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Das Schlechte in dieser Welt

  • Starter*in Starter*in Gödel
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Ich erinnere mich gerade an eine Situation vor einigen Jahren in der Sauna einer Therme:

Alle Liegen waren mit Handtüchern belegt, obwohl überall Schilder hingen, die unmissverständlich darüber informierten, dass das Belegen von Liegen mit Handtüchern nicht erlaubt sei und diese Liegen bei Nichtbenutzung von anderen Gästen benutzt werden dürfen.

Wir hatten uns an diesen Schildern orientiert und dementsprechend zwei der Liegen nach einiger Beobachtungszeit sorgfältig abgeräumt (Handtücher zusammengefaltet und nebendran abgelegt), um die Liegen selbst zu benutzen. Kurze Zeit drauf kamen einige erboste Leute an, die uns beschimpften, weil wir irgendwelchen armen alten Leuten die Liegen weggenommen hätten, und was wir für rücksichtslose Menschen wären. Unser Hinweis auf die Hinweisschilder half nichts - im übrigen war uns natürlich nicht erkennbar gewesen, wem die Handtücher gehört hatten.

Alles in allem war damals kein Frieden mit den Leuten zu machen. Das Abräumen von Handtüchern brachte keine Entspannung und die Liegenbeleger waren auch nicht einsichtig, dass es nicht sinnvoll ist, eine Liege stundenlang zu belegen, ohne sie zu benutzen...
 
Sorgen machen allein bringt bloß nix. Man muß diese "falschen Figuren" von den Hebeln des Weltgeschehens entfernen und durch bessere Leute ersetzen, nur das bringt was.
Und wie können du und ich das machen?

Klar ist das ein Instinkt. Einer der bis heute seinen Sinn hat. Stell Dir vor, ein schöner Obstgarten in Privatbesitz, kein Zaun außen rum ... wieviel Obst wird der Besitzer wohl ernten? Wenig bis gar nix, schätze ich, wenn sich jeder Vorübergehende bedient. Zäune müssen nicht unbedingt hoch sein, schon der symbolische Wert eines niedrigen Zäunchens oder Mäuerchens ist wirksam, weil auch die Gattung Mensch auf festgelegte Reviergrenzen "programmiert" ist. Der Mensch ist in vielerlei Hinsicht noch in tierischen Instinktprogrammen festgelegt, das hier ist nur eines davon.
Bin ich nicht so überzeugt davon. Was ist mit den Nomadenstämmen, die weit umherziehen? Renntierzüchter, Mongolen, Hirtenvölker. Sesshaft werden war doch wohl eher eine Notwendigkeit, weil der Platz und die Nahrung knapper wurde, als dass es einprogrammiertes Revierverhalten wäre? In Tasmanien gab es doch mal ein Urvolk, das keine Besitzverhältnisse kannte, für die alles Land mit allem darauf frei zugänglich war. Sollen für 10.000 Jahre so frei gelebt haben wie im Paradies. Die ankommenden Europäer haben dieses Volk dann ausgerottet, wie ein paar Schädlinge. :mad:
 
Manche Weltgegenden sind für seßhaftes Leben nicht geeignet, dort können (zumindest in vor-technischen Zeiten) nur Jäger und Sammler überleben, aber keine Bauern. Siehe Lappland, siehe Mongolei.
Anderswo hat es schlicht an anbaufähigen Nutzpflanzen oder aber Trag- und Zugtieren gefehlt.
Wird z. B. oft behauptet, die Inkas und Mayas hätten das Rad nicht gekannt. Man hat aber Spielzeug mit Rädern dran gefunden und sogar Zahnräder (aus Stein gemeißelt, aber die bekannten radförmigen "Kalendersteine" schreien geradezu nach einer uhrenähnlichen Mechanik, die eine technische Version der Dinger in Bewegung versetzt wie die berühmte Maschine von Antikythera), die Wahrheit sieht so aus, daß die Inka und Maya das Rad im Großformat einfach nicht benutzen konnten, weil sie keine großen und starken Zugtiere hatten, mit denen sich Karren und Wägen gelohnt hätten, alle Lasten wurden bei ihnen von menschlichen Trägern und Läufern bewegt.
Auch daß Afrika in seinen tropischen Teilen scheinbar nur primitive Kulturen hervorgebracht hat, lag an dem Mangel an Zug- und Tragtieren, Pferde etwa sterben im tropischen Afrika am Gelbfieber (deswegen sind Zebras gestreift - die Färbung irritiert die Überträger der Krankheit, die Tsetse-Fliegen), alles was hier und da und keineswegs überall zur Verfügung stand waren Rinder, und wer die dürren Viecher der Massai schon mal in Dokumentarfilmen gesehen hat weiß, daß da mit Zugkraft nicht weit her ist.
Und überall, wo die urtümlichen Jäger/Sammler, die später meistens zu Viehhirten wurden, also immer noch Nomaden blieben, auf später angesiedelte Bauern (mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Kulturpflanzen) trafen oder treffen, gab und gibt es Konflikte. Weil die Bauern es eben nicht gut aufnehmen, wenn das Vieh der Hirten ihre Felder abfrißt, und die Viehhirten verächtlich auf die "Bodenkratzer" herabblicken und es nicht einsehen, "ihre" Wasserstellen mit dem Wasserbedarf der Bauern zu teilen.
 
Übrigens haben sogar Nomadenvölker meistens feste "Reviere", wo sie z. B. zwischen festen Sommer- und Winterlagern (verschiedene Indianervölker und vermutlich auch die europäischen Steinzeitmenschen) hin- und herpendeln, je nachdem wo jahreszeitlich die Jagd, der Fischfang und das Sammeln von pflanzlicher Nahrung besser ist. Die "40 Jahre in der Wüste" in der Bibel sprechen auch von Wandernomaden, die ständig pendelten, pendeln mußten sobald ihr Vieh alles erreichbare Grünzeug an einem Ort abgefressen hatte. Denn eines sind Nomaden nicht, nämlich "nachhaltig", sie säen kein neues Gras aus für das abgefressene, sie pflanzen keine neuen Bäume an für die, die sie für Bau- und Brennholz gefällt haben, wenn ein Stück Land abgegrast und ausgelaugt ist und die Brunnen leergetrunken oder verschmutzt, dann ziehen sie einfach weiter, und nach ihnen die Sintflut.
 
Denn eines sind Nomaden nicht, nämlich "nachhaltig", sie säen kein neues Gras aus für das abgefressene, sie pflanzen keine neuen Bäume an für die, die sie für Bau- und Brennholz gefällt haben, wenn ein Stück Land abgegrast und ausgelaugt ist und die Brunnen leergetrunken oder verschmutzt, dann ziehen sie einfach weiter, und nach ihnen die Sintflut.

Das sehe ich anders. Zwar kümmern sie sich nicht darum, dass sich das Land, die Fauna und die Flora regenerieren. Jedoch verhindern sie auch nicht, dass sich die Natur rasch von allein darum kümmern kann. Anders als der moderne Mensch.
 
Aha der Mensch hat also den Instinkt Zäune zu bauen, gut daß ein paar den Instinkt haben , die wieder einzureißen.
 
Das sehe ich anders. Zwar kümmern sie sich nicht darum, dass sich das Land, die Fauna und die Flora regenerieren. Jedoch verhindern sie auch nicht, dass sich die Natur rasch von allein darum kümmern kann. Anders als der moderne Mensch.

Die Selbstregeneration funzt aber dummerweise nur, wenn die Natur viel Zeit dafür bekommt - gerade in wüstenartigen Regionen dauert es ewig, bis etwa Bäume nachwachsen - und nicht jede Menge Nomadenstämme auf begrenztem Raum leben müssen, denn auch diese Menschen haben viele Kinder, viele Kinder brauchen viel Vieh zum Überleben, für Milch, Fleisch, Wolle, viel Vieh frißt viel Grünzeug und zerstört so ziemlich viel Umwelt.
Als besonders extreme Umweltschädlinge gelten übrigens Ziegen, weil die wirklich alles ab- und totbeißen, was irgendwie grün zu wachsen wagt. Die heute kahlen Mittelmeerinseln und -küsten sind ein Zeugnis davon. Man hat mal versucht, ein paar Inseln versuchsweise zu rekultivieren, das ging aber nur, nachdem man die verwilderten Ziegen beseitigt hat, per Umsiedeln oder durch Abschießen. Auf einer Insel war es recht drastisch zu sehen, da hat man einen Zaun von mehreren Metern Höhe errichtet - Ziegen können phantastisch klettern und springen - die eine Inselhälfte, wo die Ziegen waren, blieb kahl wie vorher, auf der anderen Seite wuchsen binnen weniger Jahre Bäume und entstanden Quellen, wo vorher keine gewesen waren, weil die Bäume, das Wurzelwerk, das Regenwasser sammelten und festhielten.
 
Aha der Mensch hat also den Instinkt Zäune zu bauen, gut daß ein paar den Instinkt haben , die wieder einzureißen.

... vermutlich dann auch zu egoistischen Zwecken, nämlich um an das Eigentum der anderen heranzukommen? Siehe mein Beispiel mit den Obstbäumen. Oder dem Konflikt Viehhirten/Bauern.
 
nö einfach , weil der da nicht hingehört von dem Obst nehmen die nix , das Grundstück betreten, ne davon ist auch nicht die Rede, den Zaun einreißen das ist die Intention , nein ich hab mich vertan, es war ja ein Instinkt ....sowas aber auch ....sicher ist der genauso evolutionstechnisch entwickelt, wie die Tierstellung des Menschen , nicht wahr ?
 
... im Wilden Westen gab es dazu mal einen berühmt gewordenen Konflikt, nämlich den zwischen Rinder- und Schafhirten. Die Rinderwirtschaft fand in traditioneller Weidewirtschaft statt, wo die Herden oft über große Entfernungen von einer Weide auf die andere getrieben wurden - die klassische Nomadenwirtschaft also, nur mit Cowboys statt mit eseltreibenden Juden oder rindertreibenden Massai - die Schafe dagegen wurden auf kleinen Weideflächen gehalten, die mit Stacheldraht eingezäunt wurden. An dem sich die überall herumstöbernden Rinder der Rinderbesitzer immer wieder verletzten, außerdem haben die Stacheldrahtzäune die Treibwege versperrt, deswegen gab es zwischen den beiden Arten von Farmern regelrechte Weidekriege. Bis hin zu nächtlichen Überfällen mit bellenden Colts und Mord und Totschlag.
 
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