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Mal ehrlich spinnen alle bei den Preisen?

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In den USA gab es mal eine Flutkatastrophe. Daraufhin waren viele öffentlichen Wasserquellen verschmutzt und das abgepackte saubere Flaschenwasser in den Supermärkten war extrem teuer. Warum? Weil plötzlich alle das Flaschenwasser wollten. Knappheit eben.
Die US Regierung reagiert empört und warf den Supermärkten vor, die Not der Menschen auszunutzen. Sie schrieb den Supermärkten vor, das Flaschenwasser höchstens zum doppelten den Normalpreises zu verkaufen.
Was geschah? Die Menschen stürmten die Supermärkte und kauften so viel Wasser wie sie konnten. Während die ersten Käufer nun Wasser ohne Ende hatten, sind Menschen die zu spät im Supermarkt waren leer ausgegangen und mussten wortwörtlich verdursten.
Fazit: Es war sinnvoll, dass Wasser extrem teuer war, damit Menschen wirklich nur so viel kauften wie sie unbedingt brauchten.
Nein. Es war nicht sinnvoll. Sowas ist ausnutzen einer Notlage.
Das Wasser hätte billig abgegeben und dabei rationiert werden können.
Haushaltsübliche Menge. Schonmal gehört?
 
Ich kann München nicht beurteilen, aber ich habe generell die Meinung dass jeder mit seinem Eigentum machen kann was er oder sie möchte. Auch Medizintouristen wohnen in einer Wohnung, die irgendwem gehört der sich dazu entschieden hat. Über eine Zweitwohnungssteuer kommt auch gut Geld rein.

Was ich absolut verstehen kann dass es falsch ist, an Investoren zu kaufen. Aber das wird es aktuell wohl nicht mehr geben.

Fair finde ich es, sich in einem Land wie Deutschland zu bilden und gut zu verdienen. Als Motivation haben viele vielleicht auch eine Wohnung, ein Auto oder was auch immer. Zu Geld kann jeder kommen, manche haben Glück, aber jeder kann hart arbeiten, sich bilden und zu Geld kommen. Das finde ich definitiv fairer als ein Los.
Vergisst Du da nicht etwas? Der Staat sorgt für Deine Bildung, er "schenkt" Dir die Möglichkeit Dich zu bilden und gut zu verdienen: Angefangen von einem doch zumindest soliden Schulsystem bis hin zur Möglichkeit zu studieren, zu forschen usw.
Das ist die eine Seite: Aber "umsonst" ist das doch dennoch nicht: Der Staat hat auch ein Recht, etwas von Dir zurückzubekommen: Und zwar nicht nur im Forum von Steuergeldern, sondern auch in Form der Forderung, dass Du und jeder, der Teil der Gesellschaft ist, die Gesellschaft auch mit gestaltet. Also man lebt nicht nur für sich und tut und lässt was man will sondern ist Teil eines Systems und das System kann nur funktionieren, wenn eben alle miteinander am gleichen Strang ziehen. Warum wohl klappt das Zusammenleben in Japan auf engstem Raum so gut? Weil die menschen dort sich als Teil einer Gemeinschaft sehen und sich dieser verpflichtet fühlen. Rein egoistisches Handeln ohne die Gesellschaft im Blick ist dort ein NoGO.
Und wenn es für die Gemeinschaft nunmal nachteilig ist, dass wertvoller Wohnraum für Medizintouristen verbraucht wird (für die gibt es Hotels) so hat die Gesellschaft doch auch das Recht durch entsprechende Regeln die Interessen der Mehrheit VOR die Interessen einer (wenn auch vielleicht zahlungskräftigen) Minderheit zu stellen, oder?

Ja aber das nennt man eben auch Demokratie. Dinge wie Massentierhaltung kann man nur verbieten, wenn man dazu demokratische Mehrheiten hat.
Und das ist gut so! Nicht deine, nicht meine Moral entscheiden, sondern der demokratische Volkswille.
Eben! wie ich schon sagte: Die Interessen der Gemeinschaft vor die Interessen von weinigen einzelnen.
Daraus folgt dann zB auch, dass eine Regierung die Interessen ihrer "Untergebenen" vertritt: Sprich nicht die Interessen einzelner sondern die Interessen der vielen. Das wäre im Beispiel von München: Wir haben da einen Straßenzug, mit dem können wir entweder einen Investor bedienen oder ein paar 100 Bürger. Eigentlich klar, wie die Entscheidung aussehen müsste.
Nur weil wir keine direkte Demokratie haben, in der jeder kleine Schritt vom Volk direkt abgestimmt wird, so ist es doch GERADE in einer Demokratie wichtig, eben Entscheidungen im SINNE der Mehrheit zu treffen.
passiert hier leider nicht.
Zumindest wäre mir nicht bewusst, dass es mehr superreiche Investoren als normalverdiener gäbe.
Volkswille ist meiner Meinung nach NICHT etwas, das an der Wahlurne quasi abgegeben wird: Nach dem Motto: ich habe dich gewählt und alles was Du jetzt tust ist dann auch mein Wille. Sondern Volkswille ist etwas, das von Regierenden zu jeder Zeit immer neu ergründet werden müsste.
Nur passiert das nicht.
Also in München ist es garantiert NICHT Volkswille, dass sich keiner mehr ne Wohnung leisten kann, geschweige denn ein Haus.
Oder auch bei Massentierhaltung: Die Mehrheit der Bürger IST eben gegen Massentierhaltung (ich erinnere mich mal gelesen zu haben, dass 70% der Deutschen für ein Verbot wären. ich glaube, es gibt nur sehr wenig Leute, die sagen, dass ihnen das komplett egal ist). Nur mangelt es halt an Aufklärung, Transparenz und Alternativen. Diese zu schaffen wäre demokratische Aufgabe einer Regierung. Aber statt dies zu tun und entsprechende wege zu ebnen hat sich die Regierung jahrelang halt mehr um Lobbyinteressen also um den demokratischen Volkswillen gekümmert.
Das darf man nie vergessen: Wir reden von Demokratie, von freiem Markt, aber wir müssen auch von Lobbyarbeit reden, die stets sowohl den freien Markt, als auch den demokratischen Willen zu untergraben versucht und daber auch mehr oder weniger erfolgreich ist.
Also in dem Dreieck: Interesse der Büger, freies Marktgeschehen und Lobbyarbeit ist der gewinner leider nur allzu oft auf Seiten der Lobbyisten.
 
Zu Geld kann jeder kommen, manche haben Glück, aber jeder kann hart arbeiten, sich bilden und zu Geld kommen.
Nein, das stimmt so einfach nicht. Es gibt genug Leute, die arbeiten sich nen Wolf und können trotzdem nie eine Wohnung in München (oder sonst wo) stemmen.
Klar kann man nun sagen: Selber Schuld, wenn sie systemrelevante Berufe wie Krankenschwester erlernen und eben nicht Investmentbanker, aber nach dieser Haltung zu leben wäre WIEDERUM nicht im Interesse der Gemeinschaft: Im Interesse der gemeinschaft ist es durchaus, dass es eben auch Krankenschwestern gibt und nicht nur Investmentbanker oder Autozulieferer.
Und wir sollten ALLE ein Interesse daran haben, dass unsere Gesellschaft funktioniert.
Das bedeutet eben auch, dass wir es möglich machen, dass Leute die berufe ergreifen, die für die Gemeinschaft notwendig sind, die aber nicht so viel abwerfen. Und das geht nur, wenn der Staat in gewisser Weise mitlenkt. Und Fairness überhaupt erst möglich macht.
Wenn man ALLES nur dem Kapitalismus unterwirft, dann kann eine Gesellschaft nicht funktionieren, weil sie damit genau die Berufe "abschafft" die wir zum Überleben brauchen, die aber NICHT direkt an der Kapitalschöpfung beteiligt sind.
Also wenn wir uns nicht den eigenen Ast absägen wollen, so ermöglichen wir auch den Menschen, ohne die wir nicht funktionieren können ein würdiges Leben.
DAS ist Fairness.

Ich kenne beispielsweise einen jungen Diplomaten, der eine Wohnung in Berlin gesucht hat: Sein Haushaltseinkommen liegt bei deutlich über 10 000 Tacken im Monat netto. ER bezeichnet es als unfair, dass er bei der Wohnungssuche leider Abstriche machen musste und eben mit vielen anderen Bewerbern konkurrieren musste, die sich die Wohnungen eben auch hätten leisten können, obwohl sie weniger verdienen als er. Er teilt quasi die Meinung, der Preis wäre das einzige faire Instrument, den Markt zu regulieren und wenn derjenige die Wohnung bekommt, der am meisten zahlen kann, wäre das fair.
Er musste dann letztlich mit einer Wohnung Vorlieb nehmen, die nicht in seinem Lieblingsviertel war, bzw er hätte eine Wohnung nehmen müssen, die deutlich teurer gewesen und größer gewesen wäre, so dass er halt nicht mit so vielen Bewerbern hätte konkurrieren müssen. Was er unfair fand, denn schließlich war er doch meist der Bewerber mit der meisten Kohle: Es wäre fair gewesen, IHM die Wohnung zu geben....
Also bei dieser Vorstellung von Fairness läuft es mir kalt den Rücken runter.
 
Fazit: Es war sinnvoll, dass Wasser extrem teuer war, damit Menschen wirklich nur so viel kauften wie sie unbedingt brauchten.
DAS findest Du sinnvoll?
Das wäre NUR dann sinnvoll, wenn alle Menschen gleich viel Geld hätten!

Dann denk das mal zuende:
Peter ist superreich: Ihm ist es egal wie viel das Wasser kostet: Er kauft mal eben den Supermarkt leer.
Hans ist Normalverdiener: Er kauft sich halt ds nötigste und muss aber erstmal woanders hinfahren, wenn Peter schon vor ihm da war und enn er Pecht hat und 2 Peter schon vor ihm da waren, dann muss er halt mal ein paar Tage verzichten.
Und Sepp verdurstet, denn ER kann sich garnicht genug Wasser leisten.
Sinnvoll?
Die Leute kaufen nur das was sie unbedingt brauchen, wenn es teuer ist?
Wer braucht schon ein Iphone? Einen neuen Mercedes? Oder eben den ganzen Supermarkt voller Wasser nur weil er es sich leisten kann?
Du vergisst: Was TEUER ist, ist für jeden was anderes und selbst wenn Du die Wasserpreise in der Notlage in astronomische Höhen getrieben hättest, hättest Du immernoch den Kampf zwischen den Leuten, für die das nach wie vor spottbillig ist und denen, für die es noch zum halben Preis nicht zahlbar ist.
Sinnvoll? Kommt darauf an, was man erreichen will: Wasser nur für Reiche oder gleichmäßige Verteilung an jeden.
 
Nein. Es war nicht sinnvoll. Sowas ist ausnutzen einer Notlage.
Das Wasser hätte billig abgegeben und dabei rationiert werden können.
Haushaltsübliche Menge. Schonmal gehört?

Sowas funktioniert aber in der Breite einer Wirtschaft nicht.
Was du "rationieren" nennst ist gesamtwirtschaftlich "Planwirtschaft". Du planst Produktionen und teilst Menschen Rationen zu.
Das führt zu einer ineffizienten Verteilung von Resourcen und Produktionen.
 
DAS findest Du sinnvoll?
Das wäre NUR dann sinnvoll, wenn alle Menschen gleich viel Geld hätten!

Dann denk das mal zuende:
Peter ist superreich: Ihm ist es egal wie viel das Wasser kostet: Er kauft mal eben den Supermarkt leer.
Hans ist Normalverdiener: Er kauft sich halt ds nötigste und muss aber erstmal woanders hinfahren, wenn Peter schon vor ihm da war und enn er Pecht hat und 2 Peter schon vor ihm da waren, dann muss er halt mal ein paar Tage verzichten.
Und Sepp verdurstet, denn ER kann sich garnicht genug Wasser leisten.
Sinnvoll?
Die Leute kaufen nur das was sie unbedingt brauchen, wenn es teuer ist?
Wer braucht schon ein Iphone? Einen neuen Mercedes? Oder eben den ganzen Supermarkt voller Wasser nur weil er es sich leisten kann?
Du vergisst: Was TEUER ist, ist für jeden was anderes und selbst wenn Du die Wasserpreise in der Notlage in astronomische Höhen getrieben hättest, hättest Du immernoch den Kampf zwischen den Leuten, für die das nach wie vor spottbillig ist und denen, für die es noch zum halben Preis nicht zahlbar ist.
Sinnvoll? Kommt darauf an, was man erreichen will: Wasser nur für Reiche oder gleichmäßige Verteilung an jeden.

Der Preis ist der Verteilschlüssel einer knappen Resource. Ist der Preis hoch, kaufen Menschen eher weniger.
Auch der Reiche kauft nicht den Supermarkt leer, warum sollte er auch? Auch für ihn ist das Wasser derzeit ja extrem teuer und es macht für ihn keinen Sinn zu dem hohen Preis einen Jahresvorrat anzulegen.
Der hohe Preis wiederum sorgt aber dafür, dass aus anderen Landesteilen Wasser herbeigeschafft wird, weil jeder sieht "oh da kann ich gut verkaufen". Die Knappheit wird also vom Markt selber gelöst durch eine Art unsichtbare Hand gelöst.


Das ist wesentlich effizienter als Staaten das können. Wenn Staaten versuchen alle Güter bestmöglichst zu verteilen, ist das eine extrem ineffiziente Planwirtschaft, die meistens darin endet, dass Güter nicht rechtzeitig oder nicht in benötigten Mengen vorhanden sind. Schau dir alle Länder in der Geschichte an, die planwirtschaftlich organisiert waren. Sie alle hatten gemeinsam, dass es Mangelwirtschaften waren.

Das ist ja die Ironie: Gerade der Versuch von Staaten Güter fair zu verteilen, führt in die Armut.
 
Mich regt halt auf, das ich beim Bäcker für die Brezel, die aus der selben Fabrik kommt, das 3-5 fache zahle, als wie beim Discounter und mir suggeriert wird das sei echte Hand ( Werks ) arbeit.
Klar ist das ein Luxusproblem.

Ich kaufe schon lange KEIN Brot/Brötchen mehr von Supermärkten, sondern besuche einen ECHTEN Bäcker hier in der Innenstadt der jeden Tag noch wirklich frisch backt.
Preislich gesehen kommt man dank der Menge (z.B. ganzes Schwarzwälderbrot) mind. genau so +teuer+ weg wie im Supermarkt. Nur: Es schmeckt auch einfach viel viel besser als der Mist ausm Supermarkt.

Besonders Brot+Brötchen möchte ich nie mehr nicht-echt-gebacken essen. Diese Teiglinge die teilweise monate lang irgendwo rumliegen+dann nur aufgebacken werden..nein danke.

Wenn man die letzten echten Bäcker nicht unterstützt (selbst wenn es teurer wäre) dann gibt es eines Tages nur noch ungesundes und komisches Brot.
 
Auch der Reiche kauft nicht den Supermarkt leer, warum sollte er auch?
Öhm...na genau aus dem Grund, den Du selber in deinem Beispiel beschreibst:
na aus GENAU dem Grund
In den USA gab es mal eine Flutkatastrophe. Daraufhin waren viele öffentlichen Wasserquellen verschmutzt und das abgepackte saubere Flaschenwasser in den Supermärkten war extrem teuer. Warum? Weil plötzlich alle das Flaschenwasser wollten. Knappheit eben.

Der Preis ist der Verteilschlüssel einer knappen Resource. Ist der Preis hoch, kaufen Menschen eher weniger.
Auch der Reiche kauft nicht den Supermarkt leer, warum sollte er auch? Auch für ihn ist das Wasser derzeit ja extrem teuer und es macht für ihn keinen Sinn zu dem hohen Preis einen Jahresvorrat anzulegen.
Der hohe Preis wiederum sorgt aber dafür, dass aus anderen Landesteilen Wasser herbeigeschafft wird, weil jeder sieht "oh da kann ich gut verkaufen". Die Knappheit wird also vom Markt selber gelöst durch eine Art unsichtbare Hand gelöst.
Bitte entschuldige, aber das ist wirklich sehr naiv gedacht und dass es so einfach nicht abläuft haben wir doch letztes jahr wirklich ALLE sehen können. Erinnere Dich doch an unsere Hamsterwelle zu Beginn der Coronakrise: Da war NICHTS von einer unsichtbaren Hand, die alles über den Preis gelöst hätte... man hat auch nicht einfach so mehr Klopapier oder Masken herbeigeschafft und es war auch nichts davon zu spüren, dass die Leute durch die überhöhten Preise (deinfektionsmittel für 10 Euro für 100 ml?) zur Vernunft gekommen wären und weniger gekauft hätten. Im Gegenteil!
Die Preise sind noch mehr explodiert, es wurde noch hirnloser gehamstert und es hat sich sogar ein Schwarzmarkt gebildet.

In Notsituationen wird gehamstert. Der Weg, in Notsituationen benätigte Güter zu verteuern führt nicht dazu, dass nicht mehr gehamstert wird: Es führt nur dazu, dass sich nicht mehr JEDER das Hamstern leisten kann und eben nur noch "die Reichen" hamstern. Logisch oder?
Das Verteuern hat aber noch einen weiteren "Nebeneffekt": Nicht nur, dass sich nicht mehr jeder das Hamstern leisten kann: Es wird am unteren Rand der Einkommensverhältnisse eben auch Leute geben, die sich auch keine normalen und nötigen Mengen mehr leisten können. GENAU da liegt das Problem!
Das ist ja die Ironie: Gerade der Versuch von Staaten Güter fair zu verteilen, führt in die Armut.

Und der Versuch, die Güter nicht fair zu verteilen führt nicht in die Armut?

Das ist mir alles zu schwarz weiß gedacht: wie gesagt: Es gibt nicht nur den freien markt und die Planwirtschaft. Es gibt ne Menge dazwischen. Und es geht auch nicht darum, ALLES zu 100% vorbestimmt zu verteilen (keine Ahnung, wer das immer wieder behauptet). Es geht darum, dass dort wo es um Lebensnotwendige Bedürfnisse geht (nahrung, Wohnraum, gesundheit usw) man das Hop oder Top der Einzelperson eben NICHT vom Geld abhängig machen will und sollte. Das ist ein fundamentaler Unterschied!
Dort wo Not auf Gier trifft sollte der Staat eingreifen: Dort wo es um Wünsche, Vorlieben, usw geht (also immer dort, wo Verzicht auch eine Option wäre), da muss er das freilich nicht.
Aber immer dort, wo Verzicht keine Option ist, ist der Markt sowieso NIEMALS frei!
Nehmen wir mal an, Du bist am ersaufen und ich sage: "hey, ich hab hier einen Schwimmring: Magst Du den haben? Kostet aber 1000 Euro." Dann wirst Du mir hinterher sicher nichts von Angebot und Nachfrage erzählen sondern eher von unmoralischer Ausnützung deiner Notlage, oder? Aber eigentlich war es doch ein fairer Deal: Du wolltest ihn doch unbedingt haben und ich habe einfach nur einen Preis verlangt, den Du bereit warst, zu geben, oder?
Wenn Du aber gemütlich im Wasser planschst und ich Dir meinen 1000Euro Rettungsring andrehe, weil Du den so cool findest, dann war das der freie Markt: ich hatte das Angebot und Du die Nachfrage!

Und da wir uns nunmal als Sozialstaat sehen (also die meisten wollen einen Sozialstaat: Es ist bei uns demokratischer Wille, dass wir eben nicht reinen Kapitalismus fahren) muss es eben gewisse staatliche Maßnahmen geben, die dem freien markt auch mal Grenzen setzen: nämlich dort, wo es eben unserer Gesellschaft schaden würde.
DARUm geht es: Dass der Staat dort eingreift, wo aus Not Kapital geschlagen wird.

Also um bei Deinem Beispiel zu bleiben: Kein Trinkwasser und abgepacktes Wasser ist Mangelware. Der Preis steigt und zusätzlich zum realen Bedarf der Leute (also der Not) kommt auch noch der Reiz der Verknappung: Wie wir alle wissen: Verknappung schafft begehrlichkeiten. DH das Produkt wird noch anziehender als es eh schon ist und der Wunsch, immer mehr zu besitzen steigt.
Also nichts von wegen: Die Leute werden durch den Preis besonnen und kaufen nicht so viel: Das Gegenteil wird passieren. Sie kaufen es erstrecht und in unüberlegt hohen mengen und zu unüberlegt hohen Preisen.
Genau das ist doch das Marketingprinzip der künstlichen Verknappung: Das führt NICHT dazu, dass die Leute weniger kaufen, es führt dazu, dass die Begehrlichkeit steigt und die Leute bereit sind mher und zu höheren Preisen zu kaufen als nötig wäre!
DH, wer es sich leisten kann, kauft noch mehr Wasser als er eigentlich bräuchte. und wer es sich nicht leisten kann geht im schlimmsten fall leer aus.
Durch den Preisanstieg hast Du also nur die Knappheit anders verteilt: Es haben dann eben - wie so oft im Leben- die Reichen deutlich mehr als sie brauchen und der Rest zu wenig oder nichts.
(Das mag bei Meissner Porzellan noch OK sein, aber bei lebensnotwendigen Gütern wie Wasser oder Wohnraum ist das doch nun wirklich was anderes)

Und genauso hatten wir es doch erlebt nicht wahr? Erinnere Dich doch an die Sache mit den Masken oder den Test oder dem Desinfektionsmittel. Die waren ja teilweise unverhältnismäßig teuer: und trotzdem hat das nicht dazu geführt, dass Menschen sich nur noch mit den nötigen Mengen eingedeckt haben, sondern es wurde nach wie vor Gehamstert, ja es wurde sogar in Kliniken geklaut. Also von Besonnenheit und der unsichtbaren Hand, die das ganze regelt war doch weit und breit nichts zu erkennen.
Oder denke doch mal an das Klopapier: Da wurde Klopapier gehamstert und auf Ebay zu Horrorpreisen verhöckert. haben diese Preise dazu geführt, dass menschen nur noch die benötigten mengen gekauft haben? Also ich bin mir sicher, das in so manchem Keller nach wie vor ein Lebensvorrat an Klopapier lagert.
Wenn das Hirn ausschaltet regelt auch der Preis nichts mehr.
Die Lage hat sich doch erst dann wieder harmonisiert, als die Supermärkte die Abgabemengen quasi von oben rationiert haben: DANN erst kam sowas wie Vernunft und Fairness zurück und jeder hatte zumindest eine Chance auf seine benötigten Mengen.
In so einem Fall braucht es halt Regeln von oben, die die Fairness herstellen.
Also DAs haben wir ja nun wirklich letztes jahr lernen können.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zu viel freier Markt ist auch nicht gut. Sieht man ja in den USA. Den Zustand dort würde ich als "Kapitalismus im Endstadium" beschreiben. So ganz ohne lenkende Maßnahmen sammeln sich Geld und Macht zu schnell bei Einzelpersonen (bis der große Mob wieder die Guillotine auspackt).

Dass Gelder umverteilt werden, finde ich durchaus wichtig, schließlich kommen wir schon nicht mit den gleichen Voraussetzungen auf die Welt. Zudem ist es auch für uns Besserverdiener sogar ganz gut, dass umverteilt wird, ich finde es jedenfalls ganz angenehm, dass auch erwerbslose/erwerbsunfähige Menschen soweit versorgt sind, dass ich hier noch auf die Straße kann ohne aus Not überfallen zu werden. Was ohne Sozialsystem passiert, kann man in vielen Ländern gut beobachten. Mir persönlich reicht es, im Urlaub in ärmeren Ländern aufpassen zu müssen, in welche Straße ich gehe, das brauche ich hierzulande nicht auch noch haben. Man muss eben sinnvoll umverteilen. Unsere frühere soziale Marktwirtschaft (vor HartzIV) fand ich da eigentlich einen guten Kompromiss.

Und ja, gerade die systemrelevanten Berufe verdienen wirklich zu wenig. Ich bin durchaus dafür, dass Berufe unterschiedlich Geld einbringen. Im Vergleich zu einer Verkäuferin, die nach der Hauptschule die Ausbildung macht, hat meine Ausbildung (Abi, Studium, nix mit Ausbildungsgehalt) ja doch einige Jahre länger gedauert. Diesen "Verlust" durch den späteren Berufseinstieg würde ich schon gerne durch ein höheres Gehalt während meiner Berufstätigkeit wieder reinwirtschaften.
Aber ich finde, man muss durchaus die Frage stellen, wie viel Gehaltsunterschied wirklich fair ist und ab wann es wirklich dreist wird. Ich finde es jedenfalls nicht fair, wenn ich sehe, wie manch leitender Angestellter 6-stellig verdient, während man die Putzfrau von nem Sub-Subunternehmen least in der Hoffnung, den Mindestlohn doch umgehen zu können. Und der Bäckereifachverkäuferin nicht mal die Butter auf dem Brot gönnt, während man selber locker das Doppelte, wenn nicht gar Dreifache im Monat verdient als sie.
 
Sowas funktioniert aber in der Breite einer Wirtschaft nicht.
Was du "rationieren" nennst ist gesamtwirtschaftlich "Planwirtschaft". Du planst Produktionen und teilst Menschen Rationen zu.
Das führt zu einer ineffizienten Verteilung von Resourcen und Produktionen.
Du hast das Beispiel mit dem knappen Wasser gebracht. Und das habe ich kommentiert.
 
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