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Vermögensaufbau

  • Starter*in Starter*in Maultier
  • Datum Start Datum Start
M

Maultier

Gast
Hallo, durch verschiedene Statistiken etc bezüglich des vorhandenen Vermögens und erwirschafteten Einkommens, das man in Deutschland sowohl im Durchschnitt als auch im Median so hat werde ich immer frustrierten und resignieren. Aufgrund eines längeren Doppelstudiums und einiger Fehlentscheidungen im Leben bin ich nun mit fast 40 (abgesehen vom Auto) inzwischen zwar schuldenfrei- habe aber sonst auch nix. Wenn ich mir sehr viel Mühe gebe und auf vieles verzichte bin ich nun in der Lage rund 400 Euro im Monat zu sparen. Was mich anfangs mit Freude erfüllt hat es endlich so weit geschafft zu haben, im Monat was bei Seite legen zu können, erzeugt inzwischen nur noch Angst. Wenn ich mir meine Zahlen nüchtern anschaue, darf ich mir in meinem Leben quasi nie etwas gönnen, damit ich im Rentenalter so viel gespart habe um einigermaßen über die Runden zu kommen. Und das gelingt mir auch nur dann, wenn ich das Glück habe tatsächlich auch bis 67 durcharbeiten zu können.
Habe bisher immer versucht mich aufzubauen, indem ich mir gedacht habe, dass es vielen Menschen schlechter geht. Wenn ich mir aber die Statistiken anschaue, haben die meisten Menschen in Deutschland jedoch einen deutlich besseren finanziellen Status.
Ich finde es wirklich schwer damit umzugehen und es fühlt sich alles so aussichtslos an. Der Tatsache ins Gesicht zu schauen, dass ich mich faktisch eher am Rande der Gesellschaft befinde, erfüllt mich einfach nur mit Angst.
Bin Single und ein Kind wird aus finanziellen Gründen wohl auch kein Thema mehr in meinem Leben.
Wie seht ihr das? Wer ist evtl. in einer ähnlichen Situation? Wie geht ihr damit um?
 
A

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Re: Vermögensaufbau
Hallo Maultier,

schau mal hier:
Vermögensaufbau. Hier findest du vielleicht was du suchst.
Lieber Gast,

dein Themenfeld ist recht kompliziert und du gibst sehr wenige und eher kryptische Informationen preis. Viel kann man dir anhand dessen nicht raten, aber ich versuche mal mein Bestes.

1. Lebensweg

Du hast ein Doppelstudium, einen Job und bist jetzt noch nicht wirklich alt. Da geht noch was. Wichtig wäre zu wissen, welche Fehlentscheidungen du bisher trafst.
Hast du dich verspekuliert an der Börse?
Hattest du berufliche Probleme?
Hast du dich bei Krediten überhoben?
Bist du anderen Personen unterhaltspflichtig?
etc.

Je nachdem was zutrifft, wäre es in deiner Position vor allem wichtig, daraus zu lernen.

2. Kredite

Ich persönlich rate von Krediten außer zur Finanzierung von Immobilien absolut ab. Dies gilt auch für die Anschaffung von Autos. Kann man sich ein Auto nicht bar leisten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass einen auch der dafür notwendige Kredit über die Jahre hinweg überproportional belastet. Lieber eine Nummer kleiner wählen, oder, wenn möglich ganz verzichten, als für ein Auto ein Kredit aufnehmen. Dies hat den weiteren Vorteil, dass der Überblick über die Finanzen einfacher gehalten wird.

3. Eigene Stellung in der Gesellschaft

Du hast kein nennenswertes Vermögen. Dafür jedoch einen Job, eine solide Ausbildung (ich gehe davon aus, dass du mindestens einen Studiengang beendet hast) und eine Sparrate von 400 Euro im Monat. Das ist mit 40 Jahren nicht optimal. Auch läuft für langfristige Geldanlagen so langsam die Zeit aus, aber es ist auch nicht überdramatisch. Darauf lässt sich was aufbauen. Desweiteren sollte sich deine Sparrate mit steigender Berufserfahrung und entsprechenden Lohnerhöhungen auch steigern. Hast du das in deine Rechnung mit einbezogen? Wie sieht generell die berufliche Perspektive bei dir aus?

4. Geldanlage

Ich halte es für sehr wichtig, dass man selber hier die Entscheidungen trifft. Das macht es einfacher aus meiner Sicht, mit Erfolg oder Misserfolg umzugehen. Daher werde ich dir hier keine konkreten Tips geben. Aber ich empfehle dir wärmstens die folgenden youtube-Kanäle:

-Finanzfluss
-Finanztipp
-Mindful Money

Schau dir die Videos und und kaufe dir eventuell noch weitere Sekundärliteratur zu den Themen. Sollte der gewünschte "Vermögensaufbau" in Form einer Immobilie stattfinden, benötigst du natürlich einen anderen Weg.
Und eine Sache noch, ganz wichtig:
Tilge erst deine Schulden (Autokredit), und beginne dann mit der Geldanlage. Lege dir außerdem immer einen verfügbaren Notgroschen auf die hohe Kante.

5. Entwicklung und Selbstbild

Du magst momentan deutlich unterhalb des Vermögens-Durchschnitts der Peer-Group sein, aber ich nehme an, dass dies seine Gründe hat. Du sprachst mehrere Fehlentscheidungen an. So etwas holt einen immer in Form von Konsequenzen ein. Hast du in jungen Jahren hemmungslos konsumiert, darbst du im Alter. Es ist wichtig, dass man aus seinen finanziellen Fehlentscheidungen lernt. Je später (und mit mehr Geld) man sie macht, desto teurer kommen sie einem in der Regel zu stehen. Mit deiner jetzigen Ausgangssituation ist jedoch nicht alles verloren. Mit 400 Euro Sparrate lässt sich schon was anstellen, du musst nur nun die richtigen Entscheidungen treffen. Dies gilt nicht nur für die Geldanlage sondern auch die Berufswahl / Karriere, Wohnort, Partnerschaft. Von Schwarzseherei würde ich dir abraten.

Weiteres gerne, wenn du mehr Details zu deiner Situation schreibst.
 
Eigentumswohnung kaufen.

Wenn ich einen Verwandten sehe, der in der besseren Gesellschaft aufgewachsen ist,fühlt man sich abgehangen. Super Job durch Eltern bekommen, obwohl in der Schule ne Niete. Wohnt in einer Stadtvilla. Braucht er ein neues Auto, spendiert Mama ein Neues. Er erbt locker 3 Millionen, da Einzelkind und Vater Beamter war. Allerdings hat er Probleme mit seiner Frau, da die sich deswegen schlecht fühlt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

ich würde folgendermaßen Vorgehen:

1. Alle Schulden abbezahlen
2. Ein Notfallpuffer von 6 Monatsgehältern auch dem Tagesgeldkonto ansparen
3. 100 € jeden Monat in einen ETF legen für Rente. Bei 6% Verzinsung sind das ca. 82k€ bei Renteneintritt.
4. Weitere 100€ in einen ETF für künftige Investitionen legen (neues Auto, Autoreparatur, usw.)

Ansonsten was nach Abzug der Fixkosten übrig bleibt, einfach nur das Leben genießen.
Du hast schwierige Startschwierigkeiten und viele Stolpesteiner im Leben gehabt.
Sei froh, dass du wenigstens mit 40 Jahren keine Schulden hast. Kenne viele die verschuldet sind. Du stehst besser da, als andere.
 
Ein Vermögensaufbau ist heutzutage schwierig.

Ich habe einen 6 stelligen Betrag angespart.. tja was mache ich damit?
- für Immobilien reicht es nicht; bei uns kosten Immobilien (100 Jahre alt), wo in der Beschreibung schon steht, dass es stark sanierungsbedürftig ist 350.000€ und mehr.
- Auf dem Konto lassen? Gefährlich. Da meine Sparkasse zwar keine Negativzinsen verlangt aber anstelle einer Einlagensicherung von 100.000€ nur noch für 60.000€ garantiert, musste ich folglich mein Erspartes auf die Konten meiner gesamten Familie aufteilen.

- Aktien? Ich habe damit letztes Jahr gutes Geld verdient aber ein Großteil der Unternehmen ist einfach überbewertet. Liegt einfach daran, dass jeder in Aktien investiert und eine hohe Nachfrage zu einem hohen Aktienpreis führt, dieser aber nicht die Leistung des Unternehmens wiederspiegelt. Sollte die EZB nun doch die Zinsen anheben, werden einige die Aktien wieder abstoßen...die Kurs fallen.

- Kryptowährung? Eine reine Spekulationsanlage aufgrund mangelnder Alternative.

- Die EZB möchte, dass man sein Erspartes ausgiebt aber wofür? Ich brauche keine 2 Autos...keine 5 Kühlschränke...

#TE:
Konsumiere nur soviel wie du es finanzieren kannst. Ich halte nichts von Krediten, Verträgen etc.. Ich hatte noch nie einen Handyvertrag. Ich kaufe mir alle 5-6 Jahre ein neues Handy und nutze ebenfalls eine Prepaid Karte, die ich alle 3 Monate mit 25€ auflade. Dank Lidl Connet ist umbegrenzt telefonieren in der Internetflat (3 GB) enthalten. Selbst diese 3 GB sind für mich zu viel. Zu Hause, bei Freunden... habe ich Wlan. Wenn ich Auto fahre, nutze ich mein Handy nicht, da ich im Auto ein Navi habe.
 
Ich glaube, es gibt viele Menschen, die mit 40 nichts haben.
Und damit meine ich nicht nur Hartz 4 Empfänger, sondern auch ganz normale Arbeitnehmer.

Die Gesellschaft erzieht uns ja zum Arbeiten und Konsumieren. Siehst du bei jeder Spielshow im Fernsehen. Wenn gefragt wird "Was machen Sie mit den gewonnenen 1.000 €?" hat jeder Kandidat darauf eine Antwort. Nach dem Motto: Wenn ein Mensch mehr Geld bekommt, gibt er mehr aus.

Konsequent sparen tun die meisten nur, wenn sie z.B. eine Immobilie abzahlen müssen. Wenn du 400 € im Monat zurück legen kannst, ist das super und mehr als die meisten! Die durchschnittliche Sparquote liegt bei gut 10% und damit (je nach deinem Einkommen) unter deiner Sparquote.

Natürlich kannst du die letzten 40 Jahre nicht ändern wenn du Fehler gemacht hast. Die wichtigere Frage ist aber: Was willst du eigentlich? Aus deinem Beitrag höre ich heraus, dass du eigentlich nicht extrem unzufrieden bist, aber nach einem Blick in die Statistik es jetzt wirst. Warum? Würde es dein Leben ändern, wenn Andere ärmer wären?

Nochmal: Was willst du? Früher aufhören zu arbeiten? Urlaub? ein größeres Auto? Ich bin ebenfalls um die 40 und Single. Ein dickeres Auto würde ich nicht mal wollen. Vermögen ist für mich eher Freiheit und Sicherheit, aber es ändert nicht mein Leben und ich gebe nicht mehr aus, weil ich was gespart habe.

Andere wie Styx und Sebastian haben es angesprochen. Du kannst heute mit dem Aufbau eines kleinen Vermögens beginnen, zum Beispiel mit einem Aktien ETF Sparplan. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass es dabei auch um das Erfolgserlebnis geht, welches dir Selbstbewusstsein verschafft.

Wichtig ist nicht, was Andere haben, sondern was du aus deiner Lage machst. Und dabei solltest du auch nicht vergessen dein Leben zu genießen. Sparsam leben ist super, aber versuch dein Leben nicht nur daran zu messen wie viel Vermögen du hast. Gleichwohl kann ich dich verstehen, gerade weil du keine Familie hast, denkst du umso mehr daran, dass du in anderen Bereichen Erfolg willst - z.B. im Bereich Finanzen.

Überleg vielleicht einfach mal, was dein Leben erfüllender machen könnte. Vielleicht ein Jobwechsel? Mehr oder andere soziale Kontakte? Und ja auch im Finanzbereich kann man Spass haben. Ich lese gerne Finanzliteratur. Sehe dich aber nicht nur von außen. Es geht nicht darum was du im Verhältnis zu Anderen hast oder bist, sondern, darum was du willst.
 
- Auf dem Konto lassen? Gefährlich. Da meine Sparkasse zwar keine Negativzinsen verlangt aber anstelle einer Einlagensicherung von 100.000€ nur noch für 60.000€ garantiert, musste ich folglich mein Erspartes auf die Konten meiner gesamten Familie aufteilen.

Dazu will ich noch ergänzen dass man mit Geld auf Konten aktuell sein Vermögen ordentlich schmälert. In der Regel bekommt man ja nix. Manche Banken zahlen auch mal 0,1% etc. Bei der Inflation, ob nun 3% oder 5%, verliert man gerade bei höheren Beträgen richtig Kohle. Keinesfalls so "anlegen".
 
- Aktien? Ich habe damit letztes Jahr gutes Geld verdient aber ein Großteil der Unternehmen ist einfach überbewertet. Liegt einfach daran, dass jeder in Aktien investiert und eine hohe Nachfrage zu einem hohen Aktienpreis führt, dieser aber nicht die Leistung des Unternehmens wiederspiegelt. Sollte die EZB nun doch die Zinsen anheben, werden einige die Aktien wieder abstoßen...die Kurs fallen.

"Hohe Bewertung" ist relativ. Im Vergleich zu Immobilien und Anleihen sind Aktien vermutlich sogar spottbillig.
Und was bedeutet es wenn der MSCI World Aktienindex in 2021 um gut 20% gestiegen ist, wenn die Inflation anspringt und wir offiziell bereits knapp 5% und unter Berücksichtigung aller Sachwerte eher 12%+?
Nehmen die Aktien vielleicht einfach nur die Entwertung des Geldes voraus?

Außerdem basiert der Anstieg im Aktienmarkt fast nur auf den technologischen Dickschiffen wie Facebook, Apple und Tesla. Viele Unternehmen haben immer noch nicht das Niveau erreicht, welches sie vor Corona hatten.

Ja, das Bewertungsniveau ist nominell hoch und ein Crash sowieso niemals auszuschließen, aber ich sehe keinen Grund aus Aktien rauszugehen.... alleine schon, weil mir Alternativen fehlen.
Du listest ja völlig zurecht andere Assets auf, die noch weniger Sinn machen. Und in dieser Lage sind ja fast alle Anleger. Selbst es morgen crasht, gehen doch die Menschen übermorgen vermutlich wieder in den Markt zurück, weil wohin sonst?
 
Ich habe einen 6 stelligen Betrag angespart.. tja was mache ich damit?
Auch wenn es jetzt off topic ist.... Aber wie wäre es denn mit Grundstück kaufen (z.B. für den Nachwuchs als "Bauerwartungsland"), ggf. in einer ländlichen Gegend nahe einer Stadt, wo die Grundstückspreise noch halbwegs human sind? Oder Grundstück kaufen um es zu verpachten? Oder ein Ferienhäuschen am Meer/in den Bergen (zwecks Vermietung oder als eigenen Rückzugs- bzw. Urlaubsort?
 
Dazu will ich noch ergänzen dass man mit Geld auf Konten aktuell sein Vermögen ordentlich schmälert. In der Regel bekommt man ja nix. Manche Banken zahlen auch mal 0,1% etc. Bei der Inflation, ob nun 3% oder 5%, verliert man gerade bei höheren Beträgen richtig Kohle. Keinesfalls so "anlegen".
Ds ist richtig. Aber statt in überbewertet Aktien zu investieren, nehme ich es in Kauf. Mittlerweile habe ich eine Alternative gefunden. Im Ausland Geld anlegen und von ausländischen Verwandten das Geld rücküberweisen ggf. Eine kleine Aufwandsentschädigung zahlen. Nicht in allen Länder gibt es Negativzinsen 🙂
 

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