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Telefonische Krankschreibung und Blaumachen? Eure Meinung!

natasternchen

Aktives Mitglied
Ich habe gerade diese Meldung gelesen, wonach Ärzte mit guten Argumenten die telefonische Krankschreibung verteidigen:

Leider wird diese aber offenbar derart missbraucht, dass es irgendeiner Änderung bedarf.

Die psychologische Hürde und der tatsächliche Aufwand, sich krankschreiben zu lassen, sind durch die telefonische Krankschreibung unbestreitbar massiv gesenkt worden. Nun braucht der Mitarbeiter dem Arzt nicht mal ins Gesicht zu lügen sondern stellt am Telefon de facto einfach eine Eigendiagnose. Das Ergebnis sind Krankentage, wie wir sie nirgendwo in Europa kennen.

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Ich kann dies auch aus meiner eigenen Firma bestätigen: Meine Firma sitzt in 16 Ländern mit 4000 Festangestellten. In keinem Land gibt es so viele Fehlzeiten wegen Krankheit, wie in Deutschland. Der Abstand zu Land zwei ist riesengroß! Auch wir bauen die Jobs in Deutschland gerade ab, weil es sich nicht mehr rechnet.

Was kann also die Lösung sein? Alle wieder zum Arzt schicken und die Bürokratie erneut erhöhen, wie es die FDP vorschlägt? Sehe ich eher nicht. Ich kann die Ärzte gut verstehen, die keine Lust auf erneute Bürokratie haben und die keine Patienten in den Praxen wollen, die gesund sind und einfach nur keinen Bock haben.

Spannend ist der Blick nach Europa, denn auch andere Länder wissen natürlich, dass ihre Mitarbeiter eine Motivation benötigen, um nicht blau zu machen:

Die Niederlanden zahlen bei Arbeitsunfähigkeit 52 Wochen lang nur 70 Prozent des Bruttolohnes, man hat also von Tag 1 30% Abzug (Anmerkung von mir: Unsere Kollegen in Amsterdam liegen unter 50% der Krankentage, wie in Deutschland).

In Schweden bekommt ein Arbeitnehmer am ersten Krankheitstag nichts, danach erhält er 14 Tage lang 75 Prozent des Bruttolohnes.

In Finnland beginnt die Entgeltfortzahlung erst mit dem zehnten Arbeitstag nach Beginn des Krankheitsausfalls. Viele Arbeitgeber zahlen schon früher Teile oder das volle Gehalt, dies ist aber Freiwillig. Finnland hat tatsächlich sehr wenige Krankentage pro Mitarbeiter.

Drei Karenztage mit 0,- Euro gibt es in Großbritannien. Die Arbeitnehmer erhalten maximal 28 Wochen lang gesetzliche Krankengeld. Viele Arbeitgeber zahlen schon vorher, aber dies ist freiwillig.

Was denkt ihr? Was müssen wir in Deutschland ändern, um aus dieser Situation wieder rauszukommen. Die Lösung kann wohl kaum sein, weitere Arbeitsplätze hier abzubauen, wie es derzeit passiert.

Ich werfe das Blaumachen dabei nicht mal den Arbeitnehmern vor sondern eher der Politik, welche derart naive und dumme Regelungen geschafft hat, dass diese auch von charakterlich korrekten Personen ausgenutzt werden, weil es einfach zu viele machen.

Ich will hier also keine deutschen Arbeitnehmer bashen (bin ja selbst einer), sondern möchte Meinungen hören und dazu anregen, endlich Karenztage einzuführen.

Mein Vorschlag: Die ersten drei Tage gibt es gar keinen Lohn, danach 7 Tage 80%, danach 100% für 42 Tage, wie bisher.
Auch dann wird es noch Blaumacher geben, aber eben nicht so viele, wie aktuell.

Was denkt Ihr dazu? Was sind Eure Vorschläge?
 
Was denkt Ihr dazu? Was sind Eure Vorschläge?
Ich persönlich denke, dass die erwähnten Maßnahmen dazu führen, dass sich viele Arbeitnehmer auch dann nicht mehr krank melden, wenn sie es eigentlich sollten. Letztlich profitieren alle Beteiligten doch am meisten, wenn die Arbeitnehmer sich ihre Gesundheit bewahren, und das funktioniert oft am besten, wenn man rechtzeitig die Reißleine zieht, statt sich durchzubeißen, bis man evtl. umkippt, oder sich die Erkrankung doppelt so lang hinzieht.
 
Mein Vorschlag: Die ersten drei Tage gibt es gar keinen Lohn, danach 7 Tage 80 %, danach 100 % für 42 Tage, wie bisher.
Auch dann wird es noch Blaumacher geben, aber eben nicht so viele, wie aktuell.

Was denkt Ihr dazu? Was sind Eure Vorschläge?
Ich finde deinen Vorschlag furchtbar und unmenschlich.

Zum einen finde ich, dass er irgendwie unterstellt, dass die meisten Menschen nicht richtig krank sind.

Zum anderen zwingen sich dadurch nur noch mehr kranke Personen auf die Arbeit und stecken andere an, als es ohnehin schon der Fall ist.

Hattest du schon so richtig fiese und miese Migräne? Dann wärst du über die ersten 3 Tage gar keinen Lohn mehr als hocherfreut (Ironie)

Wenn man Glück hat, dann ist man bei einem Migräneanfall eben genau 1-3 Tage außer Gefecht.
Und bekommt kein Gehalt? Ernsthaft?

Auch finde ich den Vorschlag zusätzlich verantwortungslos. Wenn sich jemand völlig benebelt z.B. doch noch hinter das Steuer setzt, zugedröhnt mit Medikamenten, damit es auf die Arbeit geschafft wird und dann passiert ein Unfall.

Nein, ich möchte über die eventuellen Möglichkeiten, die da einspielen könnten bei Umsetzung solcher Ideen, gar nicht weiter nachdenken.

Ein Chef hat jederzeit die Möglichkeit, fristgerecht zu kündigen, wenn er der Meinung ist, dass er "Blaumacher" beschäftigt.

Die Hardcore Blaumacher, die das vorsätzlich und ständig betreiben, wird das nicht jucken. Denn sicherlich haben die noch ein paar "Nebentätigkeiten" am Laufen. Es träfe, wie so häufig, nur die, die am wenigsten dafür können.
 
Eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist absolut richtig und notwendig, es gibt Menschen, die können es sich nicht leisten auch nur auf 1 oder 2 Tage Lohn zu verzichten.
Vielmehr sollten Arbeitgeber einen Bonus am Jahresende zahlen, der sich durch kurzzeitige Krankheitstage (bis zu 5 Tage) deutlich verringert. Längere Krankheiten sollten keine Berücksichtigung finden.
 
Ich finde es auch falsch, eine gute Sache wieder abzuschaffen und so Unschuldige zu "bestrafen". Die telefonische Krankschreibung entlastet die überlasteten Hausarztpraxen und die wirklich Kranken, die sich nicht fiebrig mit heftiger Erkältung in eine Praxis schleppen müssen.

Sowohl der Arzt, der unbesehen permanent telefonisch krank schreibt, als auch der Arbeitgeber, der das durchgehen lässt, könnten handeln.

»Lasst uns zurückkehren zum bewährten Verfahren«, sagte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter der »Rheinischen Post«. (aus deinem Link) Ja, bewährtes Verfahren für IHN.
 
Ich habe gerade diese Meldung gelesen, wonach Ärzte mit guten Argumenten die telefonische Krankschreibung verteidigen
Ich würde es einfach den Ärzten überlassen WEN sie telefonisch krank schreiben.

Sicher werden sie keine unbekannte Personen einfach mal so krank schreiben.

Ist doch logisch, dass sich große Firmen beschweren denn sie haben Verluste dadurch, wenn die Mitarbeiter krank sind.

Ich wundere mich aber, dass du dich dieser Meinung (blau machen) einfach so anschließt und kranke Mitarbeiter unter Generalverdacht stellst.
 
Ach da schau an, die großen Chefs sind am heulen. Kann man doch nicht ernst nehmen.

AOK: "Keine Hinweise" auf Missbrauch der telefonischen Krankschreibung

Die Zunahme der Fehlzeiten könnte der Kasse zufolge teils auch auf die Einführung der elektronischen Krankmeldungen zurückzuführen sein, was zu einer vollständigeren Erfassung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen beigetragen habe. Vermutlich hätten früher nicht alle Versicherten diese bei ihrer Kasse eingereicht.

Keine Hinweise sieht die AOK-Vorstandsvorsitzende Carola Reimann auf einen Missbrauch der telefonischen Krankschreibung. Dies wurde zuletzt im Zusammenhang mit den hohen Krankenständen diskutiert.




Ich war schon froh, dass ich mich nicht mit Durchfall, Fieber oder starken Kopfschmerzen zu meinem Arzt schleppen musste und einfach krank im Bett bleiben konnte.
Außerdem erzählt ja am Telefon keine Diagnosen, sondern Symptome.


Und dann müssen sich Chef auch fragen warum ihre Mitarbeiter so oft krank sind.

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Zu den Treibern zählen die Versicherer auch psychische Erkrankungen. Hier kamen zwischen Januar und August auf 100 Versicherte rund 15 solcher Fälle und damit bereits mehr als im Gesamtjahr 2023.

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