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  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Ich fühle mich so verloren TW

Puh...Danke für deine liebe Antwort.
Mir ist ein Punkt sehr wichtig:

Du solltest hier alles schreiben, was du schreiben möchtest.
Auf mich zu achten, liegt in meiner Verantwortung, nicht in deiner. Du bist hier, um dich um dich selbst zu kümmern.

Du kannst evtl. sehr triggernde Textteile kennzeichnen, in weißer Schrift schreiben, so dass jeder selbst entscheiden kann, was er liest und was nicht.

Wenn etwas raus will, dann lass es raus.

Ich sehe das wie du, dass ich mehr bin als ein Überlebender. Ich möchte das auch unbedingt. Mehr sein. Aber dennoch ist das schwarze Loch stärker und zieht mich mit aller Macht immer wieder da runter.

Noch. Immer wieder, aber seltener werdend, schwächer, kürzer. Weil du erfahrener wirst im Umgang damit. Wenn du, mit Pausen, weiter daran arbeitest. Was man phasenweise echt dicke hat.
Und auch wenn es dich mal wieder verschlingt, dieses schwarze Monster, so sind da doch Teile von dir, die erahnbar, sichtbar bleiben und denen es das Licht nicht ganz nehmen kann.

Was passiert, wie wirst du?
Depri, aggro, Rückzug, alle von dir stoßend?

Wage es, jemandem, den du liebst, deinen Schmerz, deine Verletzung, zu zeigen.
Erkläre deine sich wiederholenden Muster und vereinbart vielleicht Codewörter für den Rückzug, für "ich brauche deine Nähe, kann es aber nicht aussprechen" und was sonst Sinn machen könnte. Manchmal geht das schriftlich leichter als verbal, dann kommuniziere so.

Finde für dich heraus, wieviel Nähe gut für dich ist. LAT statt Zusammenleben kann da viel entzerren, hilfreich sein.

Ich hatte eine Beziehung, die vieles nicht ausgehalten hat. Und ich habe auch den Eindruck dass es leichter sein muss mit mir. Dass es wohl schwer mit mir ist, das kann ich nicht schön reden.

Schönreden wäre doof.
Eigene Bedürfnisse und Grenzen kennen ist viel sinnvoller, ehrliche, offene Kommunikation und Lösungswege suchen, die auch ungewöhnlich sein können.
Naja, und es braucht eben einen Menschen an deiner Seite, der dich nimmt wie du bist, mit all deinen Verrücktheiten. 😉
Einen Menschen, der nicht zum Klammern neigt, Freiheiten lassen kann und dennoch verbindlich ist. Also 'ne eierlegende Wollmilchsau. 😁

Die Vergangenheit hat Macht über mich, immer noch. Und ich habe das nie weg bekommen.
Meine Ängste sind oft für andere irrational. Meine Bindungsangst besteht aus mehreren Teilen.

Diese Macht hat die Vergangenheit über jeden, formt sie uns doch. Dieses mehr an Macht durch die Nachwirkungen, das einzudämmen, aber auch freundlicher damit umzugehen, finde ich entscheidend.

Magst du zu diesen Ängsten mehr erzählen, woraus sie sich zusammensetzen?

Ich fühle mich irrsinnig schnell eingeengt, kontrolliert, habe das Gefühl von Enge, die mir die Luft zum Atmen nimmt. Der Anlass für andere nicht nachvollziehbar.

Meine Ängste sind zum Teil alte Kinderängste, teils Teenagerthemen u.a. Nehme ich mein kindliches Ich in den Arm, an meiner Seite, schützend, und mache ihm/mir klar, dass jetzt Jetzt ist, und ich als Erwachsene durch dieses Jetzt führe, funktioniere ich besser.
Bekomme ich diese Kurve, läuft es ganz gut.
Bekomme ich aber nicht immer hin.
Und dann agiert ein anderer Teil von mir. Weniger gut. Anders. Doch auch das gehört eben zu mir.

Ich gehe tatsächlich manchmal über meine Grenze um zu genügen, obwohl ich es weiß dass ich sie übertrete. Aber würde ich das nicht tun, dann würde nichts mehr funktionieren in meinem Leben.

Tja, auch ein vertrautes Thema für mich.
 
Danke für deine lange Antwort, Weltkind. Das finde ich wahnsinnig lieb von dir.

Dann mache ich das so. Wenn etwas sehr triggernd ist, werde ich das kennzeichnen.
Es fällt mir sogar hier schriftlich nicht ganz einfach mich auszudrücken. Aber ich versuche es, weil ich gerade kein anderes Ventil habe. Und alle anderen Ventile vermeiden möchte. (die schlecht für mich sind)

Ich hoffe das schon sehr lange dass es besser wird. Aber verzweifle oft daran dass sich nicht viel tut.
Dass ich mich so kaputt fühle, so zerstört. Ich habe jede Therapie gemacht, und danach habe ich mich trotzdem nicht langfristig besser gefühlt. Vielleicht brauche ich eine lebenslange Therapie.
Ich fühle mich so unnormal. Verstehe das bitte nicht falsch, das würde ich über keinen anderen Menschen denken, außer mir selbst.
Ich habe mal ein Gedicht darüber geschrieben, genau über dieses Biest was mich immer wieder packt.
Auch sowas habe ich versucht zum Verarbeiten.

Was passiert. Ja, ich ziehe mich zurück. Ich kann keine Berührungen ertragen. Ich bin nervös, fahrig, zittrig, ungeduldig, fühle mich angegriffen. Ich bin 11 und möchte abhauen. Aus der Situation, meinem Leben.
Aber ich bin 26. Und so unfähig. Das ist schwierig für mich.

Ich verstehe was du meinst. Es kommt nicht dazu dass ich jemanden lieben und vertrauen könnte. Soweit kommt es nicht mehr, weil ich das schon gleich blocke. Ich habe mich höchstens einmal in eine Frau verknallt die schon vergeben war.
Und da war ja sowieso keine Chance da. Wenn sich jemand sehr offensichtlich für mich interessiert, dass ich das dann auch erkenne, bin ich auf Abwehr.
Angst nicht zu genügen, eine Belastung zu sein, etwas falsch zu machen, jemanden unglücklich zu machen, verletzt zu werden.

Genau das ist es. Eine eierlegende Wollmilchsau. Jemand, der nicht mit mir und meiner Geschichte überfordert ist.

Meine Ängste sind so vielschichtig, dass ich sie manchmal nicht mal richtig greifen kann. Aber viele eben doch. Ich habe Angst vor dem was Macht über mich hat. Vor Enge. Da geht es mir so wie dir. Ich fühle mich schnell eingeengt, auch mit Worten. Mit Erwartungen. Werden diese etwas lauter an mich gestellt, ist mein Kopf sofort total leer. Ich ertrage keine laute Stimme, falle in Schockstarre, kann mich nicht mehr bewegen, nichts mehr sagen. Ich will nur weg, aber es geht nicht.
Alles von damals ist wie in meinen Kopf gehämmert.

Ich empfinde nach all den Jahren, nach all den Therapien immer noch diese fiese Schuld was mir eingeredet wurde. Obwohl ich ich weiß, dass es nicht stimmen kann.
Ich habe etwas sichtbares davon getragen. Wenn ich mich ansehe, sehe ich dieses.
Ich hoffe so sehr, dass ich dich mit nichts was ich hier schreibe, triggere. Ich versuche nur ehrlich und offen zu sein.
Entschuldige bitte!!

PS. Ich habe versucht einige Passagen auch zu zitieren, aber habe nicht gewusst wie.
 
Hi, ich bin neu hier und weiß eigentlich nicht wie ich anfangen soll. Hierher gefunden habe ich über die Google Suche. Gerade jetzt zu Weihnachten fühle ich mich so falsch in dieser Welt.
Ich bin 26 Jahre alt und männlich.
Ich habe Freunde und noch etwas Familie, und trotzdem trage ich so vieles alleine.
Ich fühle mich gerade so einsam damit.
Ich wurde als Kind schwer sexuell missbraucht. Ich habe Therapien gemacht, von außen könnte man auch denken ich stehe fest im Leben. Doch es ist nur Fassade. Tiefer darf niemand bei mir blicken. Innen drin bin ich nicht fähig. Und ich habe auch Angst mich zu öffnen. Ich habe es schon einmal versucht, und es hat alles nur schwerer gemacht. Ich möchte auch niemandem zur Last fallen. Ich habe keine Beziehung, und bekomme wieder immer Fragen warum. Wenn mir Interesse entgegen gebracht wird, blocke ich. Weil ich einfach nicht fähig bin. Kein Jackpot, sondern das Gegenteil. Ich denke sie glauben ich bin etwas was ich nicht geben kann.
Auf Fragen warum ich niemanden habe oder möchte sage ich cool dass ich auch so glücklich bin.
Ich weiß noch nicht einmal ob es etwas bringt das alles heraus zu schreiben. Aber gerade brauche ich vielleicht ein Ventil.
Danke dass es euch gibt. Dass Menschen hier eine Anlaufstelle haben.

Doch das tut es das kann ich dir ehrlich versprechen aus eigener Erfahrung, glaube mir.
Auch ich musste viel Gewalt erleben wenn auch nicht so wie du sexualisierte wo ich denke das dies wohl das schlimmste ist.

Du fällst hier bestimmt keinem zur Last auch das weiss ich aus eigner Erfahrung.

Das schreiben wird dir helfen deine schwere Seelenlast etwas zu mildern und vielleicht werden dir auch neue andere Wege aufgezeigt.

Man schrieb mir: Du bist nicht alleine, und auch das stimmt und DU bist auch nicht alleine.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zitieren einzelner Passagen am Handy:
Markieren und dann "+Zitat".
Später dann Zitate einfügen.


Ich habe mal ein Gedicht darüber geschrieben, genau über dieses Biest was mich immer wieder packt.
Auch sowas habe ich versucht zum Verarbeiten.

Half mir ebenso wie auch Kunsttherapie weiter und tut es phasenweise wieder.

Ich kann keine Berührungen ertragen. Ich bin nervös, fahrig, zittrig, ungeduldig, fühle mich angegriffen. Ich bin 11 und möchte abhauen. Aus der Situation, meinem Leben.

Jegliche Art von Berührung?

Ergotherapie könnte ein Ansatz sein.
Und jemand, mit dem du völlig ohne Druck erkunden kannst, auf welche Weise welche Berührung für dich positiv sein kann, wie weit, und ab wo und auf welche Weise ein ungutes Gefühl aufkommt.
Und ob sich irgendwann diese Grenzen etwas erweitern lassen, du das möchtest. Ein wenig Vertrauen fassen können, ein wenig genießen können, z. B. angstfrei Kuschelzeit oder Streicheln genießen, eine Massage wirklich annehmen können. Mit der absoluten Sicherheit, dass nichts geschehen wird, was dich in Bedrängnis bringt.

Dummerweise übernimmt die Krankenkasse vieles nicht, was hilfreich sein kann.

Aber ich bin 26. Und so unfähig.

Nein.
Du bist nicht unfähig.
Du hast die Folgen deiner Geschichte zu (er)tragen.
Niemand darf dir das zum Vorwurf machen, ebensowenig wie man jemandem gebrochene Arme vorwirft oder eine Verletzung, die einen in den Rollstuhl befördert.

Es kommt nicht dazu dass ich jemanden lieben und vertrauen könnte. Soweit kommt es nicht mehr, weil ich das schon gleich blocke. Ich habe mich höchstens einmal in eine Frau verknallt die schon vergeben war.
Und da war ja sowieso keine Chance da

Genau diese Chancenlosigkeit ermöglichte dein Verlieben. Hier war kein Fluchtreflex, kein Blocken nötig, du konntest deinen Schutz etwas herunterfahren.
So entwickeln wir alle irgendwelche Strategien.

Wenn sich jemand sehr offensichtlich für mich interessiert, dass ich das dann auch erkenne, bin ich auf Abwehr.
Angst nicht zu genügen, eine Belastung zu sein, etwas falsch zu machen, jemanden unglücklich zu machen, verletzt zu werden.

Du musst für Distanz sorgen, um dich sicher zu fühlen.

Ich habe Angst vor dem was Macht über mich hat. Vor Enge. Da geht es mir so wie dir. Ich fühle mich schnell eingeengt, auch mit Worten. Mit Erwartungen. Werden diese etwas lauter an mich gestellt, ist mein Kopf sofort total leer. Ich ertrage keine laute Stimme, falle in Schockstarre, kann mich nicht mehr bewegen, nichts mehr sagen. Ich will nur weg, aber es geht nicht.

Laut, aggressiv - ohje.
Ebenso manche Geräusche.

Ich empfinde nach all den Jahren, nach all den Therapien immer noch diese fiese Schuld was mir eingeredet wurde. Obwohl ich ich weiß, dass es nicht stimmen kann.

Bei mir ist nun, mit 51, insgesamt alles weniger ausgeprägt, aber es ist noch immer da. Und es gibt richtig gute Phasen!

Ich habe etwas sichtbares davon getragen. Wenn ich mich ansehe, sehe ich dieses.

Du siehst es. Andere auch?
 
Doch das tut es das kann ich dir ehrlich versprechen aus eigener Erfahrung, glaube mir.
Auch ich musste viel Gewalt erleben wenn auch nicht so wie du sexualisierte wo ich denke das dies wohl das schlimmste ist.

Du fällst hier bestimmt keinem zur Last auch das weiss ich aus eigner Erfahrung.

Das schreiben wird dir helfen deine schwere Seelenlast etwas zu mildern und vielleicht werden dir auch neue andere Wege aufgezeigt.

Man schrieb mir: Du bist nicht alleine, und auch das stimmt und DU bist auch nicht alleine.
Hi Shorn,

Gewalt zu erleben, egal wie, ist schlimm. Es tut mir leid dass du auch etwas erlebt hast.

Dass ich hier niemandem zur Last falle, erleichtert mich. Auch dass ich hier offen sein darf ohne zu viel zu sein.
Ich habe dennoch etwas Angst jemanden damit zu triggern, oder dergleichen. Deshalb versuche ich auch nur allgemein darüber zu sprechen ohne in Details zu gehen.

Danke für deine Reaktion. Ich hoffe wirklich etwas Erleichterung zu bekommen.
 
Hey Weltkind.
Danke für den Tipp wie das funktioniert. Und für deine Antwort.

Half mir ebenso wie auch Kunsttherapie weiter und tut es phasenweise wieder
Ich erkenne kein Vorankommen. Es ist nie bedeutend besser. Meine letzte Therapeutin hat gesagt, mein Trauma reicht für mehrere Leben.
Und das ist wahrscheinlich wahr.

Laut, aggressiv - ohje.
Ebenso manche Geräusche

So geht es mir auch. Aggressiv, da schaltet sich bei mir alles aus.
Ich ertrage laut nicht. Ich ertrage mir auf die Pelle rücken nicht, wenn ich signalisiere, dass ich zurück gehe.

Jegliche Art von Berührung?

Ergotherapie könnte ein Ansatz sein.
Und jemand, mit dem du völlig ohne Druck erkunden kannst, auf welche Weise welche Berührung für dich positiv sein kann, wie weit, und ab wo und auf welche Weise ein ungutes Gefühl aufkommt.
Und ob sich irgendwann diese Grenzen etwas erweitern lassen, du das möchtest. Ein wenig Vertrauen fassen können, ein wenig genießen können, z. B. angstfrei Kuschelzeit oder Streicheln genießen, eine Massage wirklich annehmen können. Mit der absoluten Sicherheit, dass nichts geschehen wird, was dich in Bedrängnis bringt.
Ich kann Berührungen ertragen, aber nicht immer. Und wenn ich mich zurückziehen muss, dann geht es nicht. Und wenn es so ist und jemand kommt mir nach, fasst mich an, wird laut. Dann geht gar nichts mehr.
Nein.
Du bist nicht unfähig.
Du hast die Folgen deiner Geschichte zu (er)tragen.
Niemand darf dir das zum Vorwurf machen, ebensowenig wie man jemandem gebrochene Arme vorwirft oder eine Verletzung, die einen in den Rollstuhl befördert.
Meine Ex Freundin hatte dafür kein Verständnis. Obwohl sie es wusste.
Sie war anfangs sehr schockiert, verständnisvoll, lieb. Das hat sich dann aber gewandelt, in Luft aufgelöst. Die Geduld war vorbei.
Sie hat dann mal zu mir gesagt, es ist schon lange her, ich sollte mal drüber weg sein.
Das hat mich wahnsinnig verletzt.
Auch hat sie mich nachts im Dunkeln angefasst obwohl ich sie gebeten habe das nicht zu tun.

Genau diese Chancenlosigkeit ermöglichte dein Verlieben. Hier war kein Fluchtreflex, kein Blocken nötig, du konntest deinen Schutz etwas herunterfahren.
So entwickeln wir alle irgendwelche Strategien.
Das glaube ich auch. Ich war sicher davor dass sich etwas entwickeln könnte.

Du musst für Distanz sorgen, um dich sicher zu fühlen.
Ja, so ist es. Distanz gibt mir Sicherheit. Wer sich für mich interessiert, hat keine Chance. Ich habe das auch mal offen gesagt. Das war eine Frau, der egal war dass ich nicht wollte. Sie wollte "kämpfen". Was bei mir schon den nächsten Fluchtreflex ausgelöst hat, weil sie es nicht ernst genommen hat dass ich nicht wollte.
Sehr kompliziert alles, aber ich denke du verstehst was ich meine.

Bei mir ist nun, mit 51, insgesamt alles weniger ausgeprägt, aber es ist noch immer da. Und es gibt richtig gute Phasen!

Das freut mich sehr für dich.
Du meinst, es gibt noch Hoffnung für mich?

Du siehst es. Andere auch?
Ja, man kann es eigentlich immer sehen. Vielleicht registrieren das nicht alle, aber manchmal eben schon.
 
Ich erkenne kein Vorankommen. Es ist nie bedeutend besser.

Kleines Lächeln...deine Ungeduld. Die Schritte sind oft kaum wahrnehmbar, und doch ergibt sich nach einer Weile ein deutlicher Fortschritt.
Denk mal zurück, wie ging es dir vor 1 oder 2 Jahren? Was ist heute anders?

Vertrauen ist das Schwierigste. Und dennoch sage ich: vertraue dir. Deiner inneren Stärke.

Meine letzte Therapeutin hat gesagt, mein Trauma reicht für mehrere Leben.

Ja, sie signalisierte, dass sie das Ausmaß erfasst. Sagte dir damit aber nicht, dass du zu einem Leben im Leid verdammt bist.

So doof und hart das klingt, wir haben es zu einem Teil auch in der Hand, uns zu entscheiden.
Für oder gegen kleine Wagnisse.
Für oder gegen Akzeptanz, Mut für und Arbeit an Veränderung.
Die Entscheidung, ob wir der Vergangenheit den Stinkefinger zeigen und LEBEN, GENIEßEN. Oder der Vergangenheit im Jetzt Macht über uns geben.

Na klar verheddert man sich immer wieder und schaut dumm, verzweifelt mit den Armen rudernd , bevor man mal wieder auf die Nase fällt, wird ein Weilchen vom schwarzen Loch verschlungen. Doch man lernt die Abläufe und Hilfsmittel, Abkürzungen, immer besser kennen. Sagt: "Oh, Hi du A****, bist mal wieder hier. Ok, verbringen wir etwas Zeit zusammen, aber nicht zu lange. Jetzt bin ich bei dir, aber ich hab' noch anderes vor, du kannst dich also nicht zu intensiv festkrallen. 5 Tage gebe ich dir komplett, am 6. stehe ich auf und du musst mich ein Weilchen teilen, bevor du an deinen Platz in der Ecke zurückkehrst und dort bleibst."

Also auch hier Akzeptanz, Annahme dieses Teils deines Selbst. Nur eben nicht bedingslos hineinfallen lassen, sondern sich das nur begrenzt erlauben.
Klingt das zu verrückt? 😁 Keine Ahnung, ob ich das irgendwie verständlich in Worte fassen kann.

Arbeitest du eigentlich auch alleine oder rein mit Therapeutin? Von Michaela Huber findet sich viel im Netz, Luise Reddemann sagt dir vermutlich auch etwas, wobei mir sachlichere Texte mehr liegen. Und jetzt hängt mein Hirn mal wieder, nichts Neues, kein Zugriff. Naja, nicht so schlimm.

Ich ertrage mir auf die Pelle rücken nicht, wenn ich signalisiere, dass ich zurück gehe.
Und wenn es so ist und jemand kommt mir nach, fasst mich an, wird laut.

Da kann mich inzwischen (endlich) schützen, mit Hand und Stimme stoppen, meine Individidualdistanz deutlich einfordern.
Das geht einfach gar nicht! Hatte ich letzte Woche erst wieder, so einen Ignoranten.

Sie hat dann mal zu mir gesagt, es ist schon lange her, ich sollte mal drüber weg sein

Uff. Da bleibt mir erstmal die Spucke weg.
Und dann kommt aber auch das Verständnis für ihre Überforderung.

Das hat mich wahnsinnig verletzt.

Verstehe ich völlig!

Auch hat sie mich nachts im Dunkeln angefasst obwohl ich sie gebeten habe das nicht zu tun.

Bei all dem bleibt nur:
Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation.
Das ist Arbeit, und dazu müssen beide bereit sein.

Aber hey, ich sehe hier auch eine Chance: du hattest eine Beziehung. Du warst verliebt, nehme ich zumindest an. Ok, hat nicht geklappt, aber das passiert auch ohne Vorbelastung. Und so jung hat nicht jede/r das nötige Einfühlungs- und Durchhaltevermögen.
Eröffnet aber doch, durch diese Erfahrungen, die du machtest, mehr Chancen bei einer anderen Beziehung, da zumindest du mehr Wissen um die zwischenmenschlichen Schwierigkeiten mitbringst und so besser damit umgehen und auch durch viel gute Kommunikation vorbeugen kannst.

Sehr kompliziert alles, aber ich denke du verstehst was ich meine.

Puh...ich wünschte, ich würde kein Wort verstehen. Und ich wünschte, du hättest auch keine Ahnung.
Aber auch hier kann sich viel positiv verändern wenn man daran arbeitet.
Seit 2015 gehe ich jemandem mit Unterbrechungen auf die Nerven, und er, noch komplizierter, mir noch viel mehr. 😄
Sowas ähnliches wie Beziehung kann man also auch mit diesen Beziehungsängsten hinbekommen. Hey, und was ich hinbekomme, kannst du viel besser, weil mehr bewusste Lernzeit/frühzeitiger Therapiebeginn!

Du meinst, es gibt noch Hoffnung für mich?

Na klar gibt es die!

Ja, man kann es eigentlich immer sehen. Vielleicht registrieren das nicht alle, aber manchmal eben schon.

Vielleicht klingt das jetzt wieder völlig bescheuert, aber du könntest es lieben lernen.
Eine Art Abzeichen, die tägliche Erinnerung daran, welche Stärke in dir steckt und was diese dich schaffen ließ.
Du hast überlebt!
Du bist weg!
Du bist stark!
Ist es nicht unglaublich, dass du das hinbekommen hast?
Ist es nicht unglaublich, was für ein toller junger Mann dir aus dem Spiegel entgegenschaut?
Dein Leben beginnt gerade nochmal...
 
Hi Shorn,

Gewalt zu erleben, egal wie, ist schlimm. Es tut mir leid dass du auch etwas erlebt hast.

Dass ich hier niemandem zur Last falle, erleichtert mich. Auch dass ich hier offen sein darf ohne zu viel zu sein.
Ich habe dennoch etwas Angst jemanden damit zu triggern, oder dergleichen. Deshalb versuche ich auch nur allgemein darüber zu sprechen ohne in Details zu gehen.

Danke für deine Reaktion. Ich hoffe wirklich etwas Erleichterung zu bekommen.

Verstehe ich, hatte ich auch. Antwort: Wen es triggert der muss es nicht lesen. Wenn du cdein Erlebnis schilderst schreibe einfach Triggerwarnung vor der Überschrift.
 
Ich schreibe jetzt mal aus der Sicht einer Nichtbetroffenen. Kein Missbrauch, liebevolles Elternhaus, ein bischen Bullerbü. 😉 Und mit einem grossen (aber auch nicht naivem) Urvertrauen in Menschen gesegnet.
Du würdest mich erst einmal mit deinem Lebenspaket überfordern, wenn ich dich kennenlernen würde, dich aber als sehr sympathisch und liebenswert einschätzen würde. Da müsste ich erst einmal auf Abstand gehen und mich selbst sortieren. Und mich selbst fragen, ob ich deine Last mittragen kann. Denn das tut man als Partner.

Also sieh es nicht als Zurückweisung sondern als Überforderung potentieller Partner.

Aber irgendwo Sda draussen gibt es den Menschen, der empathisch ist und dich mit deiner ganzen Vergangenheit so nimmt wie du bist.
 
Zuletzt bearbeitet:

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