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Wenn die Traurigkeit kein Ende findet............

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@Vindobona Das tut mir leid. Wenn ich mich recht entsinne ist @Jape 78 Jahre alt, also in etwa in Deinem Alter.

Ich denke, dass das Leben nie sehr lange Zeit immer gleichförmig bleibt und es gibt immer Brüche, mal schmerzhaft, mal heilsam, die das Leben verändern. Nein, es wird nie mehr so wie es war nach einem trauerfall, ein Mensch fehlt, er ist einfach nicht mehr da. Das Leben wird anderes werden, aber es kann dennoch irgendwann nach der Zeit, die man zum Trauern braucht, schön werden. Auf eine andere Art.

Und manchmal, wenn es gar nicht mehr geht, kann man auch eine Zeitlang Antidepressiva nehmen oder was Pflanzliches. Ich habe vor kurzem noch in einem Thread von jemandem gelesen, dass ihm Kytta sedativum geholfen haben soll.

Natürlich sollte man trauer nicht zudecken, das geht auch gar nicht. Aber man kann zumindest für die erste Zeit, wenn man es möchte und man sehr depressiv wird, etwas nehmen, damit die Trauer besser auszuhalten ist. Das muss jeder Mensch für sich entscheiden. Wenn man in Rente ist hat man auch mehr Raum und Möglichkeit, seine Trauer auszuleben, zu weinen, wann man möchte, sich zurückzuziehen. Wenn man noch berufstätig ist, muss man irgendwann wieder arbeiten und funktionieren.

@Vindobona - ich weiß nicht, ob Du gesehen hast, dass @Sarnade bei Gruppen eine Trauerbewältigungsgruppe eröffnet hat. Vielleicht wäre das auch was für Dich.
 
Ich finde es schade dass das eine Trauergruppe nicht für alle Trauernde zu werden scheint sondern angeführt von einer Userin die der Meinung ist dass man mit Familie weniger bis keinen Grund zu trauern hat.
 
Habe gerade übrigens auf Alpha einen Bericht über Zufriedenheit gesehen, in dem es u.a. heißt, dass man etwa 4 Jahre nach dem Tod des Partners wieder in etwa so zufrieden sei wie vor seinem Tod. Das kann ich mir auch gut vorstellen, dass so etwas 3 bis 5 Jahre dauert. Ein Jahr oder weniger sind gar nichts. Das kann man gar nicht erwarten, den Tod des Partners innerhalb einer so kurzen Zeit verwunden zu haben.
Bei mir ist es jetzt etwas über drei Jahre her, dass mein Mann gestorben ist.
Ich kann dieses Zitat mit den vier Jahren nicht so recht bestätigen. Dadurch , dass sich mein Leben komplett geändert hat, lässt sich der "Zufriedenheitslevel" auch nur schwer vergleichen.
Der Schmerz nimmt mit der Zeit ab, aber die Lücke im Leben bleibt. Der Spruch, dass kein Mensch unersetzbar ist stimmt aus meiner Sicht einfach nicht.
 
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Bei mir ist es jetzt etwas über drei Jahre her, dass mein Mann gestorben ist.
Ich kann dieses Zitat mit den vier Jahren nicht so recht bestätigen. Dadurch , dass sich mein Leben komplett geändert hat, lässt sich der "Zufriedenheitslevel" auch nur schwer vergleichen.
Der Schmerz nimmt mit der Zeit ab, aber die Lücke im Leben bleibt. Der Spruch, dass kein Mensch unersetzbar ist stimmt aus meiner Sicht einfach nicht.
Es geht wohl auch eher darum, ob man trotz der bleibenden Lücke im Leben wieder zufriedener ist bzw. sich wieder besser fühlt als in den ersten Jahren nach dem Tod des Partners. Ich wäre schon froh, wenn ich wüsste, dass der Schmerz bei mir auch mir der Zeit abnehmen wurde, ebenso die Schuldgefühle.
 
Sorry,off topic:

Sarnade und Jape: Ihr seid beide nicht zu alt,um nochmals neue Wege zu finden! Ich bin Jahrgang 1946 und habe trotz furchtbar
rem Verlust meiner geliebten Partnerin vor bald 13 Jahren,Freundschaften gefunden! Ich bin nach wie vor todtraurig, übe täglich das Ueberleben.Manchmal mit mehr,manchmal mit weniger Erfolg.Partnerschaft liegt nicht mehr drin,aber männliche und weibliche,wenige Freunde habe ich dennoch.
Gebt den Mut nie auf! Mit 60 habe ich noch voll gelebt! Sorry,aber 60 ist heute kein Thema mehr,liebe Sarnade!
Es wird niemals mehr so werden wie es war,das ja. Aber anders ist Vieles möglich,glaube mir!
Danke fürs Lesen!
Gute Wünsche für alle in dieser Rubrik ,Vindobona
Ich bin dir sehr dankbar für diesen Zuspruch, liebe Vindobona.

Mein Partner meinte ja immer, ich würde - im Gegensatz zu ihm - bestimmt alt. Ich denke, das würde er mir zumindest von Herzen gönnen.
 
Ich wäre schon froh, wenn ich wüsste, dass der Schmerz bei mir auch mir der Zeit abnehmen wurde, ebenso die Schuldgefühle.
Ich verstehe wie du das meinst.
Der Schmerz nimmt auch mit der Zeit irgendwie ab.
Die Lücke bleibt trotzdem.
Der Mensch fehlt trotzdem.
Es gibt wahrscheinlich immer noch noch schlimme Tage,aber es gibt auch wieder Lichtblicke.Es gibt auch Mal Tage,die gut sind.

Wie das mit Schuldgefühlen ist ,weiß ich nicht.
 
Ich glaube die Schuldgefühle sind einfach eine Phase der Trauer. Irgendwie macht sich jeder Trauernde Schuldgefühle. Bei mir haben sie Jahre angedauert.
Wo man als Außenstehender nur sagen kann das ist Unsinn. Aber kaum ein Trauernder macht sich keine.

Vielleicht ist das ja auch eine Reaktion der Psyche, dass man Schuldgefühle noch besser ertragen kann als mit dem IST, eben dass der Partner nie wiederkommt, direkt zu leben.

Ich weiß es aber auch nicht.
Nur dass diese Schuldgefühle wohl jeder durchlebt.
 
@Vindobona Das tut mir leid. Wenn ich mich recht entsinne ist @Jape Wenn man noch berufstätig ist, muss man irgendwann wieder arbeiten und funktionieren.
Ich habe schon sehr schnell nach dem Tod meines Partners wieder beruflich funktioniert. Wäre er nicht gestorben, hätte ich zwar wahrscheinlich noch mehr Energie und mehr Ideen, aber bislang war es zumindest noch auszuhalten. Sollte es mal gar nicht mehr gehen, wäre es keine so schlimme Katastrophe. Weitere Karriereambitionen habe ich sowieso nicht mehr, in drei Jahren kann ich mich auf Antrag pensionieren lassen. Und sollte es schon vorher aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr gehen, falle ich als Beamtin finanziell immer noch relativ weich. Das ist aber auch die einzige Beruhigung.
 
Sorry,off topic:

Sarnade und Jape: Ihr seid beide nicht zu alt,um nochmals neue Wege zu finden! Ich bin Jahrgang 1946 und habe trotz furchtbar
rem Verlust meiner geliebten Partnerin vor bald 13 Jahren,Freundschaften gefunden! Ich bin nach wie vor todtraurig, übe täglich das Ueberleben.Manchmal mit mehr,manchmal mit weniger Erfolg.Partnerschaft liegt nicht mehr drin,aber männliche und weibliche,wenige Freunde habe ich dennoch.
Gebt den Mut nie auf! Mit 60 habe ich noch voll gelebt! Sorry,aber 60 ist heute kein Thema mehr,liebe Sarnade!
Es wird niemals mehr so werden wie es war,das ja. Aber anders ist Vieles möglich,glaube mir!
Danke fürs Lesen!
Gute Wünsche für alle in dieser Rubrik ,Vindobona
Ja, trotz allem steht für mich immer noch das UNGELÖSTE im Vordergrund.
Das wird auch immer so bleiben !!
 
Ja, trotz allem steht für mich immer noch das UNGELÖSTE im Vordergrund.
Das wird auch immer so bleiben !!
Ich denke, dass mit zunehmender Zeitdauer das Ungelöste auch bei dir immer mehr in den Hintergrund treten, wenn auch nicht völlig verschwinden wird. Deine Frau ist ja noch kein halbes Jahr tot.

Wir können noch so viel grübeln, unsere Partner werden davon nicht wieder lebendig.

Klar - wäre ich beruflich nicht so gestresst gewesen und wäre meine damalige Putzfrau nicht auch noch über Monate ausgefallen, hätte ich vielleicht aufmerksamer registriert, was mit meinem Partner los war, und weniger gereizt reagiert. Aber ob er dann eher zum Arzt gegangen wäre und ob ich bei mehr innerer Gelassenheit und einem geringeren eigenen Stresslevel eher auf die Idee gekommen wäre, einfach gegen seinen Willen den RTW oder ärztlichen Bereitschaftsdienst zu rufen, kann ich nicht mit Gewissheit sagen.

Wenn mein Partner in all den Jahren sich mal hätte ärztlich durchchecken lassen, wenigstens alle zwei Jahre, und wenn er nicht so häufig über Wehwehchen wie Verstopfung oder Rückenschmerzen geklagt hätte, ohne dass je was Schlimmes daraus entstanden wäre, hätte ich das alles auch viel ernster genommen. Mir ist unbegreiflich, wie man sich, wenn es einem so schlecht geht, immer noch gegen eine ärztliche Untersuchung sträuben kann. Vom Verstand her weiß ich, dass das Verhalten meines Partners, aber auch meine eigene Stressbelastung, maßgeblich zu meiner Fehleinschätzung und meinem gereizten Verhalten beigetragen haben. Aber auch noch andere Dinge kamen hinzu, wie insbesondere der Umstand, dass meine Hausärztin ausgerechnet da keine neuen Patienten mehr annahm. Es war eine ganz unglückliche und tragische Verkettung extrem ungünstiger Umstände.

Ich habe mir zwar Sorgen gemacht und ihn am 2. Krankheitstag auch zwischendurch von meiner Arbeitsstelle aus angerufen. Aber da bat er mich direkt, den Anruf zu beenden, da er auf den Rückruf von meiner Arztpraxis wartete. Abends erfuhr ich dann, dass sie keine neuen Patienten mehr annahm. Einen Termin mit meinem früheren Arzt zu machen, dazu konnte sich mein Partner auch nicht aufraffen. So ging das von Tag zu Tag. An einem Abend machte er sogar selber eine Andeutung, dass er vielleicht einen Herzinfarkt erlitten hätte, hatte aber immer noch keinen Arzttermin gemacht. Da bin ich dann sehr ärgerlich geworden, habe die Beherrschung verloren und mit ihm geschimpft, zumal ich auch beruflich Probleme hatte und selber schon den ganzen Tag niedergedrückter Stimmung deswegen gewesen war. Ich konnte nicht verstehen, wie man, wenn man selber ernsthaft meint, man ist froh, dass man die Nacht und evtl. einen Herzinfarkt überlebt hat, dann immer noch jede ärztliche Behandlung ablehnt. Da hat doch jeder normale Mensch viel zu viel Angst vor dem Tod! Und so dramatisch wirkte sein Zustand auf mich auch nicht, weil er bei klarem Bewusstsein war und ganz normal wie sonst mit mir sprach. Das passte alles nicht richtig zusammen nach meiner Wahrnehmung.

Jetzt werfe ich mir das aber immer wieder vor.
Auch, dass unser allerletztes Telefonat in einer zwar nicht allzu schlimmen, aber eben doch leichten Missstimmung endete. Es war eine Missstimmung, die ich beim nächsten Telefonat direkt wieder aus dem Weg geräumt hätte, wenn er zu dem Zeitpunkt noch gelebt hätte.

Er hat ja wenige Stunden vor seinem Tod sogar noch hier im Forum geschrieben und nach einem Stück von Bach gesucht. Da hätte sicher von den UserInnen auch niemand gedacht, dass er so schnell sterben würde. Am Abend vor seinem vermutlichen Todestag hatte er noch mit der Schwester seiner Tante telefoniert, einer netten, älteren Dame, die uns für September zu sich eingeladen hatte. Nach seinem Tod lud diese Dame mich dann auch allein für ein paar Tage zu sich ein. Er hatte ihr zwar in dem Telefonat auch etwas von seinen gesundheitlichen Problemen mitgeteilt, aber auch ihr war das anhand der Beschreibung nicht sooo dramatisch erschienen. Sie hatte ihm noch geraten, es erst mal mit Schmerztabletten zu versuchen. Wenn es dann nicht besser würde, könne er ja immer noch zum Arzt gehen. Sie offenbarte mir dann bei meinem Besuch, dass sie sich nun auch noch mitschuldig fühlte, aber ich sagte ihr: "Das brauchst du nicht, ich habe ihm in der Woche mehrfach Druck gemacht, sich zum Arzt bringen zu lassen, aber er konnte sich trotzdem nicht dazu überwinden."

Klar, rückblickend gesehen, hätte ich mich auf seine Verweigerung nicht einlassen dürfen. Ich habe das total falsch eingeschätzt.

Es ist sehr schwer, sich selbst zu verzeihen, dass man in einer Situation nicht optimal reagiert hat, wenn der Partner kurz danach so plötzlich verstorben ist. Aber mein Partner war intelligent, medizinisch durch seine Heilpraktikerausbildung auch bis zu einem gewissen Grad vorgebildet, selbst kurz vor seinem Tod noch bei klarem Bewusstsein und hatte doch auch eine Verantwortung für sich selbst! Warum nur hat er sich nicht schnellstens in ärztliche Behandlung begeben?! Es gab doch beileibe nicht nur diese eine Möglichkeit bei meiner Hausärztin!

Und was das Schlimmste ist: Er ist jetzt tot und hat alles hinter sich. Ich mache mir immer wieder Vorwürfe und habe Schuldgefühle, mal mehr, mal weniger. Und ich hatte sogar damals angesichts seiner Verweigerung noch zu ihm gesagt: "Ich kann für die Folgen keine Verantwortung übernehmen. Selbst dann nicht, wenn sie tödlich sein sollten." Aber selbst diese Bemerkung führte nicht dazu, dass er bereit war, sich untersuchen zu lassen.
 
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