Hallo MrSmootch,
teilt Deine Ehefrau eigentlich deine Ansicht zum Thema Ehe?
Ich kann schon verstehen, dass Dich die Reaktionen hier etwas überraschen, aber "durchgedreht" wird hier gerade nun wirklich nicht. Da ist noch einige Luft nach oben.
🙂 Aber wenn Du Dich auf einen öffentlichen Marktplatz stellst und Menschen nach ihren Meinungen fragst, dann ist ganz sicher die eine oder andere dabei, die etwas "zwickt" und Dir einen Spiegel vorhält, dessen Bild Du nicht magst und das vielleicht nur, weil es der Wahrheit schmerzhaft nahe kommt?
Ich nehme Dir ab, dass Du in guter Absicht an Deiner Ehe fest hältst und wirklich eine Lösung anstrebst, ohne den Bund der Ehe aufzulösen. Aber ist das realistisch? Fehlende Nähe in einer Beziehung ist kein Vitaminmangel, den man "ausgleichen" kann und "Liebe" gibt es nicht in Dosen. Ist Dein Gott Dein persönlicher Reparaturdienst für alle Deine unüberlegten Entscheidungen und ist es nicht fast schon anmassend zu erwarten, dass "Er" all dies richten wird?
Wie hier schon mehrfach geschrieben wurde: sei bitte nicht egoistisch. Du "folterst" nicht nur Dich, in dem Du Dich vor unbequemen Entscheidungen drückst. Falls doch einmal Kinder kommen sollten, willst Du sie ein einem so lieblosen und neurotischen Umfeld aufwachsen lassen, in dem offensichtlich so viele Dinge noch nicht verarbeitet und durchdacht sind? Willst Du an sie weitergeben, dass Liebe nur eine Illusion oder ein Mangel an Glaube ist und Gott eben andere Pläne hatte?
Ja mag sein, dass es viele Ehen auf der Welt gibt, die aus den falschen Gründen geschlossen wurden und doch finden diese Menschen zu einander. Aber dazu gehört eine innere Reife, über die Du scheinbar (noch) nicht verfügst, denn laut Deinen Zeilen scheiterst Du mit Deiner Liebesfähigkeit schon an Äußerlichkeiten.
Sieh diese Beiträge hier nicht nur als Vorwürfe und lehne sie nicht nur deswegen ab, weil ihre Offenheit und Direktheit Dich schmerzen. So manche innere und äußere "Wachstumsphase" ist mit Schmerzen verbunden. Das ging und geht den Menschen, die Dir hier schreiben auch nicht anders. Wir alle müssen aus unseren Fehlern lernen und das tut manchmal verdammt weh, vor allem, wenn man den eigenen Anteil erkennen und annehmen muss, der zu diesem Problem geführt hat.
Dein Gott ist ein Gott der Vergebung und kein Gott des Grolls, der Strafe und der Verdammnis. Warum also sollst Du den Rest Deines Lebens für eine falsche Entscheidung büßen müssen?
Der Punkt scheint mir, dass Du selbst in Deinen Zeilen alle Hoffnung auf eine Besserung eurer Ehe zunichte gemacht hast. Deine Partnerin gefällt Dir nicht, sie versteht Dich nicht und sie kommt eben so wenig auf Dich zu, wie Du auf sie und das soll Gott nun wieder richten? Jesus hat niemals verlangt, dass ein gläubiger Mensch seinen Verstand abschalten soll.
Diese Zeilen schreibe ich Dir nicht deswegen, weil Du Dich scheiden lassen sollst. Ich schreibe Sie Dir, weil ich mitfühlen kann, in welcher verzweifelten und bedrückenden Lage Du Dich befindest und weil zwischen Deinen Zeilen zu spüren ist, dass es Dich in Deinem Glauben erschüttert und Dich zweifeln lässt.
Nimm Dir Deine Bibel und ließ im 1. Korinther 13 das hohe Lied der Liebe, denn dort steht alles, was Dir leider in Deiner Ehe fehlt und was man für eine tragfähige und liebevolle Beziehung braucht: Liebe. Diese Liebe zu Deiner Ehefrau hast Du offenbar nie gehabt und nie empfunden. Deswegen klingst Du "wie ein tönendes Erz". Das ist kein Vorwurf, es ist einfach eine Tatsache und unter erwachsenen Menschen muss man dies ansprechen.
Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
Vielleicht ist für Dich noch eine gehörige Portion Demut notwendig, um zu erkennen, dass der Apostel mit "Stückwerk" Deine und eure unüberlegten und kindlichen Entscheidungen meint und es Zeit für euch beide wird, erwachsen zu werden. Dazu gehört, "das kindliche" abzulegen und bessere Entscheidungen zu treffen und nicht, wie ein trotziges Kind da zu sitzen und zu warten, bis es "gerettet" wird. Dein Glaube kommt mir noch sehr "kindlich" und trotzig vor.