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Warum gibt es Verschwörungstheorien?

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Menschen scheinen einfach das Bedürfnis zu haben, eine komplexe Welt zu ordnen, damit ihre Psyche mit ihr klar kommt. Da Religion diese Ordnungsfunktion nahezu komplett verloren hat, sind da einfach andere Dinge an diesen Platz getreten.
Genau, was ich auch immer sage: Verschwörungstheorien sind Gottesersatz.
Wenn die Menschen sich früher etwas nicht erklären konnten, wurde zur Erklärung ein Gott herangezogen (oder mehrere).
Wenn sie sich heutzutage etwas nicht erklären können, wird zur Erklärung eine Verschwörungstheorie herangezogen.
 
Wer Verschwörungstheorien Glauben schenken will, hat seine ganz eigenen Gründe und die sind wohl recht individuell. Und es stimmt natürlich auch, dass einige wenige Verschwörungstheorien sich als wahr herausgestellt haben. Aber was hat es damit zu tun, dass z.B. die Mondlandung ein fake sein soll? Mehr zu wissen als andere, das empfinden einige Menschen als Auszeichnung in einer Welt, in der man leicht in der Masse untergeht. Was macht uns besonders? Etwas Besonderes sein zu wollen, wurde schon immer von findigen Verkäufern, Sektenführern und Betrügern ausgenutzt, aber woher kommt diese scheinbare Ausweglosigkeit, wenn man einmal in diesen Sumpf der Verschwörungstheorien eingetaucht ist? Nach meinem Empfinden ist es die eigene Unsicherheit, weil Verschwörungstheoretikern viel weniger genügt, um überzeugt zu sein. Eine Unterstellung wird zu einer Möglichkeit und die zu einer Wahrscheinlichkeit und schon hängt man in diesem Netz, in dem so viel mehr einen wagen Sinn ergibt, als das schlichte Zugeständnis: "Ich weiß es nicht".
 
Hi
Es gibt Studien, die besagen, das Menschen die an Verschwörungstheorien glauben oftmals eher im niederen Bildungssektor angesiedelt sind. Anders gesagt: Oftmals einfache Leben mit simplen Jobs. Nun werden Verschwörungstheorien ja oftmals wie ein offenes, aber total geheimes Geheimnis gehandelt oder behandelt. Und das hilft diesen Menschen sich bedeutsam zu fühlen, Teil von etwas speziellem, besonderem zu sein, das nicht jeder ist. 'Wir, die Eingeweihten' gegen alle anderen. Diese Person genießt das Gefühl vermeidlich mehr zu wissen als alle anderen, in etwas eingeweiht zu sein. So eine Art James Bond auf Wish bestellt.

Zu fast jeder Verschwörungstheorie gibt es ja auch einen Feind, der meist als 'unsichtbar' und übermächtig dargestellt wird, so das die 'Normalen' ja gar nichts davon wissen können und/oder Schafe sind. Für die einen ist das dann der unantastbare 'Deep State', andere glauben an Echsenmenschen und manche glauben, das A. H eine neue Basis auf dem Mond errichtet hat. Das entspricht dem Bedürfnis der meisten Menschen auf der 'guten' Seite zu stehen und gegen etwas 'böses' anzugehen, was wiederum dem eigenen Selbstwertgefühl zuträglich ist. Daher bringt es dann auch meist nichts, mit rationalen Argumenten und Beweisen dagegen zu halten. Anhänger von solchen Theorien werden in den meisten Fällen kontern mit: 'Das ist alles Fake, die wollen, das ihr das glaubt.'
 
Verschwörungstheorien liefern einfache Antworten auf komplizierte Fragen.

Wir alle versuchen, unsere komplexe Welt zu verstehen und Erklärungen für schwer erklärbare Vorkommnisse zu finden. Ich denke, vor allem für Menschen mit Unsicherheiten und einem tiefen Misstrauen gegenüber Autoritäten, auch gegenüber staatlichen Organisationen, bestätigen die Verschwörungstheorien einen schon "lange gehegten Verdacht".

Die Lösung heißt, dass hinter allem eine geheime Verschwörung steht von Akteuren, die sich jeder Kontrolle entziehen. Es lässt sich damit auch nicht beweisen, ob sie tatsächlich existieren. Aber man hat eine Antwort und fühlt sich erstmals einer Gruppe von Gleichgesinnten zugehörig.
 
Hier kristallisiert sich der Hintergrund wunderbar heraus:

Unsicherheit.
In sich nicht gefestigt sein.
Halt suchen.
Sicherheit, Zugehörigkeit.
Usw.
Viele Menschen fühlen sich verloren und überfordert.
 
Hier kristallisiert sich der Hintergrund wunderbar heraus:

Unsicherheit.
In sich nicht gefestigt sein.
Halt suchen.
Sicherheit, Zugehörigkeit.
Usw.
Viele Menschen fühlen sich verloren und überfordert.
Das trifft doch auf fast alle Leute zu. Wer ist in heutiger Zeit wo so vieles im Umbruch ist nicht verunsichert ?

Ich würde behaupten, mehr als 75 % der Bevölkerung sind für Halbwahrheiten empfänglich, wenn die nur psychologisch geschickt genug konstruiert und serviert werden.

PR Agenturen unserer Zeit sind letztendlich auch ein Stück Wahrheitsministerium.

Die Wahrheit wird nicht mehr als Konstante betrachtet, sie wird geformt oder man kann es auch Framing nennen.
 
Ich fände es interessant jemanden zu hören, der diese Theorien glaubt oder vertritt.
Diskussionen die auf Vermutungen, der Gedanken anderer fußen, sind ja auch wieder mit Vorsicht zu genießen. ;-)
Genau um welche Theorie geht es, so ist ja von flache Erde, Chemtrails, bevorstehende Apokalypse, Endzeit bis Ufo oder Aliens welche bald durch die KI die Welt regieren, etc. alles drin

Fakt ist, dass wir in einer Zeit mit ungewöhnlichen Zeichen, Herausforderungen oder Phänomenen leben, das verunsichert halt.
Zum altem Normal kommen wir nicht mehr zurück, das ist schon mal klar. Nur was ist das "neue Normal " in 5 Jahren, das ist die große Frage.
Wer hätte schließlich vor 5 Jahren gedacht, mit welchen globalen Problemen wir uns nun auseinandersetzten müssen ?
Wäre ja auch komisch, wenn das jemand völlig cool lassen würde.

Da ja schon viel von einfachen Erklärungsmuster geschrieben wurde, interessieren mich nun mal die komplexen tiefgründigen oder halt die etwas kompliziertere Sichtweise.
Auch interessiert mich die Frage, wie die Welt in 5 Jahren sein wird, dann müssten wir ja mal beim "neuen Normal" angekommen sein.
 
Das trifft doch auf fast alle Leute zu. Wer ist in heutiger Zeit wo so vieles im Umbruch ist nicht verunsichert ?

Ich würde behaupten, mehr als 75 % der Bevölkerung sind für Halbwahrheiten empfänglich, wenn die nur psychologisch geschickt genug konstruiert und serviert werden.

PR Agenturen unserer Zeit sind letztendlich auch ein Stück Wahrheitsministerium.

Die Wahrheit wird nicht mehr als Konstante betrachtet, sie wird geformt oder man kann es auch Framing nennen.

Dein Beitrag ist ein super Beispiel für unsere veränderte Wahrnehmung durch Einflüsse von außen!
Der von Dir genannte Eindruck kann leicht entstehen durch die heutige Vernetzung, negativen Journalismus und was sonst mit reinspielen kann.
Sehe ich mir jedoch ausschließlich mein direktes Umfeld an, sieht das ganz anders aus.

Ich glaube, dass sich im Vergleich (wäre dieser tatsächlich möglich) zu früheren Zeiten kaum etwas geändert hat. Nur unsere Wahrnehmung, weil vieles an uns herangetragen wird, was uns in früheren Zeiten gar nicht erreicht hätte, jedoch trotzdem existierte.

Fakt ist, dass wir in einer Zeit mit ungewöhnlichen Zeichen, Herausforderungen oder Phänomenen leben, das verunsichert halt.

Fakt ist, dass dies (fast?) jede Generation vor uns ebenso sehen würde.
 
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