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Geschlechterrollen

  • Starter*in Starter*in Sheik
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S

Sheik

Gast
Mir geht das Thema grad sehr durch den Kopf.

Das Baby ist ein Mädchen. Natürlich wird das Zimmer rosa gestrichen, die ersten Spielzeuge sind Barbies und Puppen. Zur Einschulung gibt's nen rosa Ranzen mit Emily Erdbeer drauf und zum 13. Geburtstag gibt's als Geschenk die erste Foundation oder Conceiler. Vielleicht wird sie ja nach der Schule Sekretärin oder Kindergärtnerin, so ein Frauenberuf eben.

Das Baby ist ein Junge. Zimmer wird natürlich blau und es kommen erstmal ganz viele Spielzeugautos rein. Mit 8 wird er im Fußballverein angemeldet und mit 11 gibt's die erste Spielekonsole. Natürlich wird er Mechatroniker or Kfz-Mechaniker, ein richtiger Männerberuf eben.

Fällt euch was auf? Diese Geschlechterrollen in die wir vom Moment der Geburt an reingesteckt werden und aus denen es irgendwie keinen Ausweg gibt. Tragt euch mal als Junge Lippenstift auf und geht nach draußen. Oder tragt ne Skinny Jeans. Die Reaktion ist vorhersehbar.
Männer in Erziehungsberufen? Die sind mit Sicherheit pädophil. Frauen in einer Werkstatt? Naja ok, aber wird trotzdem erstmal schief angeschaut.

Mich regt diese Gesellschaft einfach sowas von auf, obwohl wir ja nicht mal wirklich was dafür können, weil es jedem von uns von klein an eingeblößt wird. Uff.

Wollte das nur mal so loswerden 🙂
 
Naja, ich hatte ein Badehandtuch mit einem Elefant drauf, wo "er" drauf steht, das war blau (existiert heute noch). Ich hatte grundsätzlich alles in blau bekommen, was meine Schwester in rosa bekam.
Meine Haaren wurden kurz geschnitten...ich stand auf Spielzeugautos und Hubschrauber, hab Barbies die Haare abgeschnitten und Köpfe abgerissen,.... 😀 Nein, bei mir wurden ganz und gar keine Klischees bedient, bzw. wenn eher das gegenteilige.... 🙄
 
Völlig falsch!


Das, was Du schreibst ist die falsche Denke der 68-iger Generation, die aber mittlerweile von der Wissenschaft völlig überholt ist, weil man heute sehr gut weiß, daß männlich und weibliche Gehirne völlig unterschiedlich strukturiert sind, wobei die klassischen Beispiele der deutlich bessere Orientierungssinn des Mannes und das sehr viel besser Sprachverständnis der Frau sind!

Man hat auch genügend Versuche angestellt und Mädchen z.B. nur Autos zum Spielen gegeben, wobei dann z.B. von den Mädchen das Feuerwehrauto in Decken eingehüllt und mit den tröstenden Worten, "Du brauchst keine Angst haben, ich bin ja bei Dir!" gehuscht und gewiegt wurde!

Noch Fragen?
 
Ich finde das nicht weiter tragisch. Tatsächlich ist es ja momentan "In" einen riesen Aufriss zu machen, was dieses Thema anbelangt. Muss meiner Meinung nach nicht sein.

Solange man sein Kind nicht in etwas reinzwängt, das ihm nicht gefällt, ist alles in Ordnung. Wenn es sich aber doch beiläufig und ganz zufrieden in Richtung einer "Rolle" entwickelt: Na und? Ist nicht schlimm.

Naja, schlimm ist das nicht.

Mein Hauptproblem ist, wenn sich Menschen (wie ich z.B.) sich zu Sachen hingezogen fühlen, die gesellschaftlich eher Frauen bzw. Männer zugeordnet sind, sich dann aber nicht trauen von diesen Gebrauch zu machen, weil es gesellschaftlich nicht akzeptiert ist.

Würde ich morgen mit Lippenstift und Leggins in die Schule gehen, würde ich sofort als "Schwuchtel" oder "Transe" bezeichnet werden (die ständig hergestellte Verbindung zu Homosexualität ist dann noch das i-Tüpfelchen bei der ganzen Sache).

Ich find es einfach traurig, dass Menschen nicht das machen dürfen, was sie wollen, ohne ständig auf Ablehnung zu treffen. Wir haben eine sehr fortgeschrittene Gesellschaft, aber in dem Bereich ist da noch Luft nach oben.
 
Ihr verwechselt aber soziale Normen mit Geschlechterrollen. Ich würde nicht nur schief angeschaut werden wenn ich morgen mit Highheels in die Arbeit stolpere sondern auch wenn ich dort einen riesen Zylinder und eine Wanduhr am Goldkettchen tragen würde.

Diese sozialen Normen sorgen dafür, dass die Leute sich und die Leute in ihrer direkten Umgebung wiedererkennen. Das sind einfachste Sozialdynamische Vorgänge die nicht zwingend was mit Geschlechterrollen zu tun haben.
 
Hallo Sheik,

für die kindliche Entwicklung ist es sogar unbedingt notwendig und wichtig, in der geschlechtlichen Identität bestätigt zu werden. Kinder, die aufgrund dem Umfeld und der Erziehung ihrer Eltern nie richtig einordnen können, ob sie ein Junge oder Mädchen sind, bekommen häufiger psychische Probleme bis hin zu schweren Identitätssörungen.

Nur weil eine Minderheit von Transsexuellen mit der eigenen geschlechtlichen Identität schwer umgehen können, muss man nicht die Mehrheit der heterosexuell veranlagten Menschen in ihrer Lebensweise kritisieren.

Was jedoch wichtig ist und worauf auch im Hinblick der Erziehung Wert gelegt werden sollte ist, ein Bewusstsein und Verständnis für Diversität zu schaffen.

Liebe Grüße,
SFX
 
Würde ich morgen mit Lippenstift und Leggins in die Schule gehen, würde ich sofort als "Schwuchtel" oder "Transe" bezeichnet werden (die ständig hergestellte Verbindung zu Homosexualität ist dann noch das i-Tüpfelchen bei der ganzen Sache).

Es gibt Subkulturen unter Jugendlichen wo das Tragen von Lippenstift und Leggins dazugehört. Ich hab als Jugendlicher, sogar bis mitte 20 ab und zu schwarzen Nagellack aufgetragen. Ich kannte auch welche aus der Goth-Szene, die ganz normal damit rumgelaufen sind. Da wurde auch mal komisch geguckt. Das wars dann aber auch schon.

Ein großes Problem hingegen ist die identitätspolitische Entwicklung, die Geschlecht, Hautfarbe, sexuelle Orientierung, Herkunft, Geschlechterrollen usw. zum Mittelpunkt der eigenen Identität macht und sich dadurch abgrenzt anstatt das Individuum in den Mittelpunkt zustellen. Und bei dem ganzen Gendergaga ist es ähnlich. Man versucht geschlechterspezifisches Verhalten als rein sozial anerzogenes Konstrukt hinzustellen, kreiert bei der Gelegenheit noch zusätzliche Geschlechterstereotypen und betreibt dann genau das wogegen man ursprünglich war, nämlich Menschen auf eine Geschlechterrolle zu reduzieren. Wenn sowas dann noch als Grundlage für eine Art Opferkult genutzt wird, kann nichts anderes als Ablehnung die einzig vernünftige Konsequenz sein.
 
Ich finde gut dass dich das aufregt! :daumen: mich nervt es auch.
schlimm dass sich so wenige dran stören oder mal in Frage stellen was das für Auswirkungen haben kann, denn so wird sich nie was ändern und alle wundern sich nur wieso Sexismus weiterhin herrscht.

ist sogar noch starrer geworden als in meiner Kindheit, damals trug lange nicht jedes Mädchen rosa, und in den Spielzeugläden war nicht so eine strikte Trennung; es gab mehr gemeinsames Spielzeug, heute fragt sich kein Mensch: ist das eigentlich für Jungs oder für Mädchen, nein denn es ist eindeutig, die Frage stellt sich nicht mehr.

Ich hoffe dass du mal bei deinen eigenen Kindern nicht diese Geschlechterklischees reproduzierst sondern den Mut hast, auch anderes aufzuzeigen bzw zu leben.

Fühl dich zu dem hingezogen was dir gefällt, deswegen bist du noch lange nicht weniger Mann, sondern halt einfach jemand der Lippenstift mag - die Reaktion vom Umfeld kommt nur daher weil es nicht dem gewohnten entspricht.
google mal nach der Seite Pinkstinks, wenn du dich damit näher beschäftigen willst.
 
Es ändert sich nichts an diesen dämlichen Geschlechterklischees, weil die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft daran überhaupt kein Interesse habe.
Davon, dass man Mädchen zu mode-süchtigen, oberflächlichen Barbiepuppen abrichtet, leben ganze Industriezweige. Und Männer haben traditionell möglichst männlich und hart zu sein, damit sie sich im Arbeitsleben oder an der Front schön verheizen lassen, ohne rumzujammern oder zusammenzubrechen.
Nur so funktioniert eine Gesellschaft wie die unsere.
Wenn sich die Menschen ihres wahren Potentials bewusst werden würden, würden sie sich nicht mehr so leicht lenken und benutzen lassen... und schon allein deshalb sind die konservativen Kräfte seit jeher darum bemüht, den Menschen klein und kontrollierbar zu halten, und allzu individualistische, freiheitliche Gedanken als "68er-Quatsch" abzutun.
Außerdem muss ja die Vermehrung gesichert sein, damit auch morgen noch genügend Steuerzahler bzw. Kanonenfutter vorhanden sind. Daher haben Männer schonmal grundsätzlich nicht "schwul" zu sein. So lange es nur ein paar wenige Prozent sind, ist es den Machthabern vermutlich egal.
Aber wenn es 50 Prozent wären, würde es erstens bald weniger Menschen geben (was ja eigentlich ziemlich positiv wäre, da wir eh komplett überbevölkert sind), aber es würde eben auch unser auf ständiges Wachstum und Expansion angewiesenes Wirtschaftssystem ("Kapitalismus" genannt) zusammenbrechen.
Daher sorgt man schon dafür, dass die Schwulen immer eine exotische Minderheit bleiben. Ich persönlich glaube ja, dass sowohl homo- als auch heterosexuelle Aspekte in jedem Menschen vorhanden sind. Aber dadurch, dass man jungen Menschen immer nur diese typischen Geschlechterrollen vorlebt und ihnen in den Medien nur die einschlägigen Vorbilder präsentiert, werden die allermeisten diese eben auch ungefragt übernehmen, und immer ein wenig eindimensionale Geschöpfe bleiben, weil sie die wahre in sich schlummernde Vielfalt nie wirklich begreifen können.

Nun kann man als konservative denkender Zeitgenosse darauf natürlich erwidern:
"Im Tierreich sind die meisten Tiere auch heterosexuell, und spielen ihre von der Natur vorgesehene Geschlechterrolle. Auch ganz ohne Propaganda. Die Männchen sind brünftig und notgeil, und die Weibchen zieren sich und machen sich hübsch, um den richtigen Partner zum Nachwuchs zeugen zu finden.
Also sollten wir Menschen uns nicht daran ein Beispiel nehmen und es genauso tun?"
Ich sage: Wenn wir auch bloß Tiere sein wollen wie die anderen, ja, dann sollten wir genau das tun.
Aber wenn wir uns jemals weiterentwickeln wollen und mehr sein wollen als nur haarlose Affen, dann sollten wir mal langsam anfangen, individueller und kreativer zu werden und unsere Welt selbst zu formen, anstatt einfach nur das zu imitieren, was uns die anderen Affen vorgemacht haben. 😉
 
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