Organisatorische Tätigkeiten bereiten mir große Freude. Ich mache das richtig gerne. Aber ich wünsche mir auch Unterstützung von meinen Mitmenschen, wenn ich z. B. mal eine beruflich stressige Phase und weniger Zeit für Privates habe.
Außerdem kann ich nicht nachvollziehen, was daran schwierig sein soll, das Telefon in die Hand zu nehmen und jemanden anzurufen. Oder jemandem eine WA mit 1-2 kurzen Sätzen zu schicken.
@Geißblatt67 : Genau aus diesem Grund habe ich die Freundschaft nach vielen Jahren schweren Herzens beendet. Mir ist erst viele Jahre später bewusst geworden, dass ich mir von ihr viel zu viel gefallen lassen habe. Einmal hat sie etwas gebracht, worauf ich den Kontakt sofort hätte abbrechen sollen. Aber weil wir uns so lange kannten und ich an ihr hing, brachte ich es nicht übers Herz. Damals kannte ich meinen Mann noch nicht und hatte in der früheren Heimat keinen Freundeskreis mehr. Meine Freundin wusste, dass ich die Jahre zuvor an Silvester immer alleine war und gerne mit ihr und ihrem Mann gefeiert hätte. Die Beiden haben mehrmals zu mir gesagt: "Du Paulinchen, wir sind jetzt nicht gerade die fleißigsten Leute, wenn es um Kontaktsuche geht, wie du weißt. Aber du weißt auch, dass du bei uns jederzeit willkommen bist. Ruf einfach an, wir machen was aus und dann feierst du Silvester mit uns in unserem Zuhause." Sie haben mir ihr Versprechen gegeben.
So ca. 2 Wochen vor Silvester war ich mit ihr auf dem Weihnachtmarkt (natürlich auf meine Initiative hin) und habe sie auf Silvester angesprochen. Antwort: "Du, wenn wir zu Hause wären, bist du natürlich immer bei uns willkommen. Aber wir haben schon von 3 verschiedenen Leuten eine Einladung für Silvester bekommen und werden vermutlich woanders feiern."
Ich blieb also ein weiteres Mal zum Jahreswechsel alleine. Einige Wochen später fragte ich sie, welche Einladung sie letztendlich angenommen hatten. Antwort: "Gar keine. Meine Freundin X war kurz vor Silvester bei mir und hat mich gefragt, ob wir zusammen feiern wollten. Ich fand die Idee prima, also waren meine Freundin und ihre Mutter zum Jahreswechsel bei mir und meinem Mann." Auf die Idee, mich auch zu fragen, ist sie natürlich nicht gekommen. Klar logisch, dann hätte sie ja das Smartphone in die Hand nehmen und mich anrufen oder anschreiben müssen.
Das war für mich ein Schlag ins Gesicht. In dem Moment hätte ich sie sofort aus meinem Leben streichen müssen. Aber ich konnte es nicht.
Als ich später meinen jetzigen Mann kennenlernte, hoffte ich, dass ich durch meine Beziehung weniger bedürftig wirkte und sie sich evtl. etwas mehr bemühen würde. Hat aber nichts gebracht. Meine Freundin und ihr Mann fanden meinen Mann zwar auf Anhieb sympathisch und verstanden sich prima mit ihm. Aber es blieb bei 1-2 Treffen im Jahr und zwischen den Treffen so gut wie null Kontakt. Mein Mann, mit dem ich damals noch nicht zusammenlebte und nicht verheiratet war, kam eines Tages auf die Idee, das Paar übers Wochenende zu sich einzuladen und dass wir vier uns gemeinsam eine schöne Zeit machten. Ich habe meiner Freundin Anfang Mai eine Nachricht geschrieben und sie gebeten, mir Bescheid zu geben, ob sie und ihr Mann einem Wochenende im Juli Zeit gehabt hätten. Ich hatte schon mit einer verspäteten Antwort und natürlich auch mit einer Absage gerechnet, aber diesmal kam gar keine Antwort und dann war es für mich vorbei.
Mich haben die letzten Jahre mit ihr sehr viel Kraft gekostet. Und irgendwie fuchst mich das noch heute, Jahre nach dem Kontaktabbruch, weil es niemals ein klärendes Gespräch gegeben hat. Wobei ich denke, dass so ein Gespräch mich auch nicht weiter gebracht hätte. Ich habe ihr in der Vergangenheit mehrmals deutlich zu verstehen gegeben, dass mir in unserem Kontakt etwas fehlte. Sie hatte mir x-mal Besserung versprochen, es hat sich nicht ansatzweise was zum Positiven verändert, null. Irgendwann konnte ich nicht mehr anders, als den kompletten Cut zu vollziehen.