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Kann keine Freundschaften aufrechterhalten

Hallo Momo,

Ja du arbeitest doch an dir und deinen Problemen. Da musst du mit dir Geduld haben und auch dein Gegenüber. Natürlich ist es nicht einfach. Für beide Seiten. Und ja viele fühlen sich überfordert. Aber das ist ja nicht deine Schuld denn du machst es ja nicht mit Absicht. Du hast dich dann nicht mehr unter Kontrolle. Aber das ist ja auch egal. Was ich dir nur sagen wollte, ist dass es Menschen gibt die dich so mögen wie du bist mit deinen Stärken und Schwächen. Und du wirst sicher auch früher oder später diese Menschen finden. Aber es ist gut wenn du weiter an dir arbeitest. Allerdings nur für dich nicht für andere.
Niemand ist perfekt aber jeder ist einzigartig.

Lg Pollux


Es ist sicher schwierig einen solchen Menschen zu finden, aber da hast du sicherlich Recht. Bei so vielen Menschen auf dieser Erde gibt es bestimmt jemanden, der mich ertragen könnte 😉
Ich habe auch nochmal mit meiner Therapeutin geredet und sie fand es tatsächlich gut, dass ich mich erst einmal nicht mehr so auf Freundschaften fixiere. Auch glaubt sie, dass ich in 15-20 Jahren sicherlich in der Lage bin, eine Freundschaft/Beziehung aufrecht zu erhalten. Diese Prognose ist zwar nicht sehr erfreulich, aber es ist besser als nichts. Ich arbeite weiterhin an mir und vielleicht klappt es ja wirklich irgendwann.
 
grisou meinte:
nichts für ungut. ich habe nicht wirklich das gefühl, dass du die seite von momo verstehst (oder damit auch "meine" seite). mir scheint deine sicht doch recht einseitig.

und ein paar dinge sind mir da aufgefallen an deinem beitrag.





musst du natürlich nicht darauf eingehen. ich möchte nur sagen, selbstverständlich ist es schon ein unterschied, welche diagnose dem verhalten zugrunde liegt. man kann nicht einfach alle psychisch kranken über einen kamm scheren

Ich habe nie behauptet, dass es keinen Unterschied macht welche Diagnose👎 genau vorliegen. Zum einen habe ich auch beruflich mit dem Thema zu tun und zum anderen bin ich in seine Therapie mit eingebunden. Nur sind die Erkrankungen meines Freundes etwas sehr persönliches und ich werde die Diagnosen und seinen persönlichen Hintergrund nicht in einem Forum ausbreiten. Ich habe lediglich geschrieben, dass ich diese nicht genauer betiteln werde. Das man daraus schließt, das ich alle Menschen die unter einer psychischen Erkrankung leiden über einen Kamm schere ist - gelinde gesagt - kreativ.

ich persönlich meine, rückzug hier und da ist doch völlig normal. oder?

für mich ist die frage eher, warum muss er ausfällig werden, damit die leute auf abstand gehen? vielleicht fühlt er sich nicht wahrgenommen?

In seinem Fall weiß ich sehr genau warum er reagiert wie er nun mal reagiert und ich versuche da in dem Moment auch auf Durchzug zu schalten, weil keiner von uns in gewissen Momenten weg konnte. Nur ist das halt leichter gesagt als getan. Wenn einem sein Gegenüber alles mögliche an den Kopf wirft schaffen es vermutlich nur die wenigsten Menschen alles an sich abprallen zu lassen, sich zu schütteln und zur Arbeit zu gehen. Wir hatten z.B. die Situation, dass sein Bruder und sein Freundeskreis (darunter auch ich) abwechselnd bei ihm geschlafen/gewohnt haben, weil niemand sicher war, ob er soweit gefestigt ist alleine zu bleiben.
Klar habe ich mir da auch vorher Gedanken gemacht und wir waren alle der Meinung, dass wir das hinbekommen. Haben wir auch. Nur sind schlussendlich zwei seiner Freunde abgesprungen (mit dem Rest abgestimmt), weil es ihnen zu viel Verantwortung war. Joa und dann waren wir halt zu dritt für ne 7-Tage-Woche. Klar wäre es sinniger gewesen, wenn er in eine Klinik gegangen wäre. Aber ihm hat das viel bedeutet und dementsprechend haben wir das auch geschafft. Nur in schlechten Momenten kann ich dann halt schlecht aufstehen und ihn "spinnen" lassen (nicht böse gemeint), sondern musste das mit ihm aussitzen. Und wenn man 2-3 Tage die Woche für mehrere Monate in einem "fremden" Haushalt lebt, wo man Verantwortung hat, war das zumindest für meine Leute und mich belastend. Dann kam es zu Situationen wo es eskaliert ist, 2h später darfst du zur Arbeit, hast zwei Nächte eh kaum geschlafen, dann geht noch was anderes schief und sitzt dann heulend auf dem Klo weil dir das in dem Moment too much ist. Mei das "normale" Leben ging halt auch noch weiter, hält ja nicht alles die Luft an weils bei einem gerade kompliziert ist.


du sagst an der stelle etwas wichtiges. wo er für dich "dein großer Bruder" ist, siehst du manches mit anderen augen. heißt also, irgendwann hast du ihm mal diese chance gegeben und es hat sich gelohnt. das freut mich für euch beide.

und ich kann eben nur hoffen, dass menschen mir auch eine chance geben, auch wenn ich sozial manchmal nicht ganz kompatibel bin. nur nach meiner erfahrung sind das ein großer teil der "gesunden" halt auch nicht.

Zum einen besteht mein Kumpel nicht nur aus seiner psychischen Erkrankung, sondern aus unendlich viel mehr. Er ist ein unglaublich toller, witziger Mensch, manchmal ein A*******, aber jede Minute wert. Also von Chance gegeben kann man da nicht sprechen. Es war immer ein Geben und Nehmen. Er hat mir vor gut 10 Jahren wirklich den Popo gerettet, ohne ihn wäre meine damalige Situation ganz anders ausgegangen. Er ist nicht die einfachste Person auf dem
Planeten, aber das bin ich auch nicht. Und ich gebe dir definitiv recht, ein Großteil der Menschen ist nicht unbedingt als sozial kompatibel zu bezeichnen. Aber für jeden Topf gibt es einen Deckel.

ich höre häufiger die seite der angehörigen über die kontakte, die ich als betroffener geknüpft habe und eines fällt mir dabei auf: wenn nicht beide seiten verantwortung übernehmen, dann kann es nicht funktionieren.

bei einer prügelei dazwischen zu gehen, das ist deine entscheidung. du kannst ihn nicht dafür verantwortlich machen, wenn es dich dann trifft.

Natürlich müssen beide Seiten Verantwortung übernehmen und natürlich bin ich auch selbst schuld wenn ich dazwischen gehe. Ich behaupte allerdings, dass der Durchschnittsmensch nicht unbedingt das Bedürfnis hat sich regelmäßig zu prügeln bzw. zwischen drin mal wieder zu sich kommt und nicht wild seine Freunde durch die Gegend schmeißt. Und ich tue mir zugegebenermaßen schwer bei sowas zuzusehen.


was du hier schreibst, tendiert in die richtung, die ich oft beobachte, wobei ich das folgende nicht auf dich oder das geschehen direkt beziehen will. dazu kenne ich zu wenig einzelheiten.

mir fällt immer wieder auf. sobald sich jemand als psychisch krank outet, macht es die beziehung einfach. dann muss man keine verantwortung übernehmen, sich nicht mehr reflektieren, dann ist der "Kranke" schuld. er ist zu empfindlich, hat sich nicht im griff, ist sowieso nicht ganz zurechnungsfähig oder was auch immer.

ich merke nur einfach, da wo leute selbst ein "erwachsenes" verhalten an den tag legen, wo sie auf augenhöhe mit mir umgehen, da kann ich viel entspannter sein und selbst "gesund" agieren und reagieren.

Ich gebe mir Mühe das jetzt nicht auf mich zu beziehen. Kurzum, unsere Freundschaft hatte die letzten Jahre sehr wenig mit seiner Erkrankung zu tun. Von seinen Diagnosen wusste ich sehr schnell, ebenso wusste er sehr schnell das allermeiste von mir. Klar, manchmal hätte ich mir einen anderen Umgang seinerseits gewünscht. Ich musste mich aber auch anpassen und schauen das ich Dinge erstmal mit etwas Abstand betrachte, sie dann nochmal anspreche und wir dann eine Lösung finden. Die letzten beiden Jahre waren halt wirklich hart und ich hatte große Angst ihn zu verlieren.

eine grundsätzlich gute entscheidung, finde ich. man kann und sollte für sich selbst sorgen.

Das auf jeden Fall. Nur muss man für sich abwägen für welche Menschen man gefühlt über einen längeren Zeitpunkt deutlich mehr zu geben bereit ist, als man zurück bekommt. Und da muss man sich selbst gegenüber ehrlich sein. Es bringt wenig, wenn man erst denkt, das man das schafft und denjenigen dann mitten in einer schlechten Phase im Stich lässt. Für mich würde sich das deutlich schlimmer anfühlen, als wenn jemand direkt zu Beginn zurück rudert. Aber das sieht wohl auch jeder anders. Das sind für mich aber die Punkte, wo ich wirklich immer schaue was ich leisten kann und möchte und das dementsprechend kommuniziere. Da geht es auch nicht um die Person an sich, sondern einzig allein um meine Verfassung. Wenn mir die Person nicht wichtig wäre, würde ich ja erst gar nicht drüber nachdenken.

Ich glaube das mit dem zitieren übe ich noch ^^
 
Natürlich entfernt man sich von Menschen, die einen verletzten (so wie du nach eigenen Aussagen einer bist). Kannst du das denn nicht bewusst steuern? Reflektieren funktioniert. Oder ist es so als wärst du in dem Moment wie auf Droge und so gar nicht mehr du selbst?

Vielleicht hilft dir, den von dir angesprochenen Begriff der „Einsamkeit“ auseinander zu nehmen: In welchen Momenten konkret fühlst du dich einsam und überleg dir dann, was du tun kannst, um dich in dieser Situation nicht mehr einsam zu fühlen. Wie man Freundschaften schließt, weißt du.
 
grisou meinte:
@ momo

was mir auffällt, du bist dir gegenüber ziemlich hart. übernimmst für alles die verantwortung.



ihr hattet eine beziehung. du hast ihm vertraut und das vertrauen hat er gebrochen. deinem partner passt es nicht, dass du eine depressive phase hast. er hat kein verständnis. für die meisten menschen geht es doch gerade darum in einer partnerschaft. um gegenseitige unterstützung, in guten wie in schlechten tagen.

ich will sein verhalten gar nicht bewerten, nur ich denke, das ist wohl eher nicht das, was du erwartet hast, oder? und daran ist es gescheitert und nicht an der depression oder den ausbrüchen.

du musst dich doch vor ihm nicht rechtfertigen. abbitte leisten.

damit macht man sich selbst klein.

es geht doch mehr darum, die verantwortung zu übernehmen. klar, sich zu entschuldigen, aber nicht rechtfertigen.





womit du völlig recht hast.

und wenn du genau hinschaust, mit wem hast du es da denn zu tun? doch nicht mit jemand der sein leben in der hand hat, der mit krisen umgehen kann. er kann das nicht mit seiner eigenen krise und mit deiner war er darum überfordert und daran ist das eigentlich gescheitert. nicht an dir, sondern an der kombination.




jeder mensch macht fehler. wir alle verletzen menschen. und es gibt keinen grund darum einen anderen fertig zu machen, ihn zu beleidigen, lügen zu erzählen.

und zwischen dir und ihm gibt es einen entscheidenden unterschied. diese ausbrüche kann man nicht beherrschen in dem moment. man hat sich nicht unter kontrolle und wenn man wieder zu sich kommt, dann weiß man, S****, da habe ich mist gebaut. und du bist so fair und übernimmst die verantwortung.

er handelt aus rache. das ist kein ausbruch. das ist absicht.





meine erfahrung ist, die meisten menschen sind einsam. auch wenn viele kontakte da sind. wir sind oft einsam, weil wir uns selbst nicht nah sind.

man kommt in eine bedürftigkeit und abhängigkeit, die lässt einen vieles hinnehmen, akzeptieren und das macht einen verletzlich. so geht es dir, wenn ich das richtig sehe.

mir ging das früher so, ich habe mich sehr schnell an menschen gehängt. schnell alle sicherheit vergessen. und auch viele erwartungen auf sie projeziert.

ich merke, das wird ein wenig einfacher. ich bin mehr bei mir angekommen und versöhnter auch mit meinem leben und es ist schön, gesellschaft zu haben, nähe auch zu haben, nur ich bin da viel unabhängiger. was kommt, kommt. wenn nicht, auch gut. damit sind dann auch die leute natürlich entspannter, weil sie merken, da sind nicht so große erwartungen, die sie nicht erfüllen können und irgendwie wird man damit nicht so angreifbar und vielleicht darum nicht so interessant für energievampire, andere ungute arten von beziehungen.






da ist nicht das schlimme. das ist die gute nachricht 🙂

du weißt es. das ist mehr als bei ganz vielen anderen menschen es der fall ist. und du arbeitest daran und versuchst dem nahe zu kommen. du kannst den zweiten schritt nicht nach dem ersten machen. nicht dein diplom bekommen fürs studium, wenn du noch nicht alle semester hast. und soziale kompetenz ist eine lebenslange lernaufgabe.






das ist logisch, dass du das an den menschen auslässt, die du am liebsten hast. das geht mir auch so und ich glaube, den meisten, die mit ihren gefühlen kämpfen. ich habe die diagnose borderline und die letzten vier jahre viel therapie gemacht und da auch in den gruppen eben viele menschen getroffen, denen es genau so geht.

das hat zwei gründe, zum einen kommen diese menschen einem sehr nah und damit sind sie am "gefährlichsten" weil sie einem wirklich sehr weh tun können, zum anderen ist man auch genau in deren gegenwart doch eher entspannt und damit merkt man es weniger, wenn die spannung ansteigt.

du sprichst von skills. hast du auch DBT gemacht?

ich kann nur sagen, ich habe viele "trigger" gefunden in meinem leben und weiß mittlerweile, was ich brauche, damit die spannung nicht so schnell steigt. ich spüre sie auch viel früher und kann rausgehen aus der situation. also passiert es nur noch selten, dass ich explodiere. und jetzt bin ich schon so gut in distanz zu mir, ich kann sogar schon in so momenten merken, etwas stimmt nicht, ich muss raus hier/weg hier.

dafür habe ich allerdings jahre gebraucht und ich bin keineswegs perfekt darin.

und meine umgebung musste da auch viel lernen. mein partner, meine familie. und die können mittlerweile viel besser umgehen mit mir. weil sie mich auch ernst nehmen, verstehen, dass mich manches eben überfordert und dann kann ich sagen: ich brauche eine pause. also gerate ich dann auch nicht mehr so sehr unter druck.

und für mich hat es etwas mit beziehung auf augenhöhe zu tun. ich bemühe mich sehr, "erwachsen zu werden" emotional gesehen und darum erwarte ich das auch von anderen, dass sie offen sind fürs wachsen. und dass sie selbst sich reflektieren können. nur solche menschen lasse ich dann auch nah an mich ran.

mein anspruch ist gestiegen. das heißt jetzt nicht, dass ich alle anderen menschen ablehne, weglaufe oder so. ich weiß nur eben meine grenze zu wahren. weil ich mich viel mehr auf mich konzentriere, achtsamer bin. sanfter auch bin.

es gehören immer zwei dazu, eine beziehung in den sand zu setzen.

und lass dir bitte nicht einreden, von niemandem, du bist nicht beziehungsfähig oder zu schwierig oder zu gefährlich oder was auch immer. so aussagen heißen ganz ganz oft, das sind leute, die selbst ihre probleme haben.

Hallo grisou,
ja, das Problem bestand definitiv darin, dass er eben der Meinung war, er könnte alles auf meine Krankheit schieben und ich glaubte, ich muss mich dafür rechtfertigen.

Wichtig zu wissen ist vielleicht noch, dass er mich nach wenigen Wochen Beziehung für eine andere verlassen hatte. Dieser Vertrauensbruch hat mich extrem belastet und das habe ich ihm auch deutlich gezeigt. Nach etwa 2 Wochen meldete er sich dann wieder bei mir und erklärte mir, er habe einen riesigen Fehler gemacht und er merkt erst jetzt, was ihm fehlt und er hat sich endgültig für mich entschieden usw. Nach langem Hin und Her nahm ich dann seine Entschuldigung an. Er redete täglich darüber, dass er ja so viele Fehler gemacht hätte, es alles bereut und sich ändern würde. Zu der Zeit wusste er schon von meinen Erkrankungen, aber es war eben kein großes Thema. Wenn ich mal darüber redete, sagte er, wir würden das zusammen schaffen und er würde sogar selbst eine Therapie machen, falls er mal nicht mehr mit meinen Problemen umzugehen weiß.


Als meine Probleme durch die Depression dann wirklich im realen Leben präsent waren, war er dann ganz anders. Er suchte überhaupt keine Schuld mehr bei sich, alle Fehler lagen bei mir. Von „wir schaffen das zusammen“ war da überhaupt keine Rede mehr. Ich musste mich täglich dafür rechtfertigen, dass ich meine Symptome nicht mit Absicht vortäusche, sondern wirklich ein Problem habe, was auch eine Therapie oder Medikamente mal nicht so eben wegzaubern können. Irgendwann hatte ich auch einfach keine Geduld mehr, was meine impulsiven Ausbrüche noch massiv verschlimmerten.


Ich habe ihn quasi mit Vertrauen zugeschüttet und er hat es mehrfach gebrochen.
Am Ende hat er dann vor unseren Freunden alles so hingestellt, als sei ich ein irrer Freak, der ihn wochenlang psychisch misshandelt und gestalkt hat und dies mit einer erfundenen Krankheit versuche zu rechtfertigen. Selbst eine „Freundin“ mit derselben Störung hat das geglaubt. Das fand ich auch sehr traurig, meine Schilderung der Tatsachen hat niemand geglaubt.


Übrigens hatte ich ihn während unserer Beziehung schon einmal damit konfrontiert, dass ich seinen Drogenkonsum ziemlich problematisch finde. Ihn hat das völlig erschrocken und er meinte, dass er das reduzieren wird. Als ich ihn dann später damit konfrontierte, war seine Reaktion die Rache. Das zeigt ja auch nur, dass er mit seinen eigenen Problemen absolut nicht umgehen kann und auch ziemlich blind dafür ist. Ein gesunder Erwachsener hätte einfach direkt seine Grenzen aufgezeigt und eben die Beziehung beendet, anstatt sich an mir zu rächen.


Da erkenne ich auch direkt wieder, dass ich mir (unbewusst) wieder einen Partner gesucht habe, der wie meine Mutter ist: unzuverlässig, ambivalentes Bindungsverhalten, reflektiert seine eigenen Probleme nicht. Meine bisherigen Partner waren alle so und ich hatte mit allen dieselben Probleme. Ich finde es ziemlich traurig, dass auch solche schädlichen internen Bindungsrepräsentationen bis ins hohe Alter in uns verankert bleiben. Man spielt seine Kindheit quasi immer wieder durch. Das tut weh.


Ja ich habe auch ziemlich lange DBT gemacht (mittlerweile kann ich das ganze Manual gefühlt auswendig). In vielen Lebensbereichen kann ich es gut anwenden, nur bei zwischenmenschlichen Beziehungen verpasse ich leider noch oft diesen Moment, an dem ich handeln muss.

Es macht mir aber viel Mut zu hören, dass du gelernt hast, damit umzugehen!
Danke für deine sehr aufschlussreiche und ausführliche Antwort.
 
Natürlich entfernt man sich von Menschen, die einen verletzten (so wie du nach eigenen Aussagen einer bist). Kannst du das denn nicht bewusst steuern? Reflektieren funktioniert. Oder ist es so als wärst du in dem Moment wie auf Droge und so gar nicht mehr du selbst?

Vielleicht hilft dir, den von dir angesprochenen Begriff der „Einsamkeit“ auseinander zu nehmen: In welchen Momenten konkret fühlst du dich einsam und überleg dir dann, was du tun kannst, um dich in dieser Situation nicht mehr einsam zu fühlen. Wie man Freundschaften schließt, weißt du.

Nein, ich kann mich in diesem Moment überhaupt nicht steuern. Die Gründe und genauen Mechanismen dahinter sind sehr komplex, aber ich versuche es mal auf zwei Dinge herunterzubrechen:

Zum einen ist es die fehlende Emotionsregulation. Als Kind wurde mir beigebracht, dass meine Gefühle grundsätzlich falsch und unangebracht sind und deshalb habe ich nie gelernt, sie in irgendeiner Weise zu kontrollieren. Wenn ich wegen einem aufgeschlagenen Knie geweint habe, wurde ich geschlagen, wenn mein Turm aus Bauklötzen umfiel und ich wütend war, wurde ich auch geschlagen usw. So konnte ich nicht lernen, richtig mit meinen Gefühlen umzugehen, weil alle Gefühle eben verboten waren.
Deshalb lösen kleinste Anlässe bei mir extreme Gefühlsausbrüche aus: sowohl bei positiven, als auch bei negativen Gefühlen. Wenn ich mich z.B. extrem gekränkt fühle (beispeilsweise wenn ein Freund sagt "Ich habe heute keine Zeit für dich, sorry"), dann bin ich sofort so stark wütend, dass ich komplett ausraste und gar nicht mehr mitbekomme, was ich eigentlich tue. Entweder ich richte die Wut auf Gegenstände, mich selbst oder eben andere Personen. Erst 3-4 Stunden später komme ich wieder in der Realität an und merke, was ich eigentlich getan habe und dann fühle ich mich auch sehr schuldig und schlecht.
Reflektieren kann ich das hinterher natürlich einwandfrei. Nur in diesen Momenten ist es wirklich so, als würde man einen Schalter umlegen und plötzlich bin ich eine komplett andere Person. Verhindern kann ich das nur, wenn ich die Frühwarnzeichen erkenne und die Situation verlasse. Nur das ist gar nicht so einfach, weil ich es selber nicht richtig mitbekomme, dass ich gleich einen "Anfall" bekomme und wenn der Schalter umgelegt ist, dann ist es schon zu spät. Da hilft dann nur noch Hilfe von außen, z.B. Menschen die mich festhalten oder aus der Situation holen, damit ich weder Gegenstände, noch Freundschaften zerstöre.

Der andere Grund sind Dissoziationen. Ich weiß nicht, ob du was mit dem Begriff anfangen kannst.
Auf jeden Fall schaltet meine Psyche während solcher Dissoziationen in einen Schutzzustand, um mit extremen Belastungen umzugehen. Bei mir äußert sich das meistens so, dass ich wieder ein kleines Kind werde. In solchen Momenten verhalte ich mich wie ein kleines Kind und spreche auch wie eines. Wenn man mich dann z.B. fragt, wie alt ich bin, sage ich 9. Und dann erzähle ich immer, dass Mama böse auf mich ist und mich wieder hauen wird, ihr Freund mir immer beim Duschen zuschaut und mich auslacht usw. Ich erzähle quasi Inhalte meines Traumas. Mir ist dann auch nicht bewusst, dass ich eigentlich eine erwachsene Frau bin, selbst wenn man mich vor einen Spiegel stellt, bin ich der festen Überzeugung, dass ich ein 9 Jahre altes Kind bin. Das ganze geht meistens 1-2 Stunden und hinterher kann ich mich an nichts erinnern. Von dem Ganzen weiß ich auch nur so genau, weil meine Therapeutin mich mal während einer solchen Dissoziation gefilmt hat und ich es mir hinterher angeschaut habe.
Während einer Dissoziation kann ich auch solche Wutausbrüche haben und Menschen beleidigen und verletzen. Die meisten Menschen glauben mir allerdings nicht, dass ich in diesem Moment wirklich nicht ich selbst bin und mich hinterher auch nicht erinnern kann. Ich kann mir vorstellen, dass das auf Menschen extrem befremdlich und bizzar wirkt, wenn man sich mit der Thematik aber etwas beschäftigt, versteht man schnell diesen Mechanismus und kann mich auch da rausholen. Selber stoppen kann ich das auch wieder nur, wenn ich es früh genug merke, beispielsweise durch Sehstörungen, dumpfes Hören oder das Gefühl, in Watte gepackt zu sein.

Ich bin ja schon seit Jahren in Therapie, um zu lernen, solche kritischen Situationen zu erkennen und eingreifen zu können; das ist aber wirklich ziemlich schwierig und dauert seine Zeit. In anderen Lebensbereichen habe ich schon viele Fortschritte machen können, die Beziehungen zu anderen Menschen sind aber leider noch eine große Baustelle. Ich weiß nicht ob du das schon gelesen hattest, aber meine Therapeutin rechnet damit, dass ich in 15-20 Jahren soweit bin. Für Menschen, die nicht erkrankt sind, ist diese ganze Thematik oft überhaupt nicht nachvollziehbar, was aber auch total verständlich ist; es ist eben extrem schwierig.

Ja, Einsamkeit ist ein großes Thema. Was ich aber mit der Zeit festgestellt habe ist, dass ich mich alleine häufig weniger einsam fühle, als wenn ich viele Freunde habe. Für mich entsteht Einsamkeit oft daraus, dass ich mich von Freunden alleingelassen fühle. Habe ich keine oder nur wenige Freunde, so fühle ich mich auch weniger alleingelassen. Ich denke, es ist ganz wichtig, gut mit sich selbst alleine sein zu können. Kann man das, kann man auch gesunde Freundschaften schließen, weil man nicht so sehr an den Freunden klammert. Daran arbeite ich gerade noch.
 
Es ist sicher schwierig einen solchen Menschen zu finden, aber da hast du sicherlich Recht. Bei so vielen Menschen auf dieser Erde gibt es bestimmt jemanden, der mich ertragen könnte 😉
Ich habe auch nochmal mit meiner Therapeutin geredet und sie fand es tatsächlich gut, dass ich mich erst einmal nicht mehr so auf Freundschaften fixiere. Auch glaubt sie, dass ich in 15-20 Jahren sicherlich in der Lage bin, eine Freundschaft/Beziehung aufrecht zu erhalten. Diese Prognose ist zwar nicht sehr erfreulich, aber es ist besser als nichts. Ich arbeite weiterhin an mir und vielleicht klappt es ja wirklich irgendwann.

Bestimmt gibt es den und ich bin mir sicher dass es früher schaffen wirst. Gib nicht auf auch ich hatte eine furchtbare Zeit in meinem Leben und heute ist alles anders und besser. Genieße das Leben für dich und sei einfach nur froh wenn du jemanden besonderes findest. Glaube fest an die Zukunft und versuche dich von den Schatten der Vergangenheit zu befreien. Dann wird das auch.
 
Du bist wirklich sehr reflektiert und ich bin mir sehr sicher, dass du irgendwann ganz "normale" Freundschaften schließen kannst. Im Prinzip hängt alles daran, dass du dich auf dein "Frühwarnsystem" verlassen kannst. Was es bei zwischenmenschlichen Beziehungen wohl schwieriger macht als in anderen Bereichen ist, dass du in der Regel nicht voraussagen kannst, wie sich ein Mensch im nächsten Moment verhalten wird. Also nehmen wir mal das Beispiel das deine Freundin keine Zeit hat und dich diese Aussage enttäuscht und damit triggert. Deine Freundin müsste dich also vorwarnen und du damit die Situation verlassen. Wobei du dann wiederum nicht erfahren wirst, dass sie absagen möchte. Versteht man was ich meine? Aber du wirst mit der Zeit immer besser werden und irgendwann auch mit Trauer, Enttäuschung und allem anderen so zurecht kommen, dass du andere mit deinem Verhalten nicht verletzt.

Zu deinem Exfreund sage ich mal nichts, so wie du das erzählst ich das einfach nur unterste Schublade und hat mit Freundschaft oder Liebe - nichts aber auch gar nichts - zu tun. Zu deinen anderen Freunden, die eher deinem Ex geglaubt haben nur so viel. Je nachdem wie gut er sich darstellen kann und wie präsent er ist, kann es schon sein, dass er einfach überzeugender ist als du. Ist traurig für dich aber von deinen Freunden gar nicht böse gemeint. Es waren einfach zwei Geschichten und sie mussten sich für einen von euch entscheiden. Bei Trennungen steht meistens einer blöd da. Das meine ich nicht böse, soll ein Trost sein, dass das auch Menschen passiert, die keine Diagnose im Hintergrund haben.

Eins ist mir in deinem Text noch aufgefallen, du schreibst, dass du dich mit vielen Freunden an deiner Seite einsamer fühlst als wenn du allein bist oder wenige Freunde hast. Und dieses "viele Freunde" irritiert mich etwas. Ich kenne kaum jemanden der wirklich gute, enge Freundschaften pflegt, zu mehreren Personen. Ich meine damit Freundschaften zwischen die kein Papier passt und die über Jahre wächst. Und wenn du so eine Freundin/Freund gefunden hast, ist eine beste Freundin/Freund vollkommen ausreichend und schon Grund für Dankbarkeit genug. Klar, es schadet nie einen großen Bekanntenkreis zu haben und ein paar Leute mit denen man mal mehr macht. Aber mir persönlich sind solche engen Freundschaften tausendmal wichtiger als lose Bekanntschaften.

Und noch etwas was ich dir mit auf dem Weg geben möchte. Ich finde es toll das du an dir arbeitest und ich hoffe du schaffst es für dich, dass du in jeder Situation weißt was du tust und damit das Leben führst, das du dir vorstellst. Aber bei aller Arbeit an dir selbst, nicht alles liegt an dir oder deiner Erkrankung. Auch andere machen Mist, reagieren nicht entsprechend oder sind sozial manchmal etwas beschränkt. Also schau das du auf ein Niveau kommst mit dem du zufrieden bist. Allen kannst du es nicht recht machen und musst du auch nicht. Eigenheiten und Besonderheiten machen dich aus und gerade dich liebenswert. Niemand mag Menschen ohne Ecken und Kanten. Ich wünsche dir alles Gute 🙂
 
Du bist wirklich sehr reflektiert und ich bin mir sehr sicher, dass du irgendwann ganz "normale" Freundschaften schließen kannst. Im Prinzip hängt alles daran, dass du dich auf dein "Frühwarnsystem" verlassen kannst. Was es bei zwischenmenschlichen Beziehungen wohl schwieriger macht als in anderen Bereichen ist, dass du in der Regel nicht voraussagen kannst, wie sich ein Mensch im nächsten Moment verhalten wird. Also nehmen wir mal das Beispiel das deine Freundin keine Zeit hat und dich diese Aussage enttäuscht und damit triggert. Deine Freundin müsste dich also vorwarnen und du damit die Situation verlassen. Wobei du dann wiederum nicht erfahren wirst, dass sie absagen möchte. Versteht man was ich meine? Aber du wirst mit der Zeit immer besser werden und irgendwann auch mit Trauer, Enttäuschung und allem anderen so zurecht kommen, dass du andere mit deinem Verhalten nicht verletzt.

Zu deinem Exfreund sage ich mal nichts, so wie du das erzählst ich das einfach nur unterste Schublade und hat mit Freundschaft oder Liebe - nichts aber auch gar nichts - zu tun. Zu deinen anderen Freunden, die eher deinem Ex geglaubt haben nur so viel. Je nachdem wie gut er sich darstellen kann und wie präsent er ist, kann es schon sein, dass er einfach überzeugender ist als du. Ist traurig für dich aber von deinen Freunden gar nicht böse gemeint. Es waren einfach zwei Geschichten und sie mussten sich für einen von euch entscheiden. Bei Trennungen steht meistens einer blöd da. Das meine ich nicht böse, soll ein Trost sein, dass das auch Menschen passiert, die keine Diagnose im Hintergrund haben.

Eins ist mir in deinem Text noch aufgefallen, du schreibst, dass du dich mit vielen Freunden an deiner Seite einsamer fühlst als wenn du allein bist oder wenige Freunde hast. Und dieses "viele Freunde" irritiert mich etwas. Ich kenne kaum jemanden der wirklich gute, enge Freundschaften pflegt, zu mehreren Personen. Ich meine damit Freundschaften zwischen die kein Papier passt und die über Jahre wächst. Und wenn du so eine Freundin/Freund gefunden hast, ist eine beste Freundin/Freund vollkommen ausreichend und schon Grund für Dankbarkeit genug. Klar, es schadet nie einen großen Bekanntenkreis zu haben und ein paar Leute mit denen man mal mehr macht. Aber mir persönlich sind solche engen Freundschaften tausendmal wichtiger als lose Bekanntschaften.

Und noch etwas was ich dir mit auf dem Weg geben möchte. Ich finde es toll das du an dir arbeitest und ich hoffe du schaffst es für dich, dass du in jeder Situation weißt was du tust und damit das Leben führst, das du dir vorstellst. Aber bei aller Arbeit an dir selbst, nicht alles liegt an dir oder deiner Erkrankung. Auch andere machen Mist, reagieren nicht entsprechend oder sind sozial manchmal etwas beschränkt. Also schau das du auf ein Niveau kommst mit dem du zufrieden bist. Allen kannst du es nicht recht machen und musst du auch nicht. Eigenheiten und Besonderheiten machen dich aus und gerade dich liebenswert. Niemand mag Menschen ohne Ecken und Kanten. Ich wünsche dir alles Gute 🙂


Das hast du sehr gut erkannt! Ich plane ansonsten alle anderen Lebensbereiche (Termine, Mahlzeiten, Tagesstruktur, Haarewaschen usw.), weil ich ansonsten nicht in meinem Leben zurecht komme, da ich extrem zerstreut bin und getroffene Entscheidungen immer wieder umwälze. Das kann ich bei zwischenmenschlichen Beziehungen ja nicht. Zwar ist menschlichen Verhalten in gewisser Weise vorhersehbar (z.B. wenn ich ein lange geplantes Treffen absage, ist meine Freundin mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht glücklich darüber); das Problem ist aber, dass ich das als Kind nie gelernt habe. Normalerweise lernt ein Kind ja irgendwann durch Exploration und Grenzen austesten "Wenn ich xy mache, dann macht Mama dies und jenes". Meine Mutter war aber nie konsistent in ihrem Verhalten; mal wurde ein Verhalten einfach ignoriert, ein anderes mal wurde ich dafür aber geschlagen. So etwas wie klare Konsequenzen kannte ich nicht, es gab halt die Konsequenz, auf die meine Mutter gerade Lust hatte, unabhängig davon, was ich überhaupt gemacht habe und ob dies erwünscht oder nicht erwünscht war. So habe ich gelernt "Menschen sind alle unberechenbar" und das hat dazu geführt, dass ich extrem ängstlich und verschüchtert gegenüber anderen wurde. Das wurde dadurch unterstützt, dass meine Mutter immer wieder zu mir sagte: "Ist doch klar, dass dich keiner mag, du bist richtig komisch, reiß dich zusammen und sei endlich normal!". Deswegen hatte ich nie richtigen Kontakt zu anderen Menschen (ich wurde auch außerhalb von Schulzeiten zu Hause eingeschlossen und hätte sowieso nie die Möglichkeit gehabt...) und habe nicht gelernt, wie eine Freundschaft denn eigentlich funktioniert und wie man sie aufrecht erhalten kann.
Das alles musste ich dann in meiner späten Jugendphase nachholen und lernen. Heute kann man mich diesbezüglich als Außenstehender kaum von Personen mit einer "eher unkomplizierten" Kindheit kaum voneinander unterescheiden. Aber die fehlende Emotionsregulation bleibt leider und deshalb muss ich lernen, die Notbremse zu ziehen, bevor ich jemanden scheinbar grundlos verbal fertigmache.

Ich hoffe, das erklärt meine Situation ein wenig besser.

Mein Ex kennt die meisten unserer gemeinsamen Freunde viel länger als ich und das ist wohl der entscheidende Punkt. Wobei meine ehemals "beste" Freundin immer zu mir hielt und mich auch zur Trennung ermutigte (sie merkte schneller als ich, dass er mich nicht gut tut), zum Schluss dann aber irgendwie doch seiner Geschichte glaubte. Ich bin zwar der Meinung, dass man sich nicht unbedingt auf eine Seite positionieren muss... Aber gut, das ist jetzt vorbei, ich lasse alles hinter mir und fange neu an!

Mit den Freundschaften stimme ich dir schon zu. Das Ding ist ja, dass ich noch nie so eine enge Freundschaft hatte (das ist ja der Anlass meines Beitrags 😉 ). Bis jetzt haben meine Freundschaften maximal 4-6 Monate gehalten, da kann ja nichts Enges und Vertrautes entstehen. Ich denke, mir wären solche Freundschaften auch wichtiger, wenn ich sie denn hätte.

Vielen Dank für deine ermutigenden Worte! Ich werde mir das auf alle Fälle zu Herzen nehmen.
 
Hallo, momo_lonely.

Ich finde auch, dass du sehr, sehr selbstreflektiert klingst. Viel mehr als die meisten anderen Menschen. 🙂 Allein das kann schon ein "Problem" für die anderen sein.


Ich sehe das Ganze irgendwie etwas anders:

Klar, kann das irritierenden, wenn jemand solche "Zustände" hat, wie du sie beschrieben hast. Aber das (allein) ist wohl eher nicht der Grund, weshalb Leute dich "allein lassen". Du trägst deinen Teil dazu bei, durch dein Verhalten, aber sie ebenfalls! Es ist also nicht (nur) deine "Schuld", sondern auch die der anderen.

Sie sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und oberflächlich und - nicht selbstreflektiert! Sie möchten einfach keine Energie reinstecken. Sie sehen ein potentielles Problem und gehen einfach, bzw. distanzieren sich davon.

Du solltest und darfst das nicht so persönlich nehmen, dass sie sich dir gegenüber so verhalten. Es ist vielmehr ihre Schwäche. Du kannst ja nichts für deine Traumata und Situation.

Was dir fehlt, ist jemand, der dich dann eben NICHT allein lässt. Eine enge und sichere Bindung. Dann klappt das mit den (OBERFLÄCHLICHEN) Freundschaften ganz sicher von alleine.

Das ist eben dein Problem - du hast diese grundsätzlich sichere Bindung noch nicht, dadurch, dass du sie auch nicht in deiner Familie hast. Also musst du sie im Außen suchen. Und wurdest bisher dabei enttäuscht.
 
Hallo tREs-2,

danke für deine Antwort.

Ich verstehe deinen Rat, bin aber unschlüssig, ob Ehrlichkeit hier angebracht ist.
Desöfteren habe ich versucht, ehrlich zu sein und mein Problem gleich am Anfang erklärt, das hat aber nur dazu geführt, dass die Menschen sich gleich zu Beginn von mir abgewendet haben. "Borderline", "Stimmungsschwankungen" oder "ich bin manchmal etwas schwierig" ist für die meisten ein absolutes no-go. Sie wollen in ihrer heilen Welt nicht von sowas direkt betroffen sein.
Man könnte jetzt sagen, das wären sowieso keine Freunde, aber ist das nicht irgendwie menschlich? Wer geht denn freiwillig eine Freundschaft ein mit dem Wissen, dass er irgendwann verletzt wird (wenn auch nicht beabsichtigt)?

Beispielsweise habe ich meinen Kommilitonen nie von meinen psychischen Problemen erzählt (ausser "schlechte Kindheit", wenn meine Narben sichtbar sind). Sie bekommen meine Ausbrüche auch nicht zu spüren, weil der Kontakt einfach gar nicht gegeben ist und wir uns eben kaum kennen, nicht miteinander schreiben/telefonieren usw. Das funktioniert, nur bringt das eben mit sich, dass die Bekanntschaften oberflächlich sind, weil es eben sonst eskaliert von meiner Seite aus.
Und oberflächliche Kontakte will ich auch nicht bis an mein Lebensende.

Es ist kompliziert. Ich werde mir deinen Rat aber trotzdem zu Herzen nehmen und darüber nachdenken!

Liebe Grüße


Dazu möchte ich auch mal was sagen. Ich kenne diese Gedanken (Im weiteren Sinne) auch. Denn ich habe auch oft negative Erfshrungen gemacht, was das ,,offen legen'' der Probleme angeht.

Du hast Angst vor Abweisung, Angst dich verwundbar zu machen.

Allerdings muss man gewisse Risiken eingehen wenn man auch Glück erfahren will. Du bist so unglücklich, ohne richtige Kontakte. Stimmts?

Also was hast du zu verlieren? Es kann nur besser werden.

Und glaub mir du bist nicht alleine mit Problemen. So viele haben sie, so viele laufen mit einer Fassade durch die Welt.

Es gibt auch whatsapp Gruppen für Leute mit psychischen Problemen oder sogar in Foren wie diesen gibt es Koktaktmöglichkeiten.
Und sich mit Leuten zu treffen/Kontakt haben, die ,,anders'' sind ist keine Schande.

Im Gegenteil, das sind oft richtige Leute.
Sie sind wie du und ich, nur eben ehrlich damit, dass sie ein Problem haben.

Trotzdem hast du natürlich nie die Garantie, dass jeder immer Verständnis hat.

Aber da ist es schon wahrscheinlicher.

Und zudem, Freundschaften können IMMER zerbrechen.
Auch Liebesbeziehungen.

Und nicht nur bei jemandem mit Borderline oder anderem ist das so.
Auch ,,gesunde'' Menschen schaffen es nicht immer.

Darum, versuch dein Glück. Sei wachsam mit wem du dich ,,abgibst'' und vergess den Gedanken, dass es normal ist sich gleich zu verpissen, wenn man wen kennenlernt der eben nicht wie die ,,Norm'' ist 😉.
 

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