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Therapeutin hätte fast mein Leben ruiniert

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Das Problem ist doch, dass Therapeuten nichts davon haben ihre Patienten zu heilen. Würden sie eine Fallpauschale bekommen, dann bin ich überzeugt, dann wären sie zehnmal so effektiv und die ganzen Taugenichtse weg. Das ist als würde man einen Unfallchirurgen danach bezahlen wie lang der Gips dran bleibt.

So hängt es am puren Glück, dass man einen Therapeuten erwischt, der das wirklich aus Leidenschaft macht (vielleicht weil er in der Verwandtschaft die Probleme auch gehabt hat) und nicht nur um bei exzellentem Gehalt ne ruhige Nummer zu schieben.
Hallo!
Ich weiß nicht so genau was du für eine Vorstellung von psychischen Krankheiten hast. Aber es gibt durchaus welche, die niemals heilen, und das hat nichts mit den Therapeuten zu tun. Ich sage lieber nicht wie viele Jahre ich schon in Behandlung bin weil ich nach einigen der Äußerungen glaube, es würde keiner verstehen. Aber ich kann noch mal wiederholen, ich werde nie geheilt sein, egal, wie gut meine Therapie ist. Es kann nur sich verbessern und ich stabil sein, aber ich werde nie gesund sein. Und inzwischen bin ich soweit, dass ich das akzeptiere und mich nicht mehr dafür hasse. Es ist wie Diabetes, eine Schilddrüsenfehlfunktion oder eine andere chronische Erkrankung. Man kann dank medizinischer (oder wie in meinem Fall therapeutischer) Hilfe damit leben lernen - geheilt sein werde ich nie.
 
Ich denke dass man nicht pauschal unterscheiden kann, welche die guten und welche die schlechten Psychotherapeuten sind.

Ich hatte eine mit der ich klar kam und fand sie herzlich aber ein anderer Mitpatient meinte, er fühlte sich nach jeder Sitzung immer schlechter und bat um Wechsel.

Es hängt anscheinend viel davon ab, wie der Charakter des Patienten ist und seine Erwartungen und vom Charakter des Therapeuten. Weil im Endeffekt sind sie auch Menschen.

Außerdem denke ich mir, dass die Psyche etwas so komplexes ist, dass man nicht eine einzige effektive Lösung für ein krakheitsbild hat. Zwei Personen mit Depression und ähnlichen Symptomen können nicht von der gleichen Lösung profitieren. Der eine braucht Vielleicht Verhaltenstherapie, ein anderer tiefen Psychologie, vielleicht möchte einer eher mehr zugehört werden, ein anderer möchte eher konkrete Lösungsvorschläge.

Es ist so ein bisschen wie eine Partnersuche. Man muss den passenden Therapeuten finden. (Meine Meinung). Was aber nicht heißt, dass automatisch ein Therapeut de facto "schlecht" für alle andere ist, weil es gibt bestimmt jemand, der mit dem Therapeuten sehr gut klar kommt.

Schönen Tag euch

David
 
Hallo!
Ich weiß nicht so genau was du für eine Vorstellung von psychischen Krankheiten hast. Aber es gibt durchaus welche, die niemals heilen, und das hat nichts mit den Therapeuten zu tun. Ich sage lieber nicht wie viele Jahre ich schon in Behandlung bin weil ich nach einigen der Äußerungen glaube, es würde keiner verstehen. Aber ich kann noch mal wiederholen, ich werde nie geheilt sein, egal, wie gut meine Therapie ist. Es kann nur sich verbessern und ich stabil sein, aber ich werde nie gesund sein. Und inzwischen bin ich soweit, dass ich das akzeptiere und mich nicht mehr dafür hasse. Es ist wie Diabetes, eine Schilddrüsenfehlfunktion oder eine andere chronische Erkrankung. Man kann dank medizinischer (oder wie in meinem Fall therapeutischer) Hilfe damit leben lernen - geheilt sein werde ich nie.

Willkommen im Club. Nach 45 Jahre mußt ich das auch lernen.
 
Es tut mir leid, dass du so negative Erfahrungen gemacht hast.

Ich habe mit meiner aktuellen Therapeutin einen Glücksgriff getan.
Vor vielen Jahren hatte ich mal eine Psychoanalyse. Das hätte ich mir sparen können, es war nicht das richtige für mich und hat mir nichts gebracht. Ich habe die Stunden gehasst.

Solche Tipps wie das Studium aufzugeben sind tatsächlich sehr gefährlich und kein guter Therapeut würde so etwas sagen. Die richtige Hilfestellung wäre gewesen, dir Möglichkeiten aufzuzeigen, wie du dein Studium so gelassen wie möglich abschließen kannst.

Selbst mitarbeiten muss man aber tatsächlich. Wenn man nur in der Therapiestunde über Probleme spricht und im "normalen Leben" nichts an seinen Verhaltensweisen ändert, kann sich nichts verändern.

Meine Therapeutin zeigt mir oft andere Sichtweisen auf Probleme auf. Mit der anderen Sichtweise erkenne ich dann oft schon selbst, wie der Lösungsweg sein könnte.

Ich denke auch, dass man sowohl die richtige Therapieform als auch den richtigen Therapeuten finden muss. Da es momentan so schwierig ist, überhaupt einen Therapieplatz zu finden, nimmt man natürlich eher den schnell verfügbaren. Dieser muss aber nicht der passende sein.
 
Außer Strafttätern die gerichtlich gezwungen werden, wer sperrt sich denn gegen Therapie? Wer hat von Jesus geredet oder wegzaubern? Darf man überhaupt Erwartungen stellen?

Viele Leute sperren sich dagegen. Weil es aufwendig ist, anstrengend und oft sehr schmerzhaft. Man muss z.T. Verantwortung für Dinge übernehmen, die man lieber nicht hätte, weil man sie nur so ändern kann. Man muss alte Schutzmechanismen aufgeben und sich Traumata stellen oder Dinge tun, die einem erst mal Furcht einflösen.

Manche scheinen zu glauben, man geht zur Therapie, redet da ein bisschen, kriegt Tipps und schon wird es gut oder geht zumindest aufwärts. Aber meiner Erfahrung nach (und nach Beobachtungen im Freundeskreis) wird es oft erst mal schlechter. Die Wunden brechen auf, bevor sie heilen können.

Ich bin sehr dankbar für meine Therapien. Und ich kenne etliche Leute, die von ihren Therapien auch profitiert haben.
 
Hey,

also zunächst einmal gibt es unterschiedliche Therapieverfahren, die jeweilige Therapie unterscheidet sich stark. Bei einer Analyse ist sehr typisch, dass sich der Therapeut zurückhält und der Patient sehr viel erzählt und vor allem frei assoziiert.
Bei einer Verhaltenstherapie hingegen geht es recht praktisch zu und Veränderung wird durch konkretes Tun herbeigeführt.
Die beiden anderen von der Kasse zugelassenen Therapieverfahren sind die tiefenpsychologische Therapie und die systemische Therapie.
Dann gibt es natürlich auch innerhalb der jeweiligen therapeutischen Richtungen unterschiedliche Ansätze und die jeweilige Persönlichkeit des Therapeuten spielt auch eine Rolle.
Wobei ich dir auf jeden Fall Recht gebe ist, dass Therapeuten gegenüber ihren Patienten eine recht große Macht haben und ich finde sehr wichtig, das sowohl als Patient, als auch als Therapeut zu reflektieren und achtsam damit umzugehen.

Ansonsten habe ich selbst schon viele Therapien begonnen, einige zu Ende gemacht. Mein Leben fundamental verändert hat es nie, aber ich habe doch sehr viel über mich und über Problembewältigung und Selbstannahme gelernt. Mit meiner letzten Therapeutin habe ich oft gestritten, das war für mich total gut und ich habe viel über Beziehungen, Grenzen und das Aushandeln des Miteinanders gelernt.
 
Naja dafür muss vom Therapeuten trotzdem irgendeine Form von Feedback zurückkommen.

Feedback ist auch nicht das Gleiche wie ein Ratschlag. Ein Therapeut kann zum Beispiel anmerken, dass du beim Sprechen eine widersprüchliche Mimik zeigtst. Z. B du sagt "ich bin traurig" aber grinst wie ein Honigkuchenpferd, weswegen die Therapeutin dann nachhackt in Bezug deiner restlichen Probleme.

Das ist ziemlich genau die Einstellung die ich nicht nachvollziehen kann.
Außer Strafttätern die gerichtlich gezwungen werden, wer sperrt sich denn gegen Therapie? Wer hat von Jesus geredet oder wegzaubern? Darf man überhaupt Erwartungen stellen?

Es kann durchaus dazu kommen, dass jemand innerhalb des Prozesses abblockt, weil er zum Beispiel in seinen Sitzungen auf einen wunden Punkt (zb. eine unangenehme Erinnerung), mit den er sich nicht so gern befassen will, obwohl es aber vielleicht hilfreich wäre.

Diese Reaktion kann bewusst oder unbewusst geschehen, da Menschen Meister in der Selbsttäuschung sind. (Stichwort: Kognitive Dissonanz)

Mich interessiert hier, was die Therapeutin anders macht als die anderen, womit sie Dir helfen konnte? Wie hilft sie denn ohne Ratschläge zu geben?

In meinem Fall ist es ihre Sachlichkeit und Distanz, die mir geholfen hat. Sie hat mich gut über meine Diagnose Borderline aufgeklärt und das sog. Schemenmodel mit mir aufgedröselt, sodass ich besser mir selbst auf die Spur kam. (Glaubenssätze, Mechanismen usw)
 

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