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Verletzte Menschenwürde

Ihr könntet mir von euren eigenen Erfahrungen berichten.🙂

Also meine Erfahrung ist, dass @GrayBear recht hat. Es tut gut sich in einer geschützten Umgebung den Schmerz von der Seele zu reden. Immer nur rumzuheulen (sorry für den Ausdruck), dass die Würde verletzt sei und nicht zu sagen was Sache ist, ist jedoch ermüdend und das will auch keiner hören.

Wie reinigt man nun eine verletzte Seele vom Schmerz? Eigentlich gar nicht: Im Laufe des Lebens sollte das Erlebnis zu einer "normalen" Erzählung werden. So habe ich es jedenfalls verstanden und mit den Jahren wird es bei mir auch immer mehr so. Ein wenig Schmerz hingegen wird immer zurückbleiben...
 
So profan das auch klingen mag: ich habe über Jahre immer wieder Dinge "aufgearbeitet", "mir bewusst gemacht" und "reflektiert" und bin mit so einigem nicht weiter gekommen. Die Wut ging nicht weg, die Angst und der Schmerz auch nicht. Die Erinnerungen haben mich immer wieder eingeholt. Und dann sagte eine Frau mit Namen Dagmar im Rahmen eines Seminar etwa sinngemäß: "Wisst ihr, das wird jetzt einfach langweilig! Andauernd machen wir am selben Mist rum, heulen uns aus, trösten uns und es ändert sich nichts! Können wir das nicht einfach sein lassen?". Da saß ich nun und es hat so richtig weh getan zu erkennen, ich dieses ganze Zeug mit auch deswegen mit mir herum schleppe, weil ich meinen Rucksack nicht von diesem Müll befreien wollte.

Der Müll war da, war zu einem Teil von mir geworden. Hatte ich nicht schon genug getrauert, genug geschrien und genug getobt? Also was macht man mit Dingen, von denen man sich nicht trennen mag oder kann? Man räumt sie in den Keller und wartet ab, bis der nächste Umzug kommt und dann in den nächsten Keller damit. Ich werde das Zeug wohl nie los werden, aber ist das so schlimm? Ich habe gelernt, dass ich auch an andere Dinge denken und bessere Entscheidungen treffen kann, ohne zu vergessen und zu vergeben. Ich habe gelernt, damit zu leben, wenn ich diesen Mist schon nicht los werde. Das geht, ist machbar und funktioniert. Dann soll er eben bleiben und ich schiebe ihn immer mal wieder aus dem Weg. Auch darin habe ich inzwischen Übung.

Wenn Du @_Phoenix2_ genug getrauert und genug gekämpft hast, wirst Du erkennen, dass niemand Dir Deine Würde (zurück-)geben kann. Nur Du kannst das. "Würde" ist für mich Selbstwert und für den muss ich sorgen, um den muss ich mich leider selbst kümmern und wenn ich Glück habe, helfen mir andere und das Leben manchmal dabei. Es geht nicht immer alles schief. Also entscheide Du, ob Du Dich damit genug beschäftigt hast und dann packe den Krempel in eine Kiste und ab in den Keller. Du kannst die Kiste jederzeit wieder aufmachen und nochmal nachschauen, wenn Du das für sinnvoll und wichtig hältst. "Aus den Augen, aus dem Sinn" funktioniert zwar nicht immer, aber es hilft doch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ihr könntet mir von euren eigenen Erfahrungen berichten.🙂
Vielleicht nochmal anders:
Wahrscheinlich ist jeder in seinem Leben schon mal mehr oder weniger "unwürdig" behandelt worden.

Ich würde aber mal vermuten, dass Du heute grundsätzlich von den Dich umgebenden Menschen vernünftig behandelt wirst und auch sonst die grundlegenden Dinge für ein "menschenwürdiges" Leben hast, also Wasser und Nahrung, ein Dach über dem Kopf und eine Heizung im Winter.

Es ist Deine Entscheidung, Dich an Deinem jetzigen würdigen Leben zu erfreuen oder ständig in der Vergangenheit zu leben.
 
Ich weiß nicht, ob der Begriff "Menschenwürde" hier nicht etwas zu hoch gegriffen ist. Wurdest du diskriminiert oder von anderen als minderwertig wegen deiner Herkunft oder wegen bestimmter anderen Faktoren abgestempelt?

Du hast mit Verletzungen und Erlebnissen aus deiner Vergangenheit zu kämpfen, die dich offenbar sehr belasten. Wichtig, "um deine Seele zu reinigen" wäre tatsächlich die Frage, welcher Art dein "Trauma" ist. Um mit schlechten Erfahrungen umzugehen bedarf es Resilienz. Diese ist auch erlernbar. Ob ein Forum dabei helfen kann? Vielleicht.
Aber dazu müsstest du dich wohl doch weiter öffnen.

Ja, ich wurde schon als minderwertig wegen meiner Herkunft abgestempelt und habe meine Herkunft gehasst.

Mein Trauma, später, hat mit Gewalt zu tun. Ich wurde krankenhausreif geprügelt, von einer Männergruppe. Ich habe Kopfverletzungen erlitten und hatte in den folgenden Tagen riesengroße Angst, dass sich noch etwas wie Hirnblutung oder ähnliches entwickelt.

Vor allem aber hatte ich halt meine Menschenwürde verloren, in dem Sinne von Stolz und Wehrhaftigkeit. Ich habe meine Sicherheit verloren, dass ich andere schützen kann.

Meine Nase ist noch immer verhunzt, weil sie falsch zusammengewachsen ist. Vor allem aber
Ich habe auch schon mehr darüber geschrieben. Ich weiß nicht, warum ich das immer wieder schreiben muss.
 
So profan das auch klingen mag: ich habe über Jahre immer wieder Dinge "aufgearbeitet", "mir bewusst gemacht" und "reflektiert" und bin mit so einigem nicht weiter gekommen. Die Wut ging nicht weg, die Angst und der Schmerz auch nicht. Die Erinnerungen haben mich immer wieder eingeholt. Und dann sagte eine Frau mit Namen Dagmar im Rahmen eines Seminar etwa sinngemäß: "Wisst ihr, das wird jetzt einfach langweilig! Andauernd machen wir am selben Mist rum, heulen uns aus, trösten uns und es ändert sich nichts! Können wir das nicht einfach sein lassen?". Da saß ich nun und es hat so richtig weh getan zu erkennen, ich dieses ganze Zeug mit auch deswegen mit mir herum schleppe, weil ich meinen Rucksack nicht von diesem Müll befreien wollte.

Der Müll war da, war zu einem Teil von mir geworden. Hatte ich nicht schon genug getrauert, genug geschrien und genug getobt? Also was macht man mit Dingen, von denen man sich nicht trennen mag oder kann? Man räumt sie in den Keller und wartet ab, bis der nächste Umzug kommt und dann in den nächsten Keller damit. Ich werde das Zeug wohl nie los werden, aber ist das so schlimm? Ich habe gelernt, dass ich auch an andere Dinge denken und bessere Entscheidungen treffen kann, ohne zu vergessen und zu vergeben. Ich habe gelernt, damit zu leben, wenn ich diesen Mist schon nicht los werde. Das geht, ist machbar und funktioniert. Dann soll er eben bleiben und ich schiebe ihn immer mal wieder aus dem Weg. Auch darin habe ich inzwischen Übung.

Wenn Du @_Phoenix2_ genug getrauert und genug gekämpft hast, wirst Du erkennen, dass niemand Dir Deine Würde (zurück-)geben kann. Nur Du kannst das. "Würde" ist für mich Selbstwert und für den muss ich sorgen, um den muss ich mich leider selbst kümmern und wenn ich Glück habe, helfen mir andere und das Leben manchmal dabei. Es geht nicht immer alles schief. Also entscheide Du, ob Du Dich damit genug beschäftigt hast und dann packe den Krempel in eine Kiste und ab in den Keller. Du kannst die Kiste jederzeit wieder aufmachen und nochmal nachschauen, wenn Du das für sinnvoll und wichtig hältst. "Aus den Augen, aus dem Sinn" funktioniert zwar nicht immer, aber es hilft doch.

Ich mache das aber nicht absichtlich. Ich möchte mich nicht damit beschäftigen.
 
Ich habe meine Selbstsicherheit in Alltagssituationen verloren:

1. Kann ich andere schützen vor Gewalt aber auch vor anderes Unbill?
2. Trete ich anderen selbstbewusst gegenüber oder habe ich Angst, „dass die mich schlagen könnten“?
 
Ich mache das aber nicht absichtlich. Ich möchte mich nicht damit beschäftigen.
Meine Erfahrung ist, dass wenn sich frühere Ereignisse immer wieder aufdrängen, dass man die Trauerarbeit vielleicht noch nicht abgeschlossen hat. Hast Du die darin steckenden Gefühle in einem sicheren Umfeld noch einmal durchlebt und wirklich bis auf den Grund spürbar werden lassen? Erst dann konnte ich damit abschließen, sie beiseite packen. So tapfer muss man leider sein, musste ich feststellen.
 
Lieber Phoenix2,

ich antworte Dir jetzt "schonungslos" ehrlich. Ich wünschte ich wäre noch an dem Punkt wo ich spüren würde dass ich meine Würde "verloren" habe. Unschuldig leiden ist besser als schuldig leiden! Ich wurde im Leben so stark versucht dass ich mich anschließend ebenfalls schuldig gemacht habe. Mach dir keine Gedanken was du tust wenn du geschlagen wirst, mach dir lieber Gedanken was du lieber NICHT tust wenn du geschlagen wurdest. Du kannst es nicht im Voraus wissen wie du reagieren wirst. Du kannst mich privat anschreiben und ich erzähle Dir meine Story. Deine Frage nach der Würde gefäll mir kenne ich! Noch aus "harmloseren" Zeiten.

Ich hoffe du bist nicht unter 30 Jahre alt weil ich hätte schiß Dir zu viel zuzumuten.

Ansonsten wenn du keinen privaaten Kontakt willst. Fang an zu Jesus Gott zu beten. Denn Er kann Dir viel unnötigen Stress ersparen. Liebe Grüße! Wie man wieder Selbstvertrauen gewinnt weiß ich nicht denn ich weiß definitiv ICH bin nicht wehrlos. Und das hilft überhaupt nicht weiter! Sei lieber wehrlos und unschuldig! Das ist die größte Würde, schön dass du es überhaupt noch spürst. Die Frage ist aber schlimm wenn man sie sich stellen muss. Kann ich total nachvollziehen. Mit den richtigen Leuten um dich herum lässt sich Würdegefühl bestimmt wieder aufbauen aber in erster Linie hilft Jesus. Ich glaube dass wir viel so sind wie wir behandelt werden. Mobbing in der Schule kenne ich. Als man mich dann schließlich schlage wollte habe ich geschubst, zurückgeschubst. Das war nur eine Signalwirkung ich bin nicht wehrlos DESHALB wurde ich nicht verprügelt. Alles was nach der Schule pssiert ist stinkt so zum HImmel dass es keiner einem abkaufen würde. Rette deine Würde indem du analog dem Spruch kapierst: Bevor du bei dir selbst Depressionen diagnostizierst, stelle sicher dass du nicht komplett von Arschlöchern umgeben bist. Aber wer deine wahren Freunde und Feinde sind das kannst du objektiv ohne Jesus garnicht wissen. Versprich Jesus gehorsam, Er könnte nämlich in Dein Leben treten und dich warnen mit wem du dich besser nicht einlässt. Ich wünsche Dir viel Kraft wieder ein ausreichendes Würdegefühl zu bekommen.
 

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