Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Telefonische Krankschreibung und Blaumachen? Eure Meinung!

Was ich heute gehört habe ist eine Aussage der KK: Nicht alle, die vor der telefonischen. Krankschreibung krankgeschrieben wurden, haben die Meldung an die KK weitergeleitet. So kann es sein, dass die Krankschreibungen jetzt erhöht vorkommen.
Bei Erkältung war mir der Aufwand die Krankmeldung an die KK weiterzuleiten einfach zu hoch und ich habe sie auch nicht weggeschickt.
 
Imho eine Frage von Vertrauen und Ehrlichkeit. Wenn man rotzt und hustet oder sich potentiell Corona eingefangen hat, bleibt man halt erst mal zuhause und schaut zu daß man sich auskuriert, bei Beamten wird mit dem 3. Krankheitstag ein Attest gefordert. Bei einem Arbeitnehmer der normalerweise nicht wegen jedem Niesen zuhause bleibt und auch sonst nicht zum Blaumachen neigt, was der Chef auch aus Erfahrung weiß, wird die telefonische Meldung für 2 Tage anerkannt, dann ist man entweder wieder da oder legt ein Attest vor.
Woran erkennt man jemanden, der kein Blaumacher ist? Weil er an den "typischen" Tagen der Blaumacher üblicherweise anwesend ist - z. B. Brückentage und letzter Tag vorm Wochenende.
 
Ich habe gerade diese Meldung gelesen, wonach Ärzte mit guten Argumenten die telefonische Krankschreibung verteidigen:

Leider wird diese aber offenbar derart missbraucht, dass es irgendeiner Änderung bedarf.

Die psychologische Hürde und der tatsächliche Aufwand, sich krankschreiben zu lassen, sind durch die telefonische Krankschreibung unbestreitbar massiv gesenkt worden. Nun braucht der Mitarbeiter dem Arzt nicht mal ins Gesicht zu lügen sondern stellt am Telefon de facto einfach eine Eigendiagnose. Das Ergebnis sind Krankentage, wie wir sie nirgendwo in Europa kennen.

Krankheitstage: Mercedes-Chef kritisiert hohen Krankenstand in Deutschland
Bei Mercedes-Benz sind laut Ola Källenius teils doppelt so viele Mitarbeiter krank wie im europäischen Ausland. Das habe wirtschaftliche Folgen.


Allianz-Chef Bäte: Deutsche müssen mehr arbeiten - Versicherungswirtschaft-heute
Dass Deutschlands Beschäftigte im Jahr 2023 durchschnittlich 19,4 Tage krankgeschrieben waren, ist dem CEO des Allianz-Konzern ein Dorn im Auge. „Ohne den enorm hohen Krankenstand wäre die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr nicht um 0,3 Prozent geschrumpft, sondern um knapp 0,5 Prozent...

Ich kann dies auch aus meiner eigenen Firma bestätigen: Meine Firma sitzt in 16 Ländern mit 4000 Festangestellten. In keinem Land gibt es so viele Fehlzeiten wegen Krankheit, wie in Deutschland. Der Abstand zu Land zwei ist riesengroß! Auch wir bauen die Jobs in Deutschland gerade ab, weil es sich nicht mehr rechnet.

Was kann also die Lösung sein? Alle wieder zum Arzt schicken und die Bürokratie erneut erhöhen, wie es die FDP vorschlägt? Sehe ich eher nicht. Ich kann die Ärzte gut verstehen, die keine Lust auf erneute Bürokratie haben und die keine Patienten in den Praxen wollen, die gesund sind und einfach nur keinen Bock haben.

Spannend ist der Blick nach Europa, denn auch andere Länder wissen natürlich, dass ihre Mitarbeiter eine Motivation benötigen, um nicht blau zu machen:

Die Niederlanden zahlen bei Arbeitsunfähigkeit 52 Wochen lang nur 70 Prozent des Bruttolohnes, man hat also von Tag 1 30% Abzug (Anmerkung von mir: Unsere Kollegen in Amsterdam liegen unter 50% der Krankentage, wie in Deutschland).

In Schweden bekommt ein Arbeitnehmer am ersten Krankheitstag nichts, danach erhält er 14 Tage lang 75 Prozent des Bruttolohnes.

In Finnland beginnt die Entgeltfortzahlung erst mit dem zehnten Arbeitstag nach Beginn des Krankheitsausfalls. Viele Arbeitgeber zahlen schon früher Teile oder das volle Gehalt, dies ist aber Freiwillig. Finnland hat tatsächlich sehr wenige Krankentage pro Mitarbeiter.

Drei Karenztage mit 0,- Euro gibt es in Großbritannien. Die Arbeitnehmer erhalten maximal 28 Wochen lang gesetzliche Krankengeld. Viele Arbeitgeber zahlen schon vorher, aber dies ist freiwillig.

Was denkt ihr? Was müssen wir in Deutschland ändern, um aus dieser Situation wieder rauszukommen. Die Lösung kann wohl kaum sein, weitere Arbeitsplätze hier abzubauen, wie es derzeit passiert.

Ich werfe das Blaumachen dabei nicht mal den Arbeitnehmern vor sondern eher der Politik, welche derart naive und dumme Regelungen geschafft hat, dass diese auch von charakterlich korrekten Personen ausgenutzt werden, weil es einfach zu viele machen.

Ich will hier also keine deutschen Arbeitnehmer bashen (bin ja selbst einer), sondern möchte Meinungen hören und dazu anregen, endlich Karenztage einzuführen.

Mein Vorschlag: Die ersten drei Tage gibt es gar keinen Lohn, danach 7 Tage 80%, danach 100% für 42 Tage, wie bisher.
Auch dann wird es noch Blaumacher geben, aber eben nicht so viele, wie aktuell.

Was denkt Ihr dazu? Was sind Eure Vorschläge?
Das ist kein Vorschlag, das ist ungerecht und Willkür. Jeder kann mal krank werden, hallo? Denen wird dann das Gehalt gekürzt? Bitte was? Das macht vielleicht Gutverdienern nicht viel aus, viel andere haben aber nur ein Gehalt, wo 100, 200 ...Euro schon Probleme machen können.

Also ehrlich, ich weiß gar nicht was ich dazu sagen soll. In vielen Firmen werden die Mitarbeiter ja schon aufgrund der Arbeitsbedingungen krank. In vielen Speditionen, Lagerhallen zb bleiben die Lagertüren auch im Winter auf, es zieht wie Hechtsuppe- zack hat man ganz schnell mal einen steifen Nacken oder starke Rückenschmerzen, Bandscheibe weil der Stapler nicht gefedert ist, viele sind chronisch krank und fallen dann auch mal aus oder es geht ihnen auf der Arbeit plötzlich schlecht.

Dasselbe in der Pflege, Einzelhandel, Handwerk usw- du kannst den Menschen nicht das Geld kürzen, nur weil es schwarze Schafe gibt😲
 
Was ich heute gehört habe ist eine Aussage der KK: Nicht alle, die vor der telefonischen. Krankschreibung krankgeschrieben wurden, haben die Meldung an die KK weitergeleitet. So kann es sein, dass die Krankschreibungen jetzt erhöht vorkommen.
Bei Erkältung war mir der Aufwand die Krankmeldung an die KK weiterzuleiten einfach zu hoch und ich habe sie auch nicht weggeschickt.
Wieso das? Die Arztpraxen leiten doch die Krankmeldung schon seit geraumer Zeit automatisch an die Krankenkasse weiter....

Und vorher war es so, dass man auch bei Erkältung und leichten Sachen die Meldung unbedingt an die Krankenkasse schicken musste, weil sonst die Krankenkasse das Krankengeld verweigern/ kürzen kann, falls aus der harmlosen Erkältung plötzlich mehr wird....
 
Zur telefonischen Krankschreibung:
Ich glaube nicht, dass telefonische Krankschreibungen viel verändern.
Aktueller Gesetzesstand ist, dass man bis zu drei Tage ohne Attest kranke sein darf. Ab dem vierten Tag ist ein ärztliches Attest nötig. Wer also öfter mal blau macht, macht das dann ohne Attest immer für maximal 3 Tage. Telefonische Krankschreibungen entlasten einfach nur die Ärzte, was in einer zunehmend digitalen Welt gut ist. Ärzte sollten sich weniger um eine kleine Erkältung und mehr um die wirklich schlimmen Dinge kümmern.

Zu den Blaumachern
Arbeitgeber dürfen einen Nachweis über die Arbeitsunfähigkeit (AU) aber auch schon ab dem ersten Tag fordern. Wenn ich als Arbeitgeber also vermute, dass ein Mitarbeiter blau macht, weil er ständig 1-3 Tage krank ist, dann fordere ich halt ab dem ersten Tag ein Attest. Ansonsten sollte ein Arbeitsverhältnis von Vertrauen geprägt sein. Ich glaube auch, dass Generalerdachte und Überwachung der falsche Hebel ist. Ich gebe hier auch @CAT Recht: Hat ein Arbeitgeber Mitarbeiter, von denen er glaubt es wären unmotivierte Blaumacher, sollte er das Gespräch suchen und in letzter Konsequenz kündigen.

Zur Lohnfortzahlung
Grundsätzlich haben Ihre Mitarbeiter in Deutschland Anspruch auf maximal sechs Wochen Lohnfortzahlung. Danach gibt es Krankengeld (und damit einen deutlich geringeren Betrag).
Kann man so machen, es gibt aber weltweit sehr unterschiedliche Modelle und das deutsche Modell ist sehr arbeitnehmerfreundlich.

Denkbar wäre es die Lohnfortzahlung weiter zu deckeln. Also z.B. maximal 4 statt 6 Wochen Lohnfortzahlung und diese 4 Wochen als Jahreskontingent. Also auch wer nur 4 mal eine Woche Krank ist, hat dann sein Fortzahlungslimit erreicht.

Meine Meinung:
Ich finde das die Diskussion an eigentlichen Probleme in der Arbeitswelt vorbei geht. Die meisten arbeitenden Menschen arbeiten vernünftig und wir sollten doch froh sein, dass sie arbeiten. Selbst wenn sich da mal einer 3 Tage "Auszeit" gönnt, ist das doch nicht das zentrale Problem.

Viel entscheidender als die bereits arbeitenden Menschen weiter unter Druck zu setzen, wäre es die Menschen in Arbeit zu bringen, die keine haben.
  • Wir haben in den letzten Jahren und spätestens seit der Bürgergeldreform es immer "lohnender" gemacht, nicht zu arbeiten.
  • Der Faktor Arbeit ist in Deutschland extrem teuer, insbesondere durch die hohen Lohnnebenkosten.
  • Die miese Ampel Politik zerstört die Grundlage für Wirtschaft und Arbeitsplätze
  • Arbeit wird in Deutschland sehr hoch besteuert
Statt zu schauen ob einer der Fleißigen mal ein paar Tage blau macht, wäre mein Rat, ein System zu errichten indem sich Fleiß wieder lohnt und Mitarbeiter motiviert sind zu arbeiten.
Aktueller Gesetzestext? Das regelt doch der Arbeitsvertrag und der besagt in vielen Jobs, das eine Krankmeldung ab dem ersten Tag einzureichen ist ( spät nach drei Tagen dem Arbeitgeber vorliegen muss).
 
Bei dieser Aussage dürfte dir jede menstruierende Person mit monatlichen Schmerzen, mit dem Hintern ins Gesicht springen. 😉
Hier ist eine menstruierende Person und ich sage Dir: Nein, ich wäre dafür.
Ich arbeite als Lehrerin an einer Stadtteilschule und möchte behaupten, meinen Job zu lieben. Was mich aber regelmäßig ärgert, sind diejenigen Kollegen, die sich ständig und wegen Kleinigkeiten krankschreiben lassen, obwohl man sie während der Krankschreibung im Kino oder auf dem Wochenmarkt trifft.

Natürlich schwärze ich niemanden an aber es ärgert mich einfach zu sehen, wie parallel Unterrichtstunden ausfallen.
 
Obwohl ich wirklich selten krank bin, finde ich es eine Frechheit, zu behaupten, dass durch die telefonische Krankschreibung dem Blaumachen Tür und Tor geöffnet werden. Ich fand es immer schon befremdlich, mich mit einer Rotznase in ein vollbesetztes Wartezimmer zu setzen.
Die Diskussion ist so typisch für die FDP.
Vielleicht liegen die höheren Krankenstände auch am Durchschnittsalter der deutschen Bevölkerung? Wenn ich das mal auf die Schnelle recherchiere, liegt Deutschland mit 15% der Menschen zwischen 55 und 64 über dem EU-Durchschnitt.
Und auch AGs haben ja Möglichkeiten die potentiellen Blaumacher zu identifizieren, wie MarinaM schon schrieb. Die Arbeit soll aber wohl lieber der Arzt machen, der wird ja zu grossen Teilen von der GKV finanziert....
 
Denkbar wäre es die Lohnfortzahlung weiter zu deckeln. Also z.B. maximal 4 statt 6 Wochen Lohnfortzahlung und diese 4 Wochen als Jahreskontingent. Also auch wer nur 4 mal eine Woche Krank ist, hat dann sein Fortzahlungslimit erreicht.

Bitte was? Schon die 6 Wochen sind zu wenig. Vor ein paar Jahren bin ich schwer erkrankt, dank einem schlecht bezahlen Job, hat das Krankheitgeld hinten und vorne nicht gereicht. Hätte meine Mutter mir finanziell nicht geholfen, hätte ich mich verschuldet. Wie soll man gesund werden, wenn man dann auch noch finanzielle Sorgen haben muss?
 
Ich finde deinen Vorschlag furchtbar und unmenschlich.

Zum einen finde ich, dass er irgendwie unterstellt, dass die meisten Menschen nicht richtig krank sind.

Zum anderen zwingen sich dadurch nur noch mehr kranke Personen auf die Arbeit und stecken andere an, als es ohnehin schon der Fall ist.

Hattest du schon so richtig fiese und miese Migräne? Dann wärst du über die ersten 3 Tage gar keinen Lohn mehr als hocherfreut (Ironie)

Wenn man Glück hat, dann ist man bei einem Migräneanfall eben genau 1-3 Tage außer Gefecht.
Und bekommt kein Gehalt? Ernsthaft?

Auch finde ich den Vorschlag zusätzlich verantwortungslos. Wenn sich jemand völlig benebelt z.B. doch noch hinter das Steuer setzt, zugedröhnt mit Medikamenten, damit es auf die Arbeit geschafft wird und dann passiert ein Unfall.

Nein, ich möchte über die eventuellen Möglichkeiten, die da einspielen könnten bei Umsetzung solcher Ideen, gar nicht weiter nachdenken.

Ein Chef hat jederzeit die Möglichkeit, fristgerecht zu kündigen, wenn er der Meinung ist, dass er "Blaumacher" beschäftigt.

Die Hardcore Blaumacher, die das vorsätzlich und ständig betreiben, wird das nicht jucken. Denn sicherlich haben die noch ein paar "Nebentätigkeiten" am Laufen. Es träfe, wie so häufig, nur die, die am wenigsten dafür können.
Na ja, so, wie es aktuell in Deutschland läuft, wird es nicht bleiben können. Die Zahlen geben recht eindeutig her, dass scheinbar viele nicht wirklich krank sind, denn wie ist es anders zu erklären, dass die Deutschen so viel mehr Fehlzeiten haben, wie alle Länder um uns herum?

Ich habe früher auch mal krank gemacht und hätte es wohl nicht gemacht, wenn ich drei Tage keinen Lohn bekommen hätte. Wie ist es bei Euch? Seid ehrlich.
 

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben