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Verunsicherung nach Therapiegespräch

Laila

Neues Mitglied
Hallo liebe Forenmitglieder,

Ich bin eigentlich eher ein stiller Mitleser, aber eine Aussage/Reaktion meines Therapeuten letzte Stunde lässt mich nicht mehr los.

Kurz zu meinem Hintergrund: ich bin als Kind sex. missbraucht worden, habe daran aber kaum konkrete Erinnerungen, sondern vielmehr Körpererinnerungen, Flashbacks und Dissoziationen.
Mein Mann weiß grob darüber Bescheid, schafft es aber nicht immer, meine Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren (besonders wenn er was getrunken hat). Dazu müsst ihr allerdings wissen, dass ich, wenn er mich zu sehr bedrängt, in eine Starre verfalle oder gar komplett dissoziiere und meine Grenzen nicht mehr klar benennen kann, sondern ihn dann einfach machen lasse.

In meiner letzten Therapiestunde kamen wir über Umwege irgendwie wieder auf dieses Thema zu sprechen. Mein Therapeut meinte dazu, dass mein Mann sich mit seinem Verhalten wegen Vergewaltigung schuldig machen würde. Das hat er schon mehrfach so benannt. Ich meinte daraufhin etwas resigniert, dass er das meinem Mann mal klar machen soll, der will davon nichts hören, ich wehre mich ja kaum. Darauf er, kein Problem, da muss ich nur mit ihm zur Polizei gehen.
Und dann sagte er, mehr zu sich selbst, nein, dabei könnte er nicht ruhig bleiben und wirkte irgendwie resigniert und besorgt.

Gerade die Mimik meines Therapeuten verunsichert mich nun extrem. Ich hatte bis jetzt noch nie denn Eindruck, dass er wegen der Situation besorgt war, zumal ich nicht glaube, dass mir mein Mann körperliche Gewalt antun würde. Ausserdem hat sich die Situation meines Erachtens deutlich gebessert.

Ich weiß nun nicht, wie ich das Ganze einordnen soll. Vielleicht habt ihr ja ein paar Denkanstöße für mich.

LG Laila
 
Also grob zusammengefasst:

Du hast ein sexuelles Trauma
Dein Trauma sorgt auch heute noch für starren und du kannst deine Grenzen nicht immer klar nennen
dein Mann nutzt dieses (evtl gar unabsichtlich) aus (bitte nicht wertend nehmen, es ist erstmal ein Fakt)

Das dein Thera nicht ruhig bleibt kann ich erstmal verstehen, das würde mir genauso Sorgen bereiten.
Gerade da dies nicht das erste mal der Fall ist.
Meine Frage an dieser Stelle ist erst mal, weiß dein Mann das? Weiß dein Mann das du dann im Prinzip alles über dich ergehen lässt?
Ist die Antwort nein, rede mit ihm offen und ehrlich, auch evtl mal mit dem Thera.
Ist die Antwort ja, solltest du wirklich über eine Anzeige nachdenken, das ausnutzen deiner Situation ist alles andere als ok.

Ich weiß Offenheit ist in einer Partnerschaft nicht immer einfach, auch ich habe das mal lernen müssen, aber es ist notwendig.

Du solltest in jedem Falle versuchen die Liebe und ein „ich traue ihm das nicht zu“ oder „er ist ja sonst“ außen vor lassen.
Man muss auch nicht körperlich gewalttätig werden, es reicht das ausüben von psychischer Gewalt oder ausnutzen von Traumata.

Das sind erstmal meine Gedanken zum Grundthema.
 
Ich schließe mich der Ansicht deines Therapeuten an.
Mein Therapeut meinte dazu, dass mein Mann sich mit seinem Verhalten wegen Vergewaltigung schuldig machen würde. Das hat er schon mehrfach so benannt. Ich meinte daraufhin etwas resigniert, dass er das meinem Mann mal klar machen soll, der will davon nichts hören, ich wehre mich ja kaum.
Oje.
 
Ehrlich gesagt finde ich das Verhalten deines Mannes ausgesprochen widerlich. "Besonders wenn er was getrunken hat" ich könnte kotzen. Wenn du in eine Starre fällst, das sieht man, wenn der Mensch einem wichtig ist und man auf ihn achtet. Was ist das für ein Mensch? Dann soll er den Alk aus dem Leib lassen, wenn er damit nicht umgehen kann. Ich habe allerdings den Eindruck, dass das deinem Mann völlig egal ist. Ich könnte mit so einem Menschen nicht zusammen sein, der völlig rücksichtslos ist. Dein Therapeut hat recht.
Dein Mann sollte eine Therapie machen.
Warum trennst du dich nicht? Was müssen Frauen, die mißbraucht wurden noch alles aushalten, warum gehen sie nicht? Ich verstehe es nicht.
Ich stelle dir jetzt mal eine Frage, die dich wahrscheinlich verwundern wird: Welchen Vorteil hast du, wenn du bei deinem Mann bleibst? Beantworte die Frage für dich, du brauchst sie hier nicht reinschreiben. Dir wird die Antwort nicht bewusst sein und wirst das auch nicht mit Absicht machen, aber denke mal darüber nach.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
Danke für eure Antworten.

Also wir haben versucht, meinem Mann zu erklären, was sein Verhalten bei mir auslöst und er versichert uns auch jedesmal, dass er es verstanden hat. Nur den Aspekt mit der Strafbarkeit haben wir dabei noch nie so deutlich benannt, da würde er, denk ich, sofort dicht machen.
Außerdem möchte ich ihm nicht die alleinige Schuld geben, denn ich weiß nicht, ob er mir ansehen kann, wenn ich dissoziiere. Ich weiß nicht, inwieweit das ersichtlich ist.

Trennen möchte ich mich aus verschiedenen Gründen nicht, aber da möchte ich nicht näher drauf eingehen. Es fühlt sich für mich irgendwie nicht wie echte Gewalt an, weil ich halt nicht weiß, ob Vorsatz hinter seinem Handeln steht. Ich denke nämlich eher nicht, sondern dass ihm nicht bewusst ist, was sein Verhalten bei mir auslöst, da er es nicht nachvollziehen kann.

Verurteilt mich bitte nicht für mein Empfinden. Ich kann verstehen, was ihr meint und ich muss ehrlicherweise zugeben, wenn ich sowas von anderen hören würde, würde ich wahrscheinlich genauso denken. Vielleicht ist das ja noch sowas wie ein Schutzmechanismus der mir früher erst ermöglicht hat, das alles auszuhalten, ähnlich wie das Dissoziieren.
 
Außerdem möchte ich ihm nicht die alleinige Schuld geben, denn ich weiß nicht, ob er mir ansehen kann, wenn ich dissoziiere. Ich weiß nicht, inwieweit das ersichtlich ist.

Du brauchst hier nicht sagen, warum du dich nicht trenst.
Ja ist klar, dass du ihm nicht die Schuld gibst. Wenn der Mann die Augen aufmachen würde, den Alk weglassen würde, dann würde er sehen, was mit dir passiert. Das kann man sehen!
Ich empfehle dir etwas: Stefanie Stahl, Das Kind in dir muss Heimat finden. Das Buch und das Arbeitsbuch und bei youtue gibt es jede Menge Videos. Nach Stefanie Stahl gucken und nach So bin ich eben. Da geht es viel um Schuld, die du dir auch gibst und du kannst deine Glaubenssätze, die du seit deiner Kindheit mit dir herrumschleppst aufdecken, dein mangelndes Selbstbewusstsein, deine Minderwertigkeitskomplexe, dass du nichst wert bist, alles was du dir als Kind erzählt hast udn heue noch dran glaubst und und und....
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Buch kenne ich, das hat mir meine Psychologin bereits vor ein paar Jahren empfohlen. Es hat mir einige Denkanstöße gegeben, kann ich auch nur empfehlen.
Es hat sich inzwischen auch bereits einiges zwischen meinem Mann und mir verändert. Die Häufigkeit dieses Verhaltens hat deutlich abgenommen, aber wenn es doch mal wieder soweit kommt, triggert es mich doch noch extrem. Daher wünsche ich mir, dass es gar nicht mehr auftritt.
Zudem habe ich das Gefühl, dass es gehäuft dann auftritt, wenn es mir nicht gut geht. Das kann ich erst recht nicht nachvollziehen, weil ich denke, Sex kann keinen Spaß machen, wenn der Partner gerade depressiv ist.

LG Laila
 
Das Buch kenne ich, das hat mir meine Psychologin bereits vor ein paar Jahren empfohlen. Es hat mir einige Denkanstöße gegeben, kann ich auch nur empfehlen.
Es hat sich inzwischen auch bereits einiges zwischen meinem Mann und mir verändert. Die Häufigkeit dieses Verhaltens hat deutlich abgenommen, aber wenn es doch mal wieder soweit kommt, triggert es mich doch noch extrem. Daher wünsche ich mir, dass es gar nicht mehr auftritt.
Zudem habe ich das Gefühl, dass es gehäuft dann auftritt, wenn es mir nicht gut geht. Das kann ich erst recht nicht nachvollziehen, weil ich denke, Sex kann keinen Spaß machen, wenn der Partner gerade depressiv ist.

LG Laila

Kannst du versuchen, mit deinem Mann eine Vereinbarung zu treffen (falls du das willst)?

Ihr könntet z B vereinbaren, dass es nur dann Sex gibt, wenn du in irgendeiner aktiven Form signalisiert, dass es für dich jetzt in Ordnung ist, durch Handlungen oder Worte.

So ähnlich wie ein Stopp Signal bei manchen Praktiken nur andersrum.
 
Ja das hast du recht. Inzwischen schaffe ich das schonmal. Aber wir haben bis vor ca. 1 Jahr in einer kleinen Wohnung gelebt, da fühlte ich mich schnell in die Ecke gedrängt. Jetzt wohnen wir auf ca. dem doppelten Raum, was bestimmt dabei geholfen hat, dass es besser geworden ist.
 

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