Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Warum wird man immer wieder Mobbingopfer?

  • Starter*in Starter*in Runalin
  • Datum Start Datum Start

Falls das "nur" Ironie war, frage ich mich, ob diese Ironie beim Thema Mobbing angebracht ist und ob es dabei wirklich einen Anlass zum ironischen Schmunzeln geben kann. Ja, man kann sich über alles lustig machen, kann alles in Frage stellen und alles relativieren, aber genau darum geht es ja auch bei Mobbing: sollte es nicht doch ein paar Grenzen geben? Ist alles "nur ein Spaß"? Und wer darf diese Grenze festlegen? Nur der vermeintlich "Stärkere"?

Ich will @Wandel ganz bestimmt keine Mobbingabsicht unterstellen und er ist auch kein Stellvertreter für diese Mobber. Das würde entschieden zu weit gehen, ohne wenn und aber. Ich bin über die Formulierung "gestolpert" und habe sie vielleicht missverstanden, das mag sein.
 
Beim Begriff Mobbing hat man ja normalerweise immer diese typische Schulhofkonstellation im Hinterkopf: Mehrere Kinder hacken auf ein einzelnes ein, und die Gründe dafür werden klar benannt. "Brillenschlange", "fette Sau", "Spasti", "Streber", etc
Kinder sind bei sowas wenig subtil.

Je älter man wird, desto komplexer wird die Sache. Ein Erwachsener mobbt normalerweise niemanden, weil er eine Brille trägt. Dafür ist man mit den Jahren zu gut sozialisiert und weiß, dass man sich solche Angriffe nicht leisten kann. Man hat auch nicht mehr das Bedürfnis dazu. Sowas haben eher Kinder.

Erwachsene mobben strategischer. Was stört, sind Menschen, die nicht in die Gruppe passen und auf irgendeine Art und Weise Ärger bereiten. ‘Ärger’, das bedeutet in diesem Kontext: Man legt irgendein Verhalten an den Tag, das der Gruppe nicht gefällt. Zum Beispiel versteht man sich zu gut mit dem verhassten Chef, oder man geht lieber allein zum Mittagessen, oder man übt Kritik am Verhalten von Kollegen.
Solche Aktionen sind oftmals nicht mit Schwäche, sondern mit Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein verbunden. Allerdings mit einem Selbstbewusstsein, das eben nicht in die Gruppe passt.
Dann beginnt die Spirale. Die Gruppe bemerkt dieses Verhalten. Sie spricht darüber. Dadurch wird die betroffene Person dann noch genauer beobachtet. Der Gruppe fallen noch mehr Eigenheiten auf. Auch darüber wird gesprochen. Man steigert sich rein. Man legt einen Filter an und interpretiert dadurch alles, was das Gegenüber tut, mit negativer Voreingenommenheit. Man analysiert, man interpretiert, man macht Witze darüber. Und dann sind die Fronten geklärt.
Jetzt braucht es nur noch eine Person in dieser Gruppe, die sich besonders gestört fühlt oder sich profilieren will, und schon kann das Mobbing beginnen.

Für einen Betroffenen ist es in meinen Augen fast unmöglich, allein aus dieser Nummer wieder rauszukommen. Wenn er passiv bleibt, stachelt er die Kollegen an, deutlicher zu werden. Wenn er sich wehrt, bestätigt er damit nur das negative Bild, das die Leute von ihm haben.
Im günstigsten Fall braucht es da eine weitere hierarchisch gleichgestellte Person, die diese Probleme durchblickt und Partei ergreift. Ein Vorgesetzter kann sowas in der Regel nicht übernehmen, weil sein Einschreiten zu weiteren unterschwelligen Aversionen führt. Zu einem Wir-wurden-verpetzt-Gefühl, das die Atmosphäre unwiderruflich vergiftet.

Aber was, wenn niemand da ist, der Partei ergreifen will?
Dann könnte man vielleicht noch versuchen, Einzelgespräche zu führen. Die Gruppe aufbrechen. Sich jemanden raussuchen, der verständig erscheint, und mal in einer ruhigen Minute unter vier Augen über die Vorfälle reden. Möglichst vorwurfslos. Nicht: »Ihr macht das und das«, sondern eher: »Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.«
Nicht anklagen, sondern um Rat fragen.
Dadurch wird diese Person den nächsten Angriff, der stattfindet, wesentlich leichter als solchen erkennen und sich automatisch unterschwellig moralisch verpflichtet fühlen, dafür zu sorgen, dass die Sache nicht ausartet. Zumindest glaube ich das. Hoffe ich das.
Kein Mensch sieht sich selbst gerne als Mobber und Mitläufer. Wenn es einem Opfer gelingt, in einer einzigen Person der mobbenden Gruppen einen rudimentären Ansatz von Selbstreflexion zu erzeugen, dann stehen die Chancen gut, diese Spirale nicht weiter eskalieren zu lassen.

Das entbindet den Gemobbten allerdings nicht von der Pflicht, ebenfalls Selbstreflexion zu betreiben. Es kann auch sein, dass man sich selbst, ohne es zu bemerken, daneben benimmt, und die kritischen Reaktionen der Mitmenschen als Mobbing überinterpretiert.
Gerade jemand, der bereits schlechte Erfahrungen gemacht hat, reagiert auf sowas sehr sensibel. Wenn man bei jeder Form von Kritik automatisch davon ausgeht, dass andere Menschen bösartig, unreflektiert und dumm sind und einen nur fertigmachen wollen, verbaut man sich selbst die Chance auf ein respektvolles Miteinander.
Wer ein schlechtes Menschenbild hat, projiziert das nach außen. Da ist man auch selbst gefragt, den eigenen Negativfilter abzulegen.
 
Da stellt sich mir dieselbe Frage , Ironie - angebracht bei Mobbing - no way. Dafür ist das Thema zu ernst und die Menschen, die gemoppt werden leiden zu sehr , nur weil sie Anschluß suchen und keinen finden.

Wenn man als Kind 3 Mal die Schule wechselt ,weil man Mobbingopfer ist so sehe ich 3 Mal die Inkompetenz der Leute, die das hätten unterbinden können und müssen, leider wird bei Mobbing immernoch zu sehr weggeschaut.

Da sehe ich 3 Mal die Inkompetenz des Betroffenen sich gegen diese Attacken zu wehren und das damit verbundene Leid.

Aber eine Schuld sehe ich nur bei denen , die mobben.

Du wirst meines Erachtens an jeder Schule Menschen finden , die zum Mobbing bereit sind , genauso wie an jeder Uni , wie bei jedem Arbeitgeber, bis auf die Ausnahmen, wo wirklich was dagegen unternommen wird, wo der der mobbt fliegt, mit Anzeige, egal obs was bringt, Du wirst in fast jedem sozialen Umfeld Leute finden die Mobben, egal welcher verein, welche sonstige Ansammlung oder Organisation von Menschen.

Aber im Regelfalle wehrt man sich, deshalb gibt es auch Menschen, wo das Mobbing versucht wird , aber nicht funktioniert, weil ich formuliere es mal so , extremer Gegenwind kommt.
Man die Mobber und deren Degradierung nicht anerkennt, weil man um ihre absichtlich gefälschten Urteile weiß.

Diese Strategien, die notwendig sind zu lernen, wie man sich dagegen wehrt, sind aber erlernbar und wenn man nicht in der Lage ist , sie zu erlernen, warum auch immer, so gibt es die Möglichkeit sich Hilfe zu suchen und wenn man immer wieder das Problem hat, gemoppt zu werden, so liegt es nahe , daß ein System zu erkennen ist, weshalb oder wieso das geschieht, weil als Schicksal würde ich sowas nie bezeichnen, sondern eher als eine Inkompetenz dagegen vorzugehen, weil man dementsprechend geprägt ist.

Ein guter Therapeut wird auch nicht von Schuld sprechen und sagen sie sind schuld , ich frage mich mal wieder was hier für Bilder gemalt werden, ein guter Therapeut rät zur Anzeige und zeigt Strategien auf , damit umgehen zu lernen.
 
Falls das "nur" Ironie war, frage ich mich, ob diese Ironie beim Thema Mobbing angebracht ist und ob es dabei wirklich einen Anlass zum ironischen Schmunzeln geben kann. Ja, man kann sich über alles lustig machen, kann alles in Frage stellen und alles relativieren, aber genau darum geht es ja auch bei Mobbing: sollte es nicht doch ein paar Grenzen geben? Ist alles "nur ein Spaß"? Und wer darf diese Grenze festlegen? Nur der vermeintlich "Stärkere"?


Gut, da muss ich dir recht geben! Ist unnötig.
 
@GrayBear, powerflower und alle Anderen.

Nein, das war keine Ironie. Ich stehe zu 100% hinter meiner Ansicht.

Ich weiss, dass ich damit gegen gesellschaftlich geprägte Vorstellungen verstosse, wie man mit dem Thema Mobbing umgehen soll. Jedoch spreche ich aus eigener Erfahrung. Ich wurde auch schon gemobbt. Zufälligerweise immer dann, wenn ich mich schwach gefühlt habe...Zufall?

Seht es so: Die Realität ist subjektiv. Das heisst, dass zwei Ansichten gleichzeitig zutreffen können je nach dem von welcher Perspektive man an die Sache herangeht. Und ich finde die Perspektive, dass äussere Umstände für mein Unglück verantwortlich sind, z.B. der Täter, extrem demotivierend. Und trotzdem wird das so in unserer Gesellschaft gepredigt. Der Gemobbte wird bemitleided, man redet ihm gut zu und sagt ihm, er ist gut so wie er ist... Diesen Käse kann sich doch keiner anhören. Wir wissen alle, dass es irgendwie nicht stimmt. Und dem Opfer hilft es schon gar nicht. Natürlich ist es politisch korrekt. Aber die Natur ist und war nie politisch korrekt. Hier treffen die Realität und unsere verzerrte Wahrnehmung aufeinander.

Und das verstehe ich nicht: Warum wollt ihr alle Schuld auf den Täter schieben? Es ist doch bekannt, dass es immer zwei braucht. Täter gehen auf Opfer los. Wenn ich ein Opfer bin und ein Täter vorhanden ist, dann wird er mich packen. Wenn ich kein Opfer bin, wird er jemand anderes packen, der opferiger daherkommt. So schwierig ist das doch nicht. Deshalb sollte ich mich darauf fokussieren, kein Opfer zu sein. Immerhin ist es das Einzige, was ich beeinflussen kann. Ich kann den Täter doch nicht zu einem Gutmenschen erziehen, schon gar nicht wenn ich kein Selbstvertrauen habe. Auch wenn ich zum Lehrer gehe und der das regelt: Was habe ich dann gewonnen? Ich bin immer noch gleich schwach wie zu Beginn, denn was geschieht wenn kein netter Lehrer vorhanden ist? Dann bin ich wieder ein Opfer. Das sind dann die Fälle, wo der kleine Nerd jeweils nach der Schule verprügelt wird.

Opfer müssen lernen, für sich einzustehen. Das ist die Ganze, ungeschönte Wahrheit. Um für sich einzustehen braucht es Selbstvertrauen, Mut, Stärke. Das sind ganz unangenehme Worte auf der Seele eines Gemobbten. Es wäre viel einfacher mit dem Finger auf den Täter zu zeigen und zu sagen: "Solange der da ist, kann ich nicht so leben wie ich bin". Damit macht man sein Leben von anderen abhängig. Als Gemobbter muss man einfach verdammt noch mal seinen Hintern hoch kriegen und lernen, die Stärke aus sich selbst schöpfen. Das ist aber eine der wichtigsten Lektionen des Lebens. Seht doch Mobbing als Chance. Wie oft sind Leute, die früher gemobbt wurden, später erfolgreich im Beruf?

Abschliessend will ich sagen, dass man gerade heute nicht zu viel glauben sollte, was in der Gesellschaft gepredigt wird. Die gesellschaftliche Prägung besteht zu 99% Blödsinn und auf das restliche 1% kommt man selber. Wenn man sich als Mobbing Opfer auf das Zeug verlässt, dann hat man bereits verloren. Für jeden Gemobbten geht es darum, sein eigenes kleines Denkkraftwerk anzuwerfen, sich in der echten Welt umzuschauen und sich die Dinge zusammenzureimen. Das ist ein langwieriger Prozess. Aber für Mobbing gibt es keinen schnellen Fix. Jeden Tag muss man ums neue Stärke schöpfen. Jeden Tag Dinge tun, die einem Kraft geben. Und wenn es dabei heisst, auf Dinge zu verzichten die einem zwar Spass machen (z.B. Computergames) aber für die eigene Persönlichkeit keinen Mehrwert haben. Entschuldigung, dass ich hier eine heile Welt zerstöre. Aber die hat es nie gegeben.

Ich hoffe meine Position ist dadurch ein wenig klarer geworden.
 
Opfer müssen lernen, für sich einzustehen. Das ist die Ganze, ungeschönte Wahrheit. Um für sich einzustehen braucht es Selbstvertrauen, Mut, Stärke.

Das ist wahr und ein guter Rat. Nur verhält es sich damit manchmal wie mit dem Geld: frau/man hat es zu haben, aber in der Realität ist nicht nur das Timing zuweilen ziemlich bescheiden. Was sein sollte, könnte, müsste und was wirklich ist, sind doch recht oft zwei verschiedene Paar Stiefel und nicht immer ist die Wahrheit einfach.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich empfinde die von mir oben zitierte Aussage von GrayBear als Rückzieher, denn eigentlich kann man sie indirekt so verstehen, dass Mobbing-Opfer doch selber Schuld sind. Ein Schlag in die Magengrube von Mobbing-Opfern.

Einem Mobbingopfer Wege aufzuzeigen, wie man sich schützen kann, bedeutet nicht, dass man ihm die Schuld gibt.
 
"Neun von 10 Befragten finden Mobbing gar nicht schlimm' 🙄
(Neun mobber, ein gemobbter)

Die Worte von @Wandel finde ich schier unerträglich...
Und das obwohl ich mich nicht mal als Betroffener von Mobbing sehe oder jemals gesehen habe.
Und das noch zu schreiben, obwohl die TE bereits hier aus dem Thread ausgestiegen ist weil sie es nicht erträgt sowas zu lesen ist...ohne Worte...
 
Realität ist auch nicht subjektiv, sondern absolut , die persönlcihe subjektive Wahrnehmung dieser Realität ist sehr wohl individuell und unterschiedlich.

Tatsache ist 1+1=2 einfache reale Aussage, das war schon so seit die Menschen rechnen können und wird auch noch so lange so sein wie sie rechnen , egal wo und wann.

Jetzt nehmen wir mal 10 Leute und einer sagt diese wahre Aussage , 9 behaupten jedoch 1+1 sei drei und er sei, weil seine Aussage falsch ist, dumm und hätte keine Ahnung, weil alle die rechnen könnten wüßten ja das es drei sind, die wären ja auch nicht dumm. Einer , meist der Sprecher des Mobbingclans sagt das und 8 nicken bestätigend , auch wenn derjenige der sagt 1+1=2 nun weiß, das er recht hat und eine reale Aussage tätigt , die auch für alle anderen gültig ist und ihr Verhalten volle Absicht ist , ist nicht hilflos.
Denn er kann das Mobbing durch die 9 anzeigen.

Dann geht die Sache vor nen Richter und wenn der eine nun beweisen kann, das die 9 diese Aussage getätigt haben und ihn deshalb als dumm bezeichneten, dann wird die Sache klar gestellt , dann gibt es nämlich 9 Verurteilungen wegen Mobbens , so einfach ist das .

Bildet sich aber der Gemobbte ein, aus welchem Grund auch immer , es könnte ja sein, das nur in seiner Realität 1+1=2 ist, dann hat er ein Problem , denn er begeht eine Schuldzuweisung.

Schön, wenn es so einfach zu klären ist, meist ist Mobbing aber eben anders gelagert, intriganter perfider und sehr schwer nachzuweisen, da es aber letztendlich meist doch nachzuweisen ist, wäre es sinnvoller, wenn man nicht so etwas unrichtiges schreibt, wie Realität sei subjektiv , denn subjektiv ist bestenfalls die Auffassung der Realität , aber mit Sicherheit nicht die Realität selbst.

Darauf gründet unser Rechtssystem und damit ist auch klar geregelt welche Straftatbestände erfüllt werden oder nicht .

Das Mobbingopfer mag Inkompetens besitzen sich zu wehren, mag verunsichert sein oder sich aus zig anderen Gründen nicht wehren, aber Schuld am Mobbing selbst hat es nich, denn die Schuld daran das ist ganz real , haben die, die mobben.

Nur mal um das klarzustellen.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben