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Warum ziehe ich bequeme Menschen an?

Ganz am Anfang, als wir uns in der Ausbildung kennengelernt hatten, war ihr Terminplan ein gutes Stück voller als meiner. Sie hatte einen großen Freundeskreis und viel Kontakt zu Personen aus ihrer Verwandtschaft. Ich hatte deutlich weniger Kontakt mit Verwandten (meine Familie wohnt größtenteils weit weg) und sie war meine einzige Freundin. Es war wirklich so, dass ich am Anfang viel mehr Zeit hatte als sie und v. a. viel öfter zu Hause war (damals gab es noch keine Handys, wir waren nur zu Hause auf dem Festnetz erreichbar).

Im Laufe der Jahre habe ich mir einen stabilen, männlichen Freundeskreis aufgebaut, war auch öfters mal verabredet und hatte beruflich ganz schön viel zu tun. Irgendwann war ich diejenige, die seltener zu Hause war und weniger Zeit hatte. Deshalb war das für mich klar, dass meine Freundin sich mehr bemühen würde und nicht erwarten, dass ich mich nach einem harten 10-Stunden-Arbeitstag und 2 Stunden Bahnfahrt noch als Erste meldete. Tja, falsch gedacht.




Weil meine Freundin es als zu großen Stress empfand, sich nach Feierabend noch aktiv bei mir zu melden, hatte ich gehofft, sie würde es an einem freien Tag machen. Hat sie aber genauso wenig wie nach Arbeitstagen.
Es heißt nicht umsonst "Wie man es anfängt , so muss man es treiben."
Die sind das so gewöhnt und es klappt ja auch, warum also ändern?
 
Es heißt nicht umsonst "Wie man es anfängt , so muss man es treiben."
Die sind das so gewöhnt und es klappt ja auch, warum also ändern?

Bei unserem Kennenlernen waren wir noch jung, ich hatte wenig Erfahrung mit Menschenkontakt. Außerdem haben mich meine Eltern beigebracht, dass ich nicht nur nehmen sollte, sondern auch für meine Mitmenschen etwas tun.

Meine Eltern hatten übrigens das gleiche Problem wie ich. Wenn ein Schulfest geplant war, war es fast immer meine Mutter, die den Kuchen gebacken hat. Sie hat sich als Erste freiwillig dafür gemeldet und ist davon ausgegangen, dass andere Mütter für die kommenden Feste backen würden. Als für die nächste Feier niemand gefunden wurde, wurde meine Mutter ganz höflich gebeten, ob sie noch ein zweites Mal backen könnte, weil die anderen Mütter alle so sehr im Stress waren und keine Zeit hatten. Weil sie uns Kindern nicht die Freude vermiesen sollte, hat sie es gemacht. Nachdem sie sich auch ein drittes Mal darauf eingelassen hatte, blieb diese Aufgabe komplett an ihr hängen.

Wenn mein Bruder oder ich mit unseren Schulfreunden ins Kino oder sonstwohin wollten, war es immer unser Vater, der uns mit dem Auto hinfuhr und wieder abholte. Natürlich hat er unseren Freunden mal gesagt, sie sollten ihre Eltern fragen, ob man sich mit der Fahrerei abwechseln wollte. Aber die haben sich geweigert und er hat es dann weiter gemacht.

Ich könnte mir niemals auf Kosten eines anderen Menschen ein bequemes Leben machen. Für mich ist das ganz natürlich, dass beide Seiten sich engagieren - egal ob in der Partnerschaft, in einer Freundschaft oder auf beruflicher Ebene.

Meine ehemalige Freundin gehört zur Sorte Mensch, die das mitnimmt, was ihr am Bequemsten erscheint. Als wir noch relativ viel Kontakt hatten, waren wir gemeinsam in der Ausbildung und arbeiteten später noch einige Jahre in der gleichen Stadt. Unsere Treffen machten wir aus, wenn wir uns während der Bahnfahrt begegneten. Sie musste mich nicht anrufen oder anschreiben, weil wir oft mit dem gleichen Zug fuhren.

Sie sucht in erster Linie Kontakt zu Menschen, die schnell erreichbar sind. Freunde in der Nachbarschaft und Arbeitskollegen aus der gleichen Abteilung haben bei ihr die besten Chancen. Unser Kontakt wurde weniger, nachdem sie jobtechnisch tagsüber in einer anderen Stadt war. Unsere Wohnorte lagen ca. 15 km auseinander. Das war für mich keine weite Entfernung, aber ihr wäre es nicht im Traum eingefallen, mich mal zu kontaktieren und einfach so ein Treffen vorzuschlagen. Wenige Jahre vor dem Ende unserer Freundschaft machte sie eine 2-jährige abendschulische Weiterbildung. Erst gegen Ende der Weiterbildung erfuhr ich, dass diese Abendschule in meinem damaligen Wohnort war. Als ich sie fragte, ob sie in dieser Zeit kein einziges Mal auf die Idee gekommen war, nach dem Unterricht mal kurz bei mir vorbeizuschauen, zog sie wieder ihr dümmliches Unschuldsgesicht und meinte mit tieftrauriger Stimme: "Aber ich hab' doch eine Fahrgemeinschaft mit zwei Mädels aus meiner Klasse und müsste alles umorganisieren, wenn ich dich mal besuchen wollte." Ja, das war ihr mal wieder "zu stressig". Ich war stinksauer.
 
Bei unserem Kennenlernen waren wir noch jung, ich hatte wenig Erfahrung mit Menschenkontakt. Außerdem haben mich meine Eltern beigebracht, dass ich nicht nur nehmen sollte, sondern auch für meine Mitmenschen etwas tun.

Meine Eltern hatten übrigens das gleiche Problem wie ich. Wenn ein Schulfest geplant war, war es fast immer meine Mutter, die den Kuchen gebacken hat. Sie hat sich als Erste freiwillig dafür gemeldet und ist davon ausgegangen, dass andere Mütter für die kommenden Feste backen würden. Als für die nächste Feier niemand gefunden wurde, wurde meine Mutter ganz höflich gebeten, ob sie noch ein zweites Mal backen könnte, weil die anderen Mütter alle so sehr im Stress waren und keine Zeit hatten. Weil sie uns Kindern nicht die Freude vermiesen sollte, hat sie es gemacht. Nachdem sie sich auch ein drittes Mal darauf eingelassen hatte, blieb diese Aufgabe komplett an ihr hängen.

Wenn mein Bruder oder ich mit unseren Schulfreunden ins Kino oder sonstwohin wollten, war es immer unser Vater, der uns mit dem Auto hinfuhr und wieder abholte. Natürlich hat er unseren Freunden mal gesagt, sie sollten ihre Eltern fragen, ob man sich mit der Fahrerei abwechseln wollte. Aber die haben sich geweigert und er hat es dann weiter gemacht.

Ich könnte mir niemals auf Kosten eines anderen Menschen ein bequemes Leben machen. Für mich ist das ganz natürlich, dass beide Seiten sich engagieren - egal ob in der Partnerschaft, in einer Freundschaft oder auf beruflicher Ebene.

Meine ehemalige Freundin gehört zur Sorte Mensch, die das mitnimmt, was ihr am Bequemsten erscheint. Als wir noch relativ viel Kontakt hatten, waren wir gemeinsam in der Ausbildung und arbeiteten später noch einige Jahre in der gleichen Stadt. Unsere Treffen machten wir aus, wenn wir uns während der Bahnfahrt begegneten. Sie musste mich nicht anrufen oder anschreiben, weil wir oft mit dem gleichen Zug fuhren.

Sie sucht in erster Linie Kontakt zu Menschen, die schnell erreichbar sind. Freunde in der Nachbarschaft und Arbeitskollegen aus der gleichen Abteilung haben bei ihr die besten Chancen. Unser Kontakt wurde weniger, nachdem sie jobtechnisch tagsüber in einer anderen Stadt war. Unsere Wohnorte lagen ca. 15 km auseinander. Das war für mich keine weite Entfernung, aber ihr wäre es nicht im Traum eingefallen, mich mal zu kontaktieren und einfach so ein Treffen vorzuschlagen. Wenige Jahre vor dem Ende unserer Freundschaft machte sie eine 2-jährige abendschulische Weiterbildung. Erst gegen Ende der Weiterbildung erfuhr ich, dass diese Abendschule in meinem damaligen Wohnort war. Als ich sie fragte, ob sie in dieser Zeit kein einziges Mal auf die Idee gekommen war, nach dem Unterricht mal kurz bei mir vorbeizuschauen, zog sie wieder ihr dümmliches Unschuldsgesicht und meinte mit tieftrauriger Stimme: "Aber ich hab' doch eine Fahrgemeinschaft mit zwei Mädels aus meiner Klasse und müsste alles umorganisieren, wenn ich dich mal besuchen wollte." Ja, das war ihr mal wieder "zu stressig". Ich war stinksauer.
Es passiert Dir ja immer wieder. Vielleicht solltest Du lernen nicht immer ja zu sagen und Dich zu kümmern und warten bis die anderen was beisteuern.
 
Außerdem habe ich mir den Mund fusselig geredet, dass ich mir wünschte, auch mal kontaktiert zu werden und nicht immer den ersten Schritt machen zu müssen.

Wenn ich derart datum betteln müsste, dass eine Freundin mit mir Kontakt hält, würde ich es echt bleiben lassen.

Der Wunsch nach Kontakt sollte von beiden Seiten kommen, sonst ist es in meinen Augen keine echte Freundschaft.
 
Organisatorische Tätigkeiten bereiten mir große Freude. Ich mache das richtig gerne. Aber ich wünsche mir auch Unterstützung von meinen Mitmenschen, wenn ich z. B. mal eine beruflich stressige Phase und weniger Zeit für Privates habe.

Außerdem kann ich nicht nachvollziehen, was daran schwierig sein soll, das Telefon in die Hand zu nehmen und jemanden anzurufen. Oder jemandem eine WA mit 1-2 kurzen Sätzen zu schicken.


@Geißblatt67 : Genau aus diesem Grund habe ich die Freundschaft nach vielen Jahren schweren Herzens beendet. Mir ist erst viele Jahre später bewusst geworden, dass ich mir von ihr viel zu viel gefallen lassen habe. Einmal hat sie etwas gebracht, worauf ich den Kontakt sofort hätte abbrechen sollen. Aber weil wir uns so lange kannten und ich an ihr hing, brachte ich es nicht übers Herz. Damals kannte ich meinen Mann noch nicht und hatte in der früheren Heimat keinen Freundeskreis mehr. Meine Freundin wusste, dass ich die Jahre zuvor an Silvester immer alleine war und gerne mit ihr und ihrem Mann gefeiert hätte. Die Beiden haben mehrmals zu mir gesagt: "Du Paulinchen, wir sind jetzt nicht gerade die fleißigsten Leute, wenn es um Kontaktsuche geht, wie du weißt. Aber du weißt auch, dass du bei uns jederzeit willkommen bist. Ruf einfach an, wir machen was aus und dann feierst du Silvester mit uns in unserem Zuhause." Sie haben mir ihr Versprechen gegeben.

So ca. 2 Wochen vor Silvester war ich mit ihr auf dem Weihnachtmarkt (natürlich auf meine Initiative hin) und habe sie auf Silvester angesprochen. Antwort: "Du, wenn wir zu Hause wären, bist du natürlich immer bei uns willkommen. Aber wir haben schon von 3 verschiedenen Leuten eine Einladung für Silvester bekommen und werden vermutlich woanders feiern."

Ich blieb also ein weiteres Mal zum Jahreswechsel alleine. Einige Wochen später fragte ich sie, welche Einladung sie letztendlich angenommen hatten. Antwort: "Gar keine. Meine Freundin X war kurz vor Silvester bei mir und hat mich gefragt, ob wir zusammen feiern wollten. Ich fand die Idee prima, also waren meine Freundin und ihre Mutter zum Jahreswechsel bei mir und meinem Mann." Auf die Idee, mich auch zu fragen, ist sie natürlich nicht gekommen. Klar logisch, dann hätte sie ja das Smartphone in die Hand nehmen und mich anrufen oder anschreiben müssen.

Das war für mich ein Schlag ins Gesicht. In dem Moment hätte ich sie sofort aus meinem Leben streichen müssen. Aber ich konnte es nicht.

Als ich später meinen jetzigen Mann kennenlernte, hoffte ich, dass ich durch meine Beziehung weniger bedürftig wirkte und sie sich evtl. etwas mehr bemühen würde. Hat aber nichts gebracht. Meine Freundin und ihr Mann fanden meinen Mann zwar auf Anhieb sympathisch und verstanden sich prima mit ihm. Aber es blieb bei 1-2 Treffen im Jahr und zwischen den Treffen so gut wie null Kontakt. Mein Mann, mit dem ich damals noch nicht zusammenlebte und nicht verheiratet war, kam eines Tages auf die Idee, das Paar übers Wochenende zu sich einzuladen und dass wir vier uns gemeinsam eine schöne Zeit machten. Ich habe meiner Freundin Anfang Mai eine Nachricht geschrieben und sie gebeten, mir Bescheid zu geben, ob sie und ihr Mann einem Wochenende im Juli Zeit gehabt hätten. Ich hatte schon mit einer verspäteten Antwort und natürlich auch mit einer Absage gerechnet, aber diesmal kam gar keine Antwort und dann war es für mich vorbei.

Mich haben die letzten Jahre mit ihr sehr viel Kraft gekostet. Und irgendwie fuchst mich das noch heute, Jahre nach dem Kontaktabbruch, weil es niemals ein klärendes Gespräch gegeben hat. Wobei ich denke, dass so ein Gespräch mich auch nicht weiter gebracht hätte. Ich habe ihr in der Vergangenheit mehrmals deutlich zu verstehen gegeben, dass mir in unserem Kontakt etwas fehlte. Sie hatte mir x-mal Besserung versprochen, es hat sich nicht ansatzweise was zum Positiven verändert, null. Irgendwann konnte ich nicht mehr anders, als den kompletten Cut zu vollziehen.
 
Seit meiner Kindheit ziehe ich immer wieder Menschen an, die sehr träge und bequem sind, keine Tätigkeiten von sich aus aktiv in die Hand nehmen und alle anfallenden Arbeiten mir überlassen. Sowohl beruflich, als auch privat bin ich schon mehrmals an solche Personen geraten. Wie kann man so etwas vermeiden und dafür sorgen, dass sie andere Seite sich auch bemüht und aktiv ist?

Kontakte vermeiden.
Menschen kann man nicht ändern.
 
@Paulinchen
Du bist verheiratet, gibt Dir denn Dein Partner und Ehemann welcher ja auch Dein bester Freund sein sollte , nicht das Gefühl , Du bist emotional ausgelastet , so das Du nicht Freundinnen, die sich monatelang nicht melden , nicht hinterherlaufen musst ?
Ich wäre viel zu stolz dazu , und dazu bleibt eine Kollegin immer eine Kollegin ..und nicht eine beste Freundin
Fehlt Dir emotionale Bestätigung in Deiner Ehe ?
 
Außerdem kann ich nicht nachvollziehen, was daran schwierig sein soll, das Telefon in die Hand zu nehmen und jemanden anzurufen. Oder jemandem eine WA mit 1-2 kurzen Sätzen zu schicken.
Mangelndes Interesse.
Ich melde mich auch selten bei Leuten, die mir nicht besonders wichtig sind.
Beurteile Menschen künftig nach ihrem Handeln, nicht nach ihren Worten.
Es besteht keine Verpflichtung, befreundet zu sein.
 

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