ich finde den faden sehr interessant... solche fragestellungen gibts fast in jedem forum mit gesellschaftlichem bereich und ich lese die argumentationen pro und contra immer wieder mit hohem interesse.
ein punkt wurde in dieser diskussion nur indirekt genannt, aber von beiden seiten scheinbar vertreten.
die würde bzw. der stolz eines menschen oder meinetwegen des arbeiters.
natürlich schafft der kapitalismus ungleichheit und es gibt menschen, die in bezug auf materiellen reichtum deutlich mehr anhäufen, als andere. dies sind meist die unternehmer oder meinetwegen auch die erben der unternehmer.
doch schaffen unternehmer für die allgemeinheit noch etwas anderes und dies ist arbeit und lebenserhalt in würde und stolz. ein arbeitnehmer wird materiell wahrscheinlich nie das niveau des jeweiligen unternehmers für den er arbeitet erreichen.
dennoch arbeitet er für einen gegenwert. er erhält sein leben selbst. dies verleiht ihm einen inneren stolz auf das geleistete und strahlt auf seine umgebung einen gewissen status, eine würde aus. desweiteren ist der arbeitnehmer frei und keinesfalls ein sklave des unternehmers. in letzter instanz ist eine kündigung immer möglich. von sklavenarbeit kann also hier in deutschland und europa keine rede sein.
doch zurück zum aspekt der würde und des stolzes / respekts:
so sehr man es sich auch wünscht. stolz, respekt und würde sind dinge, die man sich verdienen muss, ebenso wie materielle güter erarbeitet werden müssen.
abhängigkeiten stehen stolz, respekt und würde entgegen. das kann im prinzip jeder mensch fühlen.
ist jemand abhängig von anderen (familie, gemeinschaft, staat, pflegepersonal etc.) ist dies für niemanden angenehm.
tatsächlich begründet sich die verankerung sozial schwacher menschen in einer forderung nach unterstützung in einer etwas merkwürdigen moralanschauung durch dieses konzept.
ein mittelloser ist von der gemeinschaft um ihn herum abhängig. instinktiv würde man ihm, eine gewisse soziale einstellung vorausgesetzt, von außen helfen. doch er ist klar in der schwächeren rolle, ein bittsteller. eine klare ausnahme hier sind in der vergangenheit verdiente mitglieder der gesellschaft (rentner, pensionäre, veteranen etc.... diese fordern zurecht!).
doch für alle anderen wäre es eigentlich angebracht, nach unterstützung zu bitten, am materiellen anderen teilhaben zu dürfen. das lernt man beispielsweise bereits als kind, dass die alleinige anwesenheit nicht grund genug ist, einem anderen etwas wegzunehmen.
doch in deutschland (generell im westen) wird nicht gebeten, es wird gefordert und zwar auf einer sehr wackelingen, eigentlich nicht existenten, moralvorstellung, das jemand der etwas hat, teilen muss.
diese forderung kaschiert meines erachtens das problem der würde und des stolzes. man wahr eine chimäre seines stolzes indem man fordert statt zu bitten, wie hier so oft propargiert. man stellt sich auf ein podest und formulier einen anspruch... einfach so... einfach weil es geht und gegenwärtig in gewissen schichten und politischen richtungen gesellschaftlich getragen wird.
tatsächlich hat jedoch kein mensch einfach so ein anrecht auf etwas, dass er nicht erarbeitet hat. die gesellschaft, gerade hier im westen, gibt mehr als genung möglichkeiten aus, etwas zu erarbeitet. man kann sich als angestellter einem unternehmen anschließen oder sogar selbst, mut und können vorausgesetzt, unternehmer werden. man kann an den freien märkten investieren und seine ausbildung kontinuierlich verbessern und zwar ohne unsummen investieren zu müssen wie beispielsweise in den usa.
es heisst oft, h4 mache krank. ja, das tut es. es nimmt stolz und würde, man ist von der leistung anderer abhängig. dieser verlust manifestiert sich nicht selten in psychischen krankheiten und sucht. doch die antwort darauf ist nicht, den nun trotzig fordernden noch mehr zu geben. die antwort ist, sie wieder zurück in lohn und brot und verantwortung für sich selber zu bringen. und hier knickt die gesellschaft bereits jetzt viel zu stark ein, wo eigentlich mehr härte angebracht wäre, auch im interesse der schwachen.
auch ich lebe gerne in deutschland. der mut zum unternehmer sein hatte ich nie. doch ich lebe gut hier, zahle meinen beitrag und es bleibt, dank guter ausbildung, noch etwas über. der ausbildungsweg steht uns übrigens ebenfalls nahezu frei. von schulabbrecher bis professur alles erreichbar.
kapitalismus mach nicht gleich im materiellen.
er macht gleich an freiheit.
man lernt fischen aber bekommt keine fische geschenkt.
so ist jeder abreitnehmer hier jederzeit in der lage seine arbeit aufzugeben, sich fortzubilden, sich was besseres zu suchen oder selbt unternehmer zu werden. das ist freiheit, entfaltung und stolz / würde.
selbst ein aussteigen, wie hier mehrmals empfohlen, ist machbar.
da ähneln kommunistisch-sozialistische konstrukte schon eher der sklavenarbeit, denn hier gibt es diese möglichkeit nicht (für den kleinen apparatschik).
jedem menschen, der nach mehr staatlichen umlagen ruft, kann ich daher nur zu mehr eigenverantwortung und ja, mehr würde und stolz in bezug auf sich selbst raten.
ein system mit ausschließlich nehmern, wie von einigen sozialisten propagiert, ist schlicht nicht lebensfähig.
wir haben bereits jetzt die tendenz zu ausgeprägten sozialhilfe-dynastien ganzer familie. darin sehe ich in der tat eine gefahr für unsere gesellschaft und die reale fairness im land.