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Mal ehrlich spinnen alle bei den Preisen?

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Für ein Luxusauto muß man als Gering- bis Durchschnittsverdiener auch heute noch ziemlich lange malochen. Die notwendige Arbeitszeit ist für die meisten Produkte stark gesunken, weil die Preise im Vergleich gesunken sind. Und die Preise sinken wegen Massenherstellung oder breiterem Angebot von konkurrierenden Anbietern, effektiverem Einsatz von Rohstoffen (obwohl die im Preis massiv angezogen haben), besserem und schnellerem Transport (just in time - möglichst wenig Lagerhaltung) und auch dem generellen Ersatz von Arbeitskräften durch Maschinen.
 
Also, ich hab das mal überschlagen, die Lebensmittel Preise von egal Discounter bis Bäcker haben in den letzten 25 Jahren quasi exakt vervierfacht.

Ich könnte euch einige Beispiele dazu erläutern, würde mir das gern aber sparen. Die Frage ist jedoch, haben wir in DM genau so viel verdient? Nicht vergessen für die Umrechnung muss man die Euro Verdienste verdoppeln.

Was mich selbst betrifft, ja, ich habe in DM vergleichsweise recht genau so viel verdient wie heute, also verglichen mit meinem derzeitigen Lohn x 2.

Nagut, ich hänge mal ein Vergleich an. Letztens habe ich beim Bäcker 3 der hochwertigsten Brötchen unbelegt gekauft und abgerundet 4 Euro bezahlt.

Mit umgerechnet 8 DM hätte man allerdings ein Mittagessen mit Getränk bekommen können. Nehmen wir das Beispiel und versuchen wir das mit 4 Euro reicht es für eine Bratwurst mit dem 0.2l billigsten Getränk an solcher Bude.

Jetzt überlegen wir was genau dieses Budenessen in DM gekostet hätte und ich komme auf 2 DM. Ist klar das die Preise nach Orten variieren und variiert haben, aber durch die Abrundung der Grundkosten besteht recht viel Spannweite in der Umrechnung von Plus 1DM. Das heißt, auch wenn das Budenessen 3DM gekostet hätte, wirkt sich das nicht unpassend aus, auf diesen Vergleich.

Unterm Strich bedeutet das eine Vervierfachung der Preise.
 
Ja das stimmt. Durch Massenproduktion, Konkurrenzdruck und Technik sind viele Produkte gemessen am Reallohn heute günstiger als früher.
Früher hatte man Haus, Auto und Fernseher. Heute ist es vollkommen normal, dass Haus, Auto und Fernseher viel besser ausgestattet sind und man obendrauf Produkte wie Computer und Smartphones hat.

Gerade weil man so effizient produzieren kann, ist es aber relativ teuer geworden wenn Dinge nicht effizient sind und z.B. hohe Lohnkosten haben. Ich denke, dass Bäckereien eine wacklige Zukunft haben. Das gleiche mit Filialbanken.

Inflation und Kostendruck treibt Menschen noch mehr dazu kosteneffiziente Produkte zu suchen. Längst bin ich weg von der Filialbank hin zum online Banking, denn die große Filialbank in der Stadtmitte und die Mitarbeiter kosten eben Geld.
Ich kann mir Brötchen und Vanilleschnecke auch beim Discounter kaufen oder das Brötchen selber belegen.

Insofern ist das Jammern über hohe Preise beim Bäcker ein Jammern auf sehr hohem Niveau. Was ich schlimmer finde, sind Heiz- und Strompreise. Denn da gibt es kaum eine Alternative. Heizen muss man, Strom braucht man auch und alles ist selbst bei den günstigen Anbietern extrem teuer geworden. Dagegen sind mir Vanilleschnecken relativ egal....
 
Der Eigenheimbewohner hat immer noch die Möglichkeit, sich eine Wärmepumpe anzuschaffen und das Haus mit einer Solaranlage zu bepflastern. Und wenn das (Import)-Erdgas teurer wird, aber der Wald vor Ort billiges Restholz in Mengen hat (die Förster sind oft froh wenn jemand das Zeug aufklaubt, das reduziert das Waldbrandrisiko!), kann man sich überlegen, ob man nicht doch wieder zum guten alten Holzofen zurückkehrt und die Waldspaziergänge mit Holzsammeln verbindet. Oder einen Hersteller von Holzpellets vor Ort glücklich macht. Wer nur eine Eigentumswohnung hat, hat diese Möglichkeit meist nicht.
 
Also, ich hab das mal überschlagen, die Lebensmittel Preise von egal Discounter bis Bäcker haben in den letzten 25 Jahren quasi exakt vervierfacht.
Unterm Strich bedeutet das eine Vervierfachung der Preise.
Kommt gut hin wenn man nach dem berühmten BigMac-Index geht. Die Fastfoodkette von der dieses Produkt stammt, ist fast auf der ganzen Welt vertreten, weshalb der landestypische Preis ein ziemlich gutes Vergleichsmittel ist, sowohl national verglichen mit früheren Preisen (solange es die Läden dort gibt) als auch im internationalen Vergleich. Als ich meine ersten Fischburger dort kaufte, war ein Preis von 1,50 DM Stand, heute mehr als 3,40 Euro. Also mehr als vervierfacht, das Extra Plus geht auf die gestiegenen Preise für Frischfisch zurück. (zunehmende Seltenheit wegen Überfischung und Fangquoten, und die Ladenkette kann nicht einfach eine zu teuer werdende Fischsorte durch eine andere ersetzen, wie es bei normalen Fischstäbchen bereits der Fall war.)
Allerdings war die erste Verdopplung der Preise im wesentlichen eine psychische Reaktion auf die Einführung des Euro, die Leute kamen nicht damit zurecht, daß alles quasi nur "noch die Hälfte wert" sein sollte, deswegen zogen damals alle Preise und Kosten ziemlich schnell an, bis sie wieder in "normalen" Höhen waren, gleiche Zahlen DM - Euro.
 
Da ich nicht weiß, ob die Brötchen beim Discounter direkt aus Fernost hier landen, kaufe ich diese beim Bäcker meines Vertrauens. Bei dem kann ich in die Backstube schauen, wenn ich möchte.

Oder backe selbst. Dann weiß ich auch, was sich da drin befindet.
 
Der Eigenheimbewohner hat immer noch die Möglichkeit, sich eine Wärmepumpe anzuschaffen und das Haus mit einer Solaranlage zu bepflastern. Und wenn das (Import)-Erdgas teurer wird, aber der Wald vor Ort billiges Restholz in Mengen hat (die Förster sind oft froh wenn jemand das Zeug aufklaubt, das reduziert das Waldbrandrisiko!), kann man sich überlegen, ob man nicht doch wieder zum guten alten Holzofen zurückkehrt und die Waldspaziergänge mit Holzsammeln verbindet. Oder einen Hersteller von Holzpellets vor Ort glücklich macht. Wer nur eine Eigentumswohnung hat, hat diese Möglichkeit meist nicht.

Die Rechnung geht aber nicht auf. Solaranlagen spenden nur 6-7 Stunden am Tag viel Strom und in der Zeit sind viele nicht zuhause. Entsprechend muss man entweder außerhalb dieser Zeit dann doch normalen Strom nutzen oder sehr teure Stromspeicher kaufen.

Auch der Nutzen einer Wärmepumpe Heizung wird überschätzt. Da die Heizung fast nur in Kombination mit einer Solaranlage Sinn macht, gelten o.g. Nachteile. Zudem sind diese Heizung leicht doppelt so teuer wie eine normale Heizung und halten nicht unbedingt so lange. Mein Installateur meinte dazu, dass wenn man eine gute alte Gasheizung hat, diese durchaus 30 Jahre und länger halten kann. Wärmepumpen manchmal nicht viel länger als die Hälfte.

Holzpellets habend sich wie andere Energieträger in den letzten Monaten verdoppelt! https://www.holzpellets.net/holzpellet-charts/

Und selbst wenn von dir gesagtes stimmt, spart mit den o.g. Dingen keine Kosten ein. Man ist nur "weniger teuer" als Strom und Gas aus dem Netz, aber dennoch teurer als früher.

Ganz zu schweigen davon, dass Heizung und Strom öffentliche Daseinsfürsorge ist. Der Staat muss hier sicherstellen, dass keiner friert und im Dunkeln sitzt. Er darf nicht darauf verweisen, dass man ja für teures Geld selber Strom erzeugen könne.

Beim Bäcker ist das anders. Niemand muss hier Brot kaufen und es gibt reichlich Alternativen, die jeder leicht nutzen kann. Stell dir vor, du würdest aber sagen: Du willst was zu essen und es ist dir zu teuer? Dann bau doch Weizen selber an....
 
Die Möglichkeit selbst Holz zu sammeln, wenn man in einer waldreichen Gegend lebt, oder mit Abfallholz z. B. vom Sägewerk zu heizen, wenn man eines in der Nähe hat, gibt es nach wie vor. Fürs Holzsammeln braucht man einen Erlaubnisschein vom Förster, und es gibt natürlich ein paar Regeln zu beachten, an die man sich halten muß. Früher hat das eine kleine Gebühr gekostet, umsonst ist der Tod und selbst der kostet das Leben, ich weiß nicht ob das mit der Gebühr immer noch so ist. Und man braucht dann eine eigene Lagerfläche, Schuppen oder so, denn auch selbstgesammeltes Holz muß erst mal durchgetrocknet sein, bevor man es verwenden kann.

Ganz zu schweigen davon, dass Heizung und Strom öffentliche Daseinsfürsorge ist. Der Staat muss hier sicherstellen, dass keiner friert und im Dunkeln sitzt. Er darf nicht darauf verweisen, dass man ja für teures Geld selber Strom erzeugen könne.
Der Staat ist hier aber nur für die Bedürftigen zuständig, die keine höheren Rechnungen als bisher zahlen können. Jeder andere muß sich selbst drum kümmern und ggf. höhere Rechnungen von den Energielieferanten in Kauf nehmen. Ist ja nicht so, als ob gerade überall die Lichter ausgehen. Solange der Strom fließt und noch Gas geliefert wird, braucht der Staat sich nicht einmischen. Und selbstverständlich ist Heizung per Strom (Heizlüfter) auch eine Möglichkeit. Dann geht halt die Stromrechnung entsprechend nach oben, denn die Kraftwerke brauchen auch Treibstoff.
 
Kommt gut hin wenn man nach dem berühmten BigMac-Index geht. Die Fastfoodkette von der dieses Produkt stammt, ist fast auf der ganzen Welt vertreten, weshalb der landestypische Preis ein ziemlich gutes Vergleichsmittel ist, sowohl national verglichen mit früheren Preisen (solange es die Läden dort gibt) als auch im internationalen Vergleich. Als ich meine ersten Fischburger dort kaufte, war ein Preis von 1,50 DM Stand, heute mehr als 3,40 Euro. Also mehr als vervierfacht, das Extra Plus geht auf die gestiegenen Preise für Frischfisch zurück. (zunehmende Seltenheit wegen Überfischung und Fangquoten, und die Ladenkette kann nicht einfach eine zu teuer werdende Fischsorte durch eine andere ersetzen, wie es bei normalen Fischstäbchen bereits der Fall war.)
Allerdings war die erste Verdopplung der Preise im wesentlichen eine psychische Reaktion auf die Einführung des Euro, die Leute kamen nicht damit zurecht, daß alles quasi nur "noch die Hälfte wert" sein sollte, deswegen zogen damals alle Preise und Kosten ziemlich schnell an, bis sie wieder in "normalen" Höhen waren, gleiche Zahlen DM - Euro.

Das ist mal ein gutes und nachvollziehbares Beispiel! Danke Dir dafür...
 
Die Möglichkeit selbst Holz zu sammeln, wenn man in einer waldreichen Gegend lebt, oder mit Abfallholz z. B. vom Sägewerk zu heizen, wenn man eines in der Nähe hat, gibt es nach wie vor. Fürs Holzsammeln braucht man einen Erlaubnisschein vom Förster, und es gibt natürlich ein paar Regeln zu beachten, an die man sich halten muß. Früher hat das eine kleine Gebühr gekostet, umsonst ist der Tod und selbst der kostet das Leben, ich weiß nicht ob das mit der Gebühr immer noch so ist. Und man braucht dann eine eigene Lagerfläche, Schuppen oder so, denn auch selbstgesammeltes Holz muß erst mal durchgetrocknet sein, bevor man es verwenden kann.

Aber das ist doch in der breiten Masse unrealistisch. Wie viel Prozent der Deutschen könnten durch Holz sammeln effektiv Heizen? 5%?

Der Staat ist hier aber nur für die Bedürftigen zuständig, die keine höheren Rechnungen als bisher zahlen können. Jeder andere muß sich selbst drum kümmern und ggf. höhere Rechnungen von den Energielieferanten in Kauf nehmen. Ist ja nicht so, als ob gerade überall die Lichter ausgehen. Solange der Strom fließt und noch Gas geliefert wird, braucht der Staat sich nicht einmischen. Und selbstverständlich ist Heizung per Strom (Heizlüfter) auch eine Möglichkeit. Dann geht halt die Stromrechnung entsprechend nach oben, denn die Kraftwerke brauchen auch Treibstoff.

Der Staat muss Infrastrukturen und Rahmenbedingungen schaffen, Stichwort Nordstream 2. Er kann/muss gesetzliche Rahmendedingungen schaffen. Durch den Ausstieg aus Kernenergie und Kohle schafft er Energieträger ab und wenn andere Energieträger nicht gleichzeitig kräftig ausgebaut werden erzeugt der Staat den Mangel an Energie. Deutschland ist seit langem ein Stromimportland. Das rächt sich heute besonders.

Außerdem hat der Staat Einfluss in Form der Steuer. Steuern müssen sinnvoll sein. Wenn Energie bereits so schon extrem teuer ist, haben Steuern kaum noch lenkende Funktion. Der Staat kassiert hier einfach nur ab und profitiert dadurch auch von den steigenden Energiepreisen.
Ich bin absolut gegen Markteingriffe und staatliche Preiskontrollen. Aber der Staat könnte z.B. die Steuern auf Strom senken. Diese sind fast 50% vom Strompreis!

Was der Staat aktuell macht ist fast Kommunismus. Er steuert die Stromwirtschaft, nimmt extrem(!) hohe Steuern ein und verteilt einen Teil an die Armen um. Während gleichzeitig die breite Mitte der Gesellschaft teils doppelt so viel für ihre Grundbedürfnisse zahlen muss. Es hat auch nichts mit den Wahlversprechen zu tun. Die Grünen waren es einst, welche die Kosten der Klimawende mit einer "Kugel Eis im Monat" verglichen und nun erdrosseln und die Energiepreise.
 
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