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Leben mit Kleinkind - ich finde es die Hölle

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Ich hätte schon mehr Zeit für die Kinderbetreuung ermöglichen können, war (und bin) aber unvermindert der Auffassung, dass die Kita hierfür besser geeignet war und einen signifikanten Wertbeitrag geleistet hat. Wenn ich mir unsere Tochter heute anschaue fühle ich mich absolut bestätigt. Es passt daher auch nicht, diese Art der frühkindlichen Erziehung pauschal als Notlösung abzuurteilen.

Wenn eine Mutter wie die TE genervt und überfordert ist kommt es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit dem Kind zu Gute, die gemeinsame Zeit zu reduzieren, damit die verbleibende Zeit wieder mit Freude und positiven Gefühlen gefüllt werden kann.
 
Wenn man eine gescheite Kita hat (die nicht nur ne Verwahranstalt ist), schadet es nicht, das Kind dort zumindest teilzeit unterzubringen. Machen viele in meinem Umfeld ab ca. 1,5 Jahren (übrigens Westdeutschland) und den Kids geht es bisher allen prima, tolle Sozialskills, trotz allem prima erzogen, keine Auffälligkeiten. Ganztag würde ich bei soo kleinen Kindern aber auch noch nicht machen (eher aus dem Bauchgefühl heraus).

Was ein 2. Kind betrifft: nun, laut Aussagen meiner Mutter (+ Familienvideos) war ich auch so ein Klammeräffchen, das man keine 5min alleine lassen konnte, um etwa aufs Klo zu gehen, weil ich sonst nur am heulen war. Und zwar genau bis zu dem Tag, an dem meine Mutter aus dem Krankenhaus kam und ein Brüderchen für mich mitgebracht hatte. Fortan war meine Mutter völlig uninteressant, denn es war viel spannender, ihm anfangs beim schlafen zuzuschauen und ihm später alles beizubringen, was ich schon konnte. Wir waren zwar Meister im Chaos veranstalten, wenn man uns zu lange aus den Augen ließ. Das Kinderzimmer sah anschließend aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen. Aber sie konnte uns prima beide für Stunden allein im Kinderzimmer lassen, wir beschäftigten uns einfach miteinander.

Ich finde übrigens, dass du dich absolut nicht schämen brauchst. Meine Freundinnen kriegen gerade alle Kinder und weißt du was? ALLE berichten mir das, was du mir berichtest. Du bist also bei weitem nicht die Einzige.

Ich denke, in 1-2 Jahren wird das schon besser werden. Denn mal ganz davon abgesehen, dass deine Tochter dann ohnehin in den Kindergarten geht, wird Spielzeug zunehmend interessanter für sie werden.

Ich kann dir nur raten: rede mit deinem Partner. Dass er sie etwa 2x pro Woche abends komplett allein betreut, sodass du gammeln oder mit Freundinnen weg kannst. Frage Freundinnen, ob sie mit dir am Wochenende was unternehmen und sich dabei vorwiegend um die Kleine kümmert. Habe ich bei meiner besten Freundin gemacht: wenn wir unterwegs waren, dachten viele, ihr Kleiner wäre mein Kind. Weil ich ihn gefüttert und gewickelt hatte (nehmt ein Café mit Spielecke, das wirkt Wunder), sodass sie wenigstens ein bisschen Ruhe hatte. Habe ich gerne gemacht, bei allen ihren Kindern, so konnte auch ich meinen Muttertrieb etwas ausleben. Oder ich bin mit den Kids auf den Spielplatz gegangen, dass sie in Ruhe den Haushalt machen konnte...
 
Habe ich bei meiner besten Freundin gemacht: wenn wir unterwegs waren, dachten viele, ihr Kleiner wäre mein Kind. Weil ich ihn gefüttert und gewickelt hatte (nehmt ein Café mit Spielecke, das wirkt Wunder),
deal,
haben wir auch gemacht, NIE alleine nur zu zweit mit Kindern weg..... 🙂
Freunde/Familie mitnehmen, die das Kind bespaßen, damit die Eltern mal in Ruhe zu zweit wie auf einer Insel essen können
 


Aber immer dieses verfügbar sein, ständig beschäftigen und dieser Stress...ich pack es nicht mehr langsam

Zum Teil normal, teilweise manchmal auch hausgemacht.

Wie sehen eure Abläufe aus?
Denkst du, permanent um das Kind kreisen zu müssen oder setzt du Grenzen?

wenn ich mich vor lauter Erschöpfung nur noch durch den Tag schleppe

Dann wird es allerhöchste Zeit, praktikable Lösungen zu finden, mit deiner Energie besser zu haushalten.

Übrigens wir haben Oma und Opa und ohne die Schwiegermutter würde ich schon in der Psychatrie sitzen

Wann und wie häufig, regelmäßig, könnt ihr darauf zurückgreifen?
Wie kannst du die gewonnene freie Zeit sinnvoll für dich nutzen, um aufzutanken?
Wie häufig für Paarzeit?
Wann übernimmt dein Mann?
Wie strukturiert ihr eure Wochenenden?

wir waren heute
essen und wir waren zu zweit! beschäftigt mit ihr...da hat man keine Cache... man nimmt fast nichts mehr herum um sich wahr. ist nur mit ihr beschäftigt um sie zu bespaßen

Wohin soll die permanente, ungeteilte Aufmerksamkeit führen?

Gibt es bei euch Spielzeug ausschließlich für solche Gelegenheiten? Malzeug samt Unterlage? Gelegentlich kleine Überraschungen?
Das kann dafür sorgen, dass etwas weniger Aufmerksamkeit durch das Kind gebunden wird.

Wie läuft Essen zu Hause ab?
Es gibt Tobezeit, es gibt aber auch Zeiten, in denen es ruhiger laufen muss, ein Kind lernen muss sitzen zu bleiben und sich mehr mit sich selbst beschäftigen muss.
Übst du das bei den täglichen Mahlzeiten?

ständig will sie laufen, ist ja normal.

Ja, nur geht es eben nicht immer wie man möchte; ein Restaurant ist kein Spielplatz. Das gilt es zu üben und zu lernen.

Je mehr du jetzt investierst und vermittelst, wiederholst und wiederholst, dich konsequent (=zuverlässig, nicht hart) verhältst, desto schneller wird es für das Kind und dich leichter.

Überlege dir, was du deinem Kind beibringen möchtest und beginne das zu vermitteln.
Die Kleine braucht euch als Wegweiser.
Und ihr die Erleichterung, die ihr euch erarbeiten könnt.
 
Jeder hat wohl auch vorher gewusst, dass kleine Kinder anstrengend sind , die Zeit geht aber vorbei und mit einigen Tricks und Einschränkungen durchaus machbar .
Liebe @Crazybabe85
Irgendwann ist die Partyzeit im Leben vorbei , das ist nun mal so.
Sei lieber froh darüber was Du hast und sieh es positiv
(...)
 
Zuletzt bearbeitet:
ich habe eine Tochter die wird jetzt 1,5 Jahre und vorweg! ich LIEBE SIE!
Wie manifestiert sich diese Liebe?
ich finde es einfach die Hölle...sie läuft jetzt.
Es ist einfach heftig das das jetzt ungefähr noch 3 Jahre so weiter geht bis sie mal einigermaßen was versteht und dann kommen
andere Phasen...ich pack das nicht...
Ich spüre da exakt null Liebe, null Neugier, null Respekt.
Aber vielleicht definiere ich Liebe auch anders als du.
Kleiner Trost: Frustrierte Frauen, die ganz verwundert darüber sind, dass Elternschaft zu Veränderungen führt, ergreifen in Horden das Wort. Es gibt eine Bewegung aus den USA, sie nennt sich "Regretting motherhood", also "Bereuende Mutterschaft". Gibt es auch viel im Netz zu. Vielleicht findest du dort ein wenig Trost.
Ich bin gegen frühe Fremdbetreuung, in diesem Fall würde ich aber alles tun, um das kind zu entlasten. Es spürt nämlich, dass du seine existenz bereust. Gib es zu einer lieben Tagesmutter, genieße dein Leben. Von einer solchen Mutter-Kind-Bindung profitiert kein Kind.
Rede mit Mann, Eltern, Schwiegereltern über dein Befinden, versuche, das Kind regelmäßig loszuwerden. Zur Not, wenn du spürst, dass du das "nicht packst" bestünde auch die Option, die Familie zu verlassen. Man muss nur ehrlich kommunizieren.
Sag deiner Familie, dass du die Entscheidung zum Kind bereust und dringend Hilfe brauchst.
 
Nachtrag:
Ich habe deine anderen Fäden zum Thema Kind gelesen.
Ich empfehle dir psychotherapeutische Unterstützung.
Du klagst von Tag 1 an.
Eigentlich willst du dieses Kind nicht.
Du brauchst mehr als organisatorische Hilfe.
 
(...)

Die gute Nachricht ist, dass es diverse Stellschrauben gibt, um die Belastung zu reduzieren. Das beginnt bei Hilfsangeboten und endet bei der eigenen Einstellung.. und ganz viel dazwischen.

Wenn dir alles zuviel ist, liebe TE, und du dich außerstande siehst, Änderungen für dich selber herbeizuführen, würde ich mich mal bei z.B. pro familia beraten lassen. Eine solche Beratung hat gegenüber diesem Forum den Vorteil, dass du ganz konkrete Adressen für deinen Wohnort genannt bekommst, an die du dich wenden kannst. Ziel sollte sein, deinen immensen Stresspegel zu reduzieren und dich darüber in die Lage zu bringen, auch wieder die schönen Seiten eines Kindes wahrnehmen zu können.

Denn eines ist wichtig zu verinnerlichen: Es war nicht die Entscheidung eures Kindes, auf die Welt zu kommen, sondern deine, es zu kriegen. Damit sind Konsequenzen verbunden und eine moralische Pflicht, diesem kleinen Wesen Gutes zu tun, da es alleine nicht überlebensfähig ist. Man wird nicht als Eltern geboren, aber man kann dazulernen.. und eben auch, wie man für sich den Stress reduziert, um der Verantwortung gerecht werden zu können. Dein Kind hat Liebe verdient!
 
Zuletzt bearbeitet:
Es war nicht die Entscheidung eures Kindes, auf die Welt zu kommen, sondern deine, es zu kriegen. Damit sind Konsequenzen verbunden und eine moralische Pflicht, diesem kleinen Wesen Gutes zu tun, da es alleine nicht überlebensfähig ist. Man wird nicht als Eltern geboren, aber man kann dazulernen.. und eben auch, wie man für sich den Stress reduziert, um der Verantwortung gerecht werden zu können. Dein Kind hat Liebe verdient!

Eigentlich geht es darum (siehe oben).

Ja, das Leben mit Kind kann anstrengend sein. Anders, als man sich das gedacht hatte.
Ja, ich erinnere mich, ich hab auch mal davon geträumt, einfach nur 5 Minuten allein auf die Toilette gehen zu können. Ein Buch lesen zu können. Mal durchschlafen, mal ausgehen... Das alles ist ja nicht aus der Welt, sondern nur verschoben.
Die gute Nachricht: das verwächst sich.
Genauso wie die Trotzphase mit 2 bis 3, später blaue Haare, ein Punkerschnitt oder sonstiges. Das weiß man aber meistens erst hinterher.

Bis dahin gibt es die bereits erwähnten Stellschrauben. Und die ebenfalls erwähnten selbsteingegangenen Verpflichtungen und Verantwortung Deinem Kind gegenüber.

Es ist nicht immer alles rosig. Aber es ist es wert!
 
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