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Schwuler Freund

Ich Teile es nicht... das wir ja alle gleich sind. Frauen ticken anders als Männer, Asiaten ticken anders als Amerikaner alleine kulturellbedingt. Und Schwule sind eben nicht Hetero.
 
Und ja ich bediene mich zum Teil auch Klischees, was absolut menschlich ist und die Persönlichkeit eines einzelnen Menschen dabei nicht ausschliessen muss. Es ist eher naiv zu glauben, dass an dem NICHTS dran ist.
 
Ich Teile es nicht... das wir ja alle gleich sind. Frauen ticken anders als Männer, Asiaten ticken anders als Amerikaner alleine kulturellbedingt. Und Schwule sind eben nicht Hetero.
Aber es ist auch so, dass nicht alle Amerikaner gleich ticken und nicht alle Asiaten gleich ticken. Vielleicht wirkt es so aus der Außensicht, aber wenn man näher hinschaut und einzelne Personen kennenlernt, sieht man doch die unterschiedliche Individualität der Menschen. So ist es auch mit allen anderen Menschengruppen, egal ob Schwule, Heteros, Frauen, Männer, Ausländer, Inländer, Alte, Junge,....
 
ich glaube, meine "geschichte" passt da gut rein😉. ich hatte auch mal ein ähnliches Erlebnis, wie Sarnade und die TE es hier schildern.
Ich lernte einen jungen Mann kennen, der zu dem Zeitpunkt sich gerade von seiner Freundin getrennt hatte.
naja, es entwickelte sich da schon was zwischen uns und wir waren beide noch recht jung und schüchtern (so anfang 20) Mich wunderte es zwar, dass diese beziehung, die sich da entwickelte an gewissen Punkten "stehenblieb", aber dennoch nahm ich es als Beziehung war und verliebte mich sehr in ihn.
Wir sahen uns täglich, Händchenhalten, romantische Spatziergänge, kuscheln usw. Dass sexuell nichts lief schob ich auf die Tatsache, dass wir beide total unerfahren waren und er aus einem sehr katholischen Haushalt kam (er betonte das auch immer wieder, dass er in dieser Hinsicht "katholisch" leben wollte: Was genau das bedeutete erfurh ich dann später). Auch präsentierte er mich seinen Eltern quasi als "Schwiegertochter" vor. Die Eltern waren definitiv überzeugt, wird wären ein richtiges Paar und ich war eben auch davon überzeugt. Noch am Abend, bevor die große "Bombe" platzte saßen wir (es war Sommer) nachts Arm in Arm auf einer Parkbank und er sagte mir, wie glücklich er sei🙁.

Am nächsten Tag dann der Schock: Er ist schwul und hat sich nur nicht getraut, es mir zu sagen.
Also ja, das war ein Schock- zwar im ersten Moment nicht, weil ich mir plötzlich dachte: Ach drum...läuft da nicht mehr- er hat zum Glück keine andere.
Aber in den folgenden Tagen ging ich echt durch die Hölle, weil mir klar wurde: Er hat mich ausgenützt, um seinen katholischen Eltern ein nettes Mädel zu präsentieren, um sich vielleicht selber was vorzumachen und ich war dumm genug, das über ein Jahr mitzumachen.
Natürlich machte ich ihm Vorwürfe und es gab streit. natürlich war ich auch wütend auf mich selbst und ja: Es ist demütigend und ich fühlte mich so ausgenützt.

ABER: Er hatte immerhin so viel Charakter, diese berechtigten Vorwürfe "auszuhalten": Er sagte mir, dass er mich auf eine tiefe Freundschaftliche Weise tatsächlich lieben würde, und ihm das wichtig wäre: Dafür war er dann aber eben auch bereit, einzustecken und meine Wut auszuhalten und eben dafür zu kämpfen.
Und genau DA sehe ich das ganze nämlich nicht als eine Frage von Homo oder hetero: Sondern von Charakter: man kann IMMER irgendwie ins Klo greifen, beim Thema Beziehung: Ob man sich nun in einen Homo verguckt und einem das verschwiegen wird oder man es nicht merkt, ob es jemand ist, der verheiratet ist usw: Das ganze läuft letztlich darauf hinaus, ob das ein Mensch mit Charakter ist, oder eben nicht: Und da ist es völlig unerheblich, ob Homo oder hetero.
In unserem Fall ging es so aus, dass mein Freund heute mein bester Freund ist: ich liebe ihn wie einen Bruder: Klar: Ich musste diese Geschichte erstmal verdauen. Ich war wütend- zurecht. ich habe gesehen, wo er mich benützt hat, aber ich konnte auch erkennen, dass er das nicht gemacht hat, um mir zu schaden, sondern weil er selber nicht recht wusste, wie er sein schwules Leben gestalten könnte (wenn man so schwer katholisch ist, ist das auch nicht einfach).
Wir haben reinen Tisch gemacht, er hat sich "offiziell" geoutet (also bei den Eltern, den Freunden usw). Und irgendwann war dann der Weg offen für eine echte tiefe Freundschaft.
Aber die ist eben wirklich eine Frage des Charakters: Wenn er sich mir gegenüber dann irgendwie abfällig verhalten hätte, mich nicht ernst genommen hätte oder vielleicht- wie bei der TE- zickig reagiert hätte, hätte ich ihn auf den Mond geschossen und hätte selber kein Interesse an dieser Person mehr gehabt.
Wir habe das aber geklärt und danach war es NIE mehr Thema zwischen uns (auch nicht bei mir: Für mich war die Liebe dann sofort verflogen und kein Thema mehr: Also ich habe ihm nicht nachgetrauert oder mich in falschen Hoffnungen gewiegt)
Aber so: Wie gesagt: Er ist jetzt mein bester Freund- auf ihn lasse ich nichts kommen. Und er war zB Trauzeuge bei meiner Hochzeit!

Menschen machen Fehler und verhalten sich manchmal irrational- so scheint es bei euch- liebe TE- zu sein. Aber die Frage ist: Wie geht man dann damit um? ich finde die Haltung Deines Freundes nicht sehr fair und auch du reagierst nicht gerade souverän: Nicht immer ist es möglich oder sinnvoll, so eine Freundschaft weiter laufen zu lassen: Wenn das nicht möglich ist, sollte man es auch nicht krampfhaft versuchen.

@Sarnade: Ich finde es etwas komisch, dass Du deswegen jetzt generell bei Schwulen vorsichtig bist. ich habe zB aus dieser Erfahrung gelernt, dass ich von Männern, die mir zu zögerlich sind, schneller Klartext erwarte: nicht was ihre Orientierung angeht, sondern war ihre Gefühle für MICH angeht: Ich fordere Klartext von einem Mann ein: Dann kann ich viel sicherer sein, nicht getäuscht zu werden. Dazu muss ich mich nicht von Leuten fern halten. Die Gefahr, dass mir das nochmal passiert, sehe ich allein deswegen nicht, weil ich selber von mir aus nicht so lange hoffend warten würde sondern klare fakten schaffen würde.

ich habe sehr viele schwule Freunde, und bei denen war es- auch wenn ich zunächst nicht wusste, dass sie schwul waren (bei manchen weiß man es halt nicht) immer klar, wie sie zu mir stehen: Es ist mir egal, ob ich einen platonischen Heterofreund oder einen platonischen schwulen Freund habe: Solange ich weiß, dass da nichts ist und nicht sein wird, ist es mir egal, WARUM das so ist.

So bin ich seither gut gefahren.

Also liebe TE: Wenn der Typ so zickig ist ist das klar hart für Dich und auch irgendwie demütigend: Es ist ja keine schande, sich zu verlieben und wenn er das so schlimm findet, hätte er dir das früher sagen könne. Eine solche Reaktion spricht nicht für einen Menschen, mit dem ich eine Freundschaft wollen würde. Aber eben unabhängig davon ob er Homo ist oder nicht: Schau Dir den MENSCHEN an. Was siehst Du?
 
@Sarnade: Ich finde es etwas komisch, dass Du deswegen jetzt generell bei Schwulen vorsichtig bist.
Tja, ein gebranntes Kind scheut nun mal das Feuer. So lohnenswert fand ich den anschließenden Versuch, eine platonische Freundschaft daraus zu machen, auch nicht mehr. Mit heterosexuellen Männern habe ich eher platonische Freundschaften entwickeln können.

ich habe zB aus dieser Erfahrung gelernt, dass ich von Männern, die mir zu zögerlich sind, schneller Klartext erwarte: nicht was ihre Orientierung angeht, sondern war ihre Gefühle für MICH angeht: Ich fordere Klartext von einem Mann ein: Dann kann ich viel sicherer sein, nicht getäuscht zu werden. Dazu muss ich mich nicht von Leuten fern halten. Die Gefahr, dass mir das nochmal passiert, sehe ich allein deswegen nicht, weil ich selber von mir aus nicht so lange hoffend warten würde sondern klare fakten schaffen würde.
Das habe ich auch daraus gelernt. Aber mittlerweile bin ich 57, mit den Wechseljahren durch, somit hormonell anders eingestellt, und es ist mir nicht mehr sonderlich wichtig, ob ich einen Partner habe oder nicht. Zurzeit habe ich einen, und wenn ich mal keinen mehr haben sollte, werde ich auch das überleben. Ich war in meinem ganzen Leben überwiegend ohne Partner und hätte auf eine erneute, anstrengende Partnersuche und weitere faule Kompromisse absolut keine Lust mehr. Sollte es zur Trennung kommen oder mein Partner vor mir sterben, bleibe ich definitiv allein. Mein Bedarf an Enttäuschungen mit Männern, egal ob schwul oder hetero, ist gedeckt. Den Krampf tue ich mir nicht mehr an. Ich bin finanziell in keiner Weise auf einen Mann angewiesen und habe auch noch andere Hobbys und Interessen. Mit einer Heirat und Familiengründung hat es sowieso nicht mehr geklappt, also was soll's? Und gewisse Leute denken so oder so abfällig über mich, egal, ob mit oder ohne Partner. 😎
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein Bedarf an Enttäuschungen mit Männern, egal ob schwul oder hetero, ist gedeckt. Den Krampf tue ich mir nicht mehr an.
Zwar ist auch bei mir nicht jeder nähere Kontakt mit anderen Menschen (ob Männern oder Frauen) gut verlaufen, aber so ein generelles Gefühl der Enttäuschung habe ich komischerweise nie entwickelt. Ich bin aber auch keiner, der zum Enttäuschtsein neigt. Es kommt eben, wie es kommt, und wenn es anders läuft als erwünscht oder erhofft, dann ist es so, und ich versuche, darauf zu reagieren. Aber ich bin dann trotzdem nicht enttäuscht, es ist dann einfach anders als gedacht, und ich versuche, es nicht auf zukünftige Begegnungen zu projizieren.

Das betrifft bei mir generell die meisten Erlebnisse und Ereignisse (mit oder ohne menschliche Begegnungen). Zwar verläuft vieles nicht so, wie ich es mir wünschen würde, aber trotzdem bin ich dann nicht enttäuscht im engeren Sinne, sondern - je nachdem - überrascht, oder ich denke mir dann "Okay, anders als erwartet, aber so ist es eben".
 
Wenn ich die Tatsache das mein „Freund“ schwul ist mal beiseite lege und nur seine Persönlichkeit sehr, dann komme ich wohl zu dem Schluss, dass da doch mehr gewesen ist. Warum sonst reagiert man denn „sauer, emotional und enttäuscht“. Das macht keinen Sinn. Anfang des Jahres schrieb er mir noch, dass er sich zum Jahresbeginn wünschen würde, mehr Zeit mit mir zu verbringen... dass ich ihn öfters fragen sollte, wenn ich mal was mache und er immer wieder merken würde, dass es ihn stört, wenn ich es nicht tue.

Das war ja schon sehr direkt von ihm.
Nur war es... wenn wir uns dann sahen irgendwie angespannt, nicht mehr so offen und herzlich wie es zu Beginn mal war. Ich kann es gar nicht so richtig beschrieben... fühlte mich auch zum Teil geärgert von ihm, nicht wahr genommen... Viell. spiegelte ich ihn das auch zurück.

Er meinte zu mir, dass ich ihm viel näher bin als jemand anderes und das es aus dem Grund normal ist, dass es mal vorkommt, dass man sich auch mal „blöd“ behandelt... hä?? das sehe ich anders und sagte ihm, dass mir dann etwas mehr Distanz lieber wäre, wenn man dann respektvoll miteinander umgeht. Daraufhin kam von ihm... das geht nicht mehr, er kann nicht mehr zurück.

Das war das letztes Gespräch vor dem Knall.
 
Wenn ich die Tatsache das mein „Freund“ schwul ist mal beiseite lege und nur seine Persönlichkeit sehr, dann komme ich wohl zu dem Schluss, dass da doch mehr gewesen ist. Warum sonst reagiert man denn „sauer, emotional und enttäuscht“.
Warum ist das so wichtig für dich, ob da "mehr" gewesen ist? Ich verstehe nicht, weshalb du immer noch so viel über diesen Typen nachdenkst. Kannst du ihn emotional nicht loslassen? Dann suche dir lieber professionelle Hilfe, aber verplempere die Zeit nicht mehr damit, gedanklich um ihn zu kreisen.

Es bringt nichts, als Frau in einen Schwulen verliebt zu sein. Du kannst aus einem Schwulen keinen Heterosexuellen machen, und wenn du dich noch so sehr anstrengst. Und mit jemandem, in den man bis vor kurzem noch verliebt war, kann man auch keine platonische Freundschaft aufbauen. Damit lügt man sich nur selbst eins in die Tasche. Der wahre Grund ist, dass du gefühlsmäßig nicht von ihm loskommst. Aber das wirst du nie, bevor du nicht alle Leinen kappst!
 
Zuletzt bearbeitet:
Weißt Du, liebe TE: Schwul sein macht jetzt noch keinen tollen Charakter: Auch jemand, der schwul ist, kann sowas wie Besitzdenken haben: Vielleicht hat Dein "Freund" zwar keine wirkliche zukunftsweisende Liebe für Dich empfunden, auf der man etwas hätte aufbauen können- das heißt aber noch lang nicht, dass er nicht irgendeine Art "besitzdenken" haben kann: es gibt das ja oft unter platonischen Freunden- also dass einer oder eine eifersüchtig ist, wenn der andere plötzlich eine Beziehung eingeht. Warum soll sowas in deiner Konstellation nicht auch möglich sein? Also dass seine Gefühle Dir gegenüber gerade eher geprägt sind von gekränkter Eitelkeit als von irgendeiner Art echter Zuneigung.
jedenfalls spricht all das nicht gerade für ihn, bzw für seine Absichten Dir gegenüber. Und vermutlich ist es besser, sich von solchen Menschen zu lösen
 

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