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Werkzeugkoffer Religion

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Die Bibel ist eine bunte Mischung aus Mythen, die entweder von den Israeliten selber produziert oder auch aus älteren Kulturen übernommen und passend zurechtgeschnitzt wurden, und aus historischen Ereignissen, die aber auch mit reichlich Salz genossen werden müssen, weil das überhöhte israelische Selbstbildnis oft nicht mit regionalpolitischen Tatsachen übereinstimmte. Jerusalem etwa, für die Israeliten selber die tollste und schönste Stadt auf der Welt, Zentrum des Universums und so weiter, während die umliegenden Großkulturen, Ägypten, Babylon etc., Jerusalem nur als armseliges kleines Räubernest in einem abgelegenen Teil der Welt sahen, von dem aus ständig Grenzscharmützel und Überfälle auf die Nachbarn erfolgten.

Vor allem der Spiegel hat in den letzten Jahren etliche interessante Artikel zu den "biblischen Zeiten" herausgebracht, die die biblischen Angaben ordentlich auf realistische Größen zusammenstutzen, mit der "Geburt Gottes" (des alttestamentarischen) als Vulkangott, der "berühmte" König David als kleiner Räuberhauptmann und so weiter.

Edit: Vor vielen Jahren schon ist ein Buch "Keine Posaunen vor Jericho" erschienen, auch das ist dazu lesenswert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Werkzeug Nr 4 Sprich über deine Weltanschauung, ohne andere dabei runter zu machen


Nehmen wir als Beispiel einen Moslem.

Diese Aussage finde ich ok:
„Ich bin überzeugter Moslem, weil es im Islam nur einen Gott gibt. Ich könnte niemals an eine Religion glauben, die mehrere Götter verehrt.“

Diese aber nicht:
„Im Islam gibt es nur einen Gott, im Gegensatz zum Christentum, die nennen sich ja auch monotheistisch, aber dort wird ja auch Jesus verehrt und seine Mutter, bla bla ..“

Lieber Moslem, sprich du über dich und lass die anderen Religionen in Ruhe. Die Christen haben ihre Antwort auf diese theologischen Fragen gefunden und sie sind mit ihrer Antwort zufrieden.
Wer einen echten, authentischen Glauben hat, der kann über seinen Glauben sprechen, ohne dass er andere dabei runter macht.


Noch ein Beispiel.

In Ordnung finde ich:
„Durch Gott finde ich Sinn in meinem Dasein. Ich könnte mir ein Leben ohne Gott nicht vorstellen, mein Leben hätte keinen Sinn.“

Schlecht finde ich aber:
„Nur durch einen Gott kann man Sinn im Leben finden. Die Atheisten leben ein Leben ohne Sinn und Moral. Atheisten leben in gewisser Weise wie Tiere.“


Du weißt nicht, ob ein bestimmter Atheist Sinn in seinem Leben findet. Du weißt nicht, woher er seine Moral ableitet.
Wenn du nicht über deinen Glauben sprechen kannst, ohne andere dabei runter zu machen, dann hast du selber auf deinem Weg vielleicht noch ein Stück zu gehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Je mehr die Religionen ihre Texte mit einem gewissen Augenzwinkern lesen, umso weniger Konfliktpotential gibt es zwischen ihnen.
So kann ich als Atheist mit einem Christen gemeinsam die Bibel auslegen und beide haben etwas davon.


Wie willst du das handhaben? Ziehst du dir nur die Sachen raus, die allgemein niemandem "weh tun" sozusagen. Oder lässt du einfach den Teil mit den 10 Geboten und dem "Otterngezücht" wohlweislich weg?

"Augenzwinkernd" ist aus meiner Sicht der falsche Ausdruck. Unter interpretieren kann ja dann auch etliche Auslegungen haben. Dass einiges dem Zeitgeist geschuldet ist, ist klar, aber ernst nehmen sollte man heilige Schriften schon. Und ich bezog mich jetzt nur auf die Bibel.
 
Du weißt nicht, ob ein bestimmter Atheist Sinn in seinem Leben findet. Du weißt nicht, woher er seine Moral ableitet.
Wenn du nicht über deinen Glauben sprechen kannst, ohne andere dabei runter zu machen, dann hast du selber auf deinem Weg vielleicht noch ein Stück zu gehen.


Am einfachsten immer noch: Akzeptieren, dass Gläubige eben glauben und dass Religion privat ist.
 
Wie willst du das handhaben? Ziehst du dir nur die Sachen raus, die allgemein niemandem "weh tun" sozusagen. Oder lässt du einfach den Teil mit den 10 Geboten und dem "Otterngezücht" wohlweislich weg?

"Augenzwinkernd" ist aus meiner Sicht der falsche Ausdruck. Unter interpretieren kann ja dann auch etliche Auslegungen haben. Dass einiges dem Zeitgeist geschuldet ist, ist klar, aber ernst nehmen sollte man heilige Schriften schon. Und ich bezog mich jetzt nur auf die Bibel.


Ja, "augenzwinkernd" ist vielleicht eine schlechte Formulierung. Natürlich nimmt man den Text ernst, aber aben nicht auf der wörtlichen Ebene.

Und ich glaube in keiner Weise, dass das einfach ist. Das ist wieder ein eingenes Thema für sich selbst. Wie lese ich Die Bibel im rechten Geiste? Was lese ich aus der Bibel heraus, was interpretiere ich hinein?
Ich habe einen Umgang gefunden, der für mich passt.

Es gibt doch auch Stellen in der Bibel, die du nicht wörtlich nimmst. Oder? Wie ziehst du für dich die Grenze?
 
Volle Zustimmung.
Aber gehört dazu nicht auch, dass manche eben nicht glauben und dass das auch privat ist? Dass man nicht Menschen schlecht redet, die nicht glauben?

Finde ich auch. Jedem das seine, und dem nackten das Hemd!(sagt man bei uns😀😉)

Ich glaube an Gott ungezwungen, weil es in mir irgendwie drinnen ist, festverankert. Nicht "nur" in der Hoffnung, wie jemand schrieb, an jenseits und ewiges schönes Leben zu klammern. Nein, an erste Stelle in DIESEM einen Leben möchte ich diese Verbindung zum Gott nicht missen... Für mich ist Religion eher nebensache, etwas gemeinschaftliches, ich bevorzüge aber den Gott eher "privat", heißt- weniger zu den Messen gehen und Predigen anhören, dafür mehr innerlich danken für das wunderbare Geschenk des Lebens, alles gute und schöne, was mir auf meinem Lebensweg begegnet. Ja, Glaube ist eine sehr private Sache. Ob vorhanden oder nicht, jedem, wie gesagt das seine.
 
Ja, "augenzwinkernd" ist vielleicht eine schlechte Formulierung. Natürlich nimmt man den Text ernst, aber aben nicht auf der wörtlichen Ebene.

Und ich glaube in keiner Weise, dass das einfach ist. Das ist wieder ein eingenes Thema für sich selbst. Wie lese ich Die Bibel im rechten Geiste? Was lese ich aus der Bibel heraus, was interpretiere ich hinein?
Ich habe einen Umgang gefunden, der für mich passt.

Es gibt doch auch Stellen in der Bibel, die du nicht wörtlich nimmst. Oder? Wie ziehst du für dich die Grenze?


Mich hat irgendwie diese "augenzwinkernd" gestört. Es werden ja auch gerne Suren zitiert, die explizit nicht Menschenliebe ausstrahlen. Wie soll ich das augenzwinkernd oder nicht wörtlich nehmen "nicht so gemeint?"

Natürlich nimmt man in der Bibel nicht alles wörtlich. Wie gesagt, es hat etwas mit Zeitgeist zu tun und einiges ist ja reine historische Information.
 
Volle Zustimmung.
Aber gehört dazu nicht auch, dass manche eben nicht glauben und dass das auch privat ist? Dass man nicht Menschen schlecht redet, die nicht glauben?


Sicher. In der heutigen Zeit ist es eher ungewöhnlich, dass jemand an einen Gott glaubt. Ich muss aber auch nicht jeden esoterischen Firlefanz ernst nehmen. Akzeptieren, dass jemand das glaubt, schon.
 
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