Informationen, Kultur, Kunst, Musik und Ideen sollen sich dem Wettbewerb stellen. Nur das garantiert, dass der Konsument das Beste vom Besten bekommen kann.
Ist das so?
Leider nicht! Und zwar überhaupt nicht! Nicht mal ansatzweise!
Gerade in der Kunst ist eben nicht der beste derjenige, der das meiste Geld verdient.
Sollte doch eigentlich bekannt sein.
Der Beste und der, der die beste Werbemaschinerie hinter sich hat sind fast NIE deckungsgleich!
Und vor allem: Wer bestimmt denn, wer der Beste ist?
Woran will man das fest machen?
Und weiter noch: Wie will man denn der Beste werden, wenn man garkeine Möglichkeit hat, überhaupt eine Entwicklung zu machen?
Also gerade in der Kunst wird man ja nicht einfach als der beste und gleichzeitig bekannteste geboren sondern man muss sich hocharbeiten.
Viele große Künstler gäbe es heute nicht, wenn man ihnen nicht die Möglichkeit gegeben hätte, sich auf den Weg zu machen.
Ein gutes beispiel ist ZB die Schlagerbranche. Egal ob man Schlager nun mag oder nicht:
In dieser Branche wird von allen Musikgattungen in Deutschland am meisten verdient, aber sind Schlagersänger denn auch die "Besten" Musiker, die wir haben?
Und die anderen: Nischengattungen usw: Die sollen untergehen und wir hören in ein paar Jahren nur noch Schlager, denn das sind die Besten?
Übrigens wird die Deutsche SChlagerszene von einer EINZIGEN Agentur dominiert: Nur wer dort gefördert wird, kann es zu was bringen und ausgesucht wird NICHT nach Talent sondern nach Publikumswirksamkeit. (an jeder Musikhochschule gbt es talentiertere und bessere Musike, die es aber niemals dort hin bringen können)
Also WOLLEN wir so eine am Markt orientierte Kunst, in der wir am Ende alle das gleiche hören und uns vormachen: DAS wären die besten, denn wenn es nicht die besten wären, hätten sie es ja nicht so weit gebracht?
Und das ist ja nur ein Beispiel von vielen: Es ist ein sehr naiver und irgendwie sehr fataler Gedanke, wenn man sagt: DAs was am meisten Profit abwirft muss folglich das beste sein!
Das stimmt nicht bei Lebensmitteln, nicht bei anderen Konsumgütern und erstrecht nicht bei der Kunst.
DAs stimmt allein schon deswegen nicht, weil ein Konsument ja garkeine Wahlfreiheit haben kann, wenn er gewisse Dinge garnicht erst kennenlernt.
Also wer zB nie Gothic-Musik gehört hat, kann doch garnicht sagen, ob ihm das gefallen würde, wenn er es nie mal zu hören bekommt. Vielleicht wäre das das tollste für ihn- aber er wird es nie erfahren, in einer WElt, in der das Angebot so verschmälert wurde, dass er garkeine Vielfalt mehr erfahren kann.
Also ich möchte in so einer Welt nicht leben, in der es nur noch Mainstreem gibt und alle irgendwie das gleiche konsumieren.
Wie langweilig!
ich freue mich, wenn ich neues kennenlernen darf: Auf ALLEN Gebieten.
Und ich freue mich, wenn mir jemand einen Querschnitt all dessen zeigt, was so neu auf dem Markt ist.
Deutschlandfunk zB: Was für eine fantastische Fundgrube!
Vieles, was man dort kennenlernen kann hätte man auf dem freien Markt niemals kennengelernt!
Also ich bin generell jemand, der die Vielfalt schätzt: Der gedanke, alles nur noch immer weiter zu verschmälern und nur noch das hochkommen zu lassen, was eh schon jeder kennt....uäähhhh grausig!