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Warum gibt es Mobbing?

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 124757
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Es ist kein Mobbing, sondern irgendwann eine natürliche Reaktion.
Wenn alle anderen tausend mal das Problem angesprochen haben und dann keiner mehr mit dem oder der Betroffenen spricht, weil es eh nichts bringt, empfindet sie oder er das vielleicht als Mobbing.
Ist es aber nicht.
Ich finde diese deine Relativierungen verdächtig. Nur so ein Gefühl.

Zum Thema. Mein Ex wurde als Junge in der Schule schwer gemobbt. Diese Erfahrung sitzt bei ihm so tief, dass er heute als erwachsener immer dann, wenn er sich in der Gefahr sieht ausgelacht oder nicht ernst genommen zu werden, sich selbst über diese Menschen erhebt und beginnt "zu mobben". Das geschieht ganz subtil. Ein Tritt unterm Tisch, das klein halten Zuhause, wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, das losfeuern bei Nichtigkeiten, das andere in der Gruppe lächerlich machen, bevor es andere mit ihm tun, die Ohrfeige, wenn er überfordert ist.
Grundsätzlich ein wirklich lieber Mensch, aber diese Erfahrung sitzt so tief bei ihm drin, dass er lieber selbst beisst, bevor er je nochmal Zielscheibe wird. Das machte eine Beziehung mit ihm nicht gerade einfach. Als ich mich trennte, haben wir sehr ausführlich über alles gesprochen und da traf ich bei ihm den Kern. Plötzlich sah er mich an, als hätte er begriffen, dass sein Verhalten nichts mit mir oder anderen zutun hatte, sondern viel, viel tiefer begründet liegt. Da hat er plötzlich geweint, was er in den ganzen 10 Jahren nie tat. Ob er es je aufgearbeitet hat, weiß ich nicht. Ich fürchte aber nicht, da er noch immer so ist.
Mobbing sollte niemals bagatellisiert werden. Niemals. Carfad hat da völlig recht!
 
Ich finde diese deine Relativierungen verdächtig. Nur so ein Gefühl.
Es war nicht verdächtig, sondern mit derjenigen für alle anderen unerträglich und darum nur eine natürliche Reaktion.
Reden hilft nur , wenn alle Beteiligen dazu bereit sind.
Wenn Reden eben nichts nützt , herrscht schweigen.
Das ist dann noch das höflichste , was man tun kann.
 
Natürlich ist nicht jede Kritik gleich Mobbing.
Allerdings führt das nicht ernstnehmen von Mobbing oft zu oben beschriebenen Reaktion.
Dann reicht wirklich schon eine Kleinigkeit.
 
Andre werden wegen Belanglosigkeiten kritisiert, aber wehe es geht um einen selbst.
Dann ist alles sofort Mobbing, werden wir immer empfindlicher?
Einige Dinge, die früher als "nicht so schlimm" kategorisiert wurden, gelten heute als Mobbing.
Immer öfter blasen wir Nichtigkeiten zu schweren Beleidigungen auf und geben uns alle Mühe, gute Absichten bewusst misszuverstehen.
Eine Welle der Empfindlichkeit hat unsere Gesellschaft erfasst.
Weltweit fühlen sich Menschen aus kleinsten Anlässen belästigt, beleidigt, ja sogar diskriminiert.

Sind wir wirklich noch Menschen?
Oder nicht bereits eine technisch beliebig reproduzierbare Ansammlung von Bits und Bytes?
Es wäre an dieser Suche nach Anerkennung wenig auszusetzen, ginge sie nicht beinahe jedes Mal auf Kosten anderer.
Erst mal das ( persönliche ) Gespräch zu führen, statt gleich draufzuhauen, anderen ihre Eigenarten zu lassen, statt ein gleichförmiges Menschenbild zu predigen.
Und sich selbst nicht allzu wichtig zu nehmen.
 
werden wir immer empfindlicher?
Nein. Vielleicht mehr und mehr achtsamer uns selbst gegenüber. Früher herrschte auf dem Bau (und zum Teil heute noch) ein fürchterlicher Umgang miteinander. War das gut, weil es eben so war? Da braucht man halt ein dickes Fell? Also ich möchte nicht angeschrien und beleidigt werden, auch und vor allem nicht von einem Chef.
In meinem Leben, und diese Einstellung habe ich mir hart erkämpft, haben nur noch Menschen platz, die mir gut tun. Wie konkret das für mich definiert ist, ist allein meine Entscheidung. Das hat mit empfindlich sein absolut nichts zutun, sondern mit Wertschätzung sich selbst gegenüber. Was ich als beleidigend, grenzüberschreitend oder schlimmer erachte, definiere ich für mich selbst und kein anderer. "Umgebe dich mit Menschen die dir gut tun und es wird dir gut gehen" ebenso wie: "trage dazu bei, dass es den Menschen in deinem Leben gut geht, und es wird dir gut gehen.

Im Ernstfall, wenn es wirklich hart auf hart kommt, ist der einzige dem du vertrauen und auf den du dich verlassen kannst, du selbst. Also ja: ich nehme mich (inzwischen) verdammt wichtig! (oder versuche es zumindest, gelingt mir noch nicht immer).
Dieses Denken früher nannte man es "nicht so schlimm" ist in meinen Augen das Gegenteil von Bits und Bytes, nämlich Stock und Stein.
 
Jeder kann zum Mobber werden, egal welche Voraussetzungen er mitbringt. Bestes Beispiel eine gute Freundin von mir, die wegen Mobbing und Depression ihre Ausbildung abgebrochen hat. Als sie dann wieder eine Ausbildung aufgenommen hat, hat sie sich dann einer Clicque angeschlossen, die andere Berufschüler gemobbt haben. Sie hat mir dann auch noch stolz davon berichtet. Fand ich, selbst Mobbingopfer, ziemlich arschig von ihr, gerade sie sollte es besser wissen. Aus dem Grund und weil sie sich krass verändert hat, kam es dann auch zum Kontaktabbruch.
 
Da könnte man auch fragen: Warum gibt es Krieg?
Wäre die Welt nicht viel schöner ohne Krieg, Rassisumus, Mobbing und Ausgrenzung? Ich denke darüber könnte man stundenlang philosophieren
 
Wenn es eine Sache gibt, die ich hasse wie die Pest, dann ist es Mobbing. Ich frage mich so oft, was ich nun für ein Mensch wäre...was ich alles hätte mehr erreichen können, wenn man mir diesen Stein nicht in den Weg gelegt hätte. Ich glaube ich werde ein Leben lang mit den Folgen zu kämpfen haben. Ich habe oft auch Probleme mit Leuten locker und ungezwungen zu sprechen + in die Augen zu gucken, weil ich so unsicher bin, nichts Komisches oder Falsches zu sagen.....manchmal war es sogar so schlimm, dass ich das Stottern angefangen habe...........von dem massiven Selbstbewusstseinsdefizit ganz zu schweigen. Und jetzt bin ich leider wieder in so einer Situation, wo unterschwelliges Mobbing stattfindet.....irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich stigmatisiert bin (einmal Mobbingopfer, immer Mobbingopfer).

Ich muss aber inzwischen sogar sagen, dass ich eine Mobbingart ganz besonders schlimm finde (Meine Meinung): Die Sorte, die vor anderen immer oberflächlich nett wirken + einem zuckersüß ins Gesicht grinsen....und dann hintenrum abziehen und intrigieren, als gäbs keinen nächsten Morgen....Garniert mit unterschwelliger Ausgrenzung (in meinem Fall gekennzeichnet durch peinliche Kindergartenaktionen). Aber Kindergarten hin oder her....wenn man schon gebrandmarkt ist und sich das summiert, killt das die mentale Gesundheit....Einfach nur zum Kotzen 🤮🤮🤮
 
Leider werden Menschen die unsicher sind und Angst haben sehr viel leichter Mobbingopfer.
Erlebtes Mobbing verschlimmert die Angst und Unsicherheit massiv.
Mobber wissen auch genau mit wem sie es machen können.
Wer darauf anspringt und Mobbing an sich ran lässt.
Leider zerstört Mobbing auch sehr vieles und verbaut dem Opfer viele Chancen.
Massives Misstrauen und Hass sind ein großes Problem, wenn man Mobbing erlebt hat.
Oftmals hat es Folgen für das ganze Leben z.B Erwerbsunfähigkeit.
 
Deswegen war ja meine Hoffnung, dass Mobber langfristig etwas positives an ihren Taten finden können.
Allerdings bezweifel ich das mittlerweile.
 

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