natasternchen
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Ich habe gerade diese Meldung gelesen, wonach Ärzte mit guten Argumenten die telefonische Krankschreibung verteidigen:
www.spiegel.de
Leider wird diese aber offenbar derart missbraucht, dass es irgendeiner Änderung bedarf.
Die psychologische Hürde und der tatsächliche Aufwand, sich krankschreiben zu lassen, sind durch die telefonische Krankschreibung unbestreitbar massiv gesenkt worden. Nun braucht der Mitarbeiter dem Arzt nicht mal ins Gesicht zu lügen sondern stellt am Telefon de facto einfach eine Eigendiagnose. Das Ergebnis sind Krankentage, wie wir sie nirgendwo in Europa kennen.
Krankheitstage: Mercedes-Chef kritisiert hohen Krankenstand in Deutschland
Bei Mercedes-Benz sind laut Ola Källenius teils doppelt so viele Mitarbeiter krank wie im europäischen Ausland. Das habe wirtschaftliche Folgen.
Allianz-Chef Bäte: Deutsche müssen mehr arbeiten - Versicherungswirtschaft-heute
Dass Deutschlands Beschäftigte im Jahr 2023 durchschnittlich 19,4 Tage krankgeschrieben waren, ist dem CEO des Allianz-Konzern ein Dorn im Auge. „Ohne den enorm hohen Krankenstand wäre die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr nicht um 0,3 Prozent geschrumpft, sondern um knapp 0,5 Prozent...
Ich kann dies auch aus meiner eigenen Firma bestätigen: Meine Firma sitzt in 16 Ländern mit 4000 Festangestellten. In keinem Land gibt es so viele Fehlzeiten wegen Krankheit, wie in Deutschland. Der Abstand zu Land zwei ist riesengroß! Auch wir bauen die Jobs in Deutschland gerade ab, weil es sich nicht mehr rechnet.
Was kann also die Lösung sein? Alle wieder zum Arzt schicken und die Bürokratie erneut erhöhen, wie es die FDP vorschlägt? Sehe ich eher nicht. Ich kann die Ärzte gut verstehen, die keine Lust auf erneute Bürokratie haben und die keine Patienten in den Praxen wollen, die gesund sind und einfach nur keinen Bock haben.
Spannend ist der Blick nach Europa, denn auch andere Länder wissen natürlich, dass ihre Mitarbeiter eine Motivation benötigen, um nicht blau zu machen:
Die Niederlanden zahlen bei Arbeitsunfähigkeit 52 Wochen lang nur 70 Prozent des Bruttolohnes, man hat also von Tag 1 30% Abzug (Anmerkung von mir: Unsere Kollegen in Amsterdam liegen unter 50% der Krankentage, wie in Deutschland).
In Schweden bekommt ein Arbeitnehmer am ersten Krankheitstag nichts, danach erhält er 14 Tage lang 75 Prozent des Bruttolohnes.
In Finnland beginnt die Entgeltfortzahlung erst mit dem zehnten Arbeitstag nach Beginn des Krankheitsausfalls. Viele Arbeitgeber zahlen schon früher Teile oder das volle Gehalt, dies ist aber Freiwillig. Finnland hat tatsächlich sehr wenige Krankentage pro Mitarbeiter.
Drei Karenztage mit 0,- Euro gibt es in Großbritannien. Die Arbeitnehmer erhalten maximal 28 Wochen lang gesetzliche Krankengeld. Viele Arbeitgeber zahlen schon vorher, aber dies ist freiwillig.
Was denkt ihr? Was müssen wir in Deutschland ändern, um aus dieser Situation wieder rauszukommen. Die Lösung kann wohl kaum sein, weitere Arbeitsplätze hier abzubauen, wie es derzeit passiert.
Ich werfe das Blaumachen dabei nicht mal den Arbeitnehmern vor sondern eher der Politik, welche derart naive und dumme Regelungen geschafft hat, dass diese auch von charakterlich korrekten Personen ausgenutzt werden, weil es einfach zu viele machen.
Ich will hier also keine deutschen Arbeitnehmer bashen (bin ja selbst einer), sondern möchte Meinungen hören und dazu anregen, endlich Karenztage einzuführen.
Mein Vorschlag: Die ersten drei Tage gibt es gar keinen Lohn, danach 7 Tage 80%, danach 100% für 42 Tage, wie bisher.
Auch dann wird es noch Blaumacher geben, aber eben nicht so viele, wie aktuell.
Was denkt Ihr dazu? Was sind Eure Vorschläge?
Hausärzte verteidigen telefonische Krankschreibung
Arbeitgeberverbände kritisieren die Möglichkeit, sich am Telefon krankschreiben zu lassen, als Ursache für die hohen Krankenstände. Die Hausärzte dagegen sind froh über die Entbürokratisierung.
Leider wird diese aber offenbar derart missbraucht, dass es irgendeiner Änderung bedarf.
Die psychologische Hürde und der tatsächliche Aufwand, sich krankschreiben zu lassen, sind durch die telefonische Krankschreibung unbestreitbar massiv gesenkt worden. Nun braucht der Mitarbeiter dem Arzt nicht mal ins Gesicht zu lügen sondern stellt am Telefon de facto einfach eine Eigendiagnose. Das Ergebnis sind Krankentage, wie wir sie nirgendwo in Europa kennen.
Krankheitstage: Mercedes-Chef kritisiert hohen Krankenstand in Deutschland
Bei Mercedes-Benz sind laut Ola Källenius teils doppelt so viele Mitarbeiter krank wie im europäischen Ausland. Das habe wirtschaftliche Folgen.
Allianz-Chef Bäte: Deutsche müssen mehr arbeiten - Versicherungswirtschaft-heute
Dass Deutschlands Beschäftigte im Jahr 2023 durchschnittlich 19,4 Tage krankgeschrieben waren, ist dem CEO des Allianz-Konzern ein Dorn im Auge. „Ohne den enorm hohen Krankenstand wäre die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr nicht um 0,3 Prozent geschrumpft, sondern um knapp 0,5 Prozent...
Ich kann dies auch aus meiner eigenen Firma bestätigen: Meine Firma sitzt in 16 Ländern mit 4000 Festangestellten. In keinem Land gibt es so viele Fehlzeiten wegen Krankheit, wie in Deutschland. Der Abstand zu Land zwei ist riesengroß! Auch wir bauen die Jobs in Deutschland gerade ab, weil es sich nicht mehr rechnet.
Was kann also die Lösung sein? Alle wieder zum Arzt schicken und die Bürokratie erneut erhöhen, wie es die FDP vorschlägt? Sehe ich eher nicht. Ich kann die Ärzte gut verstehen, die keine Lust auf erneute Bürokratie haben und die keine Patienten in den Praxen wollen, die gesund sind und einfach nur keinen Bock haben.
Spannend ist der Blick nach Europa, denn auch andere Länder wissen natürlich, dass ihre Mitarbeiter eine Motivation benötigen, um nicht blau zu machen:
Die Niederlanden zahlen bei Arbeitsunfähigkeit 52 Wochen lang nur 70 Prozent des Bruttolohnes, man hat also von Tag 1 30% Abzug (Anmerkung von mir: Unsere Kollegen in Amsterdam liegen unter 50% der Krankentage, wie in Deutschland).
In Schweden bekommt ein Arbeitnehmer am ersten Krankheitstag nichts, danach erhält er 14 Tage lang 75 Prozent des Bruttolohnes.
In Finnland beginnt die Entgeltfortzahlung erst mit dem zehnten Arbeitstag nach Beginn des Krankheitsausfalls. Viele Arbeitgeber zahlen schon früher Teile oder das volle Gehalt, dies ist aber Freiwillig. Finnland hat tatsächlich sehr wenige Krankentage pro Mitarbeiter.
Drei Karenztage mit 0,- Euro gibt es in Großbritannien. Die Arbeitnehmer erhalten maximal 28 Wochen lang gesetzliche Krankengeld. Viele Arbeitgeber zahlen schon vorher, aber dies ist freiwillig.
Was denkt ihr? Was müssen wir in Deutschland ändern, um aus dieser Situation wieder rauszukommen. Die Lösung kann wohl kaum sein, weitere Arbeitsplätze hier abzubauen, wie es derzeit passiert.
Ich werfe das Blaumachen dabei nicht mal den Arbeitnehmern vor sondern eher der Politik, welche derart naive und dumme Regelungen geschafft hat, dass diese auch von charakterlich korrekten Personen ausgenutzt werden, weil es einfach zu viele machen.
Ich will hier also keine deutschen Arbeitnehmer bashen (bin ja selbst einer), sondern möchte Meinungen hören und dazu anregen, endlich Karenztage einzuführen.
Mein Vorschlag: Die ersten drei Tage gibt es gar keinen Lohn, danach 7 Tage 80%, danach 100% für 42 Tage, wie bisher.
Auch dann wird es noch Blaumacher geben, aber eben nicht so viele, wie aktuell.
Was denkt Ihr dazu? Was sind Eure Vorschläge?