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Pflichtpraktikum Vergütung

  • Starter*in Starter*in ano2201049
  • Datum Start Datum Start
Unbezahltes Praktikum klingt für mich nach legaler Sklaverei, und die Begründungen dafür sind abenteuerlich (weil der Praktikant ja schließlich was lernt!), denen zufolge könnte man theoretisch jedem Lehrling das Lehrlingsgehalt verweigern.
Was denkst Du, was hat man sich dabei gedacht, innerhalb von Studium/Ausbildung Pflichtpraktika einzubauen?
Bei einem Lehrling gibt es die Probezeit, das Argument zieht also nicht besonders.
 
Ich dachte bisher, Pflichtpraktika gehören zum Studium dazu. D. h. dass man entweder Bafög bekommt, oder während des Praktikums weiterhin das Geld von den Eltern bekommt, wenn es dann während des Studiums so war.

Kann natürlich sein, dass die TE während des Studiums gearbeitet hat, um ihr Studium zu finanzieren, und sieht jetzt, während des Praktikums keine Möglichkeit mehr dazu. Das ist natürlich hart, wenn es so ist.
 
Ich dachte bisher, Pflichtpraktika gehören zum Studium dazu. D. h. dass man entweder Bafög bekommt, oder während des Praktikums weiterhin das Geld von den Eltern bekommt, wenn es dann während des Studiums so war.
Richtig, es gehört zum Studium dazu und kommt nicht völlig überraschend. Man könnte vielleicht auch vorsorgen. Man weiß ja von Anfang an, das Pflichtpraktikum kommt.

[...]
 
Zuletzt bearbeitet:
Es hilft doch alles nichts. Man hat keinen Anspruch auf eine bestimmte Vergütung, muss aber ein Praktikum ableisten. Es bringt doch nur was, direkt nachzufragen, wie die Konditionen sind und dann entscheiden, wenn man mehrere Möglichkeiten hat.
 
Was denkst Du, was hat man sich dabei gedacht, innerhalb von Studium/Ausbildung Pflichtpraktika einzubauen?
Bei einem Lehrling gibt es die Probezeit, das Argument zieht also nicht besonders.

Wie lange dauert denn so ein Pflichtpraktikum? Mal zwei Wochen lassen sich überbrücken, aber ich hab auch schon was von 6 Monaten Praktikumszeit am Stück gelesen, da ist dann kein Unterschied mehr zu irgendeiner Lehrlings-Probezeit. Und 6 Monaten ohne Einkommen oder staatliche Stütze, aber mit ständigen Ausgaben (Miete, KV, Essen, ggf. Fahrkosten und und), wie soll man das finanzieren? Wer keine zahlenden Eltern hat und oft schon seit Jahren nicht hatte, steht auch mit Ersparnissen meist mau da, denn wo sollten die herkommen, ohne potente Eltern nix Taschengeld.
 
Eigentlich wollte ich hier keine Diskussion auslösen ob das gerechtfertigt ist oder nicht oder wie auch immer. Da kann meinetwegen jeder seine Meinung haben. Wichtig ist für mich nur, wie es in der Realität gehandhabt wird.
 
Im Notfall braucht man einen Studienkredit. Ist zwar blöd, wenn man dann nach dem Studium erst einmal Schulden zurückzahlen muss. Aber je nachdem, in welcher Höhe ich den gebraucht habe und wie leicht man mit dem Studiengang später an einen (hoffentlich gut bezahlten) Job kommt, ist man ihn flott wieder los.

Es hat übrigens schon einen Sinn, dass man für Pflichtpraktikas keinen Mindestlohn o.ä. bekommt. Das wurde bei der damaligen Diskussion des Mindestlohns sogar überlegt. Das Problem wäre nur gewesen, dass viele Unternehmen dann einfach gar keine Praktika mehr angeboten hätten. Man darf nicht vergessen, ein GUTES Praktikum (in welchem der Praktikant nicht nur schuftet, sondern in erster Linie was lernt) kostet Geld. Nicht nur die Vergütung des Praktikanten, sondern auch die weit höhere des Betreuers, der durch den Praktikanten häufig von seiner eigentlichen Arbeit abgehalten wird (da wo ich mein Praktikum gemacht hatte, hatte man sogar extra Personal, das nur für die Betreuung eingestellt war).

Gäbe es nicht mehr so viele Praktikastellen, wäre das ungut für Studenten. Denn die Anzahl an Studenten steigt, damit auch die Zahl der nötigen Pflichtpraktikumsplätze. Gäbe es davon nicht mehr genug, würden Studenten in ihrer Studienzeit verzögert bzw. alle, die nicht "überdurchschnittliche Leistungen" zeigen (oder dank Eltern über Vitamin B verfügen), könnten ihr Studium genauso gut gleich abbrechen (da sie kaum an den nötigen Platz kämen). Gerade weil man Pflichtpratikanten so gut als billige Arbeitskraft nutzen kann, bekommen auch schlechte Studenten eine Chance und können sich dadurch unter Beweis stellen.
Sonst hätte man Pflichtpraktika auf Dauer wohl ganz aus dem Studienplan streichen müssen. So hat man immerhin dafür gesorgt, dass Pflichtpraktikanten besonders gern gesehen sind (und einen Vorteil gegenüber jenen Studenten haben, bei denen es keine Pflicht ist). Irgendwie musste man ja dafür sorgen, dass die Unart, dass selbst Studienabsolventen nur noch kaum bis gar nicht bezahlte Praktika machen, beseitigt wird ohne jene zu benachteiligen, die fürs Studium aber eins machen müssen.

Was du am Ende wohl bekommst, hängt stark von der Umgebung und vor allem vom Studiengang ab. Mit Informatik solltest du deine 700€ schaffen, unter dem Lohn hätten ich und meine Kommilitonen das Vorstellungsgespräch direkt wieder abgebrochen (zum pendeln sollte man ggf. bereit sein). Bei überlaufenen Studiengängen (vor allem "irgendwas mit Medien") wirst du voraussichtlich aber weniger bekommen, da weiß ich von einigen Firmen, die nach dem Motto "unser Name in deinem Lebenslauf ist doch Bezahlung genug" arbeiten. Genug Bewerber finden sie trotzdem, es werden genug von Mama und Papa versorgt, die notfalls das Unternehmen auch noch dafür bezahlen würden, ihren Sprössling für ein halbes Jahr aufzunehmen...
 
Man darf nicht vergessen, ein GUTES Praktikum (in welchem der Praktikant nicht nur schuftet, sondern in erster Linie was lernt) kostet Geld. Nicht nur die Vergütung des Praktikanten, sondern auch die weit höhere des Betreuers, der durch den Praktikanten häufig von seiner eigentlichen Arbeit abgehalten wird (da wo ich mein Praktikum gemacht hatte, hatte man sogar extra Personal, das nur für die Betreuung eingestellt war).

Trotzdem faule Ausrede, denn jeder Lehrling muß erst mal was lernen, bevor er bessere Arbeit als Bodenfegen leisten kann. Mit dieser Begründung könnte man jedem Lehrling das Anfangsgehalt streichen.
Kenne das mit den Azubis von meiner eigenen Arbeit, wenn wir jedes Jahr wieder für ein paar Wochen die Frischlinge haben, die durch alle Stellen tingeln, läuft für diese Zeit arbeitsmäßig fast nichts, wenn man als Ausbilder den ganzen Tag lang den Alleinunterhalter spielen muß.
Klar, man kann sie auch mit irgendeiner einfachen, monotonen Arbeit ruhigstellen, damit man selber die Hände frei hat für wichtigeres - aber dann lernen sie halt nichts dabei. Nicht der Sinn der Sache, imho, also beiße ich in den sauren Apfel und zeige was es zu zeigen gibt.
 

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