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Gelöscht 125034
Gast
Ich finde diese deine Relativierungen verdächtig. Nur so ein Gefühl.Es ist kein Mobbing, sondern irgendwann eine natürliche Reaktion.
Wenn alle anderen tausend mal das Problem angesprochen haben und dann keiner mehr mit dem oder der Betroffenen spricht, weil es eh nichts bringt, empfindet sie oder er das vielleicht als Mobbing.
Ist es aber nicht.
Zum Thema. Mein Ex wurde als Junge in der Schule schwer gemobbt. Diese Erfahrung sitzt bei ihm so tief, dass er heute als erwachsener immer dann, wenn er sich in der Gefahr sieht ausgelacht oder nicht ernst genommen zu werden, sich selbst über diese Menschen erhebt und beginnt "zu mobben". Das geschieht ganz subtil. Ein Tritt unterm Tisch, das klein halten Zuhause, wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt, das losfeuern bei Nichtigkeiten, das andere in der Gruppe lächerlich machen, bevor es andere mit ihm tun, die Ohrfeige, wenn er überfordert ist.
Grundsätzlich ein wirklich lieber Mensch, aber diese Erfahrung sitzt so tief bei ihm drin, dass er lieber selbst beisst, bevor er je nochmal Zielscheibe wird. Das machte eine Beziehung mit ihm nicht gerade einfach. Als ich mich trennte, haben wir sehr ausführlich über alles gesprochen und da traf ich bei ihm den Kern. Plötzlich sah er mich an, als hätte er begriffen, dass sein Verhalten nichts mit mir oder anderen zutun hatte, sondern viel, viel tiefer begründet liegt. Da hat er plötzlich geweint, was er in den ganzen 10 Jahren nie tat. Ob er es je aufgearbeitet hat, weiß ich nicht. Ich fürchte aber nicht, da er noch immer so ist.
Mobbing sollte niemals bagatellisiert werden. Niemals. Carfad hat da völlig recht!