Die wenigsten Menschen da draussen sind wirklich einsam. Und: einsam fühlen und tatsächlich einsam sein - da gibt es auch nochmal einen Unterschied.
Und wer einsam ist und wer es nicht zu sein hat bestimmt wer genau?
Die Zahlen geben meiner Aussage recht. Die sozialen Phobien und Isolationen nehmen allein schon aus finanziellen Gründen enorm zu und die Schere geht seit Jahren auseinander. Die Psychologen sind gut ausgelastet.
Wer friert, bestimmt derjenige selbst und nicht das Thermometer und aus genau diesem Grund bestimmt den Grad der Einsamkeit jeder selbst. Es gibt Menschen, die sind bestens im Leben integriert - aber nur scheinbar - und doch haben sie niemanden, von dem sie sich verstanden fühlen. Die Quantität und das, was Leute auf Foren und Social Media posten hat mitnichten etwas mit deren Realität zu tun, sondern spiegeln oft nur Wünsche und Sehnsüchte wieder.
Ich sitze in einem Großraumbüro mit 10 Leuten und bin einsamer als ich es in meinem letzten Job war als ich allein in meinem Büro gewesen bin, objektiv betrachtet bin ich bestens integriert und in großer Gesellschaft - aber eben nur objektiv. Und es kommt immer auf die subjektive Empfindung an.
Weshalb sind denn so viele frühere Superstars ganz unten, ergießen ihren Kummer in Drogen und Alkohol, wo sie doch einiges an Gesellschaft haben dürften, die keinerlei Einsamkeit aufkommen lassen sollten.
Gerade Krisen wie Corona haben doch gezeigt, wie einsam und unerfüllt die Menschen sind, wenn sie nach nicht einmal 4 Wochen geschlossener Shopping Malls schon Depressionen bekommen, weil sie da draußen nicht mehr unterwegs sein können.