Lunidiezweite
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Was andere darüber denken ist mir auch egal, nerven tut es trotzdem.
Wie soll man das denn ignorieren, wenn man ungefragt darauf angesprochen wird und das immer wieder teils von den gleichen Personen?
Ich bin ja auch Tante, aber toll finde ich das nicht. Gut, meine Nichte ist jetzt aus dem Gröbsten raus, aber ich konnte ehrlich gesagt nie etwas mit ihr anfangen. Mir geht sie ehrlich gesagt am Popo vorbei. Vielleicht ändert das sich mal, wenn sie älter wird, aber das glaube ich kaum, da ich nie so richtig eine Beziehung zu ihr aufgebaut habe.
Ich mag Kinder nur, wenn sie genügend Abstand zu mir halten und mich nicht nerven. Ich „freu“ mich schon, wenn ich bald wieder zum Kindergeburtstag zum Patenkind meines Mannes eingeladen bin. Horror pur! Mache den ganzen Schei* nur zu Liebe meines Mannes mit und kann mich dem nur entziehen, wenn ich krank bin. War ich froh über Corona, so konnte ich mich zwei Jahre den Kindergeburtstagen entziehen.
Wie Lunidiezweite als Erzieherin arbeiten könnte ich nicht. Das wäre für mich die Höchststrafe. Ich habe aber großen Respekt vor Erziehern, denn ich weiß durch meine Mutter, dass das ein Job ist, für den man Nerven wie Drahtseile benötigt.
Na, ja wenn man weiß, dass man damit sein Geld verdient, ist das nicht so schlimm. Ewig könnte ich das auch nicht machen, deshalb hab ich ja nebenbei noch was drauf studiert.
Endnervig fand ich immer die Wandertage. Da steht man ja noch mehr mit einem Bein im Knast, als das eh schon der Fall war.
Ich glaube, mir hat es geholfen das als Job zu sehen. Wobei ich vor meiner Erkrankung manchmal auch echt an meine Grenzen kam. Bei uns hatten so viele Fachkräfte gekündigt, dass ich dann manchmal sogar für 2 Gruppen zuständig war und im nachhinein hat mich das irgendwie auch krank gemacht und war vermutlich mit der Auslöser für die jetzige Erkrankung.
Was rückwirkend Hammer war, war das Geschrei. Und darauf reagiere ich jetzt merkwürdigerweise auch viel sensibler als die Jahre zuvor.
Wenn irgendwo ein Kind heult suche ich das Weite oder setze mich instinktiv weg.
Zum damaligen Zeitpunkt war ich in Dauerbeschallung und das hat mich nicht so gestört.
Was ich immer schlimm fand waren die unter 3 Jährigen. Da habe ich echt ungern gearbeitet. Wenn einer heulte, heulten nach 5 Minuten alle und beruhige mal 8 2 jährige Kinder gleichzeitig. Ich hatte zum Glück nur vertretungsweise so kleine Gruppen und eher die ab 3.
Viele Eltern waren auch mein personifizierter Alptraum. Um wieder den Kreis zu schlagen. Kamen morgens um 7 total abgehetzt mit dem Kind an, das natürlich heulte. In der einen Hand den Coffee to go, an der anderen das Kind. Und wenn die dich dann mit den Worten, es könnte später werden begrüßt haben, da hattest du morgens um 7 schon so einen Hals. Wir haben dann irgendwann Strafgebühren eingeführt, wenn jemand seine Kinder zu spät abholte.
So hätte ich nie werden wollen. Oder das krasse Gegenteil: Stundenlang mit dir als Fachkraft diskutieren über irgendwelche Bitten, dass am Wandertag doch >Gummistiefel mitzubringen sind.
Tante zu sein, hat den Vorteil es wieder abgeben zu können. Kannste als Mutter nicht.
Das war auch mein Credo bei schwierigen Kindern. Immer mantraartig aufsagen: Es sind ja nicht meine Kinder.
Was aber alles toppte, was ich je in der Kita erlebt habe war das Schreibaby, was ich mal betreuen musste.
Danach wäre ich fast aus dem Fenster gesprungen und ich hab das Baby nur 8 Stunden gehabt. Bei der leiblichen Mutter war/ist es für immer.
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