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Warum wird der Mehrheitswille beim Gendern nicht beachtet?

Aber es handelt sich eben doch gerade NICHT um einen natürlichen Sprachwandel. Wie kann man das nicht sehen?
Gendern hat seinen Ursprung in der sogenannten feministischen Sprachwissenschaft, die sich - sehr wissenschaftlich - damit beschäftigt, wie Sprache sein sollte, um einen gewünschten Zustand in der Gesellschaft zu erreichen. Es geht um eine Umformung der Sprache, um das Bewusstsein der Menschen zu verändern. Das ist ein totalitärer Denkansatz. Deswegen reagieren viele Menschen allergisch aufs Gendern.
Und dass dieser Ansatz wirkt, sieht man ja bereits hier. Jene, die gegen das Gendern sind, seien nörgelnde, doofe, Ewiggestrige. Ich geb uns noch wenige Jahre, dann sind diejenigen, die nicht gendern, unsensibel, schließen bewusst Menschen aus, sind ungerecht. Wenn nicht gar jetzt schon viele Menschen so denken - deswegen der vorauseilende Gehorsam der meisten Leute.
Moral hat in der Sprache nichts verloren. Wenn sich das natürlich so entwickelt - gerne. Aber bitte hört auf an unserer schönen deutschen Sprache rumzudoktern, um Menschen "sichtbar" zu machen und vermeintliche Gleichberechtigung herstellen zu wollen. Das funktioniert so nicht.
 
Habe ich ich mich wirklich so unklar ausgedrückt? Es ist natürlich genau andersrum. Die Gesellschaft verändert sich und damit auch die Sprache.
80 Prozent lehnen gendern ab.
Warum also sollten diese sich den höchstens 20 Prozent folgen, die es toll finden.

 
80 Prozent lehnen gendern ab.
Warum also sollten diese sich den höchstens 20 Prozent folgen, die es toll finden.


Bei jeder Veränderung gibt es wenige, die es initiieren und anfangen. Dann werden es mehr, bis es schließlich für alle normal geworden ist.
 
Letzlich zählt nur die Frage des TE, warum wird in einer Demokratie nicht der Mehrheitswille beachtet, der klar gegen das Gendern ist.
Weil wir eben in einer freiheitlichen Gesellschaft leben. Und in der wird niemand was verboten, was niemand Anderem schadet. Das Gendern schadet niemand wirklich und es wird auch nicht per Gesetz erzwungen. Wo ist also das Problem ?
 
Mir persönlich ist egal, ob Gendern cool oder spießig wirkt. 🙈

Nein.
Ich denke, dass die Gesellschaft eine Sprache verdient, die alle Menschen sieht und miteinbezieht. Die niemanden ausschließt und unsichtbar macht. In der jeder Mensch in seiner persönlichen Lebensrealität und mit seiner Biographie existieren und zu Hause sein darf.

Das ist mit unglaublich einfachen Mitteln möglich, die nichts kosten, niemandem etwas wegnehmen und auch nicht wehtun. Im Gegenteil: vielen Menschen gibt Gendern endlich Sichtbarkeit und die Chance integriert und wertgeschätzt zu werden.

So sehr ich mich anstrenge, ich verstehe beim Besten willen nicht, was man dagegen haben und einem selbst (z.B. als Mann) weggenommen wird, wenn sich Frauen, trans*-Personen und weitere Leute durch das Gendern anderer Menschen repräsentiert fühlen. Man muss es nicht mal selbst tun, wenn man das nicht will.

Wissenschaftlich ist im Übrigen bereits lange nachgewiesen, dass Sprache unser Denken und unsere Wahrnehmung formt. Stichwort: linguistischer Relativismus.
An der Stelle möchte ich auch aus Kübra Gümusays wichtigem Buch "Sprache und Sein" zitieren: "Wenn es in einer Sprache keine Begriffe für bestimmte Identitäten oder Erfahrungen gibt, erscheinen diese als „nicht existent“."

Ich finde es auch besser, wenn die Sprache die Leute anspricht. Ich bin aber eher universalistisch, statt für jede Gruppe (nenne ich jetzt mal so) anders anzusprechen. Es betont eher die Unterschiede der Leute, als die gesellschaftlichen Gemeinsamkeiten. Ich finde dass das keine Verbindung untereinander schafft. Ich bin eher der Typ der sagt es ist egal wer du bist, wo du herkommst ich rede mit jedem gleich.
 
Ich nutze das Gendern allgemein nicht, weil es sich bescheuert anhört und auch liest, nur einmal tat ich es, denn es war einer Person im Web wichtig, die ich sehr mag, da habe ich mal ein " Auge zugedrückt " aber normal verzichte ich darauf. 😉
 

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