Tut mir leid, aber da muss ich dir - als ebenfalls betroffener Mann - auch wieder, so wie die anderen, sagen, dass du an dir selbst arbeiten musst. Und zwar insofern, als du dich nicht mehr bedürftig FÜHLST. Das kann man trainieren, glaub mir; ich spreche da aus Erfahrung. Ich sag dir auch, wann ich zum letzten Mal mit einer (meiner Ex-) Frau geschlafen habe: Das dürfte etwa im Herbst 2015 gewesen sein. Aber ich fühle mich NICHT bedürftig und gebe auch nicht den Frauen oder der Gesellschaft die Schuld daran, dass ich bis heute keine neue Beziehung habe. Obwohl ich damit konform gehe, dass die sogenannten "sozialen" Medien einen erheblichen Anteil daran haben, das gesellschaftliche Miteinander zu verschlechtern.
Ich
fühle mich auch längst nicht mehr bedürftig. Das habe ich bis vor ein paar Jahren, aber mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, dass es auch okay ist, wenn das größte Glücksgefühl in meinem Leben bleiben wird, mit meinen Tieren zu kuscheln und sich auf diversen Festivals mit Kumpels einen Met zu gönnen. Jetzt ist es kaum mehr als ein kurzes Aufblitzen von Sehnsucht alle paar Monate.
Das traurige daran ist aber, dass man, je mehr man sich damit abfindet, emotional immer weiter abstumpft und dadurch noch uninteressanter fürs andere Geschlecht wird. 🤷♂️
Ich führe die Diskussion hier gerade auch völlig emotionslos. Auch wenn es vielleicht so wirkt, es ist nicht so, als würde ich mich da großartig hineinsteigern, weil ich mich irgendwie besonders betroffen fühle oder so. Ist einfach ein Thema, mit dem ich gewisse Erfahrungen habe, die vielen Ansichten hier widersprechen.
Bitte sprich nicht für Leute, die du nicht kennst (siehe oben). Aber wahrscheinlich bin ich da eine Ausnahme.
Per Definition ist bedürftig, wer ein unbefriedigtes Bedürfnis hat. Also ist jeder Langzeit-Single (der das Bedürfnis nach einer Beziehung hat) bedürftig. 🤷♂️
Weil das bei den meisten Frauen der größte Abtörner überhaupt ist, wenn der Mann total notgeil rüberkommt. Fürs dringende Bedürfnis kann er in den Puff gehen, eine feste Beziehung entsteht so mit Sicherheit nicht, da zählen für die Frau ganz andere Werte. Es gibt diese hübschen Karikaturen, die männliche und weibliche Gehirne zeigen, wo das männliche zu fast 100 % mit dem Wort "Sex" ausgefüllt ist, während im weiblichen der Sex irgendwo versteckt unter "ferner liefen" auftaucht. Die sollte ein Mann, der auf der Suche ist, vielleicht im Hinterkopf behalten. Bei einer Partnerschaft geht es nicht nur um seine Wünsche!
Niemals habe ich auch nur ein Wort davon erwähnt, dass es mir in irgend einer Form um Sex ginge. Ganz im Gegenteil, das ist imho der unwichtigste Teil, wenn es darum geht, was ich mir von einer Beziehung erhoffen würde. Ich würde auch ohne weiteres eine platonische Beziehung eingehen. Nach 34 Single-Jahren weiß man schon, wie man den biologischen Trieben auch allein Einhalt gebieten kann.
Ich persönlich hätte nur einen einzigen Wunsch an eine Partnerschaft. Nicht mehr einsam zu sein, emotional wie intellektuell. Quasi die Partnerschaft selbst.
Wobei ich auch nicht denke, dass jeder Mann bedürftig wird. Es fehlt etwas Elementares und man leidet. Bedürftig ist noch mal etwas anderes.
Siehe oben, bedürftig ist man meiner Definition nach, wenn man ein unerfülltes Bedürfnis hat.
😛
Und schon das allein, ohne, dass man sich irgendwie notgeil oder so benimmt, ist für einen Mann meiner Erfahrung nach ein no go. Man muss sich quasi verhalten, als könne man sowieso jede Frau haben und hätte es gar nicht nötig, sich mit dem jeweiligen Gegenüber abzugeben bzw. kein Problem damit, vom jeweiligen Gegenüber zurückgewiesen zu werden. Sonst wird man eben meist vom jeweiligen Gegenüber zurückgewiesen. 🤷♂️😅
Schön, wie immer ignoriert wird, dass ich exakt in euren Schuhen steckte für fast 37 Jahre. Ich war Single, Jungfrau, Beziehungsunerfahren. Nicht wirklcih freiwillig - aber das Selbstmitleid gab es nur in der Zeit, in der ich - wie hier schön von anderen erwähnt wurde (du nennst es "Bullshitbingo") - das Problem irgendwo da draußen sah. Es ist einfach ungerecht, Männer wollen keine unabhängige Frau. Und überhaupt kann ich mich einfach nicht verlieben. Und ich treffe halt nur die falschen oder oder oder oder.
Das Selbstmitleid war ehrlich gesagt relativ schnell weg, als ich erkannte, wo das Problem wirklich lag: Bei mir. Meiner Prägung. Meinen Ängsten. Meiner Selbstblockade. Völlig unbewusst für viele Jahre. Aber da war was... daran musste ich arbeiten. Und plötzlich gabs zwar noch Singlefrust, aber das Selbstmitleid... das nicht mehr.
Wir haben offensichtlich unterschiedliche Definitionen von Selbstmitleid. Mitleid heißt für mich nichts anderes, als Empathie. Und das finde ich wichtig, um die eigenen Traumata zu verstehen, zu akzeptieren und zu verarbeiten. Empathie von außen wäre natürlich auch schön, aber wenn die fehlt, beschäftigt man sich entweder mit sich selbst oder unterdrückt und ignoriert seinen Schmerz so lange, bis er irgendwann mit Gewalt ausbricht.
Und auf die Gefahr hin, mich noch unbeliebter zu machen: Ängste und Selbstblockaden abbauen ist sehr wichtig und richtig. Dann ist es aber für Männer noch lange nicht getan. Dann fängt das "Game", wie es hier jemand so schön genannt hat, der Konkurrenzkampf, das Verbiegen und Umwerben erst an. Frauen brauchen an dem Punkt oft nur noch eine Auswahl zu treffen, hab ich das Gefühl.
Das ist glaube ich auch der Punkt, der die meisten User hier stört. Wenn es um Partnersuche geht, wird die Initiative, das Balzverhalten, das Beeindrucken und Umwerben, zu mindestens 95% immer noch vom Mann erwartet. Aber das ist eben evolutionär und gesellschaftlich bedingt und lässt sich nicht ändern.
PS: Wie gesagt, ich will hier nichts verallgemeinern, das sind nur meine subjektiven Eindrücke und nicht auf alle Frauen bezogen, nur auf die, die ich kenne.
Bedürftigkeit ist ein schmaler Grad. Jeder, der auf ein Date geht und eine Beziehung sucht, signalisiert eine gewisse Bedürftigkeit. Aber ja, es kann kippen in eine Bedürftigkeit, die dem anderen die Luft zum Atmen raubt und wo er oder sie sich gleich beim eigentlich unverfänglichen Kennenlernen auf die Rolle festgelegt sieht, den anderen aus seiner Einsamkeit retten zu müssen.
Da kann man schon jemanden finden, aber für gewöhnlich nicht für eine gesunde, glückliche Beziehung...
Ja gut, übertreiben kann man natürlich alles. Die Dosis macht das Gift. 🙈