Der "Sexualtrieb" ist wie du selbst schreibst ein Trieb (bzw. ein Instinkt) und damit auf der unterbewussten Ebene unseres Seins angesidelt.das Anliegen mag zwar etwas seltsam klingen, aber mich würde interessieren, was es für Möglichkeiten gibt den Sexualtrieb zu unterdrücken. Hat hier jemand selbst sowas schon ausprobiert und wie waren die Erfolge damit?
Als Menschen sind wir aber nicht hilflos unseren Trieben ausgeliedert. Wir haben die Möglichkeit, sie durch unsere mentale (und seelische) Entwicklung in Bahnen zu lenken. Und damit meine ich gerade NICHT die "Holzhammer-Methode" sich zu sagen "ich will diese Gefühle nicht" und gegen sie anzukämpfen. Sondern sie mit persönlicher Erkenntnis und Überzeugungen in eine kontrollierte Bahn zu lenken, z.B. um sich vor Situationen zu schützen, die man sich nicht verzeihen könnte bzw. durch die man seine Selbstachtung verlieren würde. Dieses "in Bahnen lenken" geht dabei ohne Widerstand und ist das Gegenteil von "unterdrücken von Gefühlen".
In manchen Fällen können unsere Gefühle/Triebe uns auch auf verdrängte Themen und Erfahrungen hinweisen, und neben dem eben beschriebenen "in bahnen lenken" kamm man sie dann auch zum Aufarbeiten vergangener (vielleicht vergessener) Erfahrungen nutzen.
Das ganze ist dabei mir viel Reflektion und Einfühlungsvermögen verbunden, Eigenschaften, die in unserer aktuellen Gesellschaft leider nicht mehr besonders geschätzt werden (aktuell werden meinem Gefühl nach eher einfache (Schein-)Lösungen und das übernehmen fremder "vorgefertigter" Meinungen/Standpunkte/Denkweisen propagiert).
Ich selber habe jedenfalls einen guten Weg gefunden, mein Leben nicht von Sexualtrieben bestimmen zu lassen und den Fokus auf das zu lenken, was mir wirklich wichtig ist. Da dies für mich ein sehr persönliches Thema ist, werde ich darüber aber nicht im öffentlichen Bereich schreiben - falls es dich interessiert, kannst du mir aber gerne eine private Nachricht schreiben.
Ansonsten wurde hier noch ein anderes interessantes interessantes Thema angesprochen, das ich noch auf einen speziellen Punkt zuspitzen möchte: Das stärker werden des Sexualtriebs in Extremsituationen kann man auch als eine Ausprägung des menschlichen Überlebensinstinkts interpretieren. Das zumindest bei unseren Vorfahren die Chance zum Erhalt der eigenen Gene maximiert hat. Wenn ein Lebewesen im Angesicht des Todes noch versucht, Nachkommen zu zeugen, haben seine Gene biologisch gesehen eine höhere Überlebenschance als wenn es nur alleine gegen was auch immer ankämpft und dabei womöglich zugrunde geht. Das ist das Kernprinzip der Evolution. Und so können auch seelische Belastungen (oder Verluste... auch der Verlust von "Unfreiheit" kann als eine Form des Verlusts wahrgenommen werden, das sie zuvor einen gewussen Halt gegeben hat) zu einem verstärkten Sexualtrieb führen. Aber wie gesagt, neben der Erkenntnis dieser möglichen Herkunft ist auch der Blick auf die Auswirkungen/Forgen von zentraler Bedeutung.
Liebe Grüße