Weil seine Welt sich von heute auf morgen radikal verändert hat und er sie dafür verantwortlich macht?
Was denkst du denn, was deine Frau ihm erzählt?
"Ach weißt du, der Papa ist jetzt glücklich mit einer anderen Frau, die ist bestimmt total nett" wird es wohl eher nicht sein.
Das ist doch jetzt wirklich keine Neuigkeit, dass es für Kinder sehr schwer ist, wenn die Familie zerbricht. Viele geben sich die Schuld dafür.
Nein, so denken Kinder nicht. Die hätten gern, dass alles so bleibt, wie sie es kennen.
Später dann vielleicht, ja. Aber sicher nicht, wenn ihnen gleich die Nachfolge-Partner präsentiert werden.
Und das scheint ja recht zeitnah geplant zu sein.
Wir wissen doch gar nicht, wie der Sohn von
@Klavierspieler denkt, wir wissen auch nicht, was die Mutter ihm erzählt, der ganz sicher daran gelegen ist, dass es dem Kind gut geht.
Wenn beide Elternteile das Kind obenan stellen und ihre eigenen Verletzungen und Befindlichkeiten hintenan stellen, kann der Sohn zukünftig besser mit der neuen Situation umgehen.
Mein Sohn war etwa in dem Alter, als mein Exmann und ich uns trennten. Es gab zwar keine Geliebte, aber eine neue Freundin, die ruckzuck beim Ex einzog und ohne Vorwarnung meinem Sohn präsentiert wurde. Das war nicht immer leicht, aber es wurde bei uns nicht über diese Freundin gesprochen. Kinder lieben beide Elternteile, das hat mein Sohn immer wieder gesagt. Es liegt an den Erwachsenen, dass das so bleiben kann. Keinen Krieg auf dem Rücken des Kindes austragen, damit kommt ein Kind nicht zurecht. Es muss klare Regeln geben, ob Wechselmodell oder Besuchsrecht. Bei gutem Willen lässt sich alles absprechen, was Beruf und Zeit betrifft, auch ohne gerichtliche Entscheidungen. Das Kind muss sich darauf, und dass die Eltern es lieben, und dass es keine Schuld trifft, verlassen können!
Mein Trennungskind lebt im übrigen glücklich seit fast 10 Jahren mit seiner Frau zusammen. Einmal, als er so 16/17 war, hat er mir gesagt, dass er von der Trennung seiner Eltern letztendlich profitiert und sehr viel gelernt habe. Das Verhältnis ist auch heute zu beiden Elternteilen ungebrochen.