und eine Minderheit kann nicht der Mehrheit diktieren wie die Sprache genutzt werden soll.
Du empfindest sie als verkorkst. Ich persönlich rein gar nicht, mir kommen gegenderte Begriffe total easy und smooth über die Lippen und die Tastatur und ich bin nichtmal Muttersprachlerin. 😅 Ich denke, das sind tatsächlich Fragen der individuellen Wahrnehmung, der persönlichen Haltung und des eigenen Geschmacks.

Inklusive ist Gendern aber tatsächlich, ob du es willst oder nicht. Aber keine Sorge, niemand diktiert dir oder irgendjemandem, diese Sprache zu nutzen. Wenn du Gendern S**** findest, gendere nicht. Easy as that.
Aber warum dürfen es andere, die es gut und sinnvoll finden, nicht einfach tun?
Der Unterschied wäre: Ich würde bei deinem Beispiel 2 Menschen gefährden. Bei dem Beispiel Nr. 1 würde so etwas nicht passen. Es würde keinem persönlich weh tun, wenn man nicht gendern würde.
Na und genauso wenig tut es jemandem weh, wenn gegendert wird. Für mich (!) ist der Unterschied aber, dass beim Gendern ein Bewusstsein für die Vielfalt der Gesellschaft transportiert wird, niemanden aus-, aber möglichst alle einschließt. So sehe ich das. Es anders zu sehen, ist aber natürlich genauso okay.

Den Ampel-Vergleich finde ich selbst absurd, aber eben genauso absurd wie von Freiheitseinschränkung zu sprechen, wenn z.B. eine Schule oder Universtität Vorgaben und Kriterien für wissenschaftliche Arbeiten angibt.
Nein es gibt ja grammatikalische Vorgaben, aber gendern ist schon etwas politisches.
Dir ist aber klar, dass es nicht weniger politisch ist, nicht zu gendern?
 
Im Übrigen gendern wir doch alle schon längst - niemand sagt doch: „Der Bürger Frau Mustermann.“ oder „Der Richter Frau Mustermann.“ oder „Der Schauspieler Meryl Streep.“
Sprache unterscheidet ganz selbstverständlich zwischen männlich und weiblich. Inklusives Gendern geht nur einen Schritt weiter.
Wenn du mal über die Ländergrenzen ins englischsprachige Ausland schaust passt das schon wieder nicht so. Um bei deinem Beispiel zu bleiben klappt es gerade noch bei actor/actress, beim citizen, mayor, teacher wird es schon wieder einheitlich gehandhabt. Deutsch ist schon per se eine schwierige Sprache und jetzt macht man es mit dem Gendermurks noch mal komplizierter, weil komplexer. Darüber, ob das wirklich sein muss, ließe sich wirklich trefflich diskutieren und lässt sich ja auch, wie man hier sieht. Das ist so typisch Deutsch irgendwie: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?!

Unsere überbordende Bürokratie hat ja auch nicht ohne Grund mittlerweile einen unerträglichen Zustand erreicht, über den sich viele aufregene und unter dem noch mehr leiden. Das Gendern hat m. E. auch solch ein Potenzial der Verschlimmbesserung. Deshalb finde ich persönlich es als sehr wohltuend zu sehen, dass es bzgl. der Verbindlichkeit Stillstand gibt, einige sogar zurückrudern. M. W. ist in Bayern das Gendern an Schulen, Hochschulen und Behörden sogar verboten.
 

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