Man kann den Arbeitnehmer auch anderweitig vor Überarbeitung schützen und trotzdem sicherstellen, dass er wenn nötig Überstunden macht. Bei mir im Vertrag wurde dafür ein Gleitzeitkonto definiert, Überstunden sind grundsätzlich abzufeiern und werden nur in Ausnahmefällen ausgezahlt.
So habe ich gar keine Motivation, im Übermaß mehr zu arbeiten, denn mehr verdienen kann ich dafür nicht und extra viel rackern um den Chef zu beeindrucken nutzt mir auch nix, wenn ich dann später durch meine Abwesenheit glänze. Gleichzeitig hat die Firma kein Interesse daran, mir unnötige Überstunden aufzubrummen, weil ich ihnen dann ja später fehle. Was aber nicht heißt, dass man im beiderseitigen Interesse mal eine Woche extra viel ackert, um einen Meilenstein gerade noch rechtzeitig abzuschließen und dann an einem schönen Nachmittag in einem Freibad gammeln kann.
Ergo: der Arbeitnehmer solle davor geschützt werden, zu viel zu arbeiten, ist eine Ausrede. Warum sollte ich als Arbeitnehmer mehr arbeiten als ich muss? Sollte jemand doch zum Workaholic mutieren kann man als Chef immer noch anordnen, dass man keine weiteren Überstunden mehr machen darf.
Klar will dich der Personaler zur Unterschrift bewegen. Wie du schon gesagt hast, er kriegt eine Provision dafür. Dem ist es doch scheißegal, ob du dich später zu Tode ackerst, Hauptsache er kriegt sein Geld.
Unterschreiben würde ich jedenfalls nur, wenn du entweder stark abhängig von dem neuen Job bist oder er vom Themenfeld her ein großer Karrieresprung wäre. Dann aber auch nur, um mich zeitnah wieder wegzubewerben. Ansonsten würde ich den Vertrag eben mit dieser Begründung ablehnen. Machen das ausreichend Leute, wird die Firma diesen Passus gewiss bald wieder entfernen. Aber warum sollte sie das tun, solange sich genügend Dumme finden...