Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Telefonische Krankschreibung und Blaumachen? Eure Meinung!

Zur telefonischen Krankschreibung:
Ich glaube nicht, dass telefonische Krankschreibungen viel verändern.
Aktueller Gesetzesstand ist, dass man bis zu drei Tage ohne Attest kranke sein darf. Ab dem vierten Tag ist ein ärztliches Attest nötig. Wer also öfter mal blau macht, macht das dann ohne Attest immer für maximal 3 Tage. Telefonische Krankschreibungen entlasten einfach nur die Ärzte, was in einer zunehmend digitalen Welt gut ist. Ärzte sollten sich weniger um eine kleine Erkältung und mehr um die wirklich schlimmen Dinge kümmern.

Zu den Blaumachern
Arbeitgeber dürfen einen Nachweis über die Arbeitsunfähigkeit (AU) aber auch schon ab dem ersten Tag fordern. Wenn ich als Arbeitgeber also vermute, dass ein Mitarbeiter blau macht, weil er ständig 1-3 Tage krank ist, dann fordere ich halt ab dem ersten Tag ein Attest. Ansonsten sollte ein Arbeitsverhältnis von Vertrauen geprägt sein. Ich glaube auch, dass Generalerdachte und Überwachung der falsche Hebel ist. Ich gebe hier auch @CAT Recht: Hat ein Arbeitgeber Mitarbeiter, von denen er glaubt es wären unmotivierte Blaumacher, sollte er das Gespräch suchen und in letzter Konsequenz kündigen.

Zur Lohnfortzahlung
Grundsätzlich haben Ihre Mitarbeiter in Deutschland Anspruch auf maximal sechs Wochen Lohnfortzahlung. Danach gibt es Krankengeld (und damit einen deutlich geringeren Betrag).
Kann man so machen, es gibt aber weltweit sehr unterschiedliche Modelle und das deutsche Modell ist sehr arbeitnehmerfreundlich.

Denkbar wäre es die Lohnfortzahlung weiter zu deckeln. Also z.B. maximal 4 statt 6 Wochen Lohnfortzahlung und diese 4 Wochen als Jahreskontingent. Also auch wer nur 4 mal eine Woche Krank ist, hat dann sein Fortzahlungslimit erreicht.

Meine Meinung:
Ich finde das die Diskussion an eigentlichen Probleme in der Arbeitswelt vorbei geht. Die meisten arbeitenden Menschen arbeiten vernünftig und wir sollten doch froh sein, dass sie arbeiten. Selbst wenn sich da mal einer 3 Tage "Auszeit" gönnt, ist das doch nicht das zentrale Problem.

Viel entscheidender als die bereits arbeitenden Menschen weiter unter Druck zu setzen, wäre es die Menschen in Arbeit zu bringen, die keine haben.
  • Wir haben in den letzten Jahren und spätestens seit der Bürgergeldreform es immer "lohnender" gemacht, nicht zu arbeiten.
  • Der Faktor Arbeit ist in Deutschland extrem teuer, insbesondere durch die hohen Lohnnebenkosten.
  • Die miese Ampel Politik zerstört die Grundlage für Wirtschaft und Arbeitsplätze
  • Arbeit wird in Deutschland sehr hoch besteuert
Statt zu schauen ob einer der Fleißigen mal ein paar Tage blau macht, wäre mein Rat, ein System zu errichten indem sich Fleiß wieder lohnt und Mitarbeiter motiviert sind zu arbeiten.
 
Wie sagte es gerade kürzlich der DAK-Vorstandschef Andreas Storm:
„Wir brauchen jetzt eine seriöse und gründliche Debatte über die wirklichen Ursachen für den anhaltend hohen Krankenstand. Schnellschüsse wie die Forderung nach einer Abschaffung der telefonischen Krankschreibung oder eine Blaumacher-Debatte helfen den Betroffenen und den Betrieben nicht weiter."

Die meisten Ausfälle verursachten Muskel-Skelett-Erkrankungen, gefolgt von psychischen Erkrankungen wie etwa Depressionen.
Da muss doch dann angesetzt werden! Arbeitgeber und Krankenkassen sind daher mMn gefragt. Yoga, Laufgruppen, Anti-Stress-Trainings u.ä. im Betrieb müssen (wieder) mehr angeboten werden.
 
Mein Vorschlag: Die ersten drei Tage gibt es gar keinen Lohn, danach 7 Tage 80%, danach 100% für 42 Tage, wie bisher.
Auch dann wird es noch Blaumacher geben, aber eben nicht so viele, wie aktuell.

Damit unterstellst du Menschen, die krank sind, dass sie blau machen und alle sollen deshalb keinen Lohn erhalten? Was genau rechtfertigt, in den ersten 3 Tage der Krankheit keinen Lohn zu zahlen?

Ich habe selbst in einer Arztpraxis gearbeitet und wir haben auch telefonisch krank geschrieben (besonders in der Corona-Zeit, andernfalls wäre unsere Praxis aus allen Nähten geplatzt). Wir haben dies aber nur bei eigenen Patienten gemacht und auch längstens für 1 Woche krankgeschrieben. War der Patient nach der 1 Woche noch nicht gesund, musste er sich in der Praxis vorstellen. Der Anteil derer, die diese Möglichkeit ausgenutzt haben, war verschwindend gering.

Es darf auch nicht sein, dass kranke Arbeitnehmer sich aus Angst vor finanziellen Einbußen zur Arbeit schleppen, andere anstecken und/oder dadurch, dass sie auf dem Zahnfleisch kriechen, letztendlich in Folge noch länger krank sind.
 
Tja, ich hätte schon ne Lösung: Chefs könnten mal an ihrer eigenen nase schrauben und ihre Arbeitsprozesse flexibler gestalten, dort wo es möglich ist. ZB mehr Homeoffice anbieten (bzw ein flexibleres Umschalten zwischen Homeoffice und Präsenz.
Wir kennen es doch alle: Man ist mal krank und für ein paar Tage eben so krank, dass man sich halt nicht durch den Berufsverkehr quälen kann und auch niemanden anstecken möchte, aber bis zum PC zuhause würde man es schon noch schaffen.
Untersuchungen zeigen ja, dass duch Homeoffice die Krankheitstage deutlich zurückgehen.
Man könnte auch arbeitszeiten flexibler machen: Also eben zB Möglichkeiten schaffen, flexibel unter der Woche zu arbeiten: Wenn man halt Montag nicht fit ist, kann man da halt nur eine Stunde machen dafür an anderne Tagen reinholen oder solche Dinge.
Überhaupt könnte mn mal weg von starren Arbeitszeiten hin zu "Kontingenten", die abgearbeitet werden müssen. Warum soll man 40 Stunden arbeiten, wenn man zB die Arbeit bereits nach 35 Stunden fertig hat?
Klar, das klappt nicht in allen Berufen, aber ich denke ÜBERALL gibt es solche Schrauben, die den Arbeitsalltag mehr der Lebensrealität der Angestellten anpassen und damit dann auch Krankheitstage besser mit einpreisen.
Die Zeit, wo man zu gewissen Bürozeiten am Platz sitzen mustste sind doch für die meisten Branchen vorbei.
Und das kann auch funktionieren: ich kenne einige Leute, die arbeiten bei einem Eu-Amt: Dort gibt es Jahreszahlen, die sie ableisten müssen: Also Fälle im Jahr, die abgearbeitet werden müssen. Und es gibt eine Zahl an tagen, die sie übers jahr im Büro sein müssen. Ansonsten ist ihre Arbeitszeit auf 40 Wochenstunden ausgelegt, aber wie sie die verteilen ist ziemlich egal: Die Server laufen zwischen 6:00 Früh und Mitternacht. Und wenn man zB mal krank ist und weniger schafft, kann man das gut später nachholen. Krankschreiben tun sich da meist nur die, die echt garnichts machen können, und komplett flach liegen.
Wenn die Kinder mal krank sind, kann man zuhause bleiben usw.
Und das läuft wie am Schnürchen.
Da gibt es halt Leute, die geben im Winter Vollgas und leisten ab, was geht, dafür können sie halt im Sommer ab und an mal früher Schluss machen und zum See fahren. Unterm Strich haben alle was davon, denn wichtig ist ja, dass die Arbeit innerhalb entsprechender Zeiträume getan wird.
Bei Selbständigen ist es ja auch ähnlich und klappt in aller Regel auch.

Aber das ist halt wieder typisch: man will den Mitarbeitern so wenig wie möglich vertrauen und möglichst wenig Flexibilität zugetsatten, aber dann jammern, wenn die Mitarbeiter halt auch nicht flexibel sind. Dabei weiß man doch: Mitarbeiter, denen vertraut wird, die sind auch dem Betrieb gegenüber loyaler eingestellt.
Also ich finde es absolut richtig, dass man sich telefonisch krankschreiben lassen kann...warum soll man sich krank in eine Praxis setzen und dem Arzt seine Zeit stehlen?
Zeit ist geld und wenn jemand mit dem Norovirus aufm Klo hockt, soll er gefälligst nicht den Doktor nerven sondern zuhause bleiben. Und er soll sich auch nicht halbgesund in die Firma schleppen und den Rest des ladens auch noch anstecken.
wenn ein Chef begründete Zweifel hat, dass ein Mitarbeiter einfach nur blau macht, dann steht ihm immernoch der Weg offen, zB einen Betriebsarzt oder sowas zu bestellen.
 
Untersuchungen zeigen ja, dass duch Homeoffice die Krankheitstage deutlich zurückgehen.
Wobei da jeder unterschiedlich reagieren würde. In meinem Fall wäre es so, dass mich Homeoffice eher krank machen würde, weil ich dann dazu tendiere, mich einsam zu fühlen, was mich depressiv macht. Und da ich keiner bin, der gern den größten Teil seiner Zeit zuhause verbringen mag, wäre Homeoffice für mich persönlich keine Lösung und würde mich auch nicht gesünder machen.

Aber da reagiert natürlich jeder anders.
 
Auch Vertrauen gehört zum Arbeitsverhältnis.

Ich würde eher Boni und Zahlungen wie Weihnachts und Urlaubsgeld für erkannte Blaumacher kürzen. Bis auf Null für die Freitags und montags"kranken"
 
Wobei da jeder unterschiedlich reagieren würde. In meinem Fall wäre es so, dass mich Homeoffice eher krank machen würde, weil ich dann dazu tendiere, mich einsam zu fühlen, was mich depressiv macht. Und da ich keiner bin, der gern den größten Teil seiner Zeit zuhause verbringen mag, wäre Homeoffice für mich persönlich keine Lösung und würde mich auch nicht gesünder machen.

Aber da reagiert natürlich jeder anders.
Aber das ist ja ein anderer Fall. Also da geht es ja eher drum, dass Du Homeoffice nicht magst und es Dir nicht gut tut- also im normal "gesunden" Zustand nicht.
Aber nehmen wir an, Du arbeitest ganz normal in deinem Büro und bist halt ein paar tage hundsmiserabel erkältet: So dass Du halt nicht reinfahren kannst und willst.
Dann wäre es ja vermutlich was anderes, wenn du sagen würdest: Heute und morgen arbeite ich von zuhause, weil ich nicht sooo krank bin, dass ich garnicht arbeiten kann, aber zuhause bleiben muss ich auf jeden Fall, oder?
 
Auch Vertrauen gehört zum Arbeitsverhältnis.

Ich würde eher Boni und Zahlungen wie Weihnachts und Urlaubsgeld für erkannte Blaumacher kürzen. Bis auf Null für die Freitags und montags"kranken"
Aber wie willste das überprüfen?
Kann man ja auch nicht.
Ich denke, ein gewisser Vertrauensvorschuss gehört einfahc auch zu einem guten Arbeitsverhältnis. Ja, das beinhaltet, dass das Vertrauen theoretisch von BEIDEN (!) seiten auch gebrochen werden könnte (auch einem Chef muss man ja letztlich vertrauen können). Eine 100% Absicherung gibt es nicht.
wenn man halt begründete Zweifel hat, kann und sollte man weitere Schritte einleiten, aber ansonsten werden Mitarbeiter niemals besser arbeiten, wenn man sie unter Druck setzt.
ich habe eine gute Bekannte, die arbeitet in einer bank und ist gesundheitlich nicht besonders gut beinander: Sie ist oft krank und zwar wirklich krank. Aber jedes mal wird sie richtiggehend gemobbt. Sogar als sie im KH lag, haben ihre Kollegen auf ihr rumgehackt. Das hat zur Folge, dass sie jetzt inzwicshen auch psychisch so angeschlagen ist, dass sie immer öfter krank ist.
Druck macht selten etwas besser.
 
Dann wäre es ja vermutlich was anderes, wenn du sagen würdest: Heute und morgen arbeite ich von zuhause, weil ich nicht sooo krank bin, dass ich garnicht arbeiten kann, aber zuhause bleiben muss ich auf jeden Fall, oder?
Trotzdem würde ich mich dann wohl lieber krank melden, denn meistens fühle ich mich dann auch nicht so gut und ich bin froh, wenn ich mich nicht um die Arbeit kümmern muss. Dazu kommt, dass meine Genesung besser funktioniert, wenn ich von der Arbeit entbunden bin.
 
Nun j, 10 x im Jahr Freitag und Montag krank ........ und jedes Jahr pünktlich zu den Dorffesten - ja sowas gibt es. Oder immer dann wenn viel Arbeit ansteht.

Solche Leute sind nicht krank, die sind faul und versoffen. Die freiwilligen Zahlungen sind da eben weg. Und bei uns gibt es dieses Jahr bis zu 10 Tsd Euro Bonus ......
 

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben