Pflegekräfte lieben ihre Patienten ja auch nicht und es kommt trotzdem zu solchen Reaktionen. Ich denke mal hier im Internet ist es einfach eine mildere Form. Ich glaube "ausgebrannt" ist hier noch niemand nur weil Hilfe nicht angenommen wurde.
Es kann ja auch keine Kausalität unterstellt werden. Aber die Ergebnisse solcher Studien waren statistisch signifikant, d.h. die Wahrscheinlichkeit für eine solche Reaktion ist hoch. Personen wo das nicht so ist gibt es natürlich auch
Ja, in der Pflege spricht man nicht unbedingt davon, dass man seine Patienten liebt. Man kann aber dennoch mit ihnen mitfühlen.
Besonders im Sektor der Altenpflege findet oftmals eine mehrjährige Betreuung statt. Man sieht also wie die Patienten mit der Zeit abbauen, wie sich die Gesundheit verschlechtert usw.
Weil manche gewisse Maßnahmen nicht einhalten wollen, wichtige Herzmedikamente verweigern.
Man sieht auch wie Menschen sich das Leben nehmen wollen, wie sie Suizidgedanken oder Absichten äußern.
Man ist heutzutage mit dem gesamten Spektrum verschiedener Krankheitsbilder, körperlich sowie psychisch, konfrontiert.
Egal ob Neuro, Gerontopsychiatrie oder Altenheim, wo ich bislang tätig war.
Von ALS-Patienten, die für eine Tracheostomie kamen, um dauerhaft bestmet zu werden, weil sie es selbst nicht mehr können aufgrund des Krankheitsvrrkaufs, sprich nach diesem Eingriff in absehbarer Zeit sterben werden und sich nur noch mittels Blinzeln mit den Augen verständigen können. Bis hin zu Schizophrenie, Depressiven Episoden, psychotische Zustände, die häufig mit Demenz einhergehen, oder auch körperliche Erkrankungen wie MS und daraus resultierende Wesensveränderungen, oder Hemiplegie in Folge eines Apoplex usw.
Viele sagen zu mir immer, dass sie meinen Job in der Pflege nicht machen könnten. Eben wegen der psychischen Belastung.
Es erfordert oftmals viel Geduld, ein gesteigertes Einfühlungsvermögen, sehr viel Rücksichtnahme und entsprechende Professionalität.
Gerade jetzt zur aktuellen Situation arbeiten viele von uns am Maximum.
Man möchte Hilfestellung geben, einem sind jedoch fachlich die Hände gebunden, wenn der Patient mangelnde Mitarbeit zeigt.
Dazu häufiges Einspringen, ein gesteigerter Stresspegrl usw.
Insofern ja, es kann einen runterziehen, wenn man sieht, dass man sein Bestes gibt, es aber nicht in einer Verbesserung mündet.
Zudem noch der Fachkräftemangel usw.
Persönlich kann ich diese Erkenntnisse nur bestätigen. Da kann es dann manchen durchaus ähnlich gehen, dass manches vielleicht das Fass einfach dann zum Überlaufen bringt. Dass es bereits vorherrschende Emotionen triggert und damit vielleicht die eine oder andere überreizte Reaktion auslöst.