Nun, er könnte kündigen, sich um die Kinder kümmern- um die Pflegefamilie zu verhindern- und du würdest das Geld verdienen.
Würdest du das machen?
Auch mit dem Preis, dass der Lebensstandard sinken und die Paarzeit abnehmen würde?
Nein, das würde ich nicht tun.
Das ist vor allem in dem Alter blöd, da man Eltern als Bezugspersonen braucht und eine gewisse Verbindlichkeit. Die Kinder sind in der Pubertät, womöglich stehen sie mit 10 oder 13 sogar noch davor. In deiner Aufzählung kommt die Mutter gar nicht vor. Das ist wieder so etwas; kannst du dir nicht vorstellen, dass die Kinder ihre Mutter auch brauchen, schlicht weil sie sie lieben und auch die Mutter die Kinder liebt?
Es kommt mir so vor als würdest du völlig ausblenden, wie es dieser Frau mental geht.
Man sorgt dafür, dass sie gepflegt wird (essen, waschen, anziehen) und fertig.
Das empfinde ich als schlimm.
Bestimmt hat sie auch nicht alles richtig gemacht. Es wäre aber angebracht, auch Lösungen zu überlegen, bei sie nicht psychisch völlig abrutscht, sondern - Achtung - bei der auch sie ihre seelischen Streicheleinheiten bekommt. Sie ist ein Mensch, keine Sache.
Wie gesagt: Es ist das Ziel, für alle eine akzeptable Lösung zu finden. Das geht jedoch nicht, wenn sie keine Hilfe annimmt. Was soll er denn machen? Er kann ihr nichts aufzwingen und über ihren Kopf hinweg irgendetwas entscheiden.
Darum geht es nicht. Du hast den Kern meiner Aussage nicht begriffen. Es geht nicht darum, ob das nun mit seinem Job ginge oder nicht, ob das berechtigt ist oder nicht. Alles geschenkt.
Es geht darum, dass genauso wie jetzt seine Familie auch bisher schon wegen dem Job massiv ohne ihn auskommen musste und sowieso hätte auskommen müssen, weil es eben so ist wie es ist. Ergo war das alles nur eine Ausrede, dass er sie nicht verlassen kann, weil er ihr die Kinder nicht wegnehmen will und sie so krank ist. Er hatte ja nie vor, die Kinder mitzunehmen. Denn er war vorher schon wg dem Job nicht zuverlässig verfügbar und er ist es nun. Es geht darum, dass es das vorgeschoben hat. Nicht darum, was für ein toller Dad er ist. Es war eben bequemer, günstiger und vorteilhaft von ihm, sie nicht zu verlassen. Das nur so nebenbei.
Es ist ja jetzt genau das eingetreten, was er schon vorher vermutet hat. Es ist eskaliert. Er soll weiterhin an allen Fronten kämpfen. Er soll die perfekte Lösung finden, aber die gibt es gar nicht.
Wenn die Kinder bei ihr bleiben, dann heißt es, er wolle sich nicht kümmern und lässt die kranke Frau mit der Verantwortung alleine.
Wenn die Kinder zu ihm ziehen würden, dann heißt es, er wolle ihr die Kinder wegnehmen und sie fertig machen.
Er soll genug Geld verdienen, damit alle gut versorgt sind, aber gleichzeitig soll er am besten immer verfügbar sein.
Es soll eine Lösung gefunden werden, mit der auch sie leben kann, aber sie muss ja nicht mehr mit ihm reden, weil er der Böse ist. Er soll aber auch nichts über ihren Kopf hinweg entscheiden, weil sie ein eigenständiger Mensch ist.
Er soll ihr Hilfe anbieten, aber sie muss keine Hilfe von ihm annehmen.